Waldschäden / Baumschlag ? Wie geht ihr vor?

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  • Hallo liebe Gemeinde
    Nach diesem sehr trockenen Sommer sind sich bei uns in der Schweiz eigentlich alle einig: so richtig lange im Wald aufhalten ist ein Risiko. Schlafen im Wald unter Bäumen, gar noch in der Hängematte alles andere als entspannt. Ich habe mich darüber mit dem Forstwart sowie einem Waldpädagogen, der selbst mehrere Jahre im Forst gearbeitet hat befragt. Sie meinten selbst sie mit ihrer Expertise können nicht alle Bäume zweifelsfrei beurteilen und es es kein aufgebauschtes Thema sondern wirklich ein längerfristiges Problem, welches uns bis in den kommenden Sommer begleiten wird, ausser ein mächtiger Sturm befreit uns davon.

    Natürlich muss am Ende jeder Mensch selbst entscheiden, welche Risiken er eingeht. Ich habe jetzt einfach auf die Schnelle keinen Beitrag zu diesem Thema gefunden und habe mich daher einfach gefragt, wie das andere sehen? Wie geht ihr damit um? Ich meine, mir war ja selbst vorher teilweise etwas mulmig, wenn ich bei kräftigem Wind in der HM übernachtet habe.... Wie sieht das in Deutschland aus? Wem ist es bewusst? Wer geht welche Kompromisse ein? Oder eben nicht`? Das würde mich interessieren. Vielleicht haben ja auch noch andere hier Redebedarf....

  • Moin,

    hier in meiner Gegend sehe ich außer bei Fichten, Tannen und Eschen (noch) kein höheres Risiko als sonst..........

    In mir unbekannten Waldstücken schaue ich mir besonders genau an was sich neben und über mir befindet. Aber garnicht mehr draußen im Wald abhängen wäre für mich persönlich auch keine Lösung.

    Gruß von der Ostsee

  • Das Problem besteht wirklich.

    Ich begegne ihm, indem ich mich möglichst an kleinere, gesund wirkende Bäume hänge, immer einen Kontrollblick nach oben mache und bei starkem Wind besonders aufpasse, wo ich mich hinhänge. Am sichersten ist es in Schonungen mit relativ jungen Nadelbäumen.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Danke fürs Aufmachen, habe auch schon länger überlegt, so etwas zu starten. Hier sind viele Bäume, insbesondere Buchen, seit Wochen komplett trocken und ich habe schon sehr viel Astbruch gesehen, erst gestern - ein kapitaler, grüner Riesenast von einer Eiche, den ich sicher nicht als absturzgefährdet eingeschätzt hätte. Ich war bisher schon bei stärkerem Wind vorsichtig, wobei ich auch schon zwei überraschende, nicht angekündigte Gewitter mit entsprechend starken Winden erlebt habe. In Zukunft werde ich mich wohl noch vorsichtiger sein, komplett aufgeben möchte ich aber nicht, dazu bin ich viel zu gern im Wald.

  • Ich beobachte es auch schon seit den letzten beiden Jahren, dass vor allem nach den ersten Frühjahrsstürmen Äste auf dem Boden liegen, die komplett grün sind und denen ich nicht ausgewichen wäre. Ich weiß aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering (wenn auch steigend) ist und wenn ich dieses Hobby ablege, nehme ich ein anderes, wahrscheinlich gefährlicheres. Da nehme ich es lieber auf mich in der Hängematte erschlagen zu werden. Gibt schlimmere Wege abzutreten.

    Manchmal denke ich, ich bin der Einzige der mir nicht zuhört.

    Bündischer Halstuchträger mit Hang zum Hängen

  • Je dicker der Stamm, desto geringer das Risiko, dass der Baum bei Belastung wegen unsichtbarer Fäulnis im Innern bricht o. kippt. Hat der Baum eine tote Krone, dann selbstverständlich Finger weg.

    Alte große Buchen u. Eichen tragen oft dicke morsche Äste die regelmäßig runterkrachen, auch ohne Wind o. Trockenheit. Deshalb immer über sich die Lage prüfen.

    Birken halte ich für gefährlich. Die sind häufig innen faul. und haben weiches Holz. Für mich unberechenbar. Habe das schon nachts erlebt, dass 100m neben mir eine große Birke aus dem nichts (windstill) zerbrochen ist. Schreckensmoment.

    Gerne nutze ich Ilex. Fast unzerstörbar wegen der Dehnbarkeit, sind nicht so hoch und schützen von oben. An unseren Gewässern haben wir viele Weiden. Solange sie grünes Laub tragen sind die auch ok.

  • In einem Waldstück in meiner Nähe fallen und brechen auch häufig richtig dicke und große Bäume weg. Bei einer monströsen Buche konnte ich es tatsächlich über Monate (beim Spazierengehen) beobachten, wie sich ein feiner Riß immer mehr durch den Stamm arbeitete und eine Tages lag der komplette Baumbruch dann quer über den kleinen Wanderpfad.

    Es ist in diesem Wald allerdings auch so, dass im gesamten Waldstück vergleichsweise sehr viele Äste und Stämme auf dem Boden liegen, was bereits sehr skeptisch macht. In diesem Mischwald gibt es Birken, Eichen, Fichten, Buchen. Oft lagen schon umgefallene dicke und hohe Bäume mit ihrer Baumkrone auf dem Pfad bzw. Weg. Wenn man dann geschaut hat, wo der Baum stand, und was der beim Umfallen für eine Reichweite hat, dann fragt man sich, wie man im Fall der Fälle den sicheren Lagerplatz abchecken soll, insbesondere in der Dämmerung oder im Dunkeln. Schließlich passt es auch nicht einige hundert qm abzugehen, wenn man endlich was adäquates für die Matte gefunden hat.

    Im Gegensatz zu diesem Wald kenne ich aber auch viele andere Wälder, wo das nicht so zu beobachten ist. Zwar liegen kleine Äste und auch mal ein Baum quer, aber dann eben doch deutlich weniger. Das erweckt bei mir dann ein gewisses Vertrauen.

    Auch wenn es mit die schönsten Hängeplätze sind, schließe ich mich Gironimoan, dass Birken so eine zwiespälige Sache sind. Bei der ein oder anderen fragt man sich, wie die überhaupt noch stehen konnte, wenn man das Innere des Stammes begutachtet, wenn dieser zerbrochen auf dem Boden liegt.

    Sprich der Gesamteindruck eines Waldstücks und was so auf dem Boden herumliegt ist mein bisheriger hauptsächlicher Indikator. Große Eichen mit ihren riesigen Quertampen vermeide ich gänzlich. Und dann tatsächlich auch schauen, was so im erweiterten Radius steht, insbesondere an fragwürdigen hohen und dicken Bäumen, wenn irgendwie möglich.

    3 Mal editiert, zuletzt von BX.33 (15. September 2026 um 09:13)

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