Shuttle Line - Verlängerung

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  • Hallo,

    da wir auf unserer letzten Wanderung einige Male auf Baumgurt-Verlängerungen angewiesen waren, habe ich mich etwas mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich dachte zunächst Whoopie Slings wären die Lösung, habe aber während des Spleißens schnell gemerkt, dass die "Sling", d.h. die Schlaufe unnötig viel Seil in Anspruch nimmt. Nach etwas Recherche bin ich dann auf s.g. "Shuttle Lines" bzw. "UCRs" (Utility Constrictor Rope) gestoßen. Der YT-Kanal von Jeff Myers bietet für das Spleißen erstklassige Hilfe.

    Eine Shuttle Line bietet die Möglichkeit ein Dyneema-Seil über die Gesamtlänge zu verstellen, d.h. kürzer oder länger zu machen, so wie man es gerade braucht.

    Mein erster Versuch ist, so wie es auch viele anderen Nutzer online berichten, mißglückt. Beim Belastungstest rutschte das Hauptseil durch den Spleißkanal des Shuttles. Die Länge des Spleißkanals sowie der Halt des Prusiks sind entscheidend. Erst der feste Halt des Prusik-Knotens sorgt dafür, dass sich der Kanal vollständig schließt.

    Soeben habe ich einen 2. Anlauf genommen und das Shuttle deutlich länger gemacht Der Spleißkanal ist jetzt 20 cm lang. Die Prusik-Schlaufe habe ich ebenfalls deutlich größer gemacht, so dass ich problemlos 9 Wicklungen um das Hauptseil legen kann.

    Zusätzlich habe ich einen einfachen Stopper vor den Prusik gesetzt, so dass der Prusik in jedem Fall schließen muss, quasi als letzte Sicherung die verhindert, dass das Hauptseil unkontrolliert durchrutschen kann, Jeff Myers hat das anders gelöst. Mir erschien das nicht sicher genug. Die Vorstellung dass man sich in die HM legt und der Prusik möglicherweise nicht zu 100% schließt gefiel mir nicht. Meine Lösung ist vielleicht etwas überdimensioniert, aber so kann ich in der HM ruhig schlafen.

    Der erste Belastungstest war erfolgreich. Das Hauptseil hat sich keinen Milimeter bewegt.


  • UCRs funktionieren nur, wenn die äußere, umhüllende Schnur straff gespannt ist. Sobald sie locker hängt, wird sie weiter und erzeugt weniger Reibung, so dass die innere Schnur durchrutschen kann.
    Mir sind bisher 3 Lösungen bekannt, wobei ich persönlich Nr. 3 für am sichersten halte und deshalb bevorzuge.
    1. äußere Schnur mit geringfügig kleinerem Durchmesser als innere Schnur, z.B. 1,75 mm / 2 mm
    2. Prusikknoten oder Klemmheist um die innere Schnur, welcher die äußere auf Spannung hält
    3. (volle!) Wasserflasche oder Rucksack an die äußere Schnur hängen (Zu diesem Zweck haben die UCRs bei mir 4 Schlaufen. Äußere: für das Gewicht und für den Baumgurt, innere: für die Hängematte und als Stopper gegen das Durchrutschen)

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Der Vollständigkeit halber die Nachteile der 3 Methoden:

    1. Schwierigkeit, passende Schnüre zu finden, ziemliche Fummelei beim Herstellen und etwas schwieriger zu bedienen

    2. relativ hohe Rutschgefahr und man muss immer daran denken, die äußere Schnur zu spannen

    3. erhöhter Verschleiß der äußeren Schnur an der Austrittsstelle der inneren Schnur (Man kann dem entgegenwirken, indem man versucht, beide Schnüre noch einige cm unterhalb des Tunnelendes parallel zu halten, z. B. durch ein Stückchen Schlauch. Funktionierte bei mir aber nur mäßig.) Auch hier muss man daran denken, immer die Last ans Schnurende zu hängen.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Für große Baumabstände hat sich bei mir bewehrt das ich am Baumgurt einen Toggle verwende und an der Matte eine DDVL 4 siehe: (Praxis Check: DDVL Nr. 4)

    Der Baumgurt kann so in der gesamten Länge benutzt werden und die Einstellung geschieht über die DDVL. Ich komme so mit eine Baumabständ von ca. 9m klar.

    Wenn es noch länger sein muss hilft ein Dogbone als Verlängerung für den Baumgurt.

    Don't Panic

  • UCRs funktionieren nur, wenn die äußere, umhüllende Schnur straff gespannt ist. Sobald sie locker hängt, wird sie weiter und erzeugt weniger Reibung, so dass die innere Schnur durchrutschen kann.

    Genau. Ich sehe die große Gefahr darin, dass die Straffung von der Seite des Prusiks durch leichte Einwirkung nachlassen kann. Z.B. wenn ein Mit-Hänger im Camp die Aufhängung berührt während er drunter hergeht. Für mein Empfinden muss der Prusik unbedingt an Ort und Stelle bleiben und immer schließen.

    1. äußere Schnur mit geringfügig kleinerem Durchmesser als innere Schnur, z.B. 1,75 mm / 2 mm

    Habe ich mir auch gedacht und habe 3mm Kanal und 4mm Hauptseil.

    3. erhöhter Verschleiß der äußeren Schnur an der Austrittsstelle der inneren Schnur (Man kann dem entgegenwirken, indem man versucht, beide Schnüre noch einige cm unterhalb des Tunnelendes parallel zu halten, z. B. durch ein Stückchen Schlauch. Funktionierte bei mir aber nur mäßig.) Auch hier muss man daran denken, immer die Last ans Schnurende zu hängen.

    Genau das hatte ich mir auch gedacht. Die Austrittstelle ist allgemein von Verschleiß betroffen. Bis jetzt hänge ich da nichts dran. Es hält auch so. Danke dennoch.

    Für große Baumabstände hat sich bei mir bewehrt das ich am Baumgurt einen Toggle verwende und an der Matte eine DDVL 4 siehe: (Praxis Check: DDVL Nr. 4)

    Danke Jörg. Hätte ich das vorher gewusst. hätte ich mich damit beschäftigt. Das sieht nach einer besseren Lösung aus. Es geht mir nur darum ca. 5-8m Seil zusätzlich als Notlösung dabei zu haben. Ich muss meine Matte nicht immer perfekt aufhängen, Hauptsache das Fußteil ist etwas höher. Eine Seite kann ruhig deutlich länger sein als die andere. Bis jetzt hat das immer geklappt.

    Die Längeneinstellung über die Shuttle Line (unter Last) ist auch nicht so wichtig, weil ich das auf der anderen Seite mit der Klemmschnalle machen kann. Die Matte hänge ich in dem Fall mit einem Softschäkel an die Shuttle Line ein.

    Werde mich aber definitiv mit DDVL beschäftigen. Danke.

    Einmal editiert, zuletzt von Gironimo (18. Oktober 2026 um 18:30)

  • Ich habe immer etwas Dyneema-Schnur dabei, um damit meine Aufhängegurte zu verlängern, mit TurtleTies.

    Matte eine DDVL 4 siehe: (Praxis Check: DDVL Nr. 4)

    Da sieht schon sehr gut aus, aber ich habe die ganzen Anleitungen nicht gecheckt. Es gibt so viele verschiedenen Versionen... Sieht echt genial aus, aber unübersichtlicht. :/

    Nachtrag: Hier ist ein Diskussionsfaden, wo auch ich es endlich verstanden habe: DDVariLoop 8)

    Einmal editiert, zuletzt von Fagorian (18. Oktober 2026 um 22:54) aus folgendem Grund: Link hinzugefügt

  • Ich habe immer etwas Dyneema-Schnur dabei, um damit meine Aufhängegurte zu verlängern, mit TurtleTies.

    Da sieht schon sehr gut aus, aber ich habe die ganzen Anleitungen nicht gecheckt. Es gibt so viele verschiedenen Versionen... Sieht echt genial aus, aber unübersichtlicht. :/

    https://www.polar-electric.com/Outdoor/Hammock/Instructions_DD-Vari-Loop-Pro_AS764.jpg

    So weit ich das überschauen kann ist das recht einfach zu spleißen. Ich denke man kommt nicht um einen Edelstahlring herum, damit das Seil im "Nadelöhr" gut durchrutschen kann.

    Walkabout hat auch ein Video hochgeladen wo man gut sieht wie einfach man einhändig spannen und entspannen kann. Das ist wirklich sehr praktisch.

    Bei Gelegenheit werde ich den Vario-Loop-Pro testweise spleißen.

    Ich werde aber auch die Shuttle Line ausgiebig testen. Macht auf mich mich erstmal einen brauchbaren Eindruck. Der Vorteil gegenüber dem Vario-Loop-Pro ist wiederum, dass man die ganze Länge des Seils nutzen kann. Beim Vario-Loop muss ich ca. 8m Seil mitführen um eine Verlängerung von 4m zu erhalten. Mit der Shuttle Line kann ich die vollen 8m nutzen.

    Im Grunde genommen sind Klemmschnallen immer die beste Wahl, aber hin u. wieder muss man improvisieeren. Dafür würde sich ein festinstallierter Vario-Loop-Pro natürlich gut eignen. Nachteil wäre dann wiederum , dass wenn die Baumabstände sehr kknapp sind, das Material zu lang ist.

    Einmal editiert, zuletzt von Gironimo (18. Oktober 2026 um 23:22)

  • Es geht darum, dass der Minimal-Abstand der HM-Aufhängung länger wird, d.h. von Klemmschnalle zu Klemmschnalle. Dort wo man letz-endlich einhängt. Es kann auch vorteilhaft sein den Abstand kurz zu halten um kurze Baumabstände nutzen zu können.

    Beim Vario-Loop kommen noch ca. 20 cm hinzu, wenn dauerhaft fixiert. Kann man natürlich irgendwie alles lösen.

  • Nachteil wäre dann wiederum , dass wenn die Baumabstände sehr kknapp sind, das Material zu lang ist.

    Wenn es wirklich eng ist kann man ja immer noch den Baumgurt direkt in den Ring der DDVL ein hängen.

    Mach ich der Wohnung z.B. so:

    Die Loop oben am Ring benutze ich im Gestell. Die lass ich immer am Ring dann weiß ich wo sie ist 😉

    Don't Panic

  • Walkabout ich werde die DDVL testen, aber für mein aktuelles Vorhaben ist es nicht das Richtige.

    Hier liegen 5m Seil. Mit der DDVL müsste ich die doppelte Seillänge mitführen um auf die gleiche Maximallänge zu kommen. Das ist das ursprüngliche Problem was ich mit der Shuttle Line lösen wollte. Die 5m sind noch handlich:

    Hier sieht man nochmal wie groß ich die Prusik-Schlaufe gemacht habe für die vielen Wicklungen:

    Nichtsdestotrotz sind die Wicklungen/Spleißen der DDVL wirklich beindruckend.

  • Wenn ich ehrlich bin verstehe ich das ganze Problem nicht: wieso nicht einfach ein zweites Paar Baumgurte mitnehmen und miteinander verbinden? Das wäre doch das Einfachste und ( für mich) Naheliegendste....;)

    Neeee das geht ja gar nicht, viel zu einfach .....

    Wenn du eine Kontrabass bauen willst klebst du ja auch nicht einfach zwei Geigen zusammen 😜

    Don't Panic

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