Hallo zusammen,
nachdem bereits zwei von Euch Interesse angemeldet haben, hier mein Bericht zum DIY Fancy Feest Stove (FFS).
[ATTACH=CONFIG]n9784[/ATTACH]
Erstmal vorab: der FFS ist eine Weiterentwicklung des Supercat Stoves, der im Grunde nichts ist, als eine Katzenfutterdoe mit zwei Lochreihen am oberen Rand. Aus diesen entweicht nach einer Vorheizzeit von etwa 30 Sekunden der brennende Alkoholdampf, der Rand der Dose kann ab diesem moment als Topfständer benutzt werden. Die Performance per Weight Ratio ist was das Wasserkochen angeht beim Supercat Stove unschlagbar.
Beim FFS wird eine Aluröhre in die Katzenfutterdose eingebracht, die einen 1-2 mm geringeren Durchmesser hat als die Katzenfutterdose. Diese Röhre ist mit feuerfestem, saugfähigem Material umwickelt (meist Glasfaserflies), in der der Akohol durch Kapillarkräfte nach oben steigen und verbrennen kann. Dadurch vermindert sich die Primingzeit drastisch, sie beträgt nur wenige Sekunden. Der Topf kann also quasi sofort nach dem Entzünden des Brenners aufgesetzt werden. Dies erkauft man sich mit höherer Komplexität des Systems, etwas höherem Gewicht sowie schlechterer Rückgewinnbarkeit nicht verbrauchten Brennstoffs (es bleibt immer etwas Alkohol im Glasfaserflies).
Orientiert hab ich mich an dieser Anleitung: https://www.youtube.com/watch?v=1ug-UN1WwUA
Das eigentliche Problem ist nicht die Herstellung des Kochers, sondern, die geeigneten Materialien zu finden. Ich hab einige Kombinationen ausprobiert, in der Hoffnung etwas zu finden, das funktioniert:
- Pastetendose (DM) mit üblicher 330 ml Dose (z.B. Coke): die normalen 330 ml Aludosen sind so dünnwandig, dass das Alu die Hitze des brennenden Spiritus nicht aushält. Es verliert an Stabilität und kann das Gewicht des Topfes nicht halten.
- Pastetendose (DM) mit Duftspraynachfülldose: das Alu der Duftspraydose ist deutlich dicker und optimal geeignet für die innere Röhre. Aber: der Kocher hat einen zu große Durchmesser und brennt daher zu schnell und zu stark. Die Flammen schießen um den Topf herum nach oben, dadurch geht zu viel Hitze verloren. Der Treibstoffverbrauch ist zu hoch, außerdem besteht Feuergefahr, wenn man in einer Apsis oder unter dem Tarp kocht. Dass dieses Problem durch den höheren Durchmesser im Vergleich zum Original verursacht wird, habe ich erst sehr spät erkannt. Ich habe endlos mit der Dicke der Glasfaserfilz-Umwickelung herumgespielt, dies spielt aber nur eine untergeordnete Rolle.
- Letztendlich habe ich mir eine Dose Original Fancy Feast sowie einige (!) Flaschen Budweiser in der Aluflasche im Netz bestellt, um die Maße korrekt zu haben. Für die Fancy Feast Dose kann man die gängigen Katzenfutterdosen aus den Drogerien nehmen, die haben die gleiche Größe. Was ich nicht durch einfach zu bekommende Artikel ersetzen konnte, war die Bud-Flasche. Die hat einen einzigartigen Durchmesser und schön dickes Alu, da führt meines Wissens nach kein Weg dran vorbei. Vielleicht findet ja irgendwer mal was, sagt dann bitte bescheid. Bis dahin müssen wir Bier importieren und hoffen, dass Budweise nicht irgendwann aufört, diese Flaschen zu machen.
Der Rest war easy:
- Aus der Flasche eine Röhre der passenden Länge heraussägen, das geht mit der Bastelsäge sehr gut. Das Alu ist Dick genug, amn kann gut arbeiten, wenn man immer nur ein kleines Stück sägt und sich die Schnittkante vorher gut anzeichnet (Folienstift auf einem Buch abstützen und die Flasche daran herumdrehen). Die Kanten entgraten. oben vier kleine, vertikale Schlitze (2-3 mm) einsägen (siehe Bild), die Säge dabei schieben, nicht ziehen. Dann klappt's gut, ohne sich zu verfangen. Die Schlitze dienen dem Durckausgleich, damit das frische Ethanol ungehindert nachströmen kann.
- Aus dem Glasfaserflies (gibt's im Baumarkt) eine Bahn mit der Breite von etwa 2 Katzenfuterdosenhöhen und der Länge eines Katzenfutterdosenumfangs ausschneiden, einmal der Länge nach falten und eng anliegend, mit der Faltkante nach oben um die Dose wickeln. Es hilft ungemein, wenn man das Flies mit Malerklebeband fixiert.
- Die Katzenfutterdose öffnen und das Katzenfutter essen ;). Den inneren, scharfen Rand der Dose mit der runden Seite eines Löffels etwas nach unten drücken. Die Röhre in die Dose einschieben - fertig. Der letzte Arbeitschritt geht deutlich leichter, wenn der Rand vorher nach unten gedrückst wurde.
Sollten noch Fragen offen sein, die nicht vom YouTubevideo oder von meinem zugegebenermaßen etwas langen und wie so oft etwas gestelzt formulierten Text geklärt wurden, dann bitte einfach raus damit.
Mahlzeit,
Roland