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  • Moin...

    nachdem ich hier im Forum von verschiedenen selbst genähten Matten gehört hatte, meine Frau unten in ihrem Nähzimmer fast so viele Nähmaschinen stehen, wie ein halber gegrillter Oktopus Arme hat und ich mir zugetraut habe, gerade nähen zu können, wollte ich es mal probieren mit diesem DIY...

    Hier also der erste Teil der Geschichte bis zur vollendeten ersten Matte....

    Nach längerer Suche habe ich mich für folgenden Stoff entschieden:

    1.8 oz AIRWAVE™ Hybrid Ripstop Nylon
    Improvement is great, but totally different is so much better. Meet 1.8 oz AIRWAVE Hybrid - designed and woven from scratch by us with the single goal of…
    ripstopbytheroll.com

    Da es bei ripstopbytheroll.com auch ein ganzes Kit gab, hab ich mir dieses dann dort bestellt. Im Einkaufswagen waren "werksseitig" 4yd eingestellt, was zwar genau den 12ft entsprochen hätte, jedoch muss noch Umnähen sowie meine Fähigkeiten hinzugerechnet werden, sodass ich mich für 5yd (4,57m) entschied.

    Nach einigen Wochen des Wartens war es dann soweit und der Stoff für meine erste Hängematte kam endlich an.

    Ausgebreitet von Wohnzimmer über Esszimmer bis in die Küche war es schon ein beeindruckendes Stück Stoff, was da vor mir lag. Aber wir sind ja nicht zum Spaß hier.

    Abgemessen, abgeschnitten und kurz überlegt, was ich mit dem Reststück mache... ist ja immerhin knapp 1,5m lang... Die Lösung war für mich: warum nicht ne kleine Gear Hammock draus nähen und mit der anfangen. Fehler tun meinem Rucksack und dem ganzen Kram, den man so mit schleppt nicht so weh wie mir...


    Die nächste Frage, die sich mir aufgeworfen hatte war der Faden, mit dem man sowas näht... ich hab hier im Forum viel vom Gütermann MARA 70 und so gelesen und mir gedacht, ich frag mal im ortsansässigen Nähfachgeschäft nach, was sich denn a) für diese Art Stoff und b) für diese Art Nutzung/Belastung so eignet und mir wurden folgende Garne in die Hand gedrückt:

    Einmal den guten Gütermann M782 (Extra Strong) für den Oberfaden und den Gütermann Denim für den Unterfaden, da die Nähmaschine meiner Frau wohl nicht zwei mal den M782 verträgt.

    Ich habe mich grob an die Anleitung von Ripstopbytheroll gehalten und zunächst mit den beiden langen Seiten angefangen. Ein Hinweis meiner Frau war noch: erstmal die Seite Umbügeln, dann nähen. Die Idee fand ich erstmal gut, war mir aber nicht sicher, wie der Stoff auf die Hitze eines Bügeleisens reagiert. Aber auch hier: Es ist nur fürs Gear. Also langsam mit niedrigster Temperatur angefangen, nix... bisschen höher... nix... (also keine Bügelfalte) wieder bisschen höher und so Weiter und so Weiter, bis ich irgendwann eine Falte eingebügelt hatte... Da ich allerdings vor hatte das Ganze 2x umzufalten, hätte ich jede Seite 2x Bügeln müssen, was allein bei der Gear Hängematte 5,6m Bügeln nur für die Seiten gewesen wäre... Das war mir dann zu doof und ich hab mich für die Klipse meiner Frau entschieden. 2x umfalten, abklipsen fertig.

    Nachdem ich die Tücken im Umgang mit der Nähmaschine irgendwann auch in den Griff bekommen hatte, konnte ich bei meiner zweiten Naht auf der langen Seite sogar die Geschwindigkeit hochstellen  :love:

    Dann noch die kurze Seite nähen... Hier sagt die Anleitung, man solle erst einmal umschlagen, dann festnähen und dann nochmal umschlagen, da dies leichter für Anfänger wäre... Da ich mich definitiv zu den Nähanfängern zähle hab ich mich daran gehalten und zunächst einen knapp 3cm breiten Streifen Umgenäht. Dann an der Nahtkante nochmals umgefaltet und hier dann den Endtunnel genäht. Hierzu dann 3x parallel (*hust*) nebeneinander entlang genäht... fertig.

    Als ich das auf beiden Seiten geschafft hatte, kamen noch die beiden Continous loops zum Einsatz, die ich vor ein paar Wochen gespleißt hatte und die Gear Hammock war erstmal fertig...

    Ich hab vorhin nochmal einen kleinen Belastungstest gemacht und muss sagen... die kleine ca. 70cm x 120cm große Matte (0,84qm) mit ihren wuchtigen 86g (inklusive Aufhängung) hält mich mit meinen elfefantengleichen 80kg ohne zu murren oder andere Geräusche von sich zu geben aus.

    Hier noch ein paar Bilder von der Matte und den zweiten Teil mit der richtigen Matte gibts nachdem das Abendessen fertig ist... (Hühnerbrühe, der Zwerg ist krank)

    Wenn meine Frau jemals meine Ausrüstung für den Preis verkauft, den ich ihr gesagt habe, macht jemand ein riiiiichtiges Schnäppchen... :D

  • Moin...

    nachdem ich hier im Forum von verschiedenen selbst genähten Matten gehört hatte, meine Frau unten in ihrem Nähzimmer fast so viele Nähmaschinen stehen, wie ein halber gegrillter Oktopus Arme hat und ich mir zugetraut habe, gerade nähen zu können, wollte ich es mal probieren mit diesem DIY...

    Ich habe mir eine alte Pfaff90 für 50€ gekauft und auch einfach drauf losgelegt mit einem Sooki UQ. Hat auch direkt gut geklappt. Ich hatte auch 0% Vorwissen.

    Für das Säumen finde ich Nähklammern am besten. Stecknadeln nerven mich, weil sie überall herumfliegen und auch vergessen werden können im Stoff. Mit den Klammern habe ich mich direkt viel kompetenter gefühlt.

    So sauber wie du habe ich nicht genäht, aber hauptsache es hält Belastungen aus. Sieht gut genäht aus Deine Matte.

    Ich finde Näharbeiten allgemein recht entspannend. Muss ich am KFZ etwas reparieren, geht mein Puls viel schneller durch die Decke, wenn mal was nicht klappt.

    Einmal editiert, zuletzt von Gironimo (16. Februar 2023 um 18:02)

  • So... dann hier Teil Zwei:

    Als ich dann festgestellt hatte, dass dieses ominöse Nähen doch recht gut funktioniert hab ich mich dann an die große Matte gewagt... Auch hier zunächst mit Abklipsen der jeweiligen Seiten der Matte. Dabei habe ich die Abstände zwischen den Klipsen/Klammern Stück für Stück erweitern können, da die Struktur des Stoffes einen sehr guten Anhaltspunkt gegeben hat.

    Solang die Faltung des Stoffes gleich bliebe, mussten ja auch die Nähte und Abstände und damit auch die Position der Nähte gleich bleiben. Das hat auch sehr gut funktioniert. Auch muss ich sagen, dass sich der Stoff (Airwave Ripstop Nylon siehe Oben) richtig gut vernähen ließ. Einzig beim Rückwärtsnähen war es etwas fummelig, aber es ging trotzdem recht gut.


    Das Vernähen der kurzen Seiten hab ich dann hier auch ohne die extra Naht gemacht, also 2x falten und abnähen.

    Hier hat sich dann herausgestellt, dass eine der beiden Seiten des langen Stoffstücks wohl nicht optimal abgeschnitten war... Als ich die Maße der Hängematte dann kontrolliert habe stellte sich heraus, dass ich nicht mehr 3,76m übrig hatte, sondern an der kürzeren Seite 3,73 und an der längeren Seite 3,81m übrig hatte... Aus einem Grund, den ich jetzt nicht mehr so 100% auf die Kette bekomme hab ich mich dazu entschieden, dass ich die Matte dann nicht auf 3,66m (12") sondern 3,63m (11,91") abzulängen.

    Als das fertig war, ging es daran, die Aufhängung zu einzufädeln. Zunächst hab ich (wie in der Videoanleitung erwähnt) das mitgelieferte 7/64 Amsteel durchgefädelt und verknotet. Das kam mir recht "rutschig" vor, aber wenn die Anleitung das so will... wer bin ich, dass ich mich darüber hinwegsetze... Da dem Kit knapp 5m Amsteel bei lag, wollte ich die Gelegenheit nutzen und mir direkt die Ridgeline mit anbringen.

    Im Ridgeline Calculator https://theultimatehang.com/hammock-hang-calculator/ kam ich bei einer Länge der Matte von 3,83m inklusive Aufhängung auf eine Länge der Ridgeline von 3,15m. Fun fact: Rechnet man auf der Website in Fuß, dann kommt ein anderer Wert für die Ridgeline raus, als wenn man in Metern rechnet... signifikant anders und zwar 2,59m als Ridgeline wenn man in Meter rechnet und 3,15m, wenn man alle Eingaben in Fuß eingibt und dann das Ergebnis umrechnet. Da sowohl für die eine, als auch die andere Länge genug Amsteel übrig war, entschloss ich mich für die 3,15m. Auf der einen Seite wurde ein fixed loop gespleißt und der dann eingehängt. Von dort aus entschloss ich mich zunächst offen ans andere Ende der Matte zu gehen, abzumessen und dann den fixed loop hier auch zu spleißen. Aber bevor ich den zweiten loop spleiße probier ich lieber nochmal aus, ob es grob passt. Also Knoten in die Ridgeline und oben eingehängt, reingelegt und gedacht hey total bequem... huch... toll, wie sich der Kellerfußboden sanft schlagartig an meinen Rücken schmiegt...

    Was war passiert? Der vorhin schon als eher rutschig aufgefallene Knoten aus Amsteel hatte sich (zugegeben erwartungsgemäß) gelöst. Wäre ja auch Quatsch, wenn ich jetzt hier das gleiche Material mit dem gleichen Knoten nochmal probiere, also hab ich von meinem Dyneema, welches hier noch rum lag zunächst ein Stück durch die Öffnung der Matte gefädelt, dann zusammengezogen und schließlich ein Auge gespleißt (das macht echt süchtig...). Danach dann die beiden Enden 2x durcheinander geführt und schließlich das eine Ende im Anderen versenkt. Hinten kommt einmal Schrumpfschlauch drüber und fertig...

    Um einer weiteren Begegnung mit einem nähebedürftigen Untergrund zu entgehen, entschloss ich mich, das ganze auf Beiden Seiten der Matte zu machen.

    Die Ridgeline wurde dann eingehängt und auch hier mit einem gespleißten Auge und einem Burry versehen. Hier war aber leider (für meinen Geschmack zumindest) zu wenig Amsteel übrig, also entschloss ich mich nach ca. 5cm wieder aus der Ridgeline rauszugehen und eine kleine Holzperle einzuarbeiten... Diese würde sich nicht durchziehen lassen und mir vielleicht vor dem Versagen der Ridgeline einen sacht perlenden Hinweis geben.

    Als das auf beiden Seiten geschafft war, hieß es vorsichtig ausprobieren. Also wieder in den Keller und Hängematte aufhängen. Beide Enden so, dass bei erneutem Versagen der Weg zum Boden nicht ganz so weit ist und auf in die Matte.

    Was soll ich sagen: akkumulierte Liegezeit in der Matte mit "neuer" Aufhängung ist deutlich über der vorher und es hält.

    Der Stoff fühlt sich wenig elastisch und sehr angenehm an. Bisher bin ich mit der Entscheidung, das DIY-Projekt Hängematte anzugehen sehr zufrieden und kann es Anfängern nur empfehlen.

    Das letzte Mal Nähen vor der Matte ist knapp 25 Jahre her und ich glaub meine Eltern mussten sich aus gesetzlichen Gründen über den Kissenbezug freuen... (wobei er ist leider beim Trocknen von der Wäscheleine gestohlen worden... muss echt toll gewesen sein...)

    Letzte Fakten zur Matte:

    Länge: 3,63m (3,86m incl. Aufhängung)

    Breite: 1,48m

    Gewicht: 383g incl. Ridgeline

    Länge Ridgeline: 3,14m (1cm durch Stauchung der Burrys verloren... hätte ich wissen können)

    Volumen: ca. 1,5l (ohne groß zu komprimieren)

    So... Das war also mein Erfahrungsbericht zum Nähen meiner ersten DIY Matte und ich muss sagen, ich finde die um die 12ft Matte sehr bequem und würde jederzeit wieder eine nähen. Nächstes mal vielleicht mit Moskitonetz oder so... ich bin sozusagen angefixt...

    Learnings:

    -> Der ultimate Hang Calculator kommt aus Amerika und kann mit diesen Metern nicht umgehen.

    -> Wenn der Knoten rutschig wirkt, ist er es auch

    -> Hängematten (GE) nähen traue ich mir (und damit auch jedem Anderen*IN*INNEN, außen auch) zu

    -> Spleißen macht süchtig und Spaß

    Am Ende noch ein paar Fotos, die übrig geblieben sind, als auch mein Planungszettel.

    Wenn meine Frau jemals meine Ausrüstung für den Preis verkauft, den ich ihr gesagt habe, macht jemand ein riiiiichtiges Schnäppchen... :D

  • Meine Onewind 12' ist mit 1,70m zu breit. Ich kann kaum noch seitlich rausschauen, wenn ich liege. Wollte sie ggf. schmaler machen.

    Bist du mit Deiner Breite von 1,48m zufrieden?

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