5cm breite Baumgurte (aus Kfz-Sicherheitsgurten oder Venom Straps)

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  • zumindest die 2,5cm Gurte

    Ich frage mich gerade, ob neben der Breite des Gurtes nicht auch noch dessen Festigkeit eine Rolle spielt. Ich habe das zwar noch nicht in der Praxis verglichen, habe aber das Gefühl, dass ein weicherer Gurt die Last in der Breite besser auf die Rinde verteilt und sicher auch weniger in Unebenheiten der Borke einschneidet als ein härterer Gurt. Konntest du das schon beobachten oder vergleichen?

    Die Idee mit den Fotos finde ich toll! – Mir ist auf meiner Tour aufgefallen, wie viele Bäume den Wegen entlang massiv im unteren Stammbereich verletzt sind. Ich habe den Eindruck, dass diese Verletzungen primär von der Forstwirtschaft stammen. Das soll mich aber nicht davon entbinden, den Bäumen umso mehr Sorge zu tragen.

  • Ich frage mich gerade, ob neben der Breite des Gurtes nicht auch noch dessen Festigkeit eine Rolle spielt. Ich habe das zwar noch nicht in der Praxis verglichen, habe aber das Gefühl, dass ein weicherer Gurt die Last in der Breite besser auf die Rinde verteilt und sicher auch weniger in Unebenheiten der Borke einschneidet als ein härterer Gurt. Konntest du das schon beobachten oder vergleichen?

    Die Idee mit den Fotos finde ich toll! – Mir ist auf meiner Tour aufgefallen, wie viele Bäume den Wegen entlang massiv im unteren Stammbereich verletzt sind. Ich habe den Eindruck, dass diese Verletzungen primär von der Forstwirtschaft stammen. Das soll mich aber nicht davon entbinden, den Bäumen umso mehr Sorge zu tragen.

    Deshalb sind Sicherheitsgurte aus Kfz speziell gewebt, quasi weich. Die passen sich recht gut an die Auflagefläche an um die Last zu verteilen und den Druck zu minimieren. Bei den gebrochenen Schlüsselbeinen hilft es leider regelmäßig nichts.

    Je nach Rindenstruktur kann man diese durch die Gurte sogar sehen. Foto folgt gleich...

    Naja, so gut kann man es doch nicht erkennen, rechts, dort wo sich auch das LIcht spiegelt so einigermaßen. Ich mache demnächs Detailfotos.

    Einmal editiert, zuletzt von Freihaenger (30. April 2019 um 20:59)

  • Die Frage ist doch, was mit der Rinde des Baumes passiert: ob die geschädigt wird.

    Natürlich ist jede Schädigung der Rinde/Borke des Baumes längerfristig nicht toll. Solange man aber nicht immer am gleichen Baum hängt, so scheint mir ein minimaler oberflächlicher Abrieb vernachlässigbar.

    Was mich persönlich viel mehr interessiert, wäre die unmittelbare negative Wirkung durch den Druck aufs Kambium, die Wachstumsschicht des Baumes. Wird die beeinträchtigt, dann hat das unmittelbar negative Folgen für den Baum. Auch wenn man diese Folgen erst Jahrzehnte später feststellen und dann wahrscheinlich nicht mehr sicher auf die Verwendung einer Hängematte zurückführen könnte.

  • Der Druck ist natürlich ein Problem, jedoch hängt es vor allem von der Stärke ab, ob der Baum geschädigt wird oder nicht:

    Ein Baum ist vor allem ein hydraulisches System. Die Blätter verdunsten Wasser und in den nach oben gerichteten Transportwegen entsteht quasi ein Unterdruck. Gleichzeitig wird die restliche Flüssigkeit in den Blättern konzentriert, durch den gebildeten Zucker wird sie zunehmend schwerer. Der Rest ist fast selbsterklärend: Die schwere Flüssigkeit will runter, der Unterdruck sorgt dafür dass leichtere nach oben gesogen wird - der Kapilareffekt.

    Wenn nun das Kambium gequetscht wird hat das direkt Auswirkungen auf den Flüssigkeitsaufstieg, denn wir man sich vorstellen kann ist der Druckunterschied auf der Länge bzw. Höhe eines Baums sehr gering - auch wenn er eigentlich wegen der Höhe groß sein müsste. Eigentlich paradox. Da reicht nun also ein sehr geinger Druck auf die Borke um den Unterdruck zu verringern oder auszugleichen und den Sog somit zu beeinflussen.

    Wenn die Quetschung reversibel ist, also im elastischen Bereich des Rindenmaterials liegt, oder der Baum es heilen kann, dann hat ein Teil der Krone an diesem Tag nur etwas mehr Durst gehabt, da weniger Wasser ankam. Ist die Deformation allerdings nicht oder nur teilweise reversibel und kann zudem nicht über parallel verlaufende Transportwege ausgeglichen werden, dann beginnt ein Teil des Baums zu vertrocknen.

    Zudem wird der Stamm an dieser Stelle nicht weiter wachsen, man kennt das von den Obstbäumchen im Garten, die man zu fest angebunden hat. Irgendwann knicken sie an der Stelle um, bzw. wenn man sie dort durchsägt, dann kann an sehen dass das Kernholz dort sehr dünn geblieben ist und der Durchmesser hauptsächlich durch Borke gefüllt wurde. Besonders anfällig für eingewachsene Stricke sind Kiefern bzw Weichhölzer allgemein.

  • Ich sehe gerade, dass der Baumstamm von aussen nach innen wie folgt aufgebaut ist:

    • Borke / «Kork»
    • Korkkambium (äussere Wachstumsschicht)
    • Bast mit Phloem (Siebröhren, in denen der bei der Photosynthese entstandene Zucker nach unten transportiert wird)
    • Kambium (innere Wachstumsschicht)
    • Holzkörper mit Xylem (darin fliesst Wasser nach oben zu den Blättern)

    Der Druck auf Borke und Bast dürfte also primär den Zuckerfluss im Phloem beeinflussen, den Wasserfluss nach oben nur indirekt. Dass das Xylem, das sich in der äussersten Holzschicht befindet, durch die Baumgurte gequetscht wird, kann ich mir nicht so recht vorstellen.

  • Dank neuer Nähmaschine kam ich endlich in den Genuss die neuen Baumgurte aus 5cm Venom Straps zu nähen.

    Für Anregungen bin ich wie immer dankbar und wünsche Euch viel Spaß beim Nachmachen:


    Kompaktes Packmaß

    Sie wiegen rund 36g.

    Wie man sie herstellt:

    1) 24cm von den Enden abmessen

    2) und quer falten,

    3) das 24cm Stück mittig längs falten und vernähen

    4) Das vernähte Stück durch falten 2x längs halbieren, so dass 3 Fakten alle 6cm entstehen.

    5) Nun 12cm überlappend legen und die beiden 6cm Abschnitte von Ende und Gurt vernähen.

    Diesmal habe ich die Empfehlung von @Bernd Odenwald berücksichtigt und nur das Haus vom Nikolaus ohne Dach genäht. Alle Nähte natürlich gesichert!

    Die Daten:

    Länge 230cm, Breite 5cm, Gewicht 36g, Länge der Schlaufe 6 cm, Breite der Schlaufe 2,5cm

    2 Mal editiert, zuletzt von Freihaenger (7. September 2019 um 13:55)

  • Hey vielen Dank für den Link.

    Allerdings bin ich nicht nur Baum-, sondern auch Naturschützer. Deshalb würde ich mir die Dinger nicht aus den USA schicken lassen. Kennt jemand vielleicht auch eine Bezugsquelle aus Europa? Würde auch was Ähnliches nehmen ...

    • Offizieller Beitrag

    Soweit mir bekannt ist, kommt der Großteil solcher Gurte aus China, egal wo du kaufst. Zumindest Klein(st)mengen für Endverbraucher. Ich habe auf mehreren Messen mit in Europa ansässigen Bandwebereien gesprochen, und die machen entweder keine kleinen Aufträge (unter 5.000m), oder sie haben so leichtes Material gar nicht erst. Ich wurde von den meisten gefragt "warum bestellen Sie das Gurtband nicht in China?"

  • Hey TreeGirl,

    danke, deine Posts hier im Forum helfen mir heute nicht zum ersten Mal :)

    Wow, da bekommt die Entscheidung "Sicherheitsgurte vs. UHMWPE Bänder" nochmal eine ganz andere Dimension. Eigentlich will ich mit den Dingern ja Bäume schützen. Aber wenn ich dafür Material aus China, womöglich noch mit einem Zwischenstopp in den USA, einfliegen lassen muss, dann relativiert das die Sache irgendwie ...

    Da ich meist mit dem Fahrrad unterwegs bin, sind ein paar Gramm plus oder minus eigentlich nicht der Rede wert. Ich versuche Tree-Huggers mit einem möglichst geringen Packmaß & Gewicht zu bekommen ... und nachhaltig soll's halt auch noch sein :D darum scheint mir die Anschnallgurt-Variante echt die Beste zu sein. Falls noch jemand was weiß, wo's 5cm UHMWPE Gurte in Europa gibt ... gerne posten!

    Liebe Grüße!

    • Offizieller Beitrag

    Ich finde es sehr schwer, einzuschätzen was nun am nachhaltigsten ist. Woher die Kfz-Gurte kommen, weiss man ja auch nicht. Selbst wenn sie in Deutschland gewebt wurden, ist fraglich woher das Garn gekommen ist. Und das Öl dafür stammt wohl mit großer Wahrscheinlichkeit nicht aus der Nordsee.

    Auch mit Naturfasern dürfte es nicht so einfach sein. Abgesehen davon, dass Naturfasern zu viele Nachteile für unsere Einsatzzwecke haben, werden die meisten auch nicht in Deutschland oder überhaupt Europa angebaut. Von anderen Problemen wie z.B. Wasserverbrauch, Monokulturen oder Zerstörung von natürlichen Lebensräumen will ich gar nicht anfangen.

    Unter den momentanen Umständen denke ich, dass der beste Ansatz für Nachhaltigkeit ist, auf maximale Lebensdauer Wert zu legen. Insofern sind Kfz-Gurte vom Schrottplatz natürlich sehr nachhaltig, weil sie ansonsten vermutlich auf dem Müll landen würden. Aber auch ein Neukauf eines China-Gurtes kann nachhaltig sein, wenn ich ihn entweder benutze bis er den Geist aufgibt, oder ihn an einen anderen Nutzer weiterreiche, wenn ich auf einen anderen Gurt umsteige.

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