Vorwort X-Foil ist Polycro
Xfoil sind 6 Schichten unterschiedlicher Polyethylene (Also Polyefine). Es gibt natürlich unterschiedliche Arten, wie und welche Schichten man übereinander legt und so entstehen unterschiedliche Folien welche alle aus Polyefinen bestehen. Folien aus Polyefinen werden dann im Wanderjargon gerne als Polycro/Polycyro bezeichnet.
Merke aber: Polycro ist nicht gleich Polycro.
Chemie-Leistungskurs hat sich doch gelohnt!
Bild von X-Foil Website:
Mich hat die Bastelwut gerissen und ich schlafe nunmal gerne mit Ausblick. Nähmaschine hab ich nicht und außerdem habe ich alle Zusatzmaterialien, welche ich für ein Tarp aus X-Foil brauche schon. Also (warum auch immer) zwei Bahnen X-Foil bestellt.
Dann im CAD-Programm meiner Wahl hingesetzt und mal grob geplant, was ich an Maßen denn brauche. Wenns schon aus X-Foil besteht, solls dann auch möglichst UL sein, aber trotzdem ausreichend groß und nicht zu minimalistisch. Da ich gerne mein Equipment als fertige Pakete packe und noch zwei einzelne Titan-Heringe über hatte, fiel die Hex-Form flach. Also ein asymmetrisches Rechteck, aber an der Ridgeline leicht nach innen versetzt, damit an den langen Seiten genug Abdeckung entsteht. Man sagt ja Tarp so lang wie die Hängematte, also 3,50m Ridgeline. Die Folie ist ja 1,60m breit, das reicht mir, dann muss ich längs nichts kleben und brauche nur einen Schnitt machen (WG-Zimmer ist klein und Tarp komplett auslegen ist nicht drin).
Zuscheiden geht erstaunlich gut. Mir hat es geholfen die Schnittkante zuvor mit Kreppband zu überkleben, danach kann man dann mit der Schere durch den Schnitt gleiten wie durch Geschenkpapier. Die Eckpunkte wurden mit transparentem, breitem Klebeband verstärkt. Jeweils 20cm an beiden Kanten. Außerdem wurden dünne Plastik-Unterlegscheiben mit doppelseitigem Klebeband auf beiden Seiten aufgebracht und mit noch mehr Klebeband gesichert. Wenn ich es richtig überschlage sind es an jeder Ecke acht Schichten Klebeband. An jeden Abspannpunkt dann einen Loop aus Shockcord.
Die Ridgeline ist eine Continuos Ridgeline, mit einer sehr speziellen Aufbauweise. Sie wird mittig unter dem Tarp gespannt und ist flexibel zwischen 4m und 9m. Kann ich auf Nachfrage gerne gesondert vorstellen, da haben ein Freund und ich mal vor paar Monaten ein paar Stunden Hirnschmalz und Experimente drin versenkt.
Daran sind dann vier Prusiks jeweils mit nem kleinen Haken. Die inneren Beiden sind dann für die inneren Abspannpunkte und die Äußeren sind für die Eckabspannungen. Da die Eckenabspannungen an der Ridgeline circa 60cm extra brauchen, habe ich die Schnüre dazu so gefertigt, dass sie wahlweise auch um den Baum passen und wieder in den Shockcord eingehängt werden können wie bspw die Türen vom Minifly.
Die Abspannungen für die Heringe sind mit Cord Tenioner Buckles befestigt. Alle Prusiks und die Enden der Ridgeline sind mit Wanderschuh-Schnürsenkel-Haken versehen. Klein, stabil, billig, schick. Klarer Tipp statt der Dutchhooks, der Einzelne ist so leicht, meine Waage erkennt ihn nicht mal.
Für die Grammfuchser:
Tarp ohne Hardware und Verpackung (Shockcords sind dran): 135g
Hardware: 101g
Gesamtes verpacktes Paket: 248g
Praktischerweise hats heut leicht genieselt, also super zum testen. Fazit, es funktioniert alles, aber Seitenwind wird mich ggf nass machen. Also Gutwetter-Tarp, aber braucht man bei Gutwetter ein Tarp?
Arbeitsaufwand war ein Abend und Rückenschmerzen weil ich alles auf dem Boden gemacht hab.