Hallo zusammen,
nach zwei Wochen des stummen Stöberns bin ich mir nun doch relativ sicher, dass ich dem heiteren Hängen frönen möchte und sich eine Mitgliedschaft hier wohl lohnen wird. Da ich gleich ein paar Fragen hinterwerfe, war ich mir nicht sicher ob besser Vorstellungsfaden oder Material-Faden, da hoffe ich auf Wohlwollen der Moderatoren.
Zu mir:
Ich komme aus dem tiefen Westen, quasi Spuckweite zur niederländischen Grenze und würde mich selbst im frühen (noch nicht fein abgehangenen) mittleren Alter einsortieren - und bin dabei auch tatsächlich "mittelalt". Denn dieses Jahr habe ich das mittelalterlich inspirierte (nicht authentische!) Fantasy-Live-Action-Roll-Play (oder auch LARP) für mich entdeckt. Da tu ich dann eine Woche lang so als sei ich Ritter/Bauer/Bettelmann zu grauen Zeiten und hause ohne Strom oder fließend Wasser mit anderen Verrü... Interessierten auf einem waldigen Campingplatz.
Dort herrscht natürlich vorrangig Bodenbrüterei. Mein Erstlingslager bestand auch aus einem erfolgreich mit Stoffbahnen getarntem modernen Einmann-Zelt und einem Feldbett+Isomatte. Hatte ich in meiner Jugend bequemer in Erinnerung, und die Tarnung mit schwerem Molton hat das Ganze dann auch etwas stickig werden lassen. Außerdem hab ich mir im Mai bei nachts überraschend doch noch <3°C trotz aller Wolldecken und Lammfelle das spärliche Sitzfleisch abgefroren.
Meine Upgrade-Möglichkeiten wären dann ein standesgemäßes Baumwollzelt für seeehr viele Goldtaler und zusätzlich ein neues Schlafsetup mit besserem Feldbett, besserem Schlafsack etc für vermutlich nochmal soviele Goldtaler... ja oder aber ich häng einfach ab. Eine kurze Recherche zur Erfindung der Hängematte sagt mir, ein alter Grieche hat angeblich sein Bett unter die Decke gehangen, und es hätte auch ne Toga sein können. Ist mir authentisch genug. Außerdem haben wir Piraten im Nachbarlager...
Zwei (sackschwere) Baumwolltarps hab ich schon, die würde ich dann relativ hoch aufhängen wollen damit ich mich endlich im Stehen umziehen kann. Die Wand dann einseitig schön tief gezogen als Windfang. Wenn ich tatsächlich ein knappes Tarp um die HM haben möchte (weniger Raum wo der Wind durchpfeift) kann ich mir immer noch ein inneres Tarp aus Stoff aufhängen.
Ihr merkt schon, Packmaß und Gewicht können mir (zumindest für dieses Projekt) fast völlig Schnuppe sein, da geht's eher um Komfort und dann um Ästhetik. Und aus aktuellem Anlass leider doch auch ganz gewaltig um Budget...
Meine Erfahrung mit Hängematten: Vor einem halben Leben hatten wir mal eine billige "Fallschirmstoff"-Matte, wenn ich recht entsinne GE, konnte ich gut drin liegen, Schlafen hab ich damals darin nicht ausprobiert. Die Aufhängung hatte nicht viel Reserve und grobem Anwenderfehler (2 unvorsichtige Erwachsene) nichts entgegenzusetzen.
Mittlerweile habe ich seit ein paar Jahren eine einfache Stoff-Stab-Hängematte ausm Baumarkt mit Gestell. Die allseits beliebte Wankelmütige... Hab ich zu Corona auch tatsächlich mal eine Woche als Quarantäne-Bett genutzt, auch nicht schlechter drin geschlafen als auf meinem billigen Feldbett. Eher im Gegenteil.
Die Masterfrage nun, wie soll ich von hier aus möglichst kostengünstig voranschreiten? Ich unterteile das mal in die naheliegenden Kategorien:
a) welche Matte darf es denn sein?
Das Stäbchenteil hat mich trotz der wankelmütigen Natur eigentlich gut gebettet. Da ist dann aber natürlich weder Insektennetz noch Underquilt dran, und aufgrund der Form wohl auch nur schwer aus dem Zubehör ergänzbar.
Wenn es denn eine neue Matte sein soll, fänd ich schon nett wenn die nicht "modern" schreit. Wobei ich mit dezent einfarbig arbeiten kann und ein Bugnet erlaubter Luxus sein dürfen muss.
Ach ja, wohl erwähnenswert: 183 cm, 90kg, Schlafhaltung Dönerspieß: Alle Seiten im Wechsel. Und ein Seitenschläferkissen muss mit reinpassen.
b) Isolation. Wie gesagt, bei der vorhandenen HM wird wohl nichts mit UQ, und da ich ja noch in der Findungsphase bin, weiß ich auch nicht so recht ob sich die Anschaffung eines UQ jetzt für mich lohnt. Vielleicht lässt sich mit Stoffbahnen, Steppbetten, Lammfellen ja etwas basteln - Gewicht und Packmaß sind wie gesagt gerade kein großes Thema. Habt Ihr da vielleicht schonmal Erfahrungen gemacht?
Mein derzeit einziges LARP-Lager findet halt immer so Anfang Mai - Anfang Juni mitten in Deutschland statt - nicht dass das bei unseren Wetterkapriolen irgendwem als Info nützen würde...
c) Als Aufhängung - weil die halt auch von allen Larpern gesehen wird - würde ich gerne modernes Textil vermeiden wollen und eher zu Naturseil(optik) tendieren, die man ja auch mit verschiedensten Knoten sicher am Baum befestigen kann. Da frag ich mich dann auch, ob man die Funktion eines Whoopie nicht auch mit einem mehrfachen Topsegelschotsteg o.ä. erreichen kann.
Außerdem erwäge ich schwerstens, mir ein Zweibein als zweiten Baum mitzunehmen. Das Gelände ist zwar ringsum umbäumt, ich möchte aber nicht ganz im Wald verschwinden. Da bin ich noch nicht sicher ob's ein halber Tensahedron oder eher ein halber Turteldog werden soll. Bei schwerem Baumwolltarp hat der Turteldog seinen Reiz... aber 3-4m Oberstange, da wird das Thema Packmaß dann langsam doch wieder wichtig...
Ob ich Vertrauen in einen Einmaster gewinnen kann, weiß ich noch nicht. Ist mir dann eventuell zu kompliziert im Abspann.
So das war's erstmal, freu mich über Euer Feedback.