Reißfestigkeit von Hängemattenstoffen und Hängemattendesign

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  • Bislang habe ich mir bei meinen Hängematten über das Thema Reißfestigkeit in verschiedene Richtungen keinen Kopf gemacht, und auch noch nie Probleme gehabt.

    Zur Abwechslung möchte ich mir mal wieder eine neue aus dem aktuellen Hängematten-Ripstop-Nylon von ExTex nähen (https://www.extremtextil.de/ripstop-nylon-…praegniert.html). Zur Reißfestigkeit heisst es dort:

    Kette 630N / Schuss 410N

    Ich verstehe daraus, dass der Stoff in der Längsrichtung höher belastbar ist als in der Querrichtung:

    Ergo ist der Stoff ideal für Gathered End-Hängematten.

    Nun möchte ich aber einen Querlieger daraus machen. Wenn ich einfach zwei Lagen Stoff (150 x 200cm) übereinander legen würde, hätte ich die Hauptbelastung aber in Schussrichtung:

    Um die Reißfestigkeit der Hängematte zu erhöhen, müßte der Stoff also ebenfalls quer gelegt werden - wofür er nicht breit genug ist. Alternativ könnte ich zwei Stoffbahnen so vernähen, dass die Kettrichtung mit der Hauptbelastung zusammenfällt. Der Nachteil dieser Lösung ist, dass ich in der Mitte eine Naht hätte.

    Habt Ihr Euch darüber schon mal Gedanken gemacht? Wie habt Ihr das Problem gelöst?

    • Offizieller Beitrag

    Der Nachteil dieser Lösung ist, dass ich in der Mitte eine Naht hätte.

    Warum in der Mitte? Bei einer Breite der Stoffbahn von 1,50 m und einer Hängemattenlänge von 2 m wäre es doch möglich, die Naht bei 3/4 der Länge, also 50 cm vom Rand entfernt anzuordnen. Ob die Naht eher am Kopf- oder am Fußende angeordnet werden sollte, müsste man mal ausprobieren. Ich würde für Fußende plädieren, weil bei mir die Naht etwa in Höhe der Kniekehlen liegen würde.

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe leider keinerlei Erfahrungen in der Herstellung von 90°-Hängematten und kann nicht einschätzen, wie stark und an welchen Stellen sich die Nähte aufziehen. Wenn nur der Stoff das Problem wäre, würde ich es riskieren, den Stoff längs zu legen, also Liegerichtung = lange Seite der unbeschnittenen Stoffbahn.

  • Bei einem Querlieger würde ich mir da nicht zu viele Gedanken machen: Einerseits ist der Stoff, um den es dir geht, ohnehin eher von der stabileren Sorte, zum anderen hat der Stoff selbst einen Hängewinkel von rund 60°, die Belastungen sind also – ausser beim Einsteigen – sehr gering. Allenfalls würde ich aber so vorgehen wie Cross Hammock bei seinem Modell: also Zähne aus dem Stoff mit Knoten und keine Nähte. Natürlich kommt es bei der Frage auch auf dein Körpergewicht an.

    Das aber nur meine Einschätzung als einer, der über keine Erfahrung mit Querliegern verfügt.

    Anders sieht es bei Brückenhängematten aus: Auch dort wird der Stoff in Schussrichtung stärker belastet als in Längsrichtung. Je nach Konstruktion kann der Stoff dort relativ flach zwischen den seitlichen Bändern hängen, was die Belastungen erhöht. Dafür führt hier das Einsteigen nicht so stark zu einer punktuellen Belastung, da das seitliche Band die Kräfte relativ gut verteilt und man ja auch ungefähr in der Mitte einsteigt.

  • Aus diesem Stoff habe ich den ersten Prototypen meiner Querhängematte gefertigt und damit keine guten Erfahrungen gemacht. Die Nähte an den Schlaufen, die ich damals noch verwendet habe, haben sich aufgezogen, bzw. die benachbarten Kettfäden wurden auseinandergezogen. Du kannst versuchen, den Stoff, wie Mittagsfrost empfiehlt, quer zu verarbeiten. Ich würde dir aber raten, Hexon 1.6 oder 2.4 zu verwenden.

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