Isolationswerte (Komforttemperatur) von Climashield® APEX

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  • Nachdem ich meinen Apex-Sookie nun ausgiebig getestet habe (ca. 30-40 Nächte draußen seit Nov 22), bei bis zu -1C°, kann ich hier auch einmal meine Einschätzung zum Komfortbereich abgeben.

    1. Mein Torsobereich hat 2 Lagen a 200gr. Hier merke ich einen deutlichen Unterschied zu der 200gr. Lage.

    2. Würde ich nochmal einen Sookie nähen , würde ich eine Lage 200gr. + 1 Lage 167gr. o. 200gr. vernhähen, trotz größerem Packmaß.

    Bei -1C° fand ich den Komfort ausreichend aber nicht gut. Weiterhin ist der Komfort auch bei 5-12C° deutlich besser mit mehr Apex als nur 200gr.

    Insbesondere bei einer HM ist es bei kühlerem Wetter total angenehm, wenn sich der UQ ordentlich aufwärmt, und der Körper gar keine Wärme verliert. Ich fühle mich dann gleich doppelt so wohl, als wenn mein Körper auch nur leicht Wärme verliert.

    Das ist eine subjektive Einschätzung. Vielleicht hilft es dem einen o. Anderen bei der Materialwahl. Es ist wohl auch so, dass viele Hänger nur bei schönem Wetter unterwegs sind (+15C°). Für jene reicht 200gr. locker aus.

  • Seid gegrüßt liebes Hängemattenforum!

    Bin auf der Suche nach Informationen zum Dämmwert vom hier angesprochen Textil auf das Forum gestoßen und kann hoffentlich (halb fachlich, halb laienhaft) klären, wieso es diesen Knick um 0 °C gibt.

    Vorab, bin seit vielen Jahren im Outdoorbereich aktiv, auf dem Boden wie in der Matte. Wollte mir einen Quilt nähen und wusste nicht Recht welche Dichte der Stoff haben sollt :D

    Gegenwärtig studiere ich Chemie am Ende meines Masters, daher folgt ein wenig Fachsimpelei.

    Wasser gefriert bei 0 °C.

    /thread

    Spaß beiseite. Die uns interessierenden Phänomene lauten latente Wärme, Kristallisationswärme, Wärme im Allgemeinen, Phasenumwandlung und Verdunstungskälte.

    Findet ein Phasenübergang statt, bleibt die Temperatur des Systems solange konstant, wie die eine Phase (Gas, Flüssig, Fest) noch nicht vollständig in die andere übergegangen ist.

    Flüssig -> Gasförmig bzw. Flüssig -> Fest

    Kochendes Wasser hat bei einem Druck von einer Atmosphäre (1 atm = 1024 mbar) immer eine Temperatur von 100 °C. Erst wenn alles in der Gasphase ist, kann das System "Wasserdampf" heißer werden. Flüssiges Wasser ist am Phasenübergang also "temperaturbegrenzt" aka latente Wärme.

    Dasselbe gilt am Schmelzpunkt, oder Gefrierpunkt (Richtungsabhängig). Friert Wasser bei 1 atm Druck, bleibt es solange bei 0 °C, wie es noch flüssiges Wasser zum Ausfrieren gibt (wir verdanken unser Leben dem Wasser, da es bei 4 °C seine höchste Dichte hat und deswegen flüssig unterhalb des Eises vorliegt).

    Friert Wasser, bildet es einen Eiskristall. Bei diesem Vorgang wird Wärme in Form von Kristallisationswärme frei. Bekannt aus den Handwärmern, welche mittels Klickmechanismus ausgelöst werden. Diese Wärme hält die Temperatur beim Gefrieren konstant, bis alles flüssige Wasser gefroren ist. Dann erst sinkt die Temperatur des Eises weiter.

    Die Energie für den Phasenübergang "flüssig -> gasförmig" wird der Umgebung entnommen, diese kühlt ab, aka Schwitzen.

    Kommen wir zum Eingemachten

    Wir produzieren viel Abwärme und dünsten kontinuierlich Wasser aus. Gerade um 0 °C herum friert Wasser nur langsam. Es hat noch genug Energie, als dass es sich in einen festen Verbund wissen will. Erst wenn es einige Grade unter Null ist (Erfahrungsgemäß -8 °C) friert Wasser ziemlich schnell. In diesem Zwischenbereich reicht unsere Abwärme aus um Wasser flüssig zu halten, das zieht allerdings immer weiter Energie, da wir die mikroskopische Eisschicht um unseren Schlafplatz herum sofort wieder aufschmelzen. Ähnlich der Verdunstungskälte vom Schwitzen, nur als "Schmelzkälte", also um ein Aggregatzustand verschoben.

    Ist es hinreichend kalt und wir nutzen dickeren Stoff, dann ist der Bereich in dem dieses Gleichgewicht zwischen

    Körperwärme - Wasserdampf - Eisschicht

    herrscht weiter von unserer Haut entfernt und wir spüren diese "Schmelzkälte" nicht so sehr. Eis/Schnee isoliert tatsächlich ziemlich gut -> Iglu

    Ich denke es ist ähnlich dem Phänomen, dass die Temperatur kurz vor Sonnenaufgang nochmal etwas einbricht. Über die Nacht hinweg kühlt es ständig ab. Wird es bereits heller, dann strahlt ein wenig Wärme auf den Tau, welcher verdampft und der Umgebung Wärme entzieht.

    Theoretisch gibt es auch eine Kondensationswärme um den Sonnenuntergang herum. Ich denke es kühlt zu schnell ab als dass man das effektiv spürt. Zumindest konnte ich es noch nicht so drastisch spüren wie am Morgen.

    Kurzum, Schmelzkälte ist für den Knick um 0 °C verantwortlich.

    In der Hängematte kommt zusätzlich der Effekt der Konvention zu tragen. Hier wird Wärme über die Bewegung der Luft transportiert, daher ist ein Unterquilt wärmer einzustufen als Oberquilt. Sind wir vom Wärmetransport mittels Konduktion/Leitung geschützt (gute LuMa), dann könnte man bei einigen Graden unter Null und absoluter Windstille durchaus auf viel Isolation verzichten. Wer sich den Spaß gemacht hat im Winter einmal nackt zu sein, der weiß das :D

    Sollten Unklarheiten auftreten, bitte melden. Fehler gerne korrigieren, kann auch falsch liegen :]

    Hoffentlich ist der Kommentar einleuchtend.

    In diesem Sinne, ein gutes Draußensein!

  • Moin, meint ihr mit einem Topquilt aus 67er Apex kann man in lauen Sommernächten (10°C +-) in der HM noch gemütlich schlafen? Oder doch lieber 100er wählen?

    Zum Kälteempfinden....unter der HM hängt ein 10°F Wookie und mit dem 250er Taiga schlafe ich bis in leichte minusgrade problemlos.

  • hast du dabei dann noch lange Kleidung an? Das macht ja einen großen Unterschied, was mir immer in so Beschreibungen fehlt. Ich persönlich schlafe immer gerne mit möglichst wenig am Körper, also am besten nur die Unnerbuchse, aber beim Topquilt hab ich im Herbst und Frühling dann doch eher eine lange Unterhose und ein T-Shirt an, weil der mir sonst zu frisch ist und ich bei meinem das Hautgefühl nicht so gut finde wie bei meinen Schlafsäcken, die ich auf Zeltlager verwende.

    Manchmal denke ich, ich bin der Einzige der mir nicht zuhört.

    Bündischer Halstuchträger mit Hang zum Hängen

  • Moin,

    mir reicht mein Swagman Roll Poncho Liner (67er Apex) ab ca +15°C in einem Topquilt Modus aus um warm zu schlafen. Wird es noch wärmer öffne ich den Poncho Liner komplett als Decke.

    Mit dem Reißverschluss komplett geschlossen käme ich wohl auf eine Komforttemperatur von max. +10 bis +12°C.........

    Gruß von der Ostsee

  • Um es Mal kontrovers zu machen: mein 67er Quilt reicht mir ab 11-12 Grad, im Hochsommer auch sogar teilweise zu warm.

    grobinger

    Es ist sehr nett von dir mit der Info zu warten bis ich auf den Bestell-Button gedrückt habe:D


    Tatsächlich soll es ein Quilt mit Deckenfunktion werden, ähnlich des e-Lite von Gram Xpert. Wenn es dann doch noch zu warm sein sollte, habe ich also noch ein Ass im Ärmel. Und etwas Schwund durchs stopfen tritt wohl mit der Zeit auch noch ein habe ich gelesen. Ich lasse mich überraschen.


    hast du dabei dann noch lange Kleidung an? Das macht ja einen großen Unterschied

    Bei Daune versuche ich nackte Haut eigentlich zu vermeiden, einfach um es nicht all zu oft waschen zu müssen. Vielleicht kann man da bei Kufa etwas sorgloser sein. Und im Hochsommer ist es eigentlich auch nicht nötig. Da ist man froh um alles was nicht angezogen werden muss

  • Ich finde doch, auch in der Cross Hammock schmiegt sich der Stoff (und die Isolation) sehr angenehm um den Körper.

    bogus : Wenn ich das richtig im Schädel habe, dann liegt Ulrich in der Apex-CH ohne Isomatte. Dann fehlt das "Brett" und die Hängematte schmiegt sich sehr gut an. Das macht sie ja auch schon, wenn man eine Schaummatte statt Luftmatte verwendet, ohne, dafür mit Isoschicht außen, ist das sicher nochmals besser.

  • Ich glaube dieses Hygge Gefühl, welches in der GE entsteht auch nicht ganz so präsent ist, oder?

    Ich finde doch, auch in der Cross Hammock schmiegt sich der Stoff (und die Isolation) sehr angenehm um den Körper.

    Mit meiner nur oberflächlichen CH-Erfahrung würde ich das „nicht ganz so“ von Bogus unterschreiben. Ohne Isomatte schmiegt sich der Stoff in der CH deutlich an den Körper an, aber in der GE meiner Meinung nach noch ein bißchen mehr.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Beim Inseltreffen hatte ich eine direkte Vergleichsmöglichkeit zwischen Crosshammock und Warbonnet Blackbird XLC (beide mit Underquilt) und muss meine Aussage von #58 revidieren.

    Ich konnte bei der Intensität des Stoffanschmiegens keinen Unterschied feststellen.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Beim Inseltreffen hatte ich eine direkte Vergleichsmöglichkeit zwischen Crosshammock und Warbonnet Blackbird XLC (beide mit Underquilt) und muss meine Aussage von #58 revidieren.

    Ich konnte bei der Intensität des Stoffanschmiegens keinen Unterschied feststellen.

    Wie war denn das CH mit UQ Setup? Gibt es Fotos? Ich kann's mir gerade nicht so recht vorstellen.

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