Deckenschlafsack Underquilt Umbau

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  • Hallo zusammen,

    Ich habe mir auf einer wohlbekannten Chinesischen Shoppingplattform einen günstigen Deckenschlafsack mit 800er Fillpower gekauft und möchte diesen nun zu einem Sommerunderquilt umfunktionieren. Orientieren werde ich mich dabei am Hammockgear Incubator and hoffentlich daran denken ein paar Fotos zu machen, um das Projekt hier zu dokumentieren.

    Daten des Schlafsacks:

    800 cuin Bauschkraft

    308 g Füllgewicht

    95% Gänsedaune

    Locker gemessen: 190 x 140 cm (laut Hersteller 210 x 160 cm. Die haben wohl plattgedrückt gemessen)

    Leicht Trapezförmig

    Kammern durchgenäht (keine H-Kammern)

    ca. 600 g Rohmasse (Zielgewicht liegt ebenfalls bei 600 g)

    Der Plan ist je eine der Längskammern seitlich abzunehmen (dabei natürlich den Reißverschluss entfernen), an Kopf- und Fußende je eine Querkammer als Wärmekragen anzubringen und die restliche Daune auf die übrigen Kammern zu verteilen. Wie beim Incubator sollen dann Primär- und Sekundärsuspension, sowie kopf- und fußseitige Gummikordeln angebracht werden.

    Nun erstmal eine Frage an die glücklichen Incubatorbesitzer unter uns:

    Wie lang und breit ist die lange Version (oder eine andere, aber bitte mit angeben) tatsächlich locker gemessen im Vergleich zu den angegeben Maßen der HG Website (lang: 210 x 110 cm)?

    Außerdem, was gefällt euch am Design des Incubators nicht so gut? (Kommt mir nicht mit "Wooki is eh viel besser!!1"^^)

    Besten Gruß

    Einmal editiert, zuletzt von droney (24. Oktober 2020 um 03:12)

  • Warum willst du unbedingt die seitlichen Kammern abtrennen? Dies wäre mir zuviel Aufwand, ich würde alle Seite einfach einschlagen somit hast du die Tunnel für die Aufhängung und die gewünschte Verdickung. Schau Mal nach Costco DIY Underquillt auf YouTube da findest unzählige Video Anleitungen.

    Wieviel hat der China Böller gekostet? Und hast du Mal (zumindest das Gesamtgewicht) nachgewogen?

    Never without my Hammock!

    • Offizieller Beitrag

    Der Incubator unterscheidet sich durch das "Leg Shelf" von anderen Underquilts. Das kannst du sehen, wenn du von der Seite drauf schaust:

    Diese Form erreichst du nur, wenn du die Breite der Kammern veränderst. Dann ist es aber einfacher, gleich von 0 anzufangen.

    Länge und Breite des Incubators findest du ansonsten auf der Hammock Gear Webseite: Long 83" / 44".

    Ich fand 111 cm immer zu schmal. Wenn ich einen Incubator Klon nähen wollen würde, würde ich ihn mindestens 120 cm breit machen - eher 130 cm.

    Da deine Decke vermutlich sehr breit ist, würde ich nicht herumschneiden und nähen, sondern einfach eine Clew anbringen. Damit erreichst du eine bessere Passform. Allerdings bleibt das Problem des nicht-differentiellen Schnitts. Egal welchen Underquilt du damit baust, du wirst immer Isolierfähigkeit verlieren weil die Kammern zusammen gedrückt werden.

  • Ich hatte mir im September 2015 einen regulären Incubator mit einer Unze »Overfill« bestellt. Die Maße würde ich jetzt auch auf der Website nachschlagen. Hier im Forum sind wir ja immer zurückhaltend mit Maßangaben zu kommerziellen Produkten.

    Ich würde ihn mir inzwischen wohl noch mit mindestens einer Unze (28,35 g) mehr zusätzlicher Füllung bestellen. Der Knick hinter dem Gesäss ist aus meiner Sicht ideal, solange man vornehmlich auf dem Rücken schläft. Beim Liegen auf der Seite ist es vielleicht eher suboptimal.

    Mir (184cm) war der Incubator nie zu wenig breit. Ich richte ihn am Abend und dann bleibt er, wo er ist. Bei mir schliessen Unterquilt und Topquilt schön ab. Ich habe aber beim Topquilt auch die breite Version gewählt, weil ich den auch am Boden nutze; da ist etwas mehr Breite sinnvoll.

    In deinem Fall ist aber die Idee, ihn so breit zu lassen, wie er ist, und es zuerst mit einer Clew-Aufhängung zu versuchen, bestimmt sinnvoll!

    Im Übrigen habe ich gerade in einem anderen Faden gelernt: Beim Frieren als erste Massnahme die Daune aufschüttlen!

    PS: Hier noch, wie ich den Incubator unter der Hängematte in die diagonale Position bringe. Bei mir klappt das recht gut und ich fühle mich nur wenig zurück in eine gerade Liegeposition gedrängt.

    • Offizieller Beitrag

    Ich hatte immer den Eindruck, dass das Leg Shelf die Daune günstiger verteilt: weniger an den eher unempfindlichen Beinen; mehr im Torso-Bereich.

    Warum ich mehr Breite schätze: bei der Eckenaufhängung werden alle Gummikordel automatisch in die Mitte gezogen. Das sieht man sehr schön, wenn der Underquilt unter einer leeren Hängematte hängt. Es entsteht dann ein zusammen gedrückter Taco. Wenn man diagonal in der Hängematte liegt, und der Underquilt sich entsprechend ausrichten soll, muss man die Gummikordel auseinander drücken. Je besser der Quilt anliegen soll, desto stärker muss er gespannt werden, und desto mehr Kraft zieht ihn in die Mitte. Diese Kraft spürt man an den Kontaktpunkten: am Kopf und an den Füßen. Je schmaler der Quilt ist, desto ungünstiger sitzen die Kontaktpunkte. Bei einem breiteren Underquilt rutschen die Druckpunkte zum Teil knapp über Kopf und Füße - was ich deutlich angenehmer fand. Wer mit weniger Isolierung zufrieden ist, kann den Quilt auch lockerer aufhängen. Deshalb fand ich den Incubator im Sommer immer angenehmer als im Winter. Im Sommer waren die Lufttaschen nicht so stark spürbar. Im Winter musste ich die Gummikordel so stark anziehen, um nicht zu frieren, dass ich vermutlich einen Striemen auf der Stirn hatte.

  • Ich hatte immer den Eindruck, dass das Leg Shelf die Daune günstiger verteilt: weniger an den eher unempfindlichen Beinen; mehr im Torso-Bereich.

    Das könnte man auch erreichen, indem man sich darauf beschränkt, die Stege im Beinbereich einfach weniger hoch zu machen. Der Incubator bildet aber zusätzlich noch eine »Delle« zwischen Po und Oberschenkel. Das wäre meiner Meinung nach nicht nötig, weil diese in Seitenlage leicht in den Oberschenkel drückt.

    Verschiedene Menschen empfinden das sicher unterschiedlich. Bei mir liegt die Kordel über den Füssen und am Kopf liegt der Incubator sanft an. Wenn man ihn breiter machen würde, dann würde es meiner Meinung nach reichen, ihn einfach auf der ganzen Länge gleich breit zu machen wie in der Mitte (also ein Rechteck statt zum Kopf- und Fussende hin zusammenlaufend). Dadurch würde sich der Andruck im Gesässbereich etwas erhöhen, sonst aber in etwa gleich bleiben. Zumindest wäre das meine Vorstellung davon, wie sich eine solche Veränderung bemerkbar machen würde. Ich kenne ja nur den Incubator.

    • Offizieller Beitrag

    Das könnte man auch erreichen, indem man sich darauf beschränkt, die Stege im Beinbereich einfach weniger hoch zu machen.

    Das war, was ich erst vermutet hatte. Ich wurde aber eines besseren belehrt. Vermutlich ist es einfacher, die Breite zu ändern, weil man aus Gewichtsgründen den Underquilt ohnehin im Beinbereich schmaler macht. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Ob eine Änderung der Kammerhöhe den gleichen Effekt hat, weiß ich nicht.

    Incubator bildet aber zusätzlich noch eine »Delle« zwischen Po und Oberschenkel. Das wäre meiner Meinung nach nicht nötig, weil diese in Seitenlage leicht in den Oberschenkel drückt.

    Hast du da mal bei Hammock Gear nachgefragt? Vielleicht hast du längere oder kürzere Beine, die nicht gut mit dem Standardschnitt harmonieren. Ich meine mich zu erinnern, dass sie früher auf diese Problematik eingegangen sind.

    Verschiedene Menschen empfinden das sicher unterschiedlich. Bei mir liegt die Kordel über den Füssen und am Kopf liegt der Incubator sanft an.

    Die Kordel können nur dann sanft anliegen, wenn du entweder nicht sehr diagonal liegst, oder nicht die volle Wärmeleistung brauchst, und den Underquilt durchhängen lassen kannst. Ich habe mich 6 Jahre lang mit meinen Incubators herum geschlagen, und habe festgestellt, dass die Lufttaschen in der empfohlenen Standardeinstellung teilweise riesig sind. Wie gesagt: wenn man genug Eigenwärme produziert, fällt das nicht so stark auf. Aber die Leistung wird von solchen Lufttaschen auf jeden Fall heruntergesetzt. Würde der Quilt besser anliegen, bräuchte man entweder nicht so viel Isolierung - oder es wären noch ein paar Grad nach unten drin.

  • Das war, was ich erst vermutet hatte. Ich wurde aber eines besseren belehrt. Vermutlich ist es einfacher, die Breite zu ändern, weil man aus Gewichtsgründen den Underquilt ohnehin im Beinbereich schmaler macht. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Ob eine Änderung der Kammerhöhe den gleichen Effekt hat, weiß ich nicht.

    Das meinte ich: Wenn man einfach die Stege weniger hoch machen würde, dann würde mehr Isolation unter dem Torso bleiben und weniger in die Beinregion wandern. Wenn man den Quilt respektive die Kammern unter den Beinen aber schmaler werden lässt, dann bildet sich diese »Delle«, die in Rückenlage optimal, in Seitenlage aber aus meiner Sicht suboptimal ist.

    Ich muss dazu sagen, dass ich mich da nur auf meine äusserliche Betrachtung des Incubators stützen kann und auch noch nie selber eine Daunenisolation genäht habe. Der Schnitt des Incubators scheint mir jedenfalls recht komplex und ausgeklügelt und ich bin mit dem Quilt ja auch sehr zufrieden (ohne jeglichen Vergleich mit anderen Produkten).

    Bei mir funktioniert der Incubator (20°F mit einer Unze Daune zusätzlich) bis ca. 2°C (statt etwa -7°C). Darunter wird es mir in langer Kleidung und Fleecejacke ohne zusätzliche Isolation zu kühl/kalt.

  • Danke für die ganzen Antworten erstmal. Hier ist ja bereits eine richtige Diskussion entbrannt, sehr schön!

    Zunächst zum "leg shelf", mein Deckenschlafsack verjüngt sich ebenfalls zum Fußende hin. Die Kammern werden schmaler, allerdings gleichmäßig. Wäre natürlich toll wenn ich dadurch auch den "leg shelf"-Effekt erzielen könnte.

    Ich habe auch über eine Clew-suspension nachgedacht, möchte aber lieber die klassische Variante ausprobieren. Die Clew ist schwieriger in der Länge und Diagonalität zu verstellen und ich habe verschieden Lange und Breite Hängematten. Außerdem möchte ich ihn im Winter unter meinem Winter-Wooki nutzen.

    Die Seitenkammern möchte ich abnehmen um Breite (und Gewicht) zu sparen wo ich sie nicht braucht. Die Daune dieser Kammern möchte ich lieber sinnvoll in Wärmekragen oder in den zentralen Kammern verteilen. Öffnen muss ich 3 der 4 Seiten sowieso, wegen des Reißers (an der Kopfseite ist bereits eine Kordel verbaut).

    Nach der tatsächlich gemessenen Breite habe ich gefragt weil die Angabe auf der HG Website vielleicht ebenfalls platt gemessen ist.

    Ich möchte außerdem noch eine kleine Theorie aufstellen. Durchgenähte Längskammern eines nicht-differential geschnittenen Deckenschlafsacks funktionieren ähnlich wie ein differential geschnittener H-Kammern Underquilt. Steile These, ich weiß.

  • Zunächst zum "leg shelf", mein Deckenschlafsack verjüngt sich ebenfalls zum Fußende hin. Die Kammern werden schmaler, allerdings gleichmäßig. Wäre natürlich toll wenn ich dadurch auch den "leg shelf"-Effekt erzielen könnte.

    Ich denke, dass diese «Delle» nach innen entsteht, weil die Kammern hinter dem Gesäss auf einen Schlag etwas schmaler werden (auf der dem Körper zugewandten Seite). Wenn ich ihn am Fussende an die Türklinke hänge und dann etwas geöffnet leicht auf Zug bringe, dann ist der Stoff unmittelbar nach dem «Hintern» in Querrichtung relativ stark gespannt, so als müsste er dort Spannung ausgleichen.

    Ich möchte außerdem noch eine kleine Theorie aufstellen. Durchgenähte Längskammern eines nicht-differential geschnittenen Deckenschlafsacks funktionieren ähnlich wie ein differential geschnittener H-Kammern Underquilt. Steile These, ich weiß.

    Tatsächlich hatte Exped einige seiner Luftmatratzen so aufgebaut. Die Kammern waren vollständig geschlossen und erst durch die Belastung – also das Plattdrücken – haben sich die Kältebrücken verschlossen, indem die Kammern aneinander gedrückt wurden. Das hat im Sommer in Island gereicht, um nicht zu frieren. (Erfahrung meines Bruders) Ich vermute, dass das – übertragen auf eine Daunendecke – nur funktionieren kann, wenn die Kammern wirklich sehr gut mit Daunen gefüllt sind; dann könnte es klappen, dass das Material, das quasi gegen innen eine Wulst bildet, gegeneinander gedrückt wird. Einen Versuch ist das bestimmt wert.

    • Offizieller Beitrag

    Zunächst zum "leg shelf", mein Deckenschlafsack verjüngt sich ebenfalls zum Fußende hin. Die Kammern werden schmaler, allerdings gleichmäßig. Wäre natürlich toll wenn ich dadurch auch den "leg shelf"-Effekt erzielen könnte.

    Wie Waldläufer70 schon schrieb: die Kammern wechseln an einem Punkt die Breite. Ich glaube außerdem, dass diese Verjüngung nicht dadurch passiert, dass die Stege näher zusammen genäht werden, sondern durch Abnäher in der inneren Hülle. Und ich vermute weiterhin, dass diese Abnäher für den Knick verantwortlich sind. Um den Effekt bei deiner Decke zu erzielen, müsstest du die Abnäher auf der nach außen weisenden Seite (rechts) machen, denn die nach innen weisende Seite (links) erreichst du nicht ohne den Quilt zu öffnen. Wie gut der Effekt bei durchgenähten Kammern funktioniert, kann ich nicht einschätzen.

    Ich habe auch über eine Clew-suspension nachgedacht, möchte aber lieber die klassische Variante ausprobieren. Die Clew ist schwieriger in der Länge und Diagonalität zu verstellen und ich habe verschieden Lange und Breite Hängematten. Außerdem möchte ich ihn im Winter unter meinem Winter-Wooki nutzen.

    Das ist ja gerade der Clou an der Clew: die Clew funktioniert nur mit Quilts wirklich gut, die nicht sehr viel schmaler als die Hängematte sind, weil sich die Clew nicht diagonal drehen lässt. Wenn der Quilt breit genug ist, muss er sich nicht drehen! Genau das macht einen Quilt mit Clew-Aufhängung so bequem.

    In der Länge ist ein Clew-Underquilt genauso einfach zu verstellen wie ein normaler Underquilt oder ein Wooki. Wenn du die Clew an die kürzeste Hängematte anpasst, die du damit verwenden willst, brauchst du anschließend einfach nur eine Verlängerungskordel in das Ende der Clew einzuhängen. Das ist dasselbe Prinzip wie beim Wooki.

    Es sollte auch kein Problem sein, den Clew-Quilt unter dem Wooki zu nutzen. Ich habe zwei Wookis problemlos übereinander gehängt. Natürlich wird der innere Underquilt stärker komprimiert. Dafür füllt er aber jede noch so kleine Luftkammer aus.

    Nach der tatsächlich gemessenen Breite habe ich gefragt weil die Angabe auf der HG Website vielleicht ebenfalls platt gemessen ist.

    Was würde es dir bringen, wenn die Breite nicht platt gemessen wurde? Soweit ich weiß, werden die Maße immer von der ungefüllten Hülle abgenommen. Und so müsstest du es ja bei deiner Decke auch machen, bzw. sie platt gedrückt vermessen.

    Ich möchte außerdem noch eine kleine Theorie aufstellen. Durchgenähte Längskammern eines nicht-differential geschnittenen Deckenschlafsacks funktionieren ähnlich wie ein differential geschnittener H-Kammern Underquilt. Steile These, ich weiß.

    In der Tat eine steile These. Mit Luftmatratzen mag das funktionieren - aber da wird auch ein Innendruck erzeugt, der verhindert, dass die Kammern zusammen gedrückt werden. Mit deiner Daunenfüllung erreichst du so etwas mit Sicherheit nicht. Aber mach ein einfaches Experiment: leg dir die Decke über die Schultern, und zieh links und rechts an den Seiten, so dass sie ähnlich anliegt, wie es der fertige Quilt soll. Ich fürchte, da wird die Decke ziemlich platt zusammen gezogen.

    Um einen differentiellen Schnitt zu bekommen, könntest du wiederum Abnäher auf der Innenseite machen. Damit wird die innere Hülle schmaler als die äußere Hülle, und die äußere Hülle kann selbst bei gespannter innerer Hülle nicht mehr komplett an die innere Hülle gezogen werden.

  • Gibt es einen Fortschritt bei dem Projekt? Hatte auch mal dran gedacht so einen Deckenschlafsack um zu basteln.

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