Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Da die Komfortzone meines Hängematten-Schlafsack-Hybrids deutlich im Plusbereich der Außentemperaturen endet, habe ich bisher bei winterlichen Temperaturen freiwillig noch nicht hängend genächtigt. Unfreiwillig schon, denn im Frühjahr und im Herbst wird man ja auch mal von kalten Nächten überrascht.

    Vorteil vom Zelt im Winter ist eindeutig, dass man es leicht aufheizen kann: es reicht ein Teelicht für angenehme Wärme in wenigen Minuten, eine Gaslampe führt schnell zu T-Shirt-Temperaturen. Das dürfte selbst bei einem Tarp mit Türen unerreicht bleiben, oder?

    Wenn ich eine Firstleine spanne, kann ich auch eine Gaslampe aufhängen und bei geschlossenen Tarptüren kommt es unterm Dach auch zu einem Wärmestau. Durch die einwandige Konstruktion wird die Wärme aber schnell abgeleitet - ein doppelwandiges Zelt kann das besser. In den Nutzen der warmen Luft käme ich dann nur in der Hängematte liegend; stehe ich unterm Tarp, weht es mir kalt um die Beine, was beim An- und Ausziehen schon recht "frisch" sein kann.

    Frühstück im warmen Schlafsack bei geschlossenen Zelttüren fällt ja aus. Auch Abendessen nur in voller Montur im Freien, allenfalls noch unterm schützenden Tarp.

    Mein Tarp bekommt gerade Türen und für zusätzliche Wärme-Isolation meines Schlafsacks habe ich auch schon ein paar Ideen. Also theoretisch wäre ich in Kürze für kaltes Wetter gerüstet.

    Aber ob ich es wirklich mache? Zelt im Schrank lassen und nur mit Tarp und Hängematte in die kalte Natur? Die "Pimp-my-Hängematte"-Maßnahmen sind eigentlich bisher nur dafür gedacht, die o.g. kalten Überraschungsnächte komfortabler zu überstehen.

    Wie sind eure Winter-Erfahrungen, vor allem im Vergleich zum Zelt?

    Welche extremen Wetterbedingungen habt ihr schon erlebt?

    Wo hört der Spaß auf und es geht nur noch darum, das Wetter irgendwie ohne Schaden zu überstehen?

    Bin sehr gespannt, was ihr so berichten könnt.

  • Also bei meinen Winterwanderungen habe ich meistens so viele Kalorien für Körperwärme verbrannt, dass ich Abends nur noch koche und dann husch zwischen Top- und Underquilt verschwinde und relativ schnell einschlafe. Wichtig ist einfach, dass man mit Kleidung kompensiert wenn die körperliche Aktivität aufhört, damit einem nicht erst kalt wird. In der Hängematte selbst bin ich dann wieder nur mit langer Unterwäsche.

    Ich hatte auch zu meiner Zeltzeit kein Bedürfnis, das Zelt zu wärmen. Und Kaffee im Bett macht nur Spass, wenn er dir ans Bett gebracht wird :) wenn ich erst einmal stehe, dann gehe ich nicht mehr unter die Decke.

    Wenn ein Lagerfeuer brennt, dann lass ich mir manchmal etwas mehr Zeit. Was auch hilft : den Topquilt mit einer dichten Flasche mit heissem Wasser vorheizen. Warme Luft unter dem Tarp mag hingegen der Kondensation vorbeugen - oder ist es umgekehrt ?

    Reisender mit Hang zum Hängen

    :!:"Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur verschiedene Sorten gutes Wetter" - (John Ruskin) :!:

  • Hallo,

    Also ich habe (aber ich brauchs beim schlafen auch nicht so warm) meine kälteste Nacht bei -22 Grad in der Hängematte verbracht.
    mit Moskitonetz (das, für mich sehr erstaunlich, für ein bißchen mehr Wärme sorgt),

    einem Cumulus Selva 600, der laut Herstellerseite bis -22 Grad geht,

    und einem 17 Jahre alten Schlafsack mit Komfort-Temperatur für Männer von -7 Grad mit einem Fleece-Inlay.

    Und mein Geheimtrick für kalte Nächte ist ein Benzin-Handwärmer, der mit in den Schlafsack genommen arg viel bringt, und im Vergleich zu einer Flasche warmen Wassers (zumindest in meiner Wahrnehmung) deutlich länger warm bleibt (also mindestens 5-6 Stunden)

    Das ganze unter einem Tarp ohne Türen, das ich (naheliegenderweise) so aufgehängt hab dass der Wind nicht durchbläst.

    In langer Unterwäsche in den Schlafsack, (wenn mir kalt ist eventuell auch mit meinem ganzen Gewand) das Gewand das man am nächsten Tag anziehen will (Pulli, Hose) mit in den Schlafsack, Haube und Schlafsackkapuze auf, Kapuze weit zuziehen..

    Aber natürlich, gemütlich im warmen Zelt umziehen ist nicht, aber nachdem ich mich dann eh wieder beweg, ist mir das Taggewand vom Vortag auch am nächsten Tag warm genug.. (und wenn nicht, dann hüpf ich zwei Runden um meine Hängematte wie ein brünftiger Hirsch bis mir wieder warm ist. Oder so ähnlich😜)


    ich mag das, aber ich gebe zu, dass ich gerne Sachen mach bei denen ich mir vorstellen kann dass das grad nur ganz wenige Verrückte machen, und mir vor lauter Freude manches vielleicht weniger arg vorkommt als es vielleicht ist;-)

  • Von Typ her ein nordländischer und auch vom Kälteempfinden.

    Liegt auch am Seehundenpolster.

    Daher schlafe ich in der HM mit einfachem türlosen Tarp am besten.

    Guter Schlafsack bzw. Topquilt, Daunen UQ und im Winter noch lange Merino Unterwäsche.

    Das reicht mir.

    Ich brauche den Kontakt mit der Außenwelt.

    Ein Zelt wäre nur ein Notshelter wenn man unterwegs ist, mit Anderen auf Tour oder keine Bäume wachsen.

    In meiner Region einer der höchsten Berge, der Donnersberg in der Pfalz.

    Winter, leichter Schneefall abends.

    Morgens lag auf der damaligen HM mit Mückennetz am Fußende alles voller Schnee.

    Der Wind hatte gedreht nachts und den Schnee zur Seite rein geweht.

    War aber trockener Schnee da -13°C und der lies sich super abschütteln.

    Andere Tour, 24.12.18 irgendwo im Hochschwarzwald.

    Kniehoher Schnee, keine Schneeschuhe.

    Schnee war die ersten cm gefrohren, dann normal pulverartig.

    Also man lief ein zwei Schritte, sank ein, mal mehr mal weniger. Jenachdem was drunter war.

    1km 1h.

    Angekommen, erst mal Kranplatz ähm Boden verdichtet und HM aufgebaut.

    Alles wunderbar, Heiligabend mitten im Hochschwarzwald, Schnee, kalt, meine Ruhe, kein Stress.

    Nächster Morgen wieder zurück zum Auto, gleicher Weg, selbe Fußstapfen.

    Nur dass diesmal der Winkel der Füße anders war. Man läuft ja nie mit den Füßen parallel zueinander wie Panzerketten.

    Da waren vom Vorabend meine Spuren so, dass sie kaum oder nur mit Schmerzen wiederverwendbar waren.

    Wieder 1km 1h.

    Wenn ich da umgeknickt wäre, Fuß verstaucht, gebrochen etc.

    Ohne fremde Hilfe hätte ich das nicht geschafft.

    Ist aber nix passiert bis auf einmal als ich nach hinten auf den Rücken umgekippt bin.

    Nur war der Rucksack so schwer, ich musste ihn abschnallen, lag da wie ein Käfer auf dem Rücken.

    Ohne Rucksack konnte ich mich wieder aufrichten.

    Garmin raus, nächster Waldweg, luftlinenrouting, kürzester Weg hier raus.

    Angekommen, war das eine frisch gespurte Loipe. Egal, war ein Notfall.

    Zurück am Auto erstmal dieses enteisen müssen um dann gemütlich die Schwarzwaldhochstraße nach Hause zu fahren.

    Anfang 2019 auch mal ohne HM unterwegs gewesen.

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    So Dinger, die brauchste kein zweites mal. Dafür muss man auch nicht nach Kanada oder Nordschweden.

    • Offizieller Beitrag

    Frühstück im warmen Schlafsack bei geschlossenen Zelttüren fällt ja aus.

    Dafür gibt es „breakfast from the hammock“. :)

    Eine Tarpseite hochgeklappt, der Blick schweift über den im Sonnenlicht glitzernden Schnee, auf dem improvisierten Tischlein dampft der Kaffee und man selber steckt im warmen Quilt - herrlich!

  • Und mein Geheimtrick für kalte Nächte ist ein Benzin-Handwärmer, der mit in den Schlafsack genommen arg viel bringt, und im Vergleich zu einer Flasche warmen Wassers (zumindest in meiner Wahrnehmung) deutlich länger warm bleibt (also mindestens 5-6 Stunden)

    Ich habe die Dinger auch gerne dabei, tagsüber in den Hosentaschen, aber bei dem vielen dünnen Nylon/Polyester in der Hängematte muss man sehr gut aufpassen, dass die Dinger gut umwickelt sind - die werden super heiss und ich habe mich auch schon damit verbrannt, weil mein Hund die Wärme bemerkt und sich dann richtig eng an mich gedrückt hat.

    Reisender mit Hang zum Hängen

    :!:"Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur verschiedene Sorten gutes Wetter" - (John Ruskin) :!:

  • Ich nutze im Winter:

    - Warbonnet Wooki Underquilt 0F / -17C

    - Warbonnet Maba TopQuilt 20F / -6C

    Ich kann die Kombination Top-Cover und Underquilt Protector (beides Warbonnet spezifisch) wärmstens empfehlen. Bei anderen Hängematten dann eben eine Windsocke. Das bringt deutlich mehr als ein Wintertarp und hält ein schön warmes Mikroklima in der Hängematte und den Wind draußen.

    Für den Notfall habe ich immer noch meine Daunenjacke (Wärmschicht), die ich Nachts anziehen könnte und einen Daunenhose für den absoluten Notfall (Western Mountaineering Flash Pants). Beides brauche ich bis -10 Grad nicht.

    Die Western Mountaineering Flash Booties stehen noch auf meiner Einkaufsliste. Dann kann die nächste Eiszeit kommen.

    Als allererste Maßnahme über ein Topcover oder eine Windsocke nachdenken.

    Das bringt IMHO am meisten Wärmegewinn pro Geldeinheit.

    Wichtig ist noch eine Kopfbedeckung, ein Buff für den Hals und Omas Wollsocken.

    Once you get locked into a serious hammock collection,

    the tendency is to push it as far as you can ...

    Hesmon

  • Ich gehe jetzt mal von richtigen Wintertemperaturen aus, also ca. ab -5° abwärts.

    Think different : Man könnte doch theoretisch das Tarp-Zelt nach unten hin abschliessen :

    Man nehme eine passende viereckige Silnylon Plane mit 4 Schlaufen an jeder Ecke. Die eine Seite wird z.B. auf der rechten Tarpseite direkt mit dem beiden Abspannringen oder -schlaufen verbunden und dann zusammengerafft auf der Seite aufbewahrt. Die andere Seite hat längere Zeltschnüre die auf der linken Tarpseite auch durch die Ringe/Schlaufen gezogen werden, von da nach oben an die jeweilige Tarpfirstleinenschlaufen gehen und von da dann zur Hängematte geführt werden.

    Will man sich nun abends einschliessen muss man nur an den beiden Seilen ziehen bis die Bodenfläche stramm an jeder Ecke anliegt und die Seile dann z.B. an der Hängemattenfirstleine verknoten. Natürlich ist das nicht vollständig dicht, könnte aber vermutlich eine Kerzenlichtheizung verbessern.

    Reisender mit Hang zum Hängen

    :!:"Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur verschiedene Sorten gutes Wetter" - (John Ruskin) :!:

  • Eine Tarpseite hochgeklappt, der Blick schweift über den im Sonnenlicht glitzernden Schnee, auf dem improvisierten Tischlein dampft der Kaffee und man selber steckt im warmen Quilt - herrlich!

    Das ist doch ein reiner Werbetext! (Arbeitest du in der Branche?) Realistisch heißt es doch sicher:

    "Eine Tarpseite schlägt knatternd im Wind, weil der Häring sich aus dem Boden gerissen hat, der Blick ist getrübt von den Schauerböen, die ins Gesicht peitschen, vom improvisierten Tischlein rutscht grade der lauwarme Kaffee in den Matsch und man selber steckt im durchfeuchteten Quilt - gruselig!"

    ^^:S:D

  • Hängematte und Zelt schließen sich keineswegs aus. Ich besitze mehrere Hot-Tents, die zwischen 300 g und 5 kg wiegen und je nach Charakter der Tour mitgenommen werden. Dazu braucht man noch einen Zeltofen, der die Bude schön warm macht. Dass das im Winter mit einem Teelicht klappt, wage ich zu bezweifeln. Eine solche Tour habe ich im Februar mit Schneeschuhen in den Alpen unternommen, und dabei nicht mehr als 15 kg mit dabei gehabt. https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/7704-wintertour-in-den-alpen-mit-ul-ausrüstung-teil-1-equipment

    Ansonsten bin ich mit den Berlinern im Winter häufig mit meinen geräumigeren (und schwereren) Zelt-Modellen an den einschlägigen Berliner Hängplätzen unterwegs gewesen. Dass man lange zusammen im Warmen sitzen und sich dann in die Hängematte zurückziehen kann, genießen wir immer sehr. Es gibt hier im Forum viele Berichte darüber.

    • Offizieller Beitrag

    Winter ist meiner Meinung (und -recht geringen- Erfahrung) nach mit Hängematte nicht schlimmer als im Zelt.

    Schneemassen kann man vom Tarp rutschen lassen, indem man die seitliche Abspannung mal kurz löst. Mit Zelt wird das schon schwieriger.

    Da das Zelt am Boden steht, ist irgendwann kein Platz mehr für vom Dach rutschenden Schnee und man ist eingeschneit. Das Tarp hängt höher, also dauert das Einschneien länger.

    Hängen die Äste der Bäume voller feuchtem Schnee, kann das für das darunterhängende Tarp im Fall des Abrutschens gefährlich werden. Pluspunkt für das Zelt, das man auch auf einer Lichtung aufstellen könnte. Unter einem Baum wäre es aber gleichsam gefährdet.

    Der große Feind ist der Wind. Man hängt ja doch recht exponiert. Im Zelt ist es einfacher, die mühsam erwärmte Luft in Körpernähe zu halten. Ein tief gespanntes großes Tarp mit Türen, Topcover, Windsocke und natürlich eine kluge Standortwahl machen sich da bezahlt. Kalt ist es trotzdem. Brrr! :)

    Bei Tauwetter können die Bodenbrüter nur neidisch auf die hängende Bevölkerung schauen, die sich viel weniger mit Schneematsch und Dreck an der Ausrüstung rumärgern muss.

    Das „socializing“ gestaltet sich im Winter schwierig. Hängemattenschläfer sind in ihrer Einzelzelle gefangen. Die Insassen der Ein-Personen-Zelte können ihre „Zellen“ wenigstens dicht an dicht stellen. Bis zum nächsten passenden Baumpaar kann es aber so weit sein, daß sich die Hänger nur schreiend unterhalten können. Wem es gelingt, die vielen Stunden von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang durchzuschlafen, der hat es gut. Die anderen können sich ja Hörbücher reinziehen.

    Und trotzdem: Winterhängen ist toll! Ob es nun das Gefühl ist, was verrücktes zu tun, ob man die Stille des verschneiten Winterwaldes genießt, ob man seinen persönlichen Kälterekord um noch ein paar Grad nach unten verschiebt - es macht einfach Spaß.

    Später. In der Erinnerung, auf dem Sofa sitzend.

    Denn eines eint alle Wintercamper: Man lernt beim Wiederheimkommen die warme Wohnung wieder so richtig schätzen. :P


  • Und trotzdem: Winterhängen ist toll

    Yep !

    Denn eines eint alle Wintercamper: Man lernt beim Wiederheimkommen die warme Wohnung wieder so richtig schätzen.

    Bei mir ist es umgekehrt.

    Ich lerne beim Wintercamping immer wieder, dass ich mich von der Natur so weit entfernt habe, dass ich mich im normalen Leben nur noch als Plastik-Mensch empfinde.

    Bitte schauen Sie dieses Video, in dem man - Museumshaft - noch richtige Menschen beobachten kann: Elsass

    Once you get locked into a serious hammock collection,

    the tendency is to push it as far as you can ...

    Hesmon

    • Offizieller Beitrag

    Sauberes und bei Bedarf sogar warmes Wasser per „Knopfdruck“ aus der Leitung, wohltemperierte Wärme ohne bissigen Rauch, saubere Ablageflächen, Schutz vor Wind und Regen - also ich genieße das nach Rückkehr aus der Natur jedesmal in vollen Zügen.

    Aber ich gebe Dir insofern Recht, daß ich diesen Riesenluxus im Alltagsleben kaum wahrnehme oder schätze, so stark bin ich schon an das Plastikleben gewöhnt.

  • Meiner Meinung nach kommt es auf die Umstaende an. Campt man nur fuer eine Nacht, oder ist man eine Woche lang draussen? Ist man stationaer oder bewegt man sich tagsueber von A nach B?

    Bewegt man sich, bleibt man warm und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann man sich dann an einem Feuer etwas warmhalten, bis es in die Haengematte geht. Da braucht man sicherlich kein Teelicht oder Gaslampe unterm Tarp. (Optionale) Tueren am tarp sind in der kaelteren Jahreszeit aber sicherlich als Windschutz von Vorteil!

    Wird es sehr kalt und reist man evtl. nicht von Camp zu Camp, dann wird die Sache schon schwieriger. Die Kunst besteht dann darin, sich tagsueber warmzuhalten, wenn man mal davon ausgeht, dass die Quilts fuer die naechtlichen Temperaturen ausreichen. Ja, auch bein minus 20 Grad kann man in der Haengematte schwitzen! Die beste Option ist dann natuerlich ein "Hot Tent" mit Ofen. Der Ofen verbraucht weitaus weniger Holz als ein massives Lagerfeuer und das Zelt ist ein perfekter Ort and dem man sich aufwaermen, kochen und sehr wichtig - seine nassen Klamotten, Quilts etc. trocknen kann. Das ist besonders wichtig bei laengeren Touren. Hat man kein Zelt und Ofen, dann bleibt einem nur noch ein grosses und heisses Lagerfeuer. Um das zu fuettern, braucht es viel Holz und das Sammeln haelt einen dann noch zusaetzlich warm. Sehr wichtig ist es im Winter auch die Kleidung entsprechend anzupassen. Sobald ich ins Camp komme, wechsele ich in trockene, waermere Sachen.

  • braucht es viel Holz und das Sammeln haelt einen dann noch zusaetzlich warm

    Dazu passt ja das Sprichwort: "Holz wärmt dreimal: Beim Fällen, beim Hacken und beim Heizen!" :)

    Sehr wichtig ist es im Winter auch die Kleidung entsprechend anzupassen. Sobald ich ins Camp komme, wechsele ich in trockene, waermere Sachen.

    Absolut! Da ich gelernt habe, dass man sich so kleiden soll, dass man in Bewegung nicht schwitzt (was manchmal echt schwierig ist), bin ich bei jeder Pause nicht warm genug angezogen - abgesehen von richtig warmen Sommertagen. Daher ziehe ich bei Pausen sofort etwas Warmes über (habe immer etwas Passendes griffbereit eingepackt). Nur, wenn ich verschwitzt bin (was aber meistens der Fall ist), wechsle ich abends im Camp auch die Klamotten und versuche, die verschwitzten Sachen trocken zu bekommen.


    Vielleicht sollte ich bei den winterlichen Rahmenbedingungen noch hinzufügen, dass es hier oben an der Küste selten einen verschneiten Winter gibt, wie z.B. in den Mittelgebirgen. Meist ist es nasskalt und windig. Trockene Kälte kenne ich eigentlich nur vom alpinen Skifahren und aus Norwegen und Schweden. Das ist tatsächlich einfacher zu handhaben, da es "nur" kalt ist. 20° oder sogar 30° unter Null fühlen sich vergleichsweise angenehm an.

    Probleme hatte ich in Norwegen bei einer Skilanglauf-Tour bei einem "warmen Tag" mit nur -7°C; das war einfach zu warm (für die Klamotten, die ich dabei hatte - wir hatten mit mindestens -20° gerechnet ...) und ich habe stark geschwitzt, was dann gefährlich wird, sobald man stehenbleibt.

    Hier gehen aber schon 0° bei nasskalten Schneeschauern so richtig fies unter die Haut.

    Also keinesfalls so, sondern eher so oder so. Da gehen einem ständig solche Gedanken durch den Kopf ... oder solche ... ;)

    Trotzdem einige von euch sehr vom "Winterhängen" schwärmen, bin ich noch nicht so recht überzeugt und habe mehr Vertrauen dazu als dazu.

    Einfach nur die Macht der Gewohnheit? :/

  • Ich habe als Sommercamper angefangen. Doch mein Drang "draußen" zu sein war so stark, dass ich Stück für Stück meine Ausrüstung und meine Klamotten verbessert habe und so die Wandersaison immer weiter Richtung Frühling, Herbst und schließlich Winter ausgedehnt habe. Ich konnte mir früher auch nicht vorstellen bei Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt durch den Wald zu tapern. Mittlerweile ist das normal und ich freue mich auf die Wanderung nächste Woche. Egal wie das Wetter wird. Ich weiß ja, das Ausrüstung und Klamotten funktionieren. Diese Sicherheit bekommt man aber nur durch üben ;)

    Diese Jahr bin ich am 29. März bei 18 Grad im T-Shirt in Bad Bergzabern los gelaufen, dann 5 Tage Dauernieselregen und am letzten Tag bei Schneeregen auf der Kalmit angekommen. War trotzdem schön.

    Winter Tarp hatte ich ausprobiert, bin aber wieder zum Thunderfly zurück gewechselt. Das hält mich auch bei Sturm und Regen von der Seite zuverlässig trocken. Meine Klamotten sind immer so dimensioniert, dass ich Notfalls unterm Tarp Stundenlang ohne Feuer still sitzen kann ohne zu frieren. Ich mag das unter dem Tarp zu sitzen, um mich herum der Nielselregen im Herbstwald und Nebel steigt auf. Wintertarp mit geschlossenen Türen würde mich zu sehr einengen und mir die Sicht nehmen. Ich bin zur Hängematte eigentlich aus genau diesem Grund gewechselt. Das ich bei Regen gemütlich unterm Tarp sitzen, kochen und abhängen kann, ohne im stickigen Zelt sitzen zu müssen.

    Bei mehreren Tagen Dauerregen ist das Schlimme, das irgendwann eben alles Feucht ist. Wenn es dauernd regnet und ich keine Möglichkeit habe die Sachen am Feuer zu trocknen, flüchte ich für ein paar Stunden in eine bewirtschaftete Hütte oder notfalls ein Restaurant im Dorf, gebe ordentlich Trinkgeld bei der Bestellung und frage, ob ich irgendwo mein Sachen trocknen kann. Meist wird mir ein Kachelofen im Séparée angeboten und 3 Stunden später habe ich wieder ein komplett trockenes Setup. Ich will ja kein Survival machen, sondern Spaß haben. Works for me.

    Wenn man 4 Wochen durch die Wildnis von Kanada zieht, muss man sich halt was anderes überlegen. Ich hatte noch nicht diese Anforderung, von daher habe ich da auch keinen Workflow für. Wahrscheinlich würde ich eine Schutzhütte suchen und da auf dem Boden ein kleines Feuer machen zum Sachen trocknen.

    Once you get locked into a serious hammock collection,

    the tendency is to push it as far as you can ...

    Hesmon

  • Vielleicht sollte ich bei den winterlichen Rahmenbedingungen noch hinzufügen, dass es hier oben an der Küste selten einen verschneiten Winter gibt, wie z.B. in den Mittelgebirgen. Meist ist es nasskalt und windig. Trockene Kälte kenne ich eigentlich nur vom alpinen Skifahren und aus Norwegen und Schweden. Das ist tatsächlich einfacher zu handhaben, da es "nur" kalt ist. 20° oder sogar 30° unter Null fühlen sich vergleichsweise angenehm an.

    Hier gehen aber schon 0° bei nasskalten Schneeschauern so richtig fies unter die Haut.

    Also keinesfalls so, sondern eher so oder so. Da gehen einem ständig solche Gedanken durch den Kopf ... oder solche ... ;)

    Wie gesagt, man muss seine Ausruestung und Kleidung an die zu erwartenden Gegebenheiten anpassen. Nasse Kaelte ist unangenehm und je nach trip ist ein Hot tent mit Ofen ein game changer, auch wenn es "nur" Temperaturen um die Gefriergrenze sind. Meine Zelte sind aus Segeltuch und die Oefen nicht zum auseinanderbauen, daher verhaeltnissmaessig schwer und nur fuer den Einsatz im Schnee mit Schlitten gedacht. Es gibt ja aber auch leichte Nylon Hot tents und kleine, zusammenklappbare Titan Oefen, mit denen man auch ohne Schnee und Schlitten mobil sein kann. Ist man mit einer kleinen Gruppe unterwegs, kann man die Lasten verteilen und muss somit nicht auf die HM als Schlafgelegenheit verzichten.

    Herbst und Winter sind meiner Meinung nach die beste Zeit draussen unterwegs zu sein.

  • Diese Sicherheit bekommt man aber nur durch üben ;)

    Das ist ja gerade meine Befürchtung ... =O                               ;)


    unterm Tarp Stundenlang ohne Feuer still sitzen

    Worauf sitzt du dann?

    Wintertarp mit geschlossenen Türen würde mich zu sehr einengen und mir die Sicht nehmen.

    Wenn man die Augen sowieso zu hat, ist das ja egal ... will sagen: Über Nacht beim Schlafen ist man halt geschützter und morgens kann man die Türen ja wieder öffnen.

    flüchte ich für ein paar Stunden in eine bewirtschaftete Hütte oder notfalls ein Restaurant im Dorf

    Das wäre auch mein "Plan B".

    Ich habe einen Hobokocher, mit dem man auch mit feuchtem Material eigentlich immer ein Feuer anbekommt. Als kleines Wärmefeuer braucht man dann recht wenig und kleines Brennmaterial, das schnell gesammelt ist.


    im Séparée

    Was für Lokale besuchst du denn, wenn du unterwegs bist? :huh:         :S

    Vielleicht liegt es an der Nähe zu Hamburg mit seiner Reeperbahn, dass ich mit "Séparée" eher so etwas verbinde ... 8|

  • Das „socializing“ gestaltet sich im Winter schwierig. Hängemattenschläfer sind in ihrer Einzelzelle gefangen. Die Insassen der Ein-Personen-Zelte können ihre „Zellen“ wenigstens dicht an dicht stellen. Bis zum nächsten passenden Baumpaar kann es aber so weit sein, daß sich die Hänger nur schreiend unterhalten können.

    Also ich empfinde das genau anders herum. Bei Regen verziehen sich die Bodenbrüter in die Zelte. Und in gebückter Haltung auf dem Boden sitzen in einem feuchten, stickigen Zelt macht mir keinen Spaß. Been there - done that.

    Ich sitze lieber gemütlich in Daune gewickelt unterm Tarp und genieße den Ausblick. Ich habe auch schon mal bei Regen 2 Bodenbrüter unter's Tarp auf ein Glas Riesling eingeladen. Wenn man die Hängematte nach hinten aus dem Weg bindet oder in den Hammocksleeve packt, kann man auch zu Dritt gemütlich unterm Tarp sitzen und erzählen. Wenn ich weiß, das es viel Regnen soll und ich mit Kollegen unterwegs bin, nehme ich sogar extra deswegen das Superfly-Tarp mit. Komplett aufgespannt und die "Türen" zur Vergrößerung der "Dachfläche" genutzt, hat man über 10m² Wohnfläche unter der man es sich gemütlich machen kann. Der Hobo-Kocher dient dann als Mini-Lagerfeuer. Weniger für die Wärme als für die Stimmung.

    Once you get locked into a serious hammock collection,

    the tendency is to push it as far as you can ...

    Hesmon

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!