Kampf mit der Calf-Ridge

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  • Hallo zusammen,

    nachdem ich schon geraume Zeit mit der Beseitigung des nervigen Calf-Ridges beschäftigt bin, frag mal nach Euren Erfahrungen dazu. Vielleicht hilft das ja.

    Nachdem ich im Sommer meine ersten Campingnächte in einer TTTM Double ohne rtructural ridgeline verbracht habe und nie auf eine nervige, harte Falte im Bereich der Knie und Waden aufmerksam geworden bin, habe ich mir bei den ersten Gehversuchen mit der Nähmaschinen natürlich auch gleich eine HM gemacht, aus ultraleichten 45 g/m^2 kalandriertem Rip-Stop. Und da war er plötzlich, der/die/das Calf-Ridge, und drückte erbarmungslos auf meine Beine. Erst hat er mich wieder zurück in die deutlich robustere TTTM Double getrieben, da das Studium der Posts hammockforum.net die Vermutung nahe legte, dass es am großen Stretch des dünnen Rip-Stops liegen kann (danke hier u.a. auch an [USER="46"]TreeGirl[/USER], die hier sehr fleissig Ihre wertvollen Tips und Erfahrungen kundtut). Als es nun plötzlich auch in dieser HM ordentlich drückte, hab ich unendlich lang mit der Aufhängung rumgespielt, mir eine 2x1.4 oz/yd^2 double-Layer geschneidert, die Höhe des Fußendes der HM variiert und viele verschiedene Liegepositionen ausprobiert. Ich werd das nervige Drücken einfach nicht los.

    Hier also meoine Fragen:

    1.) Bin ich vielleicht einfach zu empfindlich. (sollte hier jemand eine Auskunft dazu geben können, würde es mich sehr wundern ;) )
    2.) Kann es sein, dass eine strukturelle Ridgeline nicht wie erhofft dazu führt, dass jeder Hang gleich ist. Ich habe den starken Eindruck, dass der Calf-Ridge zunimmt, wenn ich sehr flach abspanne.
    3.) Kann es sein, dass der Underquilt den Calf-Ridge verstärkt, insebsondere wenn er sehr straff gespannt ist?

    Bitte, schreibt mir Eure Erfahrungen zum Calf-Ridge und allgemein zu Eurer Lernkurve was die Aufhängung angeht (nicht Material, sondern Winkel, Längen etc.). Ich würde nur ungern auf eine Bridge wechseln. Auch wenn's den [USER="17"]dendronaut[/USER] freuen würde (keine Angst, ich kauf auf jeden Fall mal noch eine bei Dir, aber momentan ist kein Geld da. Und ausserdem hat mich jetzt hier der Ehrgeiz gepackt, ich will das hinkriegen mit der Gathered end).

    Vielen Dank für Eure Hilfe!

    Roland

    • Offizieller Beitrag

    1.) Bin ich vielleicht einfach zu empfindlich. (sollte hier jemand eine Auskunft dazu geben können, würde es mich sehr wundern ;) )

    Ich denke, wenn man die Calf Ridge einmal wahrgenommen hat, ist es schwierig sie wieder auszublenden. Jede Tuchhängematte produziert eine Calf Ridge - die Höhe hängt meiner Erfahrung nach vom Stoff, Schnitt und auch Nutzergewicht ab.

    2.) Kann es sein, dass eine strukturelle Ridgeline nicht wie erhofft dazu führt, dass jeder Hang gleich ist.

    Das ist auch meine Erfahrung.

    Ich habe den starken Eindruck, dass der Calf-Ridge zunimmt, wenn ich sehr flach abspanne.

    Das könnte ich mir gut vorstellen, denn der Stoff steht dann mehr unter Spannung - zusätzlich zu der Spannung durch das Körpergewicht.

    3.) Kann es sein, dass der Underquilt den Calf-Ridge verstärkt, insebsondere wenn er sehr straff gespannt ist?

    Das kann ich nicht bestätigen. Allerdings federt eine Isomatte zwischen den Lagen einer Double Layer Hängematte die Calf Ridge spürbar ab. Das ist einer (der wenigen) Vorteile wenn man eine Isomatte benutzt - und es war auch einer der Gründe, warum ich mir zwischenzeitlich überlegt hatte vom Underquilt zurück zur Isomatte zu wechselen. Aber letztendlich haben die Vorteile des Underquilts überwogen.


    Meine Beiträge auf HF hast du ja anscheinend gelesen. Ich denke, abgesehen von der Lösung einen wenig dehnbaren Stoff wie Polyester zu verwenden, kannst du nur versuchen die Calf Ridge in einen Bereich zu verschieben, wo sie dich nicht stört. Die Calf Ridge verläuft "inline", d.h. auf direkter Linie zwischen den Hängemattenenden. Weil der schwerste Teil des Körpers der Torso ist, ist sie direkt hinterm Hintern am extremsten. Bei der Liegerichtung Kopf-links / Füße-rechts ist das linke Bein am stärksten betroffen. Das heisst du kannst versuchen noch extremer diagonal zu liegen - damit verkürzt du die Kontaktlinie und bringst sie mehr unter den Oberschenkel, der meist unempfindlicher ist als Knie und Unterschenkel. Oder du kannst versuchen weniger diagonal zu liegen - zumindest vom Hintern an - damit verlängerst du die Kontaktlinie und verteilst den Druck besser über das gesamte Bein.

    Zuhause verwende ich einfach ein altes Federkissen. Das eliminiert nicht nur die Calf Ridge, sondern nimmt auch noch Druck von den Fersen. Unterwegs fülle ich einen Packsack mit nicht benutzten Klamotten und packe ihn unter die Beine. Das ist am einfachsten. Wenn das nicht möglich ist, liege ich mit Hintern und Beinen so inline wie möglich. Die Footbox meiner Blackbird erleichtert mir das.

    • Offizieller Beitrag

    1.) Klar bist Du zu empfindlich. Sei nicht so mädchenhaft! Augen zu, Zähne zusammenbeißen und weiterschlafen! :D
    2.) Wenn die Spannung der strukturellen Ridgeline und der Winkel zur Horizontalen gleich bleiben, müsste eigentlich jeder Hang gleich sein.
    3.) Bei mir verstärkt ein straff gespannter Underquilt den Calf-Ridge etwas, da Füße und Kopf aus der Diagonalen in Richtung Hängemattenlängsachse gedrückt werden.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß eine längere Hängematte den Calf-Ridge verringert. Der Unterschied von 9 auf 10 Fuß war enorm und von 10 auf 11 etwas geringer. Ich vermute, daß 12 Fuß Hängemattenlänge gegenüber 11 Fuß keinen spürbaren Komfortzuwachs bringen.

    Ich habe den Eindruck (leider außer 5 Minuten in TreeGirls Warbonnet Blackbird keine Erfahrung), daß Footboxen helfen können. Manche finden, daß der Knotty Mod ähnlich wirkt. Ich hatte mir mehr davon versprochen.

    Obwohl Fan von nachgebenden Nylon-Hängematten, bin ich der Überzeugung, daß der Calf-Ridge in Polyester-Hängematten geringer ausfällt. Es ist einfach alles steifer, der Körper kann an den weniger unter Spannung stehenden Stellen der Hängematte
    weniger tief einsinken als bei Nylon und damit fällt auch die Höhendifferenz zwischen Calf-Ridge-Region und Resthängematte geringer aus.

    Das Kissen unter den Kniekehlen wurde schon genannt. Man kann auch die Beine übereinanderschlagen (bei Kopf-links-Fuss-rechts-Lage das linke Bein über das rechte legen), den Diagonallagewinkel vergrößern, den Hintern in Richtung Fuß- oder Kopfende verschieben oder mit einer Art stabile Seitenlage experimentieren. Bei mir führt jede Nacht eine andere Maßnahme mehr oder weniger zum Erfolg.

    Völlig los bekommst Du den Calf-Ridge nur in einer Brückenhängematte. Dafür musst Du dann aber auch deren Nachteile in Kauf nehmen.

    Oder Du kommst zu mir in den Garten! Beim Nur-mal-kurz-vor-der-Gartenarbeit-in-die-Hängematte-Setzen habe ich noch nie (niemals nicht!) einen Calf-Ridge gespürt. Augen zu und Tiefschlaf. :)

    • Offizieller Beitrag

    2.) Wenn die Spannung der strukturellen Ridgeline und der Winkel zur Horizontalen gleich bleiben, müsste eigentlich jeder Hang gleich sein.

    Könnte man meinen, ist aber nicht so. Wir können das beim nächsten Treffen gerne mal testen. Ich kann dir nicht wirklich erklären warum es so ist - aber es macht definitiv einen deutlichen Unterschied ob eine Hängematte mit struktureller Ridgeline im 10° oder im 30° Winkel aufgehängt wird, auch wenn die Ridgeline verhindert, dass die Hängematte selbst flacher hängt. Warbonnet empfiehlt für die Blackbird beispielsweise, dass die Ridgeline nach dem Aufhängen und Beladen zwar gespannt ist, sich aber noch fast um 90° knicken lässt. Ich bin damit aber nie zurecht gekommen. Ich hänge die Blackbird so auf, dass die Ridgeline relativ straff gespannt ist. Ich kann sie zwar noch knicken, aber keinesfalls um 90°. Da die Ridgeline aus Dyneema ist, kann man davon ausgehen dass die Dehnung minimalst ist - zumal sie ja nur 254cm lang ist. Trotzdem ändert sich das Verhalten der Hängematte deutlich.

    Vielleicht liegt es daran, dass der Zug auf den Stoff bei einem flacheren Winkel größer wird. Das heisst, wenn sich ein 90kg-Nutzer in die Hängematte legt, dürfte diese bei einem steileren Winkel mehr nachgeben als bei einem flacheren Winkel. Das ist jetzt reine Spekulation, aber anders kann ich mir nicht erklären warum sich das Liegegefühl so verändert. Die Ridgeline sorgt ja nur dafür, dass der Durchhängewinkel des Hängemattenstoffes gleich bleibt. Aber die Belastung ändert sich sehr wohl.

    • Offizieller Beitrag

    Ich hab noch mal drüber nachgedacht. Das mit der gleichen Spannung in der Ridgeline stimmt nach wie vor. Wenn der Winkel der Aufhängung sich ändert, ändert sich auch die Spannung. Bei einem großen Winkel hängt die Ridgeline durch (Spannung fast Null). Mit Änderung des Winkels ändert sich die Spannung. Bei zu kleinem Winkel wird die Spannung in der Ridgeline zu groß und sie reißt.

    Was ich anfangs nicht bedacht hatte: Mit der Änderung des Winkels verschiebt sich auch die Lastverteilung zwischen Ridgeline und Hängematte. Anfangs hängt die Ridgeline durch und die Last geht 100% in die Hängematte. Mit Verkleinerung des Winkels steigt der Anteil der Last, den die Ridgeline aufnimmt. Am Ende (beim Winkel nahe Null) "hängt" die Hängematte an der Ridgeline. (Stell Dir ein waagerecht straff gespanntes Stahlseil vor, an dem mit Prusikknoten eine Hängematte befestigt ist.)
    Diese beiden Kurven (Lastanstieg und Lastverteilung) überlagern sich.
    Interessante Sache, wir sollten wirklich mal ein Experiment durchführen. Hängematte, Schnüre und "Belastungskörper" :) haben wir, es muß nur noch jemand einen geeigneten Federkraftmesser mitbringen.

  • Das Problem lässt mich nicht los. Ich hab nochmal nachgedacht, und mir ist noch etwas aufgefallen, das vielleicht eine Rolle dabei spielen könnte, warum der Aufhängewinkel trotz struktureller Ridgeline den Hang beeinflusst.
    Ich glaube, dass schon jeder Hang gleich ist, wenn die Ridgeline unter mehr oder weniger starker Spannung steht - nur leider gleich schlecht. Egal ob 5°, 10° oder 20° Aufhängewinkel. Ich hab mir mal überlegt, was eigentlich bei einer korrekt aufgehängten HM (egal ob mit oder ohne SRL) beim Einsteigen passiert.
    Erst hängt die Matte in annähernd einer Kettenlinie durch. Wenn man dann Gewicht in die Matte reinbringt, wird aus der Kettenlinie ein "V", die Enden der Hängematte bewegen sich aufeinander zu und die Ridgelinelinie verkürzt sich. Auch der Winkel an den Enden der HM wird größer. In der Spitze des Vs kann man dann wunderbar diagonal liegen.
    Wenn man das ganze System nun mit einer strukturellen Ridgeline ausstattet und spannt, kann die V-Form nur noch von der HM selbst, nicht aber von den Aufhängungsleinen angenommen werden. Da die Enden der HM fixiert sind, kann sich der Winkel an den Enden der HM fast nicht verändern.
    Ob und wie das nun mit der Calf-Ridge zusammenhängt, weiss ich (noch) nicht. Wenn meine Überlegungen korrekt sind, sollte man eigentlich durch die Verkürzung der strukturellen Ridgeline (unter 83%) den Hang bei einem stark gespannte System verbessern können. Da müssen wir echt mal auf einem Treffen ein bisschen rumspielen (wenn ich's denn auch mal irgendwann schaff, zu kommen).


  • Interessante Sache, wir sollten wirklich mal ein Experiment durchführen. Hängematte, Schnüre und "Belastungskörper" :) haben wir ...

    First dibs auf mich als Belastungskörper.

    ... es muß nur noch jemand einen geeigneten Federkraftmesser mitbringen.

    Ich bin mir nicht so sicher, ob es die Kräfte sind, die die große Rolle spielen. Ich glaube fast, es sind eher die Winkel. Also brauchen wir noch einen Winkelmesser, zur Not geht's mit'm Kompass.

  • Ich kämpfe auch mit der-dem Calf ridge. Was bei mir hilft:

    1 Hänge das Fußende (lächerlich) hoch. Also 30-40 cm höher. Das Körper schiebt richtung Kopfseite und der-die-das Calf ridge verschwindet teilweise.

    2 Manchmal hilft es den Arsch mehr aus dem Zentrum der Hängematte zu schieben, also bei Kopf links, Füße rechts, die Hinterseite mehr richtung Fußseite. Damit kommt die kraft weiniger in Zentrum der Hängematte und das-die-der-den Calf ridge scheint weniger zu werden.

    3 Während meine letzte Nacht in der Hängematte war meine adjustable Ridgeline zu kurz abgestellt, es hat viel geholfen die Ridgeline etwas länger (10 cm) zu machen.

    4 Für DIY hilft es eine catenary Curve in die kurze Hängematte enden zu machen. Die Länge im mitte wird es also um 10 cm länger als an die lange Seiten.

    Der Kampf is aber noch nicht gewonnen und bitte entschuldige mein Deutsch.

    Gruß,

    HH

  • Hi Happy,

    danke für die Anmerkungen. 1-3 hab ich alles schon ausprobiert, bringt alles ein bisschen was (vor allem 1). Wahrscheinlich bin ich echt einfach zu empfindlich, werde wahrscheinlich als Bridge-Benutzer enden. Wär ja auch nicht schlimm. Wenn ich nur die überwältigende Einfachheit von einer Gathered-End nicht so toll finden würd. Einfach ein Tuch und zwei Stücke Seil - fertig.
    Bei Punkt 4 bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich Dich richtig verstanden habe. Wenn ich richtig liege, willst Du auf's Whipping hinaus. Ich habe bisher das ganz einfache Tunnel-Whipping ausprobiert, und die Warbonnet-Variante davon. Hier habe ich keinen Unterschied bemerkt. Wäre auch überraschend gewesen, in beiden Fällen wird ja keine unterschiedliche Stofflänge an den Seiten und im Zentrum der HM erzeugt. Anders ist das bei der zweiten der hier gezeigten Whipping-Methoden ("W-Whipping"). Damit wird das erreicht, was Du beschreibst: die Seiten der HM werden kürzer als die Mitte. Ob das einen Einfluss auf die Calf-Ridge hat, und wenn ja, welchen, müssten wir mal ausprobieren. Ich glaube zwar nicht, das es eine Rolle spielt, aber man weiss ja nie. Im Grunde ist es nichts anderes als ein "statischer Knotty-Mod", so wie ich das sehe.

    Danke für's Mitdenken.

    Roland

    P.S.: Dein Deutsch ist absolut in Ordnung.

  • Danke für deine freundliche Worte Mittagsfrost!

    echinotrix: ich habe eine Simply Light Designs Streamliner, der hat diese Catenary Cut, und da habe ich weniger Calf Ridge Probleme. Ich denke der Schwerkraft vom Körper wird dan mehr nach die Seiten verteilt weil die Hängematte in der Mitte länger ist.

    Mann, wir brauchen ein kontolliertes wissenschaftliches Experiment, das geht ja so nicht weiter. Variabelen: Hängematlänge, Höhe Fußende, Cat Cut, Material. Vielleicht könnten wir mal 'ne Stunde experimentieren bei einem Treffen.

    HH

  • Nachdem ich jetzt alle Posts gelesen habe:

    Ein Ridge ("Hügel") entsteht zwangsläufig, weil der Torso und insbesondere das Gesäss viel schwerer sind als die Beine. Vom Gesäss zum Fussende der Hängematte wird der Stoff gespannt und bildet dort dann diesen "Hügel", der die Beine nach oben drückt. Weicht man mit den Beinen diesem Hügel zur Seite aus, so findet man die Stelle, an der sie am tiefsten zu liegen kommen. Geht man weiter nach aussen, so steigen sie wieder an (weil die Enden der Hängematte geometrisch einer Kegelspitze gleichen). Der Oberkörper geht in die andere Richtung wie die Füsse und schon liegt man erstaunlich flach.

    Der "verrückte Hiker" zeigt das hier recht anschaulich:

    https://www.youtube.com/watch?v=NglCJ0sEGVY
    Allerdings verhält sich die Hängematte unterschiedlich, je nach dem in welchem Winkel sie hängt. Damit meine ich primär den Hängewinkel der Hängematte selbst, nicht den der Aufhängung. Verwendet man nämlich eine Ridgeline und ist diese gespannt, so ist der Hängewinkel der Hängematte steiler als der der Aufhängung (was den Stoff entlastet und die Ridgeline belastet).

    Spiel am besten fleissig mit den Einstellmöglichkeiten herum. Ich kann in meinen beiden selbst genähten Hängematten (Hexon 2.4 und Hexon 1.6, beide 11' = 335cm lang) sehr flach - für kurze Zeit sogar auf dem Bauch! - liegen und mir scheint, ich spüre keinen unangenehmen "Hügel", wenn ich einen angenehmen Platz gefunden habe.

    Je nach dem, wie ich gerade liege, spüre ich den "Hügel" manchmal so unter den Knien, dass es recht angenehm ist und dem Überstrecken derselben entgegenwirkt.

    Zum Zusammenhang zwischen der Länge der Hängematte und dem Liegekomfort gibt es ein weiteres interessantes Video:

    https://www.youtube.com/watch?v=SuSOIWd1Gfw
    Auch der "Calf Ridge" wird dabei ein paarmal erwähnt.

  • Ich habe übrigens den Eindruck, dass der "Hügel" höher (ausgeprägter) wird, wenn man näher am Fussende liegt (was sich mit dem Tipp von [USER="45"]Happy Hiker[/USER] deckt). Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Beine auf einer kürzeren Strecke weniger "Gewicht" haben, um gegen den Hügel anzukommen respektive dass dieser "Hügel" auf eine längere Strecke verteilt formbarer ist. Bei mir hilft es, wenn ich etwas gegen das Kopfende rutsche: Mir scheint der Liegekomfort dann insgesamt angenehmer. Allerdings stehe ich noch ziemlich am Anfang der Lernkurve...

  • Zum Thema der Ridgeline, die sich unter Belastung dehnt oder eben nicht, hier ein paar Fotos von heute.

    Ich habe eine verstellbare Ridgeline aus Zing-It-and-Lash-It gespleisst. Das lose Ende habe ich mit einer Art Prusik-Knoten an die Ridgeline geknotet. Es wird jeweils so gespannt, dass es satt an die Ridgeline anliegt.

    [ATTACH=CONFIG]n18171[/ATTACH] [ATTACH=CONFIG]n18173[/ATTACH]

    Ich habe mich dann kurz in die Hängematte gesetzt und bin wieder aufgestanden, um zu schauen, was sich verändert hat.

    [ATTACH=CONFIG]n18174[/ATTACH] [ATTACH=CONFIG]n18170[/ATTACH]

    Der Prusik-Knoten des losen Endes hat sich der Ridgeline entlang etwas verschoben, so dass das lose Ende anschliessend etwas durchhing. Was ist passiert? Die Ridgeline (aus Dyneema) hat sich unter der Belastung etwas gedehnt, was den Prusik-Knoten veranlasste, sich etwas der Ridgeline entlang zu verschieben. Das kann leicht passieren, weil der Knoten nicht fest angezogen ist.

    Ich habe das lose Ende anschliessend wieder gestrafft und mich eine Viertelstunde lang in die Hängematte gelegt. Anschliessend sah die Situation wie folgt aus.

    [ATTACH=CONFIG]n18172[/ATTACH]

    Beim Liegen hat sich die Ridgeline stärker gedehnt als zuvor beim Sitzen. Entsprechend hat sich der Knoten mehr verschoben. Ich hatte leider keinen Stift dabei, um zu messen, um wieviel sich der Knoten verschoben hat. Ich schätze, es war knapp ein Zentimeter (etwas zwischen 7mm und 9mm). Jedenfalls sieht man auf dem Foto einen Durchhang des losen Endes von rund 5,5cm. Das lose Ende ist gut 130cm lang. Die Ridgeline hat sich also um 0,5% bis 0,7% gedehnt. Auf den gesamten Bereich der Ridgeline, in dem die Ridgeline einfach geführt ist (186cm), dürfte sich die Dehnung demnach auf etwa 1,0cm bis 1,3cm belaufen, im restlichen Bereich der Ridgeline ist diese doppelt geführt, die Dehnung dürfte also nur etwa halb so gross ausfallen. Die Ridgeline dürfte damit etwa mit 15% bis 20% der Bruchlast gespannt gewesen sein, was etwa einer Belastung von 27kg bis 36kg entspräche.

    Zur Erinnerung: Dyneema-Fasern dehnen sich bei 30% der Bruchlast um knapp 1% und reissen bei etwa 3,5% Dehnung. Zing-It-and-Lash-It mit einem Durchmesser von 1.75mm hat eine Bruchlast von 400 lbs. (181kg). Ein Seil dehnt sich über lange Zeit weitgehend linear (linear-elastischer Bereich) und kehrt ohne Belastung wieder in die ursprüngliche Form zurück. Nach einer kurzen Phase der nichtlinearen Plastizität (das Seil dehnt sich nicht mehr ungefähr linear zur Last) geht das Seil in die plastischen Verformung über: Von diesem Moment an geht es ohne Last nicht mehr in die ursprüngliche Form zurück. Beim Hängen in der Hängematte befinden wir uns (hoffentlich!) im Bereich der linear-elastischen Dehnung.

  • Ich hab mich mittlerweile mit der Calf-Ridge arangiert und empfinde sie nicht mehr als störend. Ein bisschen die Liegeposition verändern und dann einfach entspannen. Auch wenn immer ein bisschen was zu spüren ist, muss man sich darüber ja nicht gleich so aufregen. Der Standardtip (Fussende einige Zentimeter höher hängen) hilft am meisten, auch der Umstieg von 10 auf 11 Fuß hat's verbessert. Das Robic macht sich auch ganz gut, ist gefühlt vom Stretch her etwa so wie das deutlich dickere Nylon einer TTTM.

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