Problem bei 80er Nähmaschinengarn und 1.2 Robic XL

  • Heute habe ich angefangen, mein neues 1.2 Robic XL für meine nächste GE zurecht zu schneiden und dann an meiner Pfaff 1221 80er Güttermann Polyesterfaden aufgespuhlt. Als ich mit dem Robic ein paar Teststiche mit meiner 70er Microtex-Nadel gemacht habe, war ich mit dem Nahtbild gar nicht zufrieden:nea:Der Oberfaden war okay, aber auf der Unterseite war das Garn zwar korrekt vernäht, jedoch auf der Strecke zwischen(!) den Nahtpunkten eher "luftig", sprich immer ein wenig zu lang. Somit hatte ich unten ein sehr unruhiges Nahtbild.


    Experimente mit Ober- und Unterfadenspannung haben zwar igendwann zu den obligatorischen kleinen Schlaufen an den Durchstichlöchern geführt, mein Problem der unregelmäßigen Unterseite aber nicht gelöst.


    Wenn ich das 1.2 Robic dreifach genommen habe, war das Nahtbild immer noch nicht gut, aber besser. Dickere Stoffe, wie Leinen oder Baumwolle waren im Nahtbild auf der Unterseite auch besser.


    Frage 1: Kann es sein, dass manche Stoffe zu dünn sind für die Fadenführung von Haushaltsmaschinen?


    Frage2: Abgesehen davon, dass die Naht scheiße aussieht - stellt das ein Problem für die Stabilität/Reißfestigkeit der Naht dar, wenn Ober- und Unterfaden nicht sauber und straff in das Textil eingebracht werden?


    Ich habe die Maschine gerade vor ein paar Tagen von der Inspektion abgeholt und die Testmuster auf Jeansstoff waren alle tadellos bei der Überprüfung durchgegangen :confused:

    Innere Betrachtungen anzustellen ist viel interessanter als Fernsehen, und es ist eine Schande, daß nicht mehr Menschen darauf umschalten.

    (Robert M. Pirsig: "Zen und die Kunst ein Motorrad zu Warten")

  • Mit dem 1.2oz Robic habe ich noch nicht gearbeitet, aber das 1.0oz Robic war bis jetzt mit der schwierigste Stoff, den ich vernäht habe. Der ist einfach extrem dicht und fest gewebt. Ich kann deutlich hören, wie die Maschine die Nadel mit Gewalt durch den Stoff schießen muss. Wenn die Nähmaschine nicht gut eingestellt ist, macht sich das im Nahtbild bemerkbar. Ich habe heute gerade meine Maschine in die Reparatur gebracht, weil sie bei Stoffen wie dem Robic immer wieder mal eine Schlaufe nicht ganz durchgezogen hat.


    Poste doch mal Bilder von der Naht. Dann kann man vielleicht bessere Tipps geben.

  • Ich habe letztens vier Hängematten aus Robic 1.7 genäht, also einem Stoff, der noch etwas stabiler ist als der 1.2er. Eine davon ist noch da, deshalb habe ich sie mir eben noch mal angesehen. Sieht ganz normal aus. Ein ungleichmäßiges Stichbild kann viele Ursachen haben. Eine 70er Nadel für 80er Garn ist vielleicht etwas zu dünn. Probier es mal mit einer 80er Nadel. Apropos: wo hast du den 80er Gütermann-Zwirn her? Ich nehme für Tarps oft den etwas dickeren Mara 70 von Gütermann (von Dutch oder Ripstopbytheroll). Für Hängematten nehme ich lieber das etwas dünnere 80er Garn. Aber das kommt leider von Amann und ist nicht so gut entstaubt wie die Gütermann-Garne (außer Toldi, das auch ziemlich stark fusselt). Meine Maschine ist übrigens auch gerade in der Reparatur und braucht einen neuen Schrittmotor - und das nach nicht einmal zwei Jahren! Ich nähe daher momentan mit meiner Pfaff 31 - die ist flüsterleise, näht feinstes Moskitonetz ebenso gut wie Gurtband und das Stichbild ist 1a. So eine Maschine, die man für 30 € auf eBay bekommt, kann ich jedem empfehlen. Zu deinen Fragen: 1. Glaube ich nicht. Probleme gibts eher, wenn der Stoff zu dick ist. Zu 2.: Wenn die Schlaufen nicht zu locker sind, sehe ich keine Gefahr für die Stabilität deiner Naht.

  • Das 1.7oz Robic war für mich auch nie ein Problem. Das 1.0oz Robic ist dagegen die Hölle. Mit schweren Hängemattenstoffen hatte ich grundsätzlich nie Probleme. Nur mit den leichten, dicht gewebten. Das 1.0oz Robic und das 1.4oz PolyD waren die nervigsten Stoffe. Vor allem bei den mehrlagigen Stellen.


    Mara 70 kann ich für die dünneren Stoffe auch nicht empfehlen. Das verschärft die Probleme unter Umständen noch, weil die Nadel dicker sein muss. Ich überlege gerade ob ich mal Mara 80 bestelle und ausprobiere. Das Tera 80 ist aber gut geignet: es ist so stark wie (oder sogar stärker als) das Mara 70 aber dünner und rutschiger. Nur gibt es das nicht in so vielen Farben wie Mara.


    Edit: Ich sehe gerade, dass ich Quatsch geschrieben habe. Das Tera 60 ist so stark wie bzw. stärker als das Mara 70, aber dünner und rutschiger. Das Tera 80 verwende ich für die Säume. Tera 80 ist aber auf jeden Fall stärker als Allesnäher o.ä. Ob es auf Dauer den Belastungen einer Channel End Hängematte gewachsen ist, weiß ich nicht.

  • Ein Foto wäre herrlich.


    Ich habe 1.6er mit 120er Garn und einer 80er Microtex Nadel genäht.
    Die Fadenspannung habe ich runter geschraubt. Also weniger als "normal".


    STICHLÄNGE 2 (mm) besser weniger


    Ich denke Du hast zu dickes Garn mit zu dünner Nadel. ggf kombiniert mit zu großem Stichabstand so dass sich der lockere Unterfaden kräuseln kann.


    Meist schneid ich mir ein Rest ab, leg das doppelt und nähe die Maschine ein.
    Das meiste kannst ja während dem Nähen verstellen. Fadenspannungen, Abstände.
    Das Ergebnis sieht man sofort.


    Aber wie gsagt, nimm anderes Garn.

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  • Zitat von Bernd Odenwald

    Das ist aber speziell bei Deiner Maschine.
    Normalerweise sagt man, je dünner der Stoff, desto kürzer der Stichabstand.
    Kannst ja mal den Test machen in Abständen von 1-3 zu nähen und das Nahtbild anschauen.
    Also wenn mit der Maschine alles in Ordnung ist, dann sollte der Abstand kurz sein.


    Nein, das hat mit meiner Maschine nichts zu tun. Wenn du dir die Stichlängen bei den Hängematten anschaust, die von echten Profis genäht wurden (Warbonnet, Dutch, Dream Hammock, Wilderness Logics, ...) wirst du feststellen, dass sie meist (deutlich) länger als 2,5mm sind. Ich hatte deshalb schon überlegt, die Stichlänge zu verlängern. Selbst die Stichlängen an den kommerziellen Quilts/Schlafsäcken sind schätzungsweise 2,5mm. Ich habe für ein Campingkissen mit Daune mal kürzere Stiche verwendet, aber das sah nicht gut aus. Zudem habe ich auch das Gefühl, dass fette Garne wie das Tera 80 oder Mara 70 eher längere Stiche brauchen.


    Zitat von Bernd Odenwald

    Dir empfehle ich, die verkorxte Maschine los zu werden und eine neue anzuschaffen.
    Auf das Tote Pferd würde ich nicht mehr setzen. Wie lange ärgerst Du Dich jetzt schon damit rum? 1 Jahr?


    Das dürften schon fast 2 Jahre sein. Aber bis zur problematischen Wartung hat sie astrein genäht. Ich bin jetzt zu einem anderen, kleineren Reparaturdienst gewechselt. Der Mann dort hat innerhalb von 30 Sekunden ertastet, dass die Mechanik an einer bestimmten Stelle unrund läuft. Vermutlich ist das sogar mein Fehler gewesen: ich hätte häufiger ölen müssen. Mir wurde vorher nur gesagt "keinesfalls zu viel ölen! Ein Tropfen alle halbe Jahre reicht". Als Nähmaschinen-Laie verlässt man sich eben auf die (vermeintlichen) Experten, und im Handbuch steht auch nichts zum Thema.


    So oder so - die Teile werden jetzt ausgetauscht, aber falls die Maschine weiterhin Probleme macht, kaufe ich eine neue. Ich bin nur deshalb zögerlich, weil meine Maschine eigentlich von sehr guter Qualität ist, die Hängemattenstoffe selbst im verkorksten Zustand besser vernäht als eine neuere, hochwertige Brother Maschine zu der ich Zugang habe, und noch nicht viele Arbeitsstunden auf dem Buckel hat. In einem Monat weiss ich hoffentlich mehr.

  • Zitat von Bernd Odenwald

    Dutch z.B. näht mit Juki Schnellnähern, Du mit einer Pfaff Creative (?).
    Auch nochmal ein Unterschied.


    Stimmt. Aber was hat das mit der Stichlänge zu tun? Ich kann gerne Detailaufnahmen von den Nähten an einer 1.0oz Hexon Double Layer Chameleon machen und einstellen. Wenn ich mich richtig erinnere, dürften die Stiche im 3mm-Bereich liegen. Bin nur gerade zu faul die Hängematte aus der untersten Kiste zu holen.


    Zitat von Bernd Odenwald

    Die Damen nähen irre schnell und da macht sich 2 oder 3mm pro Stich auch bemerkbar. Der Stoff läuft auch schneller durch.
    Und, die werden die Maschinen nicht ständig verstellen. Sondern Maschine X wird nur für Stoffe verwendet. Idealerweise immer der Selbe.
    Maschine Y für Bänder. Alle so optimal eingestellt und das bleibt dann so.


    Stimmt auch - zumindest teilweise (... und nähen dort nur Damen?:nea:). Ich glaube nicht, dass Dutch für jede Stoffkombination eine eigene Maschine hat. Das wären nämlich alleine für die Hängematten

    • 2.4oz Hexon SL
    • 2.4oz Hexon DL
    • 1.6oz Hexon SL
    • 1.6oz Hexon DL
    • 1.0oz Hexon SL
    • 1.0oz Hexon DL
    • 2.4oz / 1.6oz Hexon DL
    • 2.4oz / 1.0oz Hexon DL
    • 1.6oz / 1.0oz Hexon DL

    = 9 Nähmaschinen. Dann noch eine für die Artikel aus Moskitonetz. Und mehrere für die Artikel aus Argon 67, Argon 90 und ION. Und mehrere für die diversen Tarpstoffe. Ich glaube nicht, dass Dutch schon eine so große Nähabteilung hat. Und da Sonderbestellungen zeitnah verschickt werden (zumindest habe ich auf die Versandbestätigung von genähten Artikeln noch nie länger als 4 Werktage gewartet), haben sie wohl auch kein System wie Warbonnet, wo eine Woche Single Layer Travelers genäht werden und die nächste Woche Superflys. Sie haben also mit Sicherheit eine gewisse Bandbreite an unterschiedlichen Stoffen und Lagen pro Maschine. Ob sie die Einstellungen der Maschine für jede Stoffkombination ändern halte ich für fraglich. Ich mache das, und ich weiss wieviel Zeit das kostet.


    Wenn du gerne einen Blick hinter die Kulissen wirfst, dann schau dir mal dieses Video an:

  • Dream Hammock verarbeitet eine noch größere Bandbreite an Stoffen - darunter auch so schwierige wie das 1.2oz Robic (das 1.0oz Hexon näht sich deutlich einfacher) - und sie arbeiten mit 5 Maschinen und 5 Personen. Ich habe den Eindruck, dass jede Person ihre eigene Maschine hat - und die Maschinen nicht auf bestimmte Stoffe eingestellt sind.


    Zitat von Bernd Odenwald

    Wenn man den Platz und das Geld dafür hätte.
    Aber bei unserem small business, da muss die Maschine mal Stoffe nähen, da ist das Gemüse beim Penny dicker eingepackt und danach Gurtband und morgen ne Jeans umnähen.


    Ich habe mit meiner Maschine (die wohl für Halb-Profis oder zumindest die gehobenen Ansprüche von vielnähenden Amateuren vermarktet wurde) zu 99% Hängematten genäht. Und dort Stoffe von 1.0oz bis 2.6oz, also keine extremen Unterschiede wie zwischen einem Blusen- und einem Jeansstoff. Und ich habe mir für jedes Garn eine eigene Spulenkapsel angeschafft und so gut eingestellt wie ich das als Autodidakt fertig gebracht habe. Mit Dutch oder Warbonnet kann ich das nicht vergleichen, aber von Dream Hammock oder Simply Light Designs bin ich damit technisch keine zig Lichtjahre entfernt.


    Im Übrigen kommt mein neuer Nähmaschinenreparierer aus der Industrie, wo er jahrzehntelang Erfahrungen gesammelt hat. Ich hatte den Eindruck, dass er sich gut auskennt (im Gegensatz zu den Leuten im letzten Betrieb), und nehme deshalb seinen Rat die Stichlänge zu verlängern ernst.

  • Danke für eure bisherigen Rückmeldungen! Ich muss an diesem Wochenende leider arbeiten, daher hatte ich erst jetzt Zeit die Fotos nachzutragen.


    Auf Rat von Bernd Odenwald habe ich erst einmal den Stichabstand auf 2.5 mm reduziert. Bei den letzten Matten habe ich 3,5 - 4 mm benutzt, das war aber mit meiner anderen Nähmaschine von Privileg. Das Nahtbild bei der Pfaff 1221 hat sich durch die Verkürzung des Stichabstandes schon mal verbessert, die Kräuselungen haben sich etwas reduziert.


    Dennoch ist die Unterseite immer noch ungleichmäßig, wenn ich das 1.2 Robic dreifach lege und eine Testnaht nähe. Hier zum Vergleich die Oberseite:




    ... und hier die Unterseite:




    Seitenschläfer Da die Nadel locker über das Garn gleitet, wenn man sie ausbaut, einfädelt und dann mit dem Garn hin- und herschwenkt, denke ich, dass die Nadel nicht das Problem ist und das Garn genug Spiel im Nadelöhr hat. Die 80er Garnspule selbst habe ich über ebay von einer kleinen türkischen Nähstube gekauft.


    Ich habe jetzt noch einmal über amazon eine Rolle Mara 120 bestellt, die kommt im Laufe der nächsten Woche per Post an. Dann werde ich das Nahtbild noch einmal prüfen, bevor ich weitermache mit meiner neuen HM. Geduld ist eine Tugend ...

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  • Sieht für mich so aus, als ob die Oberfadenspannung zu locker eingestellt ist. Wenn die Fadenspannung richtig eingestellt ist, sollten sich Ober- und Unterfaden genau in der Mitte verhaken. Wenn die Oberfadenspannung zu stark ist, wird der Unterfaden auf die Oberseite durch gezogen. Wenn sie zu schwach ist, wird der Oberfaden auf die Unterseite durch gezogen. Versuch mal die Oberfadenspannung schrittweise zu erhöhen bis die Nähte auf beiden Seiten gleichmäßig aussehen. Ich habe mir mittlerweile andersfarbige Garne der gleichen Machart und Stärke besorgt, und verwende sie zum Einstellen der Spannung z.B. für oben Schwarz und für unten Weiss. Bei so einem dünnen Stoff sieht man dann oben schwarze Stiche mit weissen Punkten dazwischen und unten weisse Stiche mit schwarzen Punkten. Wenn die Nähte bis auf die unterschiedlichen Farben identisch aussehen, ist die Spannung gut eingestellt.


    Was für ein 80er Gütermann Garn ist das? Mara? Tera? Sonstwas? Wenn es Mara 80 ist, ist die 70er Nadel unter Umständen etwas zu dünn. Beim Mara 70 musste ich eine 90er Nadel nehmen, was bei so einem dünnen Stoff nicht ideal ist. Kennst du dieses Video schon?


    https://youtu.be/XwynEzDwDoM

  • Ich habe jetzt noch einmal über amazon eine Rolle Mara 120 bestellt, die kommt im Laufe der nächsten Woche per Post an. Dann werde ich das Nahtbild noch einmal prüfen, bevor ich weitermache mit meiner neuen HM. Geduld ist eine Tugend ...


    Mara 120 entspricht vermutlich dem Allesnäher (ich konnte nicht zweifelsfrei herausfinden ob das Mara 100 oder Mara 120 ist). Für Nähte, die keine Last tragen eine gute Wahl. Aber wenn du deine Aufhängung später durch die Tunnelzüge ziehen willst, würde ich für die 3 Nähte dort etwas kräftigeres verwenden.

  • 120er ist soweit ich mich nicht irre tatsächlich Allesnäher. Würde ich für Hängematten nicht nehmen. Mir ist es schon passiert, dass ein Allesnäher an der Saumnaht der Cross Hammock gerissen ist, als ich mich reingelegt habe. Das Garn ist jedenfalls für Querhängematten zu dünn. Aber das sieht bei einer GE möglicherweise anders aus.

  • Ich habe bisher nur Allesnäher für meine GE-Hängematten verwendet. Bisher ergaben sich daraus keine Probleme. Ich bin aber aus Gründen der Reserve dazu übergegangen, vier Nähte (2.5mm Stichlänge) zu setzen und diese auch nicht zu nahe beieinander, damit ein gewisser Spannungsausgleich stattfinden kann.


    Ich habe exakt dieses Problem bei meiner alten Bernina 530-2, wenn ich die Nadelposition nicht in der Mitte habe. Nähe ich mit der Nadel in der Mitte, dann habe ich ein perfektes Stichbild. Schiebe ich sie ganz nach rechts oder links, so ergeben sich genau diese losen Schläufchen auf der Stoffunterseite. Auch ich denke, dass es sich um eine etwas zu schwache Oberfadenspannung handelt. Was ich bei mir nicht verstehe: Warum tritt diese Asymmetrie nur auf, wenn ich die Nadel ganz links oder rechts positioniere? Irgendwie - so scheint mir - erhöht das den Widerstand beim Unterfaden.


    Noch habe ich keine Lösung für das Problem gefunden. Aktuell lasse ich die Nadel in der Mitte und führe den Stoff dort unter der Nadel durch, wo ich die Naht haben möchte.


    Falls dein Problem mit der Fadenspannung zu tun hat: Ich würde bei diesem dünnen Stoff eher versuchen, die Unterfadenspannung zu reduzieren, als die Oberfadenspannung zu erhöhen. Eine insgesamt erhöhte Fadenspannung könnte den Stoff beim Nähen zusammenkräuseln. Ich würde auf jeden Fall noch weiter versuchen, mit der Fadenspannung zu spielen. Sonst würde ich vielleicht mal einen Näh-Profi fragen. Oder eine Zweitmeinung bei einem anderen technischen Fachmann einholen, sofern verfügbar.

  • Die Nadelposition habe ich noch nicht kontrolliert. Danke für den Hinweis :good: Werde ich gleich heute abend machen.

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  • Bei Flachkolbennadeln ist da nicht viel Spielraum.


    Die sollten immer bis zum Anschlag im Schaft des Nadelhalters stecken.
    Die Ausrichtung des Öhrs kann man kaum einstellen, da die Nadel mit der abgeflachten Seite des Nadelschaftes auf eine Fläche im Nadelhalter durch die Schraube gedrückt wird.


    Bei Industriemaschinen verwendet man Rundkolbennadeln. Hier ergeben sich mehr Einstellmöglichkeiten.


    Ich rate immer zu Marken Nadeln wie Schmetz oder auch Groz&Beckert.
    Bei billigen Nadeln, ich verbauche viele Nadeln, habe ich oft scharfe Kanten am Öhr oder eine unsaubere Spitze gehabt.


    Garn ebenso das Thema.
    Du kannst billiges China Garn aus zwielichten Quellen kaufen. Sparst Geld.
    Hast aber hinterher den Stress mit Betriebsstörungen wie Fadenrisse oder Kräuselungen.


    Das Mara ist ein Polyestergarn das allerdings aussieht wie ein Baumwollgarn. Also so faserig ist wie man es gewohnt ist.
    Schau Dir mal das Tera an von Gütermann.
    Das ist glatter und fasert weniger.
    Bedeutet auch weniger Reinigung der Maschine. Kann schneller vernäht werden. Was bei Dir aber kein Thema ist.


    Ich glaube ja immer noch, mit 2mm Stichlänge, Tera 120 oder 100 und einer 80er Microtex Nadel, wenig Fadenspannung, wäre das Nahtbild deutlich besser.
    Aber ne Ferndiagnose ist schwierig.
    Nur wenn man die Maschine vor sich hat, probenähen kann und die Auswirkungen der Einstellungen sofort sieht, kommt man weiter.

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  • Heute abend habe ich noch einige Sachen ausprobiert, die ihr mir empfohlen habt:


    - Die Nadelposition ist korrekt mittig eingestellt. Die Positionierung auf links oder rechts hat erstmal keine Verbesserung gebracht.
    - Ich habe die Nadel doch noch mal auf eine 80er Microtex ausgetauscht.
    - ich habe die Unterfadenfadenspannung ein wenig reduziert und die Oberfadenspannung leicht erhöht.


    Das alles hat schon ein wesentlich ruhigeres Nahtbild auf der Unterseite erzeugt, mit dem ich schon fast zufrieden bin :good: - wenn es auch noch nicht so gleichmäßig ist wie auf der Oberseite.


    Dennoch werde ich jetzt noch die Garnlieferungen (Mara 120 und Tera 80) abwarten, die ich losgetreten habe, und damit noch weitere Tests machen, bevor ich mich an die Hängematte mache. Vielleicht kriege ich es noch besser hin ... :spiteful:


    Auf jeden Fall erst einmal tausend Dank für eure Tipps. Ich werde meine Ergebnisse in diesem Faden posten, wenn ich die anderen Garne ausprobiert habe.

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  • Was ich bei dünnen Stoffen empfehlen kann, ist eine "Geradstich" Stichplatte. Die Standardstichplatte hat einen Längsschlitz, damit man Zickzack nähen kann. Leichte Stoffe werden da gerne etwas reingedrückt. Die Geradstich-Stichplatte hat nur ein Loch. Man darf nur nicht versehentlich Zickzack einstellen...


    Ansonsten wurde mir von diversen Nähmaschinen-Profis empfohlen, die Unterfadenspannung nicht zu verändern. Bei den Spulenkapseln ist sie vom Hersteller bereits korrekt für "normale" Garne eingestellt. Ich hatte erst beim Mara 70 Probleme, weil das Garn doch deutlich dicker ist als z.B. der Allesnäher.


    Natürlich habe ich doch irgendwann angefangen, an der Unterfadenspannung herum zu fummeln. Aber da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Mit zu lockerer Spannung hatte ich eher Probleme als mit zu fester Spannung. Bei fester Spannung sehen die Nähte gleichmäßiger aus, und ein Stoff wie das 1.2oz Robic XL ist auch steif genug um sich nicht schnell zu kräuseln. Ein Problem wird das eher bei dünnen Quiltstoffen. Aber Versuch macht kluch. Wenn du dir die original Einstellung markierst, kannst du ja immer wieder alles in den "Werkszustand" versetzen.

  • Ansonsten wurde mir von diversen Nähmaschinen-Profis empfohlen, die Unterfadenspannung nicht zu verändern. Bei den Spulenkapseln ist sie vom Hersteller bereits korrekt für "normale" Garne eingestellt. Ich hatte erst beim Mara 70 Probleme, weil das Garn doch deutlich dicker ist als z.B. der Allesnäher.


    Natürlich habe ich doch irgendwann angefangen, an der Unterfadenspannung herum zu fummeln. Aber da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Mit zu lockerer Spannung hatte ich eher Probleme als mit zu fester Spannung. Bei fester Spannung sehen die Nähte gleichmäßiger aus, und ein Stoff wie das 1.2oz Robic XL ist auch steif genug um sich nicht schnell zu kräuseln.


    Danke für die Tipps zu Stichplatte und Unterfadenspannung.


    Mit Veränderungen an der Unterfadenspannung habe ich bisher noch keine Erfahrungen gemacht, weil ich nichts unpassend verändern wollte. Auf die Idee, die Spannung zu reduzieren, kam ich aus folgendem Grund: Bei dicken Garnen habe ich bisher die Oberfadenspannung immer bis zum Maximum erhöhen müssen, um wenigstens ein halbwegs schönes Nahtbild zu erreichen. So habe ich mir vor einiger Zeit eine zweite Unterfadenkapsel gekauft, um die für dickere Garne anpassen zu können. Wenn ich dort die Fadenspannung etwas lösen könnte (so meine Idee), dann brauche ich die Oberfadenspannung nicht mehr bis zum Maximum zu erhöhen. Ich habe das bisher aber noch nicht ausprobiert, weil ich in letzter Zeit keinen dringenden Bedarf hatte, dickere Garne zu verwenden.

  • Die Unterfadenspannung wird eigentlich nie verstellt.
    Sie sollte mit der kleinen Schraube, die das Blech an der Seite der Unterfadenkapsel hält, so eingestellt sein, dass man die Unterfadenkapsel samt Spule am Faden halten kann.
    Nur durch eine Bewegung wie beim Jojo spielen, sollte sich etwas Garn abwickeln.


    Nur durch die Oberfadenspannung reguliert man, wie sehr der Unterfaden vom Oberfaden in die Naht, in den Stoff hineingezogen wird.
    Nur durch den Unterschied in der Spannung.
    Ausgeglichen liegt die Naht in der Mitte des Stoffes.
    Manchmal vernäht man unterschiedliche Stoffe oder es gibt andere Gründe, das zu verändern durch die Dicke des Stoffes.


    Ich liebe ja die Maus.
    https://youtu.be/JQOmLOn4NHI?t=2m19s

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