Loses Ende von Gurtband an einem Baum befestigen?

  • Hallo @ alle,


    ich habe hier gerade eine HM-Aufhängung vor mir liegen und frage mich, wie ich die an einen Baum bekomme.


    Da ist eine Ladderlock und entsprechend zwei lose Enden vom selben Gurtband. Eine Seite für den Baum und die andere zum Spannen des Gurtbandes.


    Nur... wie binde ich schonend ein Gurtband ohne Schlaufe u.ä. an einen Baumstamm?


    Ich dachte, dass eine Webeleinstek gut geeignet ist und zur Sicherung zwei halbe Schläge hinten drauf.

    Der Webeleinstek geht ohne das Gurtband zu verdehen oder zu knoten. Also kein Problem mit den auftretenden Kräften. Und die zwei halben Schläge sind lastfrei und nur zur Sicherung.


    Was haltet Ihr davon und gibt es noch andere gute Varianten?


    Vielen Dank!!!


    VG Boris

  • ich würde auch den Webleinstek nehmen. Statt nem Halben Schlag mache ich normalerweise noch einen Wurf mehr beim Webleinstek und eher nen Slipstek als Abschluss.

    Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Nachmittach.

  • wiedemeier

    Ich habe mal etwas rum gespielt...


    Also z.B. zwei mal den Gurt unter dem belegten Ende führen und dann den dritten nach oben unter sich selbst durch... nennt man das Stopperstek?


    Ist es das, was Du meintest?


    Wenn die zwei Umrundungen unter dem Part zur HM legt, dann müsste der auch sehr gut gegen verrutschen des Gurtbandes nach unten wirken.


    Bernd Odenwald

    Ne, Palstek ist nicht geeignet würde ich sagen. Der macht im Gurtband n hässlichen Knoten und da die Schlaufe fest ist, zieht er sich unter Belastung nicht enger an den Baum ran. Der rutscht dann vielleicht runter.


    Mit der Schlaufe... ja, das fürchte ich auch, dass der zwar zu geht, nur nicht mehr auf.

    Let's do the Timewarp again.... oder hänge in einer Hängematte ab...

  • Ich glaube, ich habe nicht ganz verstanden, worum es hier geht... ;)


    Aber zu meinen Anfangszeiten habe ich gerne einen Ewenkenknoten um den Baumstamm gelegt. Der ist mit wenigen Handgriffen gemacht und lässt sich ganz leicht wieder lösen:



    Sacki zeigt den Knoten im Video mit einem Seil, aber das funktioniert auch gut mit einem Gurtband, wenn dieses nicht zu hart ist.


    Selbst einen Krawattenknoten – auf Slip gelegt – hatte ich schon mit Erfolg verwendet.

  • Großer Windsorknoten am Baum, das hat Stil!

    Der Baum hat uns dann quasi am Hals...


    Es war allerdings kein Grosser Windsorknoten, sondern einer, den ich – angeregt durch das Büchlein «Die 85 Methoden, eine Krawatte zu binden» von Thomas Fink und Yong Mao – so abgewandelt habe, dass er

    1. möglichst einfach ist,
    2. möglichst viel Reibung produziert und
    3. am Schluss so auf Slip gelegt werden kann, dass man ihn als Rechtshänder bequem wieder öffnen kann.


    Linkshänder machen ihn einfach genau spiegelverkehrt.


    Letztlich ist aber der Ewenkenknoten einfacher zu knoten, wenn man ihn sich mal angeeignet hat.


    PS: Der Vorteil des Krawattenknotens ist, dass das Gurtband im Knoten überall flach liegt und demnach nur wenig gequetscht wird.

  • Warum nähst du nicht eine Schlaufe von Hand? Hab ich unterwegs auch schon gemacht. Ist nicht so schwer, und eine schönere Lösung als ein Knoten.


    Alternativ benutze ich häufiger einen Austri Alpin Dreisteg. Die Dinger sind leicht, billig und super praktisch. Man kann sie auch als Aufhängung verwenden. Dazu wurde ja schon eine Menge geschrieben.

  • Was würdet Ihr denn zu diesem "Anbinderknoten" sagen?

    Das ist der Ewenkenknoten mit einer halben Drehung weniger, bevor man das lose Ende auf Slip legt. Finde ich auch gut.


    Manchmal sehne ich mich wieder nach der unbeschwerten Zeit ganz am Anfang meiner Hängematten-Karriere, als ich Knoten und Dogbones selber erfunden habe, nur um dann später festzustellen, dass es das alles schon gibt.

    Warum nähst du nicht eine Schlaufe von Hand? Hab ich unterwegs auch schon gemacht. Ist nicht so schwer, und eine schönere Lösung als ein Knoten.

    Was ist daran schöner, wenn man das ganze Gurtband durch die Schlaufe ziehen muss? Klar, muss man ja nicht: Es gibt auch Karabiner, Dutch Clips und Evo-Loops, um das zu verhindern. Das Elegante am Knoten ist aber, dass man keine Hardware benötigt und das Gurtband mindestens so schnell am Baum befestigt ist, wie wenn man Hardware benutzt. Muss man die Aufhängung durch die Schlaufe ziehen, so ist das sogar recht zeitaufwändig.


    Mit Ewenkenknoten / Anbinderknoten und Becket Hitch kommt man recht gut ohne Hardware aus, wenn auch die exakte Verstellbarkeit der Länge etwas umständlicher ist.


    Ich nutze auch Hardware und Schlaufen, aber wie gesagt: Manchmal sehne ich mich nach den «guten alten Zeiten» zurück, wo ich mit den einfachsten Mitteln einfach Sachen ausprobiert habe.

  • Das Elegante am Knoten ist aber, dass man keine Hardware benötigt

    Das mag sein, aber das verknautschte Gurtband ist für mich nicht elegant - abgesehen davon, dass mit einem Knoten ja auch die Bruchkraft reduziert wird. Man kann auch einen Evo Loop oder einen Grapplers Hitch in die Schlaufe einhängen, dann hat man einen Knoten den man nicht aufmachen muss und ist - bis auf den Dreisteg und die Klemmschnalle - hardwarefrei.

  • Warum nähst du nicht eine Schlaufe von Hand? Hab ich unterwegs auch schon gemacht. Ist nicht so schwer, und eine schönere Lösung als ein Knoten.


    Wenn ich eine Schlaufe nähen würde, dann müsste ich jedes mal den Ladderlock neu einfädeln, da ich ja das freie Ende durch die Schlaufe am Baum ziehen müsste.

    So geht ein Gurtband durch den Ladderlock und verbleibt dort drin. Ein Ende zum fest ziehen und ein Ende für den Baum. Die HM ist fest am Ledderlock befestigt.

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  • das verknautschte Gurtband ist für mich nicht elegant

    Ist sicher Ansichtssache. Die Frage ist doch: Wie lange bleibt das Band nach dem Öffnen des Knotens verknautscht? Auch nicht länger als die Stelle, wo du das Gurtband durch den Dutch Clip oder den Evo-Loop führst. Zwei dreimal mit der Hand drüberfahren und das Band aufwickeln und gut ist. Ich kann an keinem meiner Gurtbänder erkennen, wo früher mal ein Knoten war.

    abgesehen davon, dass mit einem Knoten ja auch die Bruchkraft reduziert wird

    Wo ist das Problem? Das Band, das unter Last ist, läuft ja gerade durch den Knoten. Der Knoten selbst befindet sich am wenig belasteten Ende, das man am Baum so zur Seite schieben kann, dass das belastete Band eben möglichst gerade durch den Konten läuft. Darauf musst du ohnehin achten, bei den Dutch Clips steht das aus Sicherheitsgründen sogar auf der Anleitung.


    Bei einer genähten Schlaufe sollte man auch darauf achten, weil eine Naht auch ein Schwachpunkt sein kann.

  • Das mag sein, aber das verknautschte Gurtband ist für mich nicht elegant - abgesehen davon, dass mit einem Knoten ja auch die Bruchkraft reduziert


    Genau das sollte z.B. beim Webeleinstek und Stopperstek nicht der Fall sein. Die gehen nur auf Klemmung, Reibung auf dem Gurtband. Das sollte nicht schädlich sein, wenn der Gurt flach gelegt wird.


    Daher auch meine Frage zum Anbindeknoten, da ich mir nicht sicher bin, ob der irgendwie das Gurtband schädigt. Nur nachdem er "offiziell" zugelassen ist zur Ladungssicherung, dachte ich mir, dass das Band (auch wenn es nicht überall flach liegt) nicht geschädigt wird.


    Das wäre im Bereich der Ladungssicherung nicht hinnehmbar.


    So dachte ich halt... :/


    Und wenn das Gurtband irgendwann unansehnlich oder zu "verknittert" ist, ist es ja einfach auszuwechseln.

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  • Hier der Unterschied!

    Exakt! – Ich könnte mir sogar vorstellen, dass der «Halter Hitch» noch eine Spur stärker ist, da das Band weniger verdreht wird. Ist aber – wie oben erwähnt – irrelevant, weil der Knoten am Baum so zur Seite geschoben wird, dass das lasttragende Band zur Hängematte möglichst gerade durch den Knoten läuft. Das lasttragende Band wird dann quasi vom Knoten «gewhippt» (also umschlossen), ist selbst aber nicht Teil des Knotens.

  • So eine Schlaufe, genäht oder geknotet, kann auch ruhig breiter sein.

    Bei 20cm bekommste auch das Ladderlock Gedöns durch und der Schlaufe, dem Band ist es egal.

    Aber wie bereits gesagt wurde, per Hand eine Naht nähen die hält, ist schwierig aber nicht unmöglich.

    Wichtig ist halt die korrekte Fadenspannung und das Nahtende und Anfang sauber verwahren.


    Knoten reduzieren die angegebene Mindestbruchlast gern mal um 50%!

    Der Eine mehr, der andere weniger.

    Wenn man noch ausrechnet, welche Belastung bei welchem Winkel und Gewicht auf das Band kommen,

    kann man schonmal in den Grenzbereich eines 25mm Polyamid Bandes kommen.

    Dyneema bietet noch mehr Reserven.

    Nutzt man das Setup über einen längeren Zeitraum, mit UV Belastung, reduziert sich die Bruchlast nochmal.


    Spleissen?

    Dorn, Loch ins eine Gurtband, das Andere hindurch, auch Loch mit Dorn, Stöckchen rein, alles fein?