Carbon Stange und ihre Bearbeitung

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  • Ich will eine Wanderkarre und Spreader Bars für eine Bridge Hammock selcer herstellen. Am liebsten will ich Carbon Rohre verwenden, habe aber keine Erfahrung damit.

    Was gibt es zu beachten beim Schneiden oder Bohrn solcher Röhre? Ich habe einen Dremel da mit Trennscheiben und normale Metalboherer.

    Reichen dieses Werkzeug?

    Wie gefährlich ist Carbonstaub auf der Haut oder in der Luft?

  • Eisen/PUK-Säge ohne Druck, Blatt auf Zug umgedreht. Rohr beim Sägen immer ein Stückchen weiterdrehen, bis Du rum bist. Dann so lange drehend, bis Du durch bist.

    Mit Bohren habe ich keine Erfahrung.

    Bei Verwendung von Drehmel oä. staubbildenden Werkzeugen empfehle ich die Verwendung von Schutzbrille, bzw. mind. einer Staubmaske und Latexhandschuhen.

    Carbon-Feinstaub dürfte der Nase nicht gut tun. Das Material kann splittern, z.B. auf dem letzten Stück beim Durchsägen. Nicht in der Haut lassen, Stelle könnte sich entzünden.

    Schnittstellen und -Kanten am Rohr lassen sich mit feinem Schleifpapier glätten. Immer vom Schnitt wegschleifen wegen der Splitterchen.

    good luck!

  • Ich darf noch ergänzen: Es gibt dafür extra Sägeblätter. Ausprobiert habe ich das aber noch nie, ich mache es so wie Jenshelge. Falls du es testes, freue ich mich über einen Bericht.

    Gesund ist das absolut garnicht, auf jeden Fall Atemschutz tragen :thumbup:


    good luck!

    auch von mir:thumbup: :)

  • Auch von mir nochmal die Warnung, weil man es nicht oft genug sagen kann: Carbonstaub ist hochgradig ungesund und extrem fein.

    Auf gar keinen Fall ohne Atemschutzmaske arbeiten!

    Und als Tipp noch: Es hilft beim Sägen einen Stopfen im Rohr zu haben.

    Carbohnrohr reagiert empfindlich auf seitlichen Druck (auch auf den eines Sägeblattes).

    Ich fertige mit dem 3D Drucker immer passende Stäbe, die ich vor dem Sägen ins Carbonrohr schiebe.

    Wenn man soetwas nicht hat oder umsetzen kann ist es gut mit wenig Druck aufs Rohr zu arbeiten.

    Gegen ein eventuelles Splittern des Rohres kann es zusätzlich etwas helfen, die Schnittstelle vor dem Sägen mit Klebeband zu umwickeln.

  • Zum Versiegeln von Schnittenden eignet sich Sekundenkleber. Der bindet die losen Faserenden gut zusammen. Alternativ geht auch Epoxy-Kleber.

    Wenn Schleifen notwendig ist dann von Hand. Eine Schleifmaschiene produziert zu viel feinen Staub und die Motorkühlung verteilt den überall.

    Bohren geht mit scharfen Bohrern und wenig Druck aber die Löcher neigen zum Ausfransen. Also lieber kleiner Bohren und dann mit ner Rundfeile auf Mass bringen. Auch kann es Sinnvoll sein an den Stellen wo Löcher in ein Rohr sollen vorher ein dünnes Rohr einzu kleben ( mit Epoxy).

    Don't Panic

  • Um den Staub zu binden hilft ein nasses Tuch auf der Werkbank auf das der Staub fällt. Dann verteilt er sich schon nicht mehr überall.

    barfuß wenn man alles bleiben lässt das schwierig scheint oder vor dem gewarnt wird, dann bleibt ausser rumsitzen nicht mehr wirklich viel. Manches muss man einfach ausprobieren und wenn man da mit der gebotenen Vorsicht und Umsicht drann geht gehört man anschließend zu denen die Ahnung haben ;)

    Don't Panic

  • 22kN wenn ich hier so lese, was die Leute, die Ahnung haben, oben geschrieben haben, würde ich mir überlegen statt Carbon Alustangen zu nehmen. Die sind dann vielleicht etwas schwerer, aber doch deutlich gesünder beim Verarbeiten....

    barfuß Ich bastele ständig und habe Lust mit einem neuen Material zu arbeiten. Zudem brauche ich unbedingt schnell leichte Spreader Bars. Meine jetziigen DAC Alu-Bars wiegen 450g, das will ich nicht schleppen. Erst nachdem mir die Bars gelingen, wird eine Carbon Wanderkarre versucht. Personenschutz in Form von passender Maske, Brille und Handschuhe habe ich sowieso.

    Mit dem Bohren, genauer gesagt mit Löchern, bin ich noch sehr unsicher wie sehr ein Loch ein Rohr schwächt. Wenn ich eine Teleskopstane als Deichsel herstelle, wird diese mehrere Löcher haben. Für Teleskopstange und eventuell auch Achse kommt noch deshalb Alu in Frage.

    Dies ist ein sehr informativer Thread. Danke für die Beiträge.

    Einmal editiert, zuletzt von 22kN (20. März 2024 um 08:17)

  • was habt Ihr alles schon damit gebaut

    Ich baue zum Beispiele meine Carbonpfeile für den Armbrustsport selbst.


    Mit dem Bohren, genauer gesagt mit Löchern, bin ich noch sehr unsicher wie sehr ein Loch ein Rohr schwächt.

    Ich kann dir keine genauen Zahlen nennen ala "das wird dann soundsoviel Prozent schwächer", aber es gibt schon Gründe, warum Carbon fast immer nur gesteckt oder geklebt wird.

    Bei mechanisch belasteten Teilen wird, wenn gebohrt werden muss meist Alu verwendet oder zumindest eine Verstärkung des Loches in Form eines Alugewindes, Alurings etc. in das Loch eingeklebt.

  • Moin zusammen,

    In meiner Zeit als Verkäufer im Angel/Outdoor Shop haben wir oft versucht gebrochene Carbon Angelruten zu reparieren.............war leider nie wirklich erfolgreich.

    Wir haben damals die gebrochenen Rutenteile mit Carbon Hülsen, Carbon Wickelband und verschiedenen Kleber versucht zu reparieren............hat alles nicht lange gehalten. Die Ruten sind meistens über oder unter der gebrochenen Stelle bei Belastung wieder gebrochenen.

    Wir haben vermutet, daß die harmonische Belastungskurve der Ruten an den reparierten Stellen nicht mehr stimmte.

    Carbon ist grundsätzlich ein recht sprödes Material und sehr Schlag und Bruch anfällig.

    Ich persönlich würde mir z.B. niemals ein Carbonrahmen Fahrrad zulegen...........da können die Pro-Carbon Leute noch so von dem geringen Gewicht schwärmen. Im rauhen Radwanderalltag habe ich lieber auf Stahlrahmen gesetzt.

    Und bei Hm Spreizstäbe würde ich um ein paar Gramm zu sparen das Risiko eines möglichen Bruches auch nicht eingehen.

    Damit Carbon ähnlich Bruchfest ist wie z.B. Alu muss es recht dickwandig sein und die eigentliche Gewichtsersparnis wäre wohl nur noch minimal...........

    Gruß von der Ostsee

  • Carbon Spreaders habe ich auch mal zugeschnitten. Allerdings hatte ich da noch Zugriff auf ein Metallographie Labor was das Nassschleifen und Trennen einfacher gemacht hat.

    Hatte vorm Sägen abgeklebt und dann mit feinem Schleifpapier glatt und plan geschliffen.

    Versiegelt hatte ich die Kanten nicht, ist bisher auch nichts ausgefranst. Etwas Abrieb ist an den Rohraufnahmen sichtbar aber eher unbedenklich.

    Ich bringe die Spreaders wahrscheinlich zum Süddeutschland Treffen in Kastl mit, falls da Interesse besteht.

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