Mit der Hängematte auf Segeltörn (3)

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  • Wie bereits letztes und vorletztes Jahr habe ich auch in diesem Sommer an einer "Ostseekreuzfahrt" auf Katamaranen teilgenommen. Diesmal hatten wir allerdings im Vergleich zu den Genusstouren der letzten Jahre etwas rauhere Bedingungen. Auch das eigentliche Ziel, die Umrundung Rügens, haben wir diesmal nicht erreicht, weil einfach der Wind nicht mitspielte.

    Los ging es für mich diesmal auf Hiddensee, wo ich mir wieder einen Hängplatz oberhalb des Strandes im Kiefernwald gesucht habe.

    Da uns von den letzten Jahren das Mückenproblem gut in Erinnerung war, habe ich für die diesjährige Unternehmung eine Mückenfestung mit den Maßen 5m x 3m x 2m genäht, die sich als ein wahrer Segen herausstellte. 29 m Moskitonetz, das entspricht knapp 45 m2 Fläche, wurden dafür verarbeitet. Das Gewicht liegt bei ca. 1 kg, aber leider ist das Packmaß recht groß (Wassereimer).

    Darunter kommen ohne Schwierigkeiten 10 Leute unter, aber man braucht auch mindestens 4 Leute, um die Konstruktion aufzustellen.

    Am nächsten Morgen ging es bei anfangs noch gutem Wind los in Richtung Rügen. Die Boote waren diesmal übrigens keine Hobie Cats, sondern Topcats, also etwas kleinere, aber dafür schnellere Modelle. Wie sich herausstellen sollte, waren sie für die zum Teil heftigen Windverhältnisse der kommenden Tage nicht so gut geeignet.

    Am ersten Segeltag allerdings schlief der Wind schon bald ein - und wir mit.


    Am Abend haben wir gerade mal Danske erreicht, Hiddensee war hinten noch in Sichtweite. Ich habe wieder die für mich optimalste Hängeposition eingenommen - zwischen den Masten der Katamarane.

    Am nächsten Morgen wachte ich sehr unsanft auf, denn einer der beiden Evo-Loops ging unvermittelt auf - und ich lag mit meiner Matte im Sand. (Davon berichte ich noch in einem gesonderten Faden.)

    Fortsetzung folgt...

    • Offizieller Beitrag

    Erst ein super-praktisches Heat-Tent für schlechtes oder kaltes Wetter, jetzt noch eine Mückenfestung für bis zu zehn Personen. Damit ist der Geselligkeit über den gesamten Jahreszyklus geholfen. Ulrich, ich bin begeistert von dieser Idee <3:thumbup::saint:

  • Danke, Furbrain ! Am zweiten Segeltag erreichten wir den nördlichsten Punkt der Tour, den Strand von Vit kurz hinter Kap Arkona.

    Bei Windstärke 5 mussten die Kats an einem sehr steinigen Strand an Land gebracht werden (sieht hier nicht so aus, aber die gefährlichen Brocken liegen im Wasser). Bei dem Höllenlärm, den die Wellen machten, war an ein Abhängen zwischen den Masten nicht zu denken - und ich habe tatsächlich das erste Mal seit mindestens vier Jahren eine Nacht im Zelt verbringen müssen. Die halbe Zeit davon habe ich wach gelegen und mit meinem Schicksal gehadert!

    Da am kommenden Tag der Wind von Nordost auf Ost drehte, blieb uns nichts anderes übrig, als mit raumem Wind nach Hiddensee zurückzufliegen. Bei zwei Booten löste sich auf dieser Tour der aufgerollte Gennaker (das vorderste Segel), ließ sich auf See nicht mehr einrollen und schlug während der gesamten Fahrt im Wind - (nie wieder Topcat)!

    Auf Hiddensee haben wir es uns dann noch mal zwei Tage bei Flaute gut gehen lassen.

    Eine Nacht habe ich wieder in der Hängematte zugebracht - diesmal löste sich kein Evo-Loop.

    Der letzte Abend hatte noch einmal ein Erlebnis der besonderen Art zu bieten. Da es kaum Wind, aber dafür reichlich Mücken gab, errichteten wir wieder das Mückenzelt. Man hätte eigentlich am Horizont schon erkennen können, dass das keine besonders gute Idee war.


    Aber manchmal ist man einfach blind und will nicht wahrhaben, was auf einen zukommt.

    Etwa zwei Minuten nach diesem Bild waren das Gewitter und der Sturm am Ufer angekommen. Was dann passierte, habe ich so noch nie erlebt. Das Mückenzelt fiel innerhalb einer Sekunde um. In etwa 10 Sekunden stieg der Pegel um 30 cm und die an Land gezogenen Boote standen halb in den Wellen. Die Boote mussten wir als erstes weitere 5 m hochschleppen. Dass dabei meine Hängematte und vor allem das Tarp nicht zerrissen sind, begreife ich bis heute nicht. Die Hängematte flatterte dann auf 4 m Höhe am Mast, an eine Übernachtung darin war nicht zu denken, und so musste ich das zweite Mal auf dieser Tour (inzwischen im Dunkeln) ein Zelt aufbauen.

    Am nächsten Morgen war der Himmel wieder klar, aber der Wind nahm stetig an Stärke zu, sodass wir uns beeilen mussten, nach Altefähr zurückzukommen, um die Tour zu einem guten Ende zu bringen.

    Dafür mussten wir wieder voll gegen den Wind rauskreuzen. Die Gennaker haben wir vorher bei allen Booten abgebaut.

    Die Rückfahrt selbst war dann ein wahrer Höllenritt, bei dem ich mich so manches Mal gefragt habe, was ich hier eigentlich mache. Bei einem der anderen Boote riss in dem Sturm (Windstärke 6) das Hauptsegel, sodass der Kat mit dem Motorboot zurückgeschleppt werden musste.

    Das war die diesjährige Tour - ich freue mich schon auf nächstes Jahr!

  • Das Netzzelt ist eine klasse Idee, sowas wäre auf der Insel vermutlich auch ganz hilfreich gewesen.

    Eigentlich sollte da auch Premiere sein, aber das Ding war noch nicht fertig. Wie sich herausgestellt hat, war es auch keine so gute Idee, keinen Eingang vorzusehen, sondern sich unten durchzuzwängen. Vor der nächsten Insel wird es an den Stirnseiten in der Mittelnaht Reißverschlüsse geben.

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