Aus eins mach zwei - mein erstes DIY-HM-Experiment

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  • Hallo,

    Habe mich durchgerungen, Material bei TreeGirl zu bestellen und Hand anzulegen. An die Nähmaschine meiner Tochter nämlich, und eine Hängematte aus dem bestellten Stoff zu nähen. Oder vielleicht auch zwei. Das werden wir dann alle sehen, ob meine grobe Idee funktioniert - ich auch.

    Es ist nämlich so, Dank der sehr guten Tips und Beratung (insbesondere Hammock Fairy und Waldläufer70 ) kann ich mich nicht entscheiden: Gathered End oder Bridge.

    Also dann eben beides! Oder gar noch Zwischenvarianten dazu.

    Da ich zugunsten meines Portemonnaies erst Mal nur 365x154cm Ripstop Nylon 70d bestellt habe, und meine Terrasse auch nur Spannlänge max 340cm zulässt, fange ich mit einer 11,5-oder-so GE an, teste diese ausgiebig und experimentiere dann auch gleich meine Brücken-HM-Ideen damit.

    Irgendwann kommt dann der Punkt mit der Schere und nochmal Nähmaschine, um die letztlich auch sehr verlockende Bridge umzusetzen, aber das behalte ich mir erst Mal noch vor, und ob ich dazu nicht doch noch mehr Material nachbestelle. (Das würde dann TreeGirl freuen, und meine Frau weniger, da muss ich mich dann eben entscheiden. :rolleyes:)

    Also ich selber bin schon sehr gespannt !

    Tipps zum bequemen Zuschnitt und End-Verbund der GE nehme ich noch gern entgegen!

    Zur Bridge hat mir Waldläufer70 ja schon ausgiebig geholfen...

    LG Jörg aus seiner 3x1,5m-TTTM

    Dieser Tag ein Leben!

  • Tipps zum bequemen Zuschnitt und End-Verbund der GE nehme ich noch gern entgegen!

    Bei den Seiten darfst du durchaus ein wenig "pfuschen"; das ist primär eine Frage der Optik / Ästhetik. Bei den Endsäumen bleibt dir für ein aussagekräftiges Resultat nur das Zählen der Karos und sauberes Umbügeln den Karos entlang vor dem Festnähen. Hier können Abweichungen von drei, vier Millimetern bereits spürbaren Einfluss auf das Liegegefühl haben. Je kürzer die Hängematte, desto stärker spürst du Ungenauigkeiten.

    PS: Hier findest du noch weitere Hilfestellungen für die allfällige Brücken-Hängematte:

    "Die Matte vor lauter Bäumen" oder "Wie ich versuche meine erste Brückenhängematte zu nähen"

  • Im Sinne der Brauchbarkeit der Tags (Schlagworte) ist es absurd, wenn du in einem Bereich, wo es schon ausreichend Tags gibt, neue Tags vergibst. Wenn du beim Setzen der Tags drei Buchstaben getippt hast, werden dir bestehende Schlagworte angezeigt. Wähle daraus, was am besten passt, gerne auch ganz unterschiedliche Schlagworte, aber vermeide es, unnötig neue zu setzen, die dann später wieder mühsam zusammengefasst werden müssen. Es gibt schon jetzt teilweise einen ziemlichen Wildwuchs bei den Schlagworten.

  • Bei den Endsäumen bleibt dir für ein aussagekräftiges Resultat nur das Zählen der Karos und sauberes Umbügeln den Karos entlang vor dem Festnähen. Hier können Abweichungen von drei, vier Millimetern bereits spürbaren Einfluss auf das Liegegefühl haben. Je kürzer die Hängematte, desto stärker spürst du Ungenauigkeiten.

    Danke, guter Hinweis.

    Gehe ich richtig davon aus, dass ein ideales Rechteck (mit Ausnahme der pfuschbaren Seiten) das beste ist? Oder kann da eine gezielte Abweichung (ganz leichtes Parallelogramm oder sanfte Bögen um wenige Karos versetzt) Vorteile bringen?

    Zu Whipping Vs Tunnelzeugseile muss ich mich auch noch genauer bilden...

    Das mit den Tags, keine Ahnung was da wieder schief gelaufen ist, ich hatte eigentlich exakt versucht, bestehende Vorschläge zu verwenden. Kann es sein, dass mein Google Smartphone Typoassistent sogar DIE berschlimmbessert hat? Naja wohl eher nicht. Danke für den Hinweis jedenfalls, und für die Nachbesserung.

    Gruss Jörg

    Dieser Tag ein Leben!

  • Wenn man den richtigen Stoff für die eigenen Bedürfnisse auswählt, gibt ein gerader Abschluss meiner Meinung nach den besten Liegekomfort. Über parallelogrammförmig geschnittene Hängematten wurde vor Jahren heiss diskutiert, aber letztendlich sind glaube ich alle zum Rechteck zurück gekehrt. Das Problem ist der irre Stoffverbrauch. Um einen Unterschied zu spüren, muss das Parallelogramm mehr als nur ein paar Zentimeter Höhenunterschied haben. Und wenn der Unterschied mickrige 30 cm ist, brauchst du schon 60 cm mehr Stoff. Ich fand das Kosten-Nutzen-Verhältnis schlecht, und habe den Ansatz nach ein oder zwei Prototypen nicht weiter verfolgt.

  • Ich würde dir raten, erst mal eine normale Hängematte zu nähen, bevor du anfängst mit geformten Enden zu experimentieren. Um einschätzen zu können, ob dir geformte Enden einen Komfortzuwachs bringen, müsstest du ohnehin mehrere Hängematten nähen, die sich nur in der Form der Enden unterscheiden. Ich habe das gemacht, und festgestellt, dass für mich die Dehnung des Stoffes einen viel größeren Einfluss auf den Liegekomfort hat, als alle anderen Faktoren. Einen unbequemen Stoff kann man allenfalls etwas weniger unbequem machen, aber nicht bequem.

  • Ok, danke Hammock Fairy !

    Empfiehlst du (ihr) mir Whipping oder Tunnelzug (maximal nutzbare Länge usw.) oder ist das dann auch eher Geschmackssache? Vermutlich ist ein gutes Whipping weniger nahtkritisch, braucht aber auch Übung um dauerhaft zu halten?

    Und habe ich für Whipping genug Seilware bestellt (du erinnerst dich: 5m, soll auch für die Ridgeline reichen)? OK, Seil bekomme ich notfalls auch lokal, zB Bauhaus also Seilflechter 3mm... Wie genau Whipping gemacht wird war ja irgendwo im Forum beschrieben, glaube ich, muss ich noch Mal suchen...

    Aber letztlich wäre mir der Längenverlust der HM das entscheidende Kriterium. Eine Naht haltbar zu setzen sollte ich schaffen.

    LG Jörg aus dem sonnigen Finnland!

    Dieser Tag ein Leben!

  • Empfiehlst du (ihr) mir Whipping oder Tunnelzug (maximal nutzbare Länge usw.) oder ist das dann auch eher Geschmackssache?

    Wenn du die maximale Länge aus einem Stück Stoff heraus holen möchtest, solltest du einen Tunnelzug nähen und die Aufhängung durch ziehen (Channel End Hammock). Für mich haben 4,5 cm breite Tunnelzüge mit 3 Nähten wunderbar funktioniert - das ist nicht zu schmal um zu verkanten und nicht unnötig breit.

    Wenn es nicht schlimm ist, dass etwas mehr nutzbare Länge verloren geht, ist der Warbonnet Whip eine gute Wahl. Da der Tunnelzug keine Last trägt, reicht eine Naht. Eine Tunnelzugbreite von 3 cm ist ziemlich perfekt.

    Echte Whippings verbrauchen die meiste Länge. Aber dafür kannst du die Länge und Faltung verändern. Ich habe auch schon Tunnelzug-Hängematten gewhippt. Dann verliert man halt noch mehr Länge.

    Und habe ich für Whipping genug Seilware bestellt (du erinnerst dich: 5m, soll auch für die Ridgeline reichen)?

    Das Seil das du bestellt hast eignet sich nicht zum whippen. Da solltest du dünnere Schnur verwenden. Maurerschnur aus dem Baumarkt eignet sich gut für diesen Zweck. Ich verwende am liebsten 2 mm Polyester- oder Polyamidschnur. Auch für die Ridgeline ist Ironwire Fusion Overkill und mir wäre es auch zu dick. Aber du kannst es ausprobieren.

  • Wenn du die maximale Länge aus einem Stück Stoff heraus holen möchtest, solltest du einen Tunnelzug nähen und die Aufhängung durch ziehen (Channel End Hammock). Für mich haben 4,5 cm breite Tunnelzüge mit 3 Nähten wunderbar funktioniert - das ist nicht zu schmal um zu verkanten und nicht unnötig breit.

    Hammock Fairy

    Meinst du damit, dass der Tunnel 4,5cm hat und man die 3 Nähte noch extra plant? Oder 9cm 2x falten und dann drei Nähte setzen, so dass der Tunnel dann schmaler ist?

  • Ich mache meine kompletten Tunnelzüge 4,5 cm breit - inklusive der 3 Nähte. Die erste Naht setze ich nur 2-3 mm über die Kante; die nächsten 2 Nähte meist jeweils 6-7 mm darüber. Wobei ich mich der Einfachheit halber am Ripstopmuster orientiere. Der offene Teil des Tunnelzugs dürfte dann immer noch ca. 3 cm breit sein, was bei 7/64" AmSteel und den meisten Stoffen mehr als ausreichend ist. Eine Ausnahme sind lediglich extrem dicke und steife Stoffe.

  • Hab heute nach meinem Kurzurlaub endlich das Paket von der Hammockfee ausgepackt, bissel mit dem Bügeleisen probiert, ging ganz gut (Danke für den Tipp Waldläufer70) und dann versucht, die Nähmaschine meiner Tochter zu verstehen und zu überreden. Nach ca. 30 min nahm ich dann die Bedienanleitung zur Hand und zur Kenntnis und nach weiteren 1,5 Stunden war die GE-HM dann fertig genäht. Habe mich für den Warbonnet-Knubbel entschlossen, da bei meiner TTTM eine von den drei Nähten begann, sich recht bedenklich zu verlängern. Das wäre mein originaler Plan gewesen. Maurerschnur habe ich auch noch gefunden. Wobei die Knoten bei der Schnur nicht ewig halten, aber sind ja nicht unter Last, hab einfach noch paar Extrarunden und Extraknoten um die Knubbel gesetzt, falls sich da was lockern sollte, hat das ganze Reserven. Und die Woopy-Schlinge hält ja alles beisammen.

    Testen kann ich die Matte leider erst morgen, und Maße, Bilder usw. Aber sieht soweit alles vielversprechend aus...

    Gruß Jörg

    Dieser Tag ein Leben!

  • So, hier mehr Fakten:

    Länge innerhalb Knubbel ca. 335cm also ziemlich genau 11ft.

    Breite umgenäht 147cm

    Ridgeline habe ich momentan auf ca. 285cm angeknotelt, mit direktem Übergang als Schlaufe, passt direkt zum Einhängen in mein Standardgestell. Oder halt ins Whoopie-Sling-Aufhängungsset.

    Bequem ist sie definitiv, werde heute später noch schlafen und UQ testen.

    Hier paar Bilder, eher als Projektphasendokumentation, wie so ein Ding aussieht, weiss hier ja eh jeder...

    Danke noch mal an TreeGirl und Waldläufer70 für die Auswahlhilfe und Tipps, war alles goldrichtig.

    Dieser Tag ein Leben!

    Einmal editiert, zuletzt von Riippumatto-Joerg (13. Juni 2020 um 12:18)

  • Habe jetzt mit dem DD Underblanket (für Sommernächte) angetestet, wie ich das mit der neuen, längeren Matte dann im Wald denn hinbekäme.

    Wie in einem anderen Faden (dort allerdings zum Selva600) schon andiskutiert, ist dank der stärkeren Asymmetrie beim diagonalen Liegen (an sich ja positiv) das verrutschsichere Anhängen eines Underquilts mit zunehmender Länge der HM schwieriger. TreeGirl hat dazu auch ihre Erfahrungen und Vorschläge geteilt. Nun habe ich erstmals eine eigene Erfahrung mit einer 11ft Hängematte und ordentlicher Diagonallage. 😀

    Beim DD Underblanket habe ich nun die besten Diagonal-Ergebnisse so erzielt, indem ich nur jeweils eines der Stirnseiten-Gummikordeln am Fuss-bzw. Kopfende der HM-Aufhängung eingehängt habe. (Dazu auch noch je eine Endlosschlaufe als Verlängerung angebracht.)

    Die jeweils andere stirnseitige Kummikordel hängt über die Seite in der Ridgeline und damit hängt der UQ und auch ich weiterhin gut diagonal. Um die Seiten des UQ dicht zu bekommen, habe ich zusätzlich die Längsspanner an den Seiten "zum Körbchen" angezogen, ich glaube etwas mehr als sonst, und extra noch die anderen vier Seitengummikordeln in die Ridgeline eingeklingt. (Das bei den momentanen Aussentemperaturen aber ggf. unnötig.)

    Das klingt jetzt mit den 6 Kordeln in der Ridgeline ein bisschen nach Overkill, aber das hält mir auch das (noch behelfsmäßsige) Mückengitter vom Gesicht. Und ausserdem fällt der Topquilt so nicht so leicht an den Seiten raus.

    Seitlich engt das aber erstaunlich wenig ein, wenn nur einer der paarweisen Stirnseitenspanner in Längsrichtung genutzt wird, selbst dieser befindet sich jenseits der Mittellinie (siehe Foto).

    Mit dem Selva habe ich das (bei 25-30Grad sicher verzeihbar) bei dieser HM noch nicht getestet. Wenn es dann mal dazu kommt, poste ich das im dazu vorgesehen thread.

    Kann mir aber durchaus vorstellen, jetzt, da das mit dem Nähen klappt, dass ich eines Tages extra Stoffdreiecke an die Selva annähe, wie von TreeGirl vorgeschlagen. Aufs Gewicht kommts dann (im Winter) eh nicht mehr so an, auf den Immer-perfekten Sitz schon.

    Definitiv ist diese 11ft DIY GE- HM mein Liebling geworden - wen wunderts...

    (Dann werde ich mir also wohl oder übel weiteren Stoff kaufen müssen, um mein Vorhaben der Brücken-HM auch eines Tages in die Realität umzusetzen...:/)

    Dieser Tag ein Leben!

  • Wie in einem anderen Faden (dort allerdings zum Selva600) schon andiskutiert, ist dank der stärkeren Asymmetrie beim diagonalen Liegen (an sich ja positiv) das verrutschsichere Anhängen eines Underquilts mit zunehmender Länge der HM schwieriger.

    Ich selber habe ja den Incubator von HammockGear. Damit bin ich bisher mit jeder Hängemattenlänge ausgekommen: von ca. 280cm bis 380cm. Ich habe dazu nicht mal gross etwas "umgebaut", ausser das, was ich in diesem Faden mal empfohlen hatte:

    Befestigung des Unterquilts unter klassischen Tuchhängematten

  • So, jetzt hab ich meine erste DIY-11ft GE HM erstmal umgenäht. Nämlich zur 1kg-3-Season-Thermomatte. Und was soll ich sagen: Bin begeistert. Kann Mittagsfrost voll verstehen, endlich kein Gefummel mehr, der Wind pfeift nicht mehr dazwischen, kein Verrutschen mehr, und auch was den Unterhaltungswert der innovativ geführten, abwechslungsreichen Nähte angeht!

    Hier erste Bilder.

    Wie man sieht, habe ich nicht an Breite gespart, die Polsterung ist 145x195x2cm (150g/m2), also diagonal fast 2,40m.

    Doch wie es dazu kam ist eigentlich eine lange, ereignisreiche Geschichte, mit jeder Menge Prototypen und Zufallsprodukten, wie zum beispiel einer eierlegenden Wollmilchsau, die ich Euch nicht vorenthalten will. Aber dazu müsste ich erst aus der HM aufstehen und meinen Laptop bemühen, da muss also noch etwas Geduld walten...

    Also bis die Tage,

    Jörg aus dem hohen Norden (liegend, schaukelnd).

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