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  • Hallo,

    ich bin Knoti und komm von den Pfadfindern aus Dresden :) Ich hab zwar noch keine Hängematte, hab aber zu Weihnachten KD38 (der Stoff aus dem Jurten von den Pfadis gemacht sind) gekriegt und will mir jetz dadraus meine erste Hängematte machen. Habt ihr da nen paar Tipps für mich?

    Vielen Dank :3

    #WSJ2019

    Einmal editiert, zuletzt von Knoti (17. Januar 2019 um 17:50)

  • Hallo und willkommen im Forum! Schön, dass du in den Kreis der Hänger eintrittst! Der Stoff, den du dir für deine erste Hängematte ausgesucht hast, taugt aber leider nicht für diesen Zweck. Er wiegt ungefähr fünfmal soviel wie normale Hängemattenstoffe und ist auch viel zu hart, um darin bequem zu liegen. Ich weiß wovon ich rede, denn ich habe aus diesem Stoff schon mal ein Tipi genäht. Geht mal zu Extremtextil in die Neustadt und lass dir statt dessen diesen Stoff zeigen.

    Ansonsten könntest du auch noch mal drüber nachdenken, was für eine Form von Hängematte du eigentlich haben willst. Da gibts nämlich verschiedene. Siehe auch unten meine Signatur. Auf jeden Fall gibts im Bereich Hängematten viel zu entdecken. Viel Spaß dabei!

    Cross Hammock - die Querhängematte

    (gewerblich)

    Einmal editiert, zuletzt von Cross Hammock (25. Dezember 2018 um 23:07) aus folgendem Grund: R

  • Wie alle Baumwollstoffe hat dieser Stoff den Nachteil, dass man auf ihm nicht rutscht. Das klingt für dich vielleicht erst mal positiv, aber in der Praxis ist es eher unangenehm. barfuß hat darüber mal berichtet, vielleicht findet jemand diesen Faden heraus, um dir den Link zu schicken. Ich empfehle dir jedenfalls, noch paar Reaktionen hier abzuwarten, ehe du dein Weihnachtsgeschenk zerschnippelst.

    • Offizieller Beitrag

    Hi Knoti , willkommen im Hängemattenforum :)

    Im Gegensatz zum Cross Hammock habe ich mit diesem Material noch nicht gearbeitet. Die meisten im Forum wollen halt nicht so sehr schleppen und achten daher auf's Gewicht. Daher nutzen wir hier halt Ripstop-Stoffe.

    Bezüglich deiner Frage, ob du aus deinem Stoff eine Hängematte machen kannst, kann ich nur sagen, dass er atmungsaktiv sein sollte, da du im Sommer sonst recht schnell in deiner eigenen Suppe schwimmst. Jurtenmaterial ist ja (meines Wissens) dazu gemacht, Regen vom Zelter fernzuhalten ... da musst du mal schauen, ob das zusammenpasst.

    Im Artikel "Zur Geschichte der Hängematte" findest du ein Wikipedia-Foto, das eine Hängematte zeigen, wie die Seeleute sie früher auf den Schiffen gehabt haben. Davon gibt es auf der Wikimedia-Seite noch mehrere.

    Die alten US-Militär-Hängematten aus dem zweiten Weltkrieg waren aus Baumwolle oder Leinen (hier ein Link aus den Fußnoten unseres Geschichtsartikels). Das kommt deinem Stoff und dem, was du daraus machen kannst, vielleicht am nächsten. Anhand der Fotos kannst du erkennen, wie die Aufhängung von diesem Hängematten früher war (mit Ösen und Seilen an den Enden).

    Es hat vor einiger Zeit hier jemand im Forum eine ähnliche Hängematte mit dieser Aufhängetechnik gebaut, leider finde ich den Faden nicht mehr so schnell. Entweder du stöbert selber ein wenig hier rum, oder vielleicht weiß auch ein anderes Forenmitglied, welchen Beitrag ich meine. Falls ich selber noch darüber stolpere, ergänze ich ihn an dieser Stelle nochmal.

  • Hallo Knoti

    Willkommen im Forum.

    Ich kenne den KD38 nicht. Von dem her kann ich nicht sagen, ob eine Hängematte aus diesem Stoff bequem ist. Das Gewicht wäre aus meiner Sicht primär dann ein Hinderungsgrund, wenn du sie regelmässig zu Fuss mitnehmen respektive grosse Touren damit machen möchtest.

    Es kann natürlich sein, dass der Stoff tatsächlich zu hart für eine Hängematte ist, wie Cross Hammock oben bereits geschrieben hat. Ich möchte aber dennoch zwei Möglichkeiten in den Raum werfen, die eine Nutzung als Hängematte vielleicht dennoch möglich machen:

    Solche Hängematten bestehen aus relativ wenig Stoff. Der Stoff wird am Kopf- und am Fussende mit einem «Schnurfächer» verlängert, so dass die Hängematte insgesamt doch eine beachtliche Länge erreicht. Im verlinkten Beispiel ist der Seilfächer / Clew so aufgebaut, dass die Hängematte in der Mitte kürzer ist als am Rand. Die Mitte wird dadurch gegenüber dem Rand angehoben, was ein sehr flaches Liegen ermöglicht. Und nun kommt der wichtige Punkt: Der im Beispiel dafür verwendete Stoff ist über zwölfmal so schwer wie das von Seitenschläfer vorgeschlagene «Hammock Nylon», das auch ich sehr gerne mag. Ich habe mit einer solchen im Zweiten Weltkrieg genutzten Hängematte zwar keine Erfahrung, eine solche Hängematte scheint aber gemäss Beschrieb im Link oben sehr bequem zu sein. Mich nähme sehr Wunder, wie sich eine solche Hängematte bewährt.

    Falls du dich dafür interessierst, könnte ich dir noch ein, zwei Tipps geben, wie du den Übergang vom Stoff zu den Seilen gestalten könntest, ohne Ösen (Grommets) zu verwenden. Ich vermute nämlich, dass die Verwendung von Ösen bei der Nutzung deines vergleichsweise «leichten» Stoffes womöglich ungünstig sein könnte.

    • Bau einer sehr langen Hängematte mit gerafften Enden (doppelt so lang wie du gross bist oder noch länger)

    Je länger eine klassische Hängematte aus einem an den Enden gerafften Stoff ist (Gathered-End-Hängematte), desto flacher kannst du (diagonal) darin liegen. Dazu sollte der Stoff aber rund halb so breit wie lang sein, denn sonst kannst du unter Umständen nicht genug diagonal liegen. Ab einer bestimmten Länge stellt sich der gegenteilige Effekt ein: Weil sich ein längerer Stoff absolut mehr dehnen kann, hat die maximal sinnvolle Länge ihre Grenzen. Weil sich feste Stoffe aber in der Regel weniger dehnen als leichte Stoffe, eignen sie sich sehr gut für lange Hängematten. Hängematten aus Südamerika sind oft aus festem Baumwollstoff gefertigt und wirklich sehr lang: Vier Meter und mehr sind da keine Seltenheit. Dank der grösseren Länge dürfte sich ein fester Stoff wieder ein ganzes Stück «weicher» anfühlen.

    Ein echtes Problem könnte sein, dass dein Stoff sich nicht so gut an den Enden raffen lässt, weil er ziemlich dick und steif ist. Du müsstest vermutlich einen ausreichend breiten Zugtunnel nähen, damit der Stoff sich besser an den Enden zusammenziehen lässt. Alternativ müsstest du den Stoff allenfalls zusammenfassen und whippen. Dazu findest du auch Informationen im Forum. Einfach nachfragen, wenn du dich dafür interessierst.

    Was für eine Art Hängematte schwebt dir denn vor? Ach ja, und welche Maße hat denn dein Stoff? Wie lang und wie breit ist er? Möglicherweise nimmt dir das bereits die Entscheidung ab, in welche Richtung du weiterdenken könntest.

    PS: Falls der KD38 gar nicht atmen sollte, könnte das tatsächlich ein Problem sein, wie Furbrain bereits angemerkt hat. (Ich habe seinen Beitrag erst nach Fertigstellung meines Beitrags gesehen.)

  • Ich sehe gerade, dass der KD38 womöglich mit Paraffin imprägniert ist. Für Jurten ist das sicher toll, ob der Stoff sich damit für eine Hängematte eignet, weiss ich nicht. Notfalls müsstest du das Paraffin irgendwie aus dem Stoff rausbügeln. Ich habe allerdings keine Ahnung, ob und wie leicht das gehen würde.

    Von der Reissfestigkeit her (mal abgesehen von der Belastung der Ösen) müsste der Stoff problemlos ausreichen, ist er doch – gemäss Angaben in den Links – noch ein ganzes Stück stärker als das «Hammock Nylon» von Extremtextil.

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe den KD38 bei extremtextil auf der Homepage gefunden. Der ist wohl atmungsaktiv, also sollte das Schwitzen kein so großes Problem sein. Ein andere Wert ist mir aber noch ins Auge gefallen:

    Höchstzugkraft Kette (5cm): 70daN

    Hat das etwas mit der Reisfestigkeit des Stoffes zu tun? Weiß das jemand von den Stoff-Experten? Nicht das Knoti nach der ganzen Arbeit gleich am ersten Abend wieder auf dem Boden liegt ... ;)

  • Ich habe den KD38 bei extremtextil auf der Homepage gefunden. Der ist wohl atmungsaktiv, also sollte das Schwitzen kein so großes Problem sein. Ein andere Wert ist mir aber noch ins Auge gefallen:

    Höchstzugkraft Kette (5cm): 70daN

    Hat das etwas mit der Reisfestigkeit des Stoffes zu tun? Weiß das jemand von den Stoff-Experten? Nicht das Knoti nach der ganzen Arbeit gleich am ersten Abend wieder auf dem Boden liegt ... ;)

    Siehe meinen Beitrag oben. Der Stoff ist eine Spur stärker (70daN) als das sehr stabile «Hammock Nylon» (63daN). Der heikle Punkt dürften die Ösen sein. Derek Hansen schreibt in seinem oben verlinkten Artikel, dass leichtere Stoffe als das von ihm verwendete Duck Canvas (24oz/yard² = 814g/m²) zu wenig stabil waren und an den Ösen ausgerissen sind. Deshalb mein Hinweis wegen der Tipps bezüglich anderer Verbindungen zwischen Stoff und Seilfächer (Clew).

  • Leute, der Stoff ist für Hängematten komplett ungeeignet, er ist schwer, steif und von der Imprägnierung perlt jeder Tropfen Wasser ab.

    Das mit der Imprägnierung wäre auch mein Hauptfragezeichen. Was deine weitere Kritik betrifft? Hast du Derek Hansens Artikel gelesen? Er verwendet einen Stoff, der zwölfmal(!) so schwer ist wie das Hammock Nylon von Extremtextil und ebenfalls sehr steif. Im Falle der «World War II US Navy Hammock» trägt die Steifheit gemäss seinem Artikel zum Komfort bei. Aber vielleicht hast du tatsächlich recht. Ich weiss nur, dass besagte Hängematten aus sehr schwerem und steifem Stoff (Duck Canvas) gefertigt wurden.

  • KD38 ist ein Zeltstoff von Tencate. Geeignet für Zelte, die noch eine richtige Zeltwand zwischen Innenzelt und Natur errichten. Der größte Händler dafür ist die holländische Firma ESVO. Dort ist der Stoff deshalb auch ein Drittel billiger als bei Extex. Ich würde davon abraten, daraus Hängematten herzustellen, zu schwer, zu brettartig, zu wenig hautfreundlich.

    • Offizieller Beitrag

    Kommt immer darauf an, was man mit der Hängematte anstellen will. Soll die Hängematte in den Rucksack, ist eine schwere und sperrige "Baumwollplane" eher ungeeignet. Zum Abhängen auf der Veranda würde ich den Stoff aber als tauglich betrachten. Für glatte Stoffe gewohnte Hängemattenschläfer ist die raue Baumwolle erst einmal unkomfortabel erscheinend, aber nach einer Umgewöhnungsphase durchaus geeignet.

    Ich habe mal auf einem Segelschiff eine knappe Woche in einer Segeltuchhängematte verbracht. (Nein, nicht die ganze Woche, sondern nur die Nächte bzw. die Freiwachen. ;))

    Ich habe (wie in jeder Hängematte) gut geschlafen.

    Generell würde ich mir jedoch aus dem Kohtenstoff etwas anderes basteln. Ripstop-Nylon ist für Hängematten einfach geeigneter.

  • Wenn ich mir alle Beiträge nochmals vor Augen führe, erscheint mir der Umstand, dass der Stoff mit Paraffin imprägniert ist, so dass das Wasser davon abperlt, das Hauptproblem zu sein.

    Falls du die Möglichkeit haben solltest, den Stoff in einen nicht imprägnierten Stoff umzutauschen, wäre das vielleicht eine Überlegung wert.

    Wenn du bei einem festen und eher steifen Baumwollstoff bleiben möchtest, würde ich wohl am ehesten in Richtung der «World War II US Navy Hammock» gehen, bei der sich die Festigkeit des Stoffes anscheinend genau positiv auswirkt. Dafür brauchst du eher wenig Stoff, was das Gewicht des Endproduktes auch im Rahmen halten würde.

    Wenn du eher in Richtung Gathered-End-Hängematte gehen möchtest, könnte ich dir das Hexon von DutchWare Gear empfehlen. Dieser Stoff ist zwar aus Nylon gefertigt, fühlt sich aber nicht plastikartig an, sondern ist sehr angenehm auf der Haut.

    Das Hexon 1.6 ist relativ elastisch, was einige nicht so mögen. Dafür gibt es diesen Stoff auch in einer extrabreiten Ausführung. Sehr schön ist auch das deutlich festere Hexon 2.4. Alle Hexon-Stoffe sind in Deutschland über http://www.hammockfairy.com beziehbar.

    Und bedenke, dass es neben den genannten Bauformen auch noch Brückenhängematten und Querlieger gibt.

    Aber schreibe doch mal, was dir aufgrund der Rückmeldungen am ehesten vorschwebt.

  • Ich bin noch unentschlossen ob ich eher Gathered End od. das von der Navy verwende... aber ich würde schon gerne beim KD38 bleiben.

    #WSJ2019

  • Ich bin 1,70 groß und der Stoff (hab eben noch mal gefragt) 1,60m x 6m ... hab mir zwar 4m gewünscht

    aber auch gut :D

    Esvocamping hatte den anscheinend runtergesetzt.

    #WSJ2019

  • Gathered-End-Hängematte

    Von der Länge her wäre eine Gahtered-End-Hängematte wohl möglich. Die Breite ist auch absolut okay dafür. Bei deiner Grösse – und da eine Gathered-End-Hängematte aus diesem Stoff wohl ohnehin etwas sperrig und schwer würde – würde ich sie aber sicher 340-360cm lang machen (Maße des fertigen Produktes), damit du optimal flach liegen kannst. Ich habe mal deine Körpergröße verdoppelt und aufgrund des sehr festen Stoffes aufgerundet. Falls du noch im Wachstum sein solltest, könntest du auch etwas mehr Länge (z.B. 380cm) ins Auge fassen. Kürzen kannst du eine Gathered-End-Hängematte immer noch, wenn sie dir zu lang erscheint. Das Umgekehrte ist nicht möglich.

    • Vorteil: Eine Gathered-End-Hängematte ist am einfachsten selber herzustellen.
    • Nachteil: Es kann gut sein, dass Cross Hammock richtig liegt und der Stoff dafür etwas sperrig ist. Gerade die Raffung an den Enden funktioniert erfahrungsgemäss nicht so gut. Ein so langes Stück aus diesem Stoff wird zudem ziemlich viel Platz brauchen und einiges an Gewicht auf die Waage bringen.

    Frage: Wozu möchtest du die Hängematte hauptsächlich nutzen? Im Garten oder auf der Veranda? Fürs Bushcraften im Wald? Oder möchtest du sie auch mal auf eine Pfadi-Tour mitnehmen, wo du deine Sachen auch mal länger tragen musst?

    Navy-Hängematte mit Seilfächer

    Wenn du eine Hängematte mit einem Seilfächer ins Auge fassen solltest, müsstest du dir Gedanken zum Übergang vom Stoff zu den Seilen machen. Dein Stoff ist für eine Lösung mit Ösen vermutlich zu schwach (siehe Link weiter oben), so dass sie womöglich nach kurzer Zeit ausreissen würden. Ich hätte da aber eine Idee, die ich gerne mitteile, falls du diesen Weg gehen möchtest.

    • Vorteil: Die Hängematte wird nicht so sperrig und schwer. Zudem scheint mir die Festigkeit des Stoffes auch eher für diese Variante zu sprechen.
    • Nachteil: Die Herstellung ist etwas aufwändiger.

    Frage: Kannst du schon nähen oder hast du da Hilfe zur Hand?

    Egal, wofür du dich entscheidest: Im Sommer könnte der Stoff etwas schwitzig sein, da er – so jetzt einfach mal meine Annahme aus der Distanz – wasserdicht ist und dein Schweiss nach unten nicht entweichen kann.

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