Vorstellung meiner Brückenhängematte - "Koma" - Nachbau

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  • Das Schreiben des letzten Berichts über die Brückenhängematte, welche der Ariel nachempfunden war, hat mir sofort Lust auf mehr gemacht. Welch glücklicher Zufall, dass die Uni erst wieder ab 07.01 weitergeht, sodass ich noch ein paar freie Tage hatte, um mich meinem schon angekündigten Projekt zu widmen: Eine Brückenhängematte, die der Koma nachempfunden ist.

    Hier wollte ich vorallem aus den Fehlern die ich bei den beiden vorherigen Brückenhängematten gemacht habe lernen.


    Die Anfertigung:

    Zuerst habe ich den Stoff zugeschnitten (diesmal das Hammocknylon von Extremtextil). Hier habe ich mich für eine Länge des Grundkörpers von 2 Metern entschieden (die Koma ist laut Blog 2,14m lang), da ich selbst nur 1,79m groß bin und ich keine unnötig lange Hängematte haben möchte (Tarpgröße).


    Die Breite am Kopfende habe ich von der Koma übernommen, am Fußende ist meine Hängematte allerdings auf eine 72,5cm lange Stange ausgelegt, da die von Alissa gelieferten Stangen eben diese Länge hatten.

    Die Tiefe der Kettenlinie habe ich statt 15cm auf jeder Seite geringfügig vergrößert (auf 17cm) weil die Ariel 7 inch (und damit 17,78cm hat) und ich das gut so fand.


    Bei diesem Bild sind die beiden Kopfenden schon versäumt und in die langen Seiten ist bereits Gurtband eingenäht, man erkennt aber der Grundkörper noch:




    Anschließend habe ich die Endkappen wie von Christian auf seinem Blog, bzw. von Professor Hammock auf Youtube beschrieben genäht:




    Und hier fertig vernäht:




    Anschließen habe ich mir Gedanken zum Verstauen von Gegenständen in der Hängematte gemacht:

    Bei meiner „Ariel“ habe ich mich gegen Taschen an den Seiten und für eine Tasche am Kopfende der Hängematte entscheiden, da ich befürchtete, dass bei ungleicher Beladung der Seitentaschen der Liegekomfort in der Hängematte beeinträchtigt werden würde.

    Bei meiner ersten Brückenhängematte habe ich garkeine Taschen drangenäht. Das das unpraktisch ist, brauche ich denke ich nicht erwähnen.


    Zur Kopftasche kann ich folgendes sagen:

    Ich selbst liege mit dem Kopf so nah wie nur möglich am Kopfende der Matte, da diese dort breiter ist, der Druck auf die Schultern damit sinkt und deshalb das Liegegefühl am besten ist.

    Packt man jetzt allerdings nicht nur Kleidung für die kalten Stunden am frühen Morgen, sondern auch noch eine Wasserflasche und eine Stirnlampe in die Tasche am Kopfende, so kann man sich sicher sein, dass einem dieWasserflasche gegen den Kopf klopft.

    Aus diesem Grund habe ich mich dafür entschieden (wie bei der Koma auch) Seitentaschen an meine Brückenhängematte anzunähen.

    Diese sind ca. 70cm lang und ca. 22cm tief.




    Bei der Aufhängung habe ich mich dann wieder von Professor Hammock und seiner Ariel inspirieren lassen und Spulen für den Unterfaden für die Stangen der Hängematte verwendet.




    Zum Nähen an sich kann ich wohl sagen, dass sich dieser Stoff sehr viel einfacher nähen und zuschneiden lässt als Hexon, da man einfach an den Kästchen langschneiden kann (beim Hexon habe ich jede Linie davor angezeichnet).

    Außerdem habe ich noch nie so gut und ordentlich genäht, was mich sehr freut (ich dachte schon ich werde nie besser).


    Was wird noch folgen:

    Nach den ersten Klausuren im Februar möchte ich noch ein Moskitonetz an die Hängematte nähen und wenn ich wieder etwas mehr Geld habe, werde ich mir wohl noch einen Synthetikunderquilt dafür anfertigen.


    Schlusswort:

    Zu guter Letzt möchte ich gerne noch jeden ermutigen, der sich bisher erfolgreich um DIY-Projekte gedrückt hat. Wenn ich mir meine ersten beiden Brückenhängematten ansehe, merke ich einfach, dass sie Qualitativ nicht unbedingt gut genäht sind. Viele unsaubere Stelle und sehr sehr viele „kreative“ Nähte. Aber jede von den Hängematten hat gehalten (und hält auch immernoch) und ich habe sehr viele tolle Nächte mit ihnen verbracht.

    Hier ein Bild meiner kreativsten Naht in der aktuellen Hängematte, an dieser Stelle wurden zwei Säume aufeinandergenäht und das hat nicht nur der Nähmaschine weniger gut gefallen:




    Und hier noch ein Bild von einer unkreativen Naht, für mein Ego:

  • Sieht gut aus, deine Koma. Glückwunsch zu den Nähfortschritten! Der Stoff von Extex ist aber nicht kalandriert, sondern imprägniert. Mir war der ehrlich gesagt zu glitschig. Ich bin auf die Haltbarkeit gespannt. Bei mir und meiner Querhängematte haben sich seinerzeit etliche Nähte aufgezogen.

  • Cross Hammock dann bessere ich das sofort aus. Ich hoffe natürlich, dass mir die Nähte nicht aufgehen.
    Sollte ich feststellen, dass mir der Stoff zu unangenehm ist, dann nähe ich mir eben noch eine aus einem anderen Stoff :). Es ist ohnehin unrealistisch, dass das meine letzte Hängematte sein wird :D...

  • Sieht doch super aus! Schau dir mal an, wieviele "kreative" Nähte an den kommerziellen Hängematten dran sind ;)


    Der Stoff von Extex ist aber nicht kalandriert, sondern imprägniert. Mir war der ehrlich gesagt zu glitschig.


    Echt - der "Hammock-Nylon"? Der ist sicherlich nicht so weich wie das Hexon, aber als glitschig würde ich ihn nicht beschreiben. Wenn er breiter wäre, wäre das einer meiner Lieblingshängemattenstoffe - einfach wegen der guten Liegeeigenschaften.

  • Deine «Koma» ist auch wieder schön geworden! Gratuliere!


    Dass deine Nähte immer schöner werden, ist natürlich auch toll. Es macht einfach Freude (finde ich), wenn einem ein gutes Stück Handarbeit gelingt.


    Kreative Nähte kenne ich von meinen ersten Nähprojekten auch noch gut. Und auch jetzt «gelingen» sie mir gelegentlich immer wieder mal.

    Ich selbst liege mit dem Kopf so nah wie nur möglich am Kopfende der Matte, da diese dort breiter ist, der Druck auf die Schultern damit sinkt und deshalb das Liegegefühl am besten ist.

    Das sollte eigentlich kein Problem sein. Ich würde mich aber niemals in die Nähe des Kopfendes setzen. Je näher dein Körperschwerpunkt zum Kopf- oder zum Fussende gelangt, desto höher wird die Belastung des entsprechenden Spreizstabes.

  • Deine «Koma» ist auch wieder schön geworden! Gratuliere!

    Auch hier wieder: Vielen Dank :)!


    Je näher dein Körperschwerpunkt zum Kopf- oder zum Fussende gelangt, desto höher wird die Belastung des entsprechenden Spreizstabes.

    Mit der kürzeren Hängematte ist das jetzt ohnehin kein Problem mehr, da ich ziemlich gut reinpasse :D.. Da ist nichtmehr viel Platz nach unten und oben.

  • Mit der kürzeren Hängematte ist das jetzt ohnehin kein Problem mehr, da ich ziemlich gut reinpasse

    Bei einer kürzeren Brückenhängematte ist die Belastung der Spreizen grundsätzlich etwas höher als bei einer längeren. Dafür hat die gleich tiefe Kurve eine grössere Auswirkung auf den Liegekomfort.


    Finde ich super, dass du die tiefere Kurve von der «Ariel» beibehalten hast. Ich denke, das wirkt sich positiv auf den Liegekomfort aus. Zudem vergrössert es den Hängewinkel, was insgesamt die wirkenden Kräfte reduziert.

  • Der ist sicherlich nicht so weich wie das Hexon, aber als glitschig würde ich ihn nicht beschreiben. Wenn er breiter wäre, wäre das einer meiner Lieblingshängemattenstoffe - einfach wegen der guten Liegeeigenschaften.

    Bei meiner Nutzung in Querrichtung kommt natürlich noch hinzu, dass der Stoff in Richtung Schuss um ⅓ weniger belastbar ist als in Richtung Kette. Aber vielleicht gebe ich dem Stoff auch noch mal eine Chance, denn bei meinem ersten Versuch damit habe ich noch nicht mit Heißschneider geschnitten und mich über die vielen feinen Fädchen geärgert.

  • Bei meiner Nutzung in Querrichtung kommt natürlich noch hinzu, dass der Stoff in Richtung Schuss um ⅓ weniger belastbar ist als in Richtung Kette.

    Das wusste ich nicht. Ich dachte, dass bei "normalen" Stoffen (nicht "Hybrid" wie von RbtR) beide Richtungen gleich stark sind. Weisst du zufällig, warum das bei diesem Stoff nicht der Fall ist?


    Wenn sich der Stoff je nach Richtung der Belastung so unterschiedlich verhält, ist er vielleicht bei einer 90° Hängematte nicht so bequem wie bei einer Gathered End oder Brückenhängematte.

  • Wie meinst du das genau? Ich glaube, alle gewebten Stoff sind in Kettrichtung belastbarer, ein großer Vorteil für die GE-Hängematte. Konradsky hat dem zwar mal widersprochen, aber von der Fertigung her scheint mir das evident.

    Zum letzten Halbsatz: Genau auf den Einstieg kommt es bei der Querhängematte aber an, denn ohne diese punktuelle Mehrbelastung kommt man nicht in den Genuss, "gewebeschonend" querliegen zu können. Außerdem ist der bei der GE längere Stoff in Richtung der Haltepunkte ein weiterer Vorteil der GE. Dadurch gibt es einen - unterschiedlich ausgeprägten - Bugee-Effekt, der die Punkt-Belastung abfedert.

  • Vielleicht habe ich das missverstanden, aber für mich klang es so, als ob in Querrichtung weniger Fäden verwendet werden als in Längsrichtung. Also ein Ripstop Karo besteht dann vielleicht in Längsrichtung aus 60 Fäden und in Querrichtung aus 40 Fäden. Andererseits belaste ich mit meinen 165cm Körpergröße bei einer Gathered End Hängematte von 150cm Stoffbreite wohl nur 130cm. Im Vergleich dazu belaste ich von 200cm Länge 165cm Stoff. In dieser Richtung sind zwar weniger Fäden verwebt, aber dafür wird die Last besser verteilt. Abgesehen vom Einstieg natürlich - aber den "Landebereich" könnte man ja vielleicht verstärken. Oder habe ich da einen Denkfehler?

  • den "Landebereich" könnte man ja vielleicht verstärken

    Daran habe ich auch schon mal gedacht, aber da bei meinen Hängematten seit mehr als einem Jahr nichts mehr kaputt gegangen ist, habe ich bisher in die Richtung nichts unternommen.


    So sieht übrigens ein Ripstop-Quadrat des Extex-Stoffes aus. Das sind 30 x 22 Fäden (kann mich auch verzählt haben). Dem entspräche ungefähr das Belastungsverhältnis von 630 : 410 N.

  • Steht ja im Eingangspost, daß die KOMA als Vorlage diente. Wenn das Christian deutlicher erwähnt haben möchte, wird er das schon sagen. Wo ist dendronaut eigentlich? Seit dem Umzug des Forums hat er hier noch nichts geschrieben. ;(

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Ich hätte Koma normalerweise nichtmal in den Titel gepackt, aber bei meinem letzten Thread, in dem ich eine andere Hängematte nachgenäht habe, hat mich Waldläufer70 darum gebeten doch bitte den Namen des Nachbaus "Ariel" in die Tags und/oder den Titel mit aufzunehmen. Also hab ich das hier in vorauseilendem Gehorsam auch so gemacht. Ich kann es natürlich nachträglich noch mit einer Ergänzung o.Ä. versehen :).

  • Ich finde es durchaus sinnvoll, wenn du deine Hängematte «Koma» nennst respektive von der «Koma» sprichst. Du könntest ja den Titel anpassen und so etwas wie "Vorstellung meiner Brückenhängematte - inspiriert von der «Koma»" schreiben. Der Name der Hängematte hilft anderen, eine Anregung zu finden, wenn sie auch eine solche Hängematte machen möchten.

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