Hängematte mit 1 Baum und 2 Trekkingstöcken aufhängen

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  • Ja, ich finde die Einfachheit auch toll, finde den Hauptnachteil dabei aber, dass die Stocklängen doch sehr an der Untergrenze sind. Noch idealer wäre, wenn sie so lang wären, dass man sowohl HM als auch Tarp verwenden könnte.
    Wenn ich wieder zu Hause bin, will ich das in jedem Fall auch mal probieren. Ich habe allerdings nur Nordic Walking Stöcke aus alten Zeiten unbenutzt rumliegen, von denen ich nicht weiss, ob sie zusammenrutschen. Es waren zwar eher teure Leki Stöcke, aber eigentlich sind sie ja nicht für die Belastung von HM gedacht...

    Sind Stöcke fürs Nordic Walking nicht fix? In der Regel sollen sie ja möglichst leicht sein; eine Segmentierung macht jeden Stock schwerer, weil die Segmente bei jeder Verbindung ein Stück überlappen müssen und auch noch ein "Verschluss" dazu kommt.

    Hier kann man für sich ausrechnen lassen, wie lange Stöcke - je nach Sportart - für einen in etwa sein sollten. Bei mir stimmen die Zahlen fürs Trekking recht gut: 184cm gross => 130cm lange Stöcke.

    Die Längsbelastung auf die Stöcke bei der hier diskutierten Anwendung liegt in der Tendenz bei weniger als der Hälfte des eigenen Körpergewichts (siehe vorheriger Beitrag). Das muss ein Stock problemlos wegstecken können, zumindest wenn er aus einem Stück ist. Natürlich kommt da bei Bewegungen (insbesondere Schaukeln) noch einiges dazu.

    Ich werde bei Gelegenheit mal versuchen, meine dreiteiligen Trekkingstöcke als "Baumersatz" zu nutzen. Ich könnte mir vorstellen, dass sie die gut 30-???kg pro Stock eigentlich wegstecken müssten. Bei einer Brückenhängematte sind die Belastungen auf die Spreizstäbe jedenfalls ungleich höher! Da wird es deutlich schwieriger, die Trekkingstöcke zu verwenden.

    Würde mich freuen, wenn andere auch mal mit Experimentieren anfangen würden.

  • Noch idealer wäre, wenn sie so lang wären, dass man sowohl HM als auch Tarp verwenden könnte.

    Einfach mal laut gedacht...

    Beim Handy Hammock Stand ist die Geschichte mit dem Tarp sicher ein Problem. Aber hier stelle ich mir ganz spontan die Frage: Wer sagt, dass das Tarp immer eingemittet über der Hängematte hängen muss? Könnte man es nicht ganz dicht über dem Kopfende der Hängematte befestigen und stattdessen am Fussende etwas mehr Luft schaffen?


    Auf diese Weise könnte man das Tarp auf der einen Seite einfach mit einer ganz kurzen (Gummi-)Schlaufe über die Trekkingstöcke hängen und auf der anderen Seite wie üblich am Baum befestigen? Würde da die Abdeckung / der Regenschutz irgendwo leiden?

    Einfach eine spontane Idee... sicher nicht zu Ende gedacht.

    Nachtrag: Man muss sich einfach ganz grundsätzlich klar machen, dass die Zugkräfte, die auf die Heringe wirken, bei Verwendung eines Tarps ein beachtliches Stück anwachsen. Allenfalls benötigt man da einen zusätzlichen Hering am Ende der Abspannleine(n).

  • Ich liege gerade in meiner Hängematte im Auto auf einem Campingplatz in Belgien und es regnet.... Ich geniesse die Kopffreiheit über mir.
    Deinen Tarp-Vorschlag kann man sicher so ausführen (ich kenne das so ähnlich von meinem tensa4), es ist dann aber sicher nicht einfach in die HM zu "kriechen", wenn das Tarp so nah über einem ist - gerade am Kopfende

    Schön. Geniesse es!

    Deinen Einwand kann ich durchaus nachvollziehen. Einfach kurz eine Bemerkungen zu den Massen in der Skizze, damit du die sicher nicht falsch einschätzt: Höhe des Tarpfirsts am Kopfende: ca. 120cm, am Fussende: 180cm-190cm, Ridgelinelänge des Tarps: rund 335cm (11'). Das Tarp hätte ich - in meinem Fall - rund 80cm über dem Kopf, da es ja von den Stöcken bis zu meinem Kopf bereits etwas an Höhe gewonnen hätte. Wenn man am Kopfende die Seiten flacher abspannt als am Fussende, wäre man auch seitlich nicht eingeengt; das habe ich auf der Skizze nicht gemacht. Die Ridgeline der Hängematte ist in der Skizze rund 280cm lang; es handelt sich also ungefähr um eine 11'-Hängematte. Die Stöcke sind auf Höhe der Befestigung rund 125cm lang. Bei einer Höhe von rund 190cm am Fussende müsste ich nicht reinkriechen, könnte aber in der Mitte des Tarps sicher nicht stehen. Das kann ich bei starkem Regen und Wind auch im Wald nicht, weil ich dann das Tarp tiefer aufbaue, um etwas besser vor Wind und Regen geschützt zu sein. Ich halte den Aufbau mit Trekkingstöcken ohnehin für eine Lösung für den speziellen Fall, dass mal nicht zwei Bäume im passenden Abstand vorhanden sind.

  • Heute habe ich neben dem Feierabendverkehr ein paar weitere Experimente gemacht.

    Bisher am besten gefällt mir die Idee, für die Befestigung von Hängematte und Abspannleine an den Stöcken zwei Continuous Loops zu verwenden. Bei Bedarf kann man die Hängematte mit einer weiteren Windung des einen Continuous Loop noch einen Schritt näher an die Stöcke heranbekommen. So habe ich es heute sogar geschafft, meine 360cm lange Hängematte 10cm über dem Boden aufzuhängen.

    Continuous Loop - mittels Ankerstich an der Hängematte befestigt - mit nur einer Windung um die Stöcke

    Mit einer weiteren Windung kommt die Hängematte deutlich näher an die Stockgriffe zu liegen

    Was ich bisher nicht bedacht hatte: Das Einsinken der Stöcke bis zum Tellerchen bedeutet einen weiteren Höhenverlust an den Stöcken. Umso wichtiger ist es, die Hängematte so nahe wie möglich an die Stockgriffe heranzubekommen!

    Von der Seite betrachtet sah das heute so aus:

    Beim Continuous Loop, an dem die Abspannleine eingehängt wird, reicht es, eine Schlaufe zu legen; die Abspannleine muss nicht zwingend möglichst nahe an die Stockgriffe gebracht werden. Bei Nutzung eines weiteren Continuous Loop bleibt die Abspannleine in ihrer Bewegung frei und wird nicht in ihrer Position fixiert, wie wenn man sie direkt um die Stockgriffe schlauft, wie ich das beim letzten Versuch gemacht hatte:

    Die Abspanneleine behält ihre Bewegungsfreiheit

    Heute sind die Schaubheringe angekommen. Das ging sehr flott: Am Mittwoch bestellt, am Freitag da! :)

    So habe ich auch diese gleich ausprobiert: Sie scheinen recht gut zu halten, kein Vergleich mit den nur 14cm langen Erdnägeln. Fürs Aufhängen der Hängematte scheint es zu reichen, wenn man zwei Stück verwendet. In meinem Fall habe ich durch jede Endschlaufe der 7m langen Abspannleine einen Schraubhering geführt:

    Peggy Pegs (normal, 12cm lang) in den beiden Endschlaufen der Abspannleine

    • Offizieller Beitrag

    Könnte man die niedrige Seite des Tarps nicht anheben, indem man zusätzlich eine Leine vom Baum kommen lässt? Es gab doch mal so eine 1-Baum-Hängematten-Aufhängung. Für die Hängematte fand ich das etwas gewagt, aber beim Tarp ist ja nicht so viel Last drauf.

    Edit: So wie hier.

  • Wo ich schon mal dabei war, habe ich auch versucht, das Tarp zu installieren. Da der Abstand der Stöcke vom Baum für mein 12'-Tarp zu eng war, musste ich Stöcke und Abspannung ein Stück weiter vom Baum weg neu positionieren:

    So war es zu knapp fürs Tarp

    Mit etwas mehr Luft zwischen Baum und Stöcken hat es dann geklappt

    Am Fussende kam der First des Tarps auf ungefähr 180cm zu liegen, am Kopfende wurde es etwas enger (ca. 118cm).

    Da ich in der Hängematte nur etwa 10cm über Boden zu liegen kam, konnte ich das Tarp nur mit ausgestreckten Armen knapp erreichen:

    Bis zur Ridgeline der Hängematte kam ich gut rauf, bis zum Tarp war es eher knapp

    Die Aussicht war wie gewohnt, nur halt nicht im Wald und mit viel Strassenlärm, weshalb ich sehr bald wieder abgebaut habe:

    Da das Tarp einiges an zusätzlicher Spannung in einem eher ungünstigen Winkel über die Stöcke auf die Abspannleinen weitergibt, habe ich sicherheitshalber zwei weitere Schraubheringe genutzt, in jeder Schlaufe also zwei Stück. Das hat sehr gut gehalten:

    Doppelt gemoppelt ist sicher!

    Was jetzt noch noch verbessert werden muss: Das Tarp muss am Kopfende näher an die Stöcke ran. Bei meinem heutigen Versuch wäre das Kopfende der Hängematte bei Regen nass geworden.

  • Könnte man die niedrige Seite des Tarps nicht anheben, indem man zusätzlich eine Leine vom Baum kommen lässt? Es gab doch mal so eine 1-Baum-Hängematten-Aufhängung. Für die Hängematte fand ich das etwas gewagt, aber beim Tarp ist ja nicht so viel Last drauf.

    Edit: So wie hier.

    Ja, das wäre sicher möglich. Nur müsstest du dann ziemlich sicher ein ganzes Stück klettern, gerade wenn du ein 12'-Tarp verwendest wie ich. Wenn du keine extreme Spannung auf dieser Leine haben möchtest, sollte sie einen ordentlichen Knick machen. Ist das gleiche Phänomen wie bei einem sehr flachen Hängewinkel der Hängematte: Da bekommst du auch eine extreme Spannung auf der Aufhängung, damit die Hängematte mit geringerem "Knick" - sprich: mit wenig Durchhang - funktioniert. Natürlich kannst du den Knick auch erhöhen, indem du sehr weit von der Hängematte entfernt abspannst; ich fürchte, da reichen dann die 350cm Abspannleine, die ich fürs Abspannen der Hängematte bisher verwendet habe, nicht.

    Aber probier's doch mal aus!

    EDIT: Ich sehe gerade, dass beim Beispiel mit der Hängematte die primäre Idee ist, die Leine über einen starken Ast zu werfen. Wo das möglich ist, müsste sich das eigentlich recht leicht verwirklichen lassen. Man könnte dann fürs Tarp auch die gleichen Heringe verwenden wie für die Hängematte.

  • Die Aufhängung des Tarps mithilfe eines Astes würde dann grob wie folgt aussehen:

    Den Ast am oberen Ende der orangen Leine muss man sich vorstellen. Das habe ich mir zeichnerisch nicht zugetraut. ;)

    Für die Aufhängung muss ich mir noch etwas ausdenken. Sie sollte die folgenden Kriterien erfüllen:

    • einfach über den Ast werfbar und genau so einfach wieder abbaubar (kein Klettern)
    • Distanz zum Ast einfach verstellbar
    • Distanz zum Hering einfach verstellbar (dort liegt die Hauptspannung, Ast und Tarpfirst teilen sich die Kraft ungefähr auf)
    • möglichst kein Prusikknoten, der allenfalls nach oben wegrutschen könnte (das wäre die Tendenz, wenn zu rutschig)

    Danke an Hammock Fairy für den Gedankenanstoss mit der Leine vom Baum. Vielleicht lässt sich daraus wirklich etwas machen...

  • Ich bin heute nachmittag nach Hause gekommen und habe mal meine alten Nordic Walking Stöcke inspiziert (die Sache hat mich nie überzeugt, so dass sie seit Jahren nutzlos herumliegen, obwohl es gute Carbonstöcke sind). Leider sind meine nur 105 - 115 cm lang/hoch und haben auch keine solchen Griffe wie die Skistöcke von Waldläufer70 , so dass noch offen ist, ob da die Abspannleinen nicht wegrutschen würden.
    Die Höhenverstellung erfolgt durch Drehen, wodurch ein Gummielement im Rohr breitgedrückt wird und dann recht fest sitzt. Ob fest genug weiß ich noch nicht. Beim Draufstützen macht es eine ganz stabilen Eindruck. Erstmal muß ich jetzt sehen, wie ich die HM bzw. die Abspannungen an diesen Griffen befestigen kann,ohne dass sie herunterrutscht.

    und noch eine Möglichkeit, damit die Stöcke nicht bis zu den Tellern im Boden versinken und man dadurch noch mehr Höhe verliert: man kann sicher auch an Skistöcken die Gummifüsse der Walking Stöcke verwenden. Passend abgeschrägt sind sie auch schon...

    2 Mal editiert, zuletzt von Hammock Fairy (6. Juni 2021 um 17:02)

  • Leider sind meine nur 105 - 115 cm lang/hoch und haben auch keine solchen Griffe wie die Skistöcke von Waldläufer70 , so dass noch offen ist, ob da die Abspannleinen nicht wegrutschen würden. (...) Erstmal muß ich jetzt sehen, wie ich die HM bzw. die Abspannungen an diesen Griffen befestigen kann,ohne dass sie herunterrutscht.

    (...)

    und noch eine Möglichkeit, damit die Stöcke nicht bis zu den Tellern im Boden versinken und man dadurch noch mehr Höhe verliert: man kann sicher auch an Skistöcken die Gummifüsse der Walking Stöcke verwenden. Passend abgeschrägt sind sie auch schon...

    Probiere es einfach aus. Wenn du das zweite und dritte Bild hier (in Post #24) anschaust, siehst du, wie weit oben am Stock die beiden Continuous Loops sitzen. Die Sitzen da gar nicht auf dem Wulst, sondern weiter oben. Die Stöcke sind keinen Millimeter gegeneinander verrutscht. Kann gut sein, dass das auch mit deinen Stöcken funktioniert. Die beiden Stöcke stehen ja im Winkel zueinander (bei mir ca. 40cm Distanz am Boden), so dass da eigentlich nichts nach unten rutschen kann.

    Auf die Umsetzung mit den Gummipuffern bin ich gespannt. Ich bin bisher nicht auf die Idee gekommen, das auszuprobieren. Gerade die Nordic-Walking-Puffer sind auch recht weich. Ich hatte die von Payerne bis Le Puy an meinen leichten Trekkingstöcken. Ich war im ersten Moment, als du sie erwähntest, etwas kritisch, ob die nicht wegrutschen könnten, aber so breitbeinig stehen die Stöcke ja nicht da. Das könnte also funktionieren.

    Falls deine Puffer zu weich / elastisch sein sollten, gäbe es sonst noch sehr gute Gummipuffer bei Decathlon. Positiv überrascht war ich bei denen darüber, wie langsam sie sich beim Wandern abnutzen. Entsprechend sind sie auch eher fest vom Material her.

    Die Stockaufsätze machen die Stöcke jedenfalls noch ein Stück länger. Das wäre ein echter Vorteil!

    Nachtrag: Ein Nachteil der Stockaufsätze könnte sein, dass sie beim Verändern von Einstellungen an Hängematte und allenfalls Tarp (je nach Anbringung) relativ leicht verrutschen. Da musste ich jeweils sogar mit den bis zum Tellerchen eingesunkenen Stöcken aufpassen, dass sie nicht plötzlich ihre Position verändert haben, wenn ich oben an den Stöcken die Continuous Loops noch ein wenig angepasst habe. barfuß, berichte gerne, welche Erfahrungen du diesbezüglich machst.

  • Es könnte gut sein, dass meine Leki-Füsse zu weich sind. Da hatte ich auch schon Bedenken. Außerdem habe ich gerade bei genauerer Betrachtung gesehen, dass das Gummi seitlich am Schaft schon porös ist, weil ich die Teile schon sehr lange habe. Die zweiten Decathlon Puffer, die du oben verlinkt hast, erscheinen mir gut: die Rundung macht die Sache flexibler als meine Abschrägung und ich hoffe, dass das Gummi auch fester ist. Ich gehe morgen mal zu Decathlon (ein Vorteil, in einer Großstadt zu wohnen: der Lader ist nur 200 m von meinem Geschäft weg) und schaue danach.

  • Die Geschichte mit dem Tarp und dem Ast habe ich rasch ausprobiert. Es hat sich gezeigt, dass man wie vermutet einen recht starken Knick in der Abspannleine benötigt, um den First des Tarps ausreichend straff abspannen zu können. Die Äste an meinem Testbaum waren dafür zu wenig ausladend. Doch der Reihe nach...

    Ich habe mir das folgende System für die Aufhängung des Tarps ausgedacht:

    Set zum Abspannen des Tarps vom Baum

    • Zum einen ist da mal eine starke Leine: Sie dient der Abspannung des Tarps. In meinem Fall habe ich eine orange ummantelte Dyneema-Leine verwendet, die sich gut knoten lässt. Sie sollte - bei einer Abspannung für die Hängematte von 3,5m - mindestens 10m lang sein, besser (deutlich) länger. Wie viel Länge man benötigt, hängt davon ab, auf welcher Höhe ein geeigneter Ast zur Verfügung steht.
    • Dann ist da ein Karabiner: Er dient der Befestigung der Leine am Baum, aber auch als Gewicht, um die Leine über den Ast zu werfen. Daraus ergibt sich ein Dilemma zwischen dem Bedürfnis nach leichter Ausrüstung und dem nötigen Gewicht, um die Leine möglichst einfach über den Ast werfen zu können. (Man kann sich natürlich auch mit einem Stein oder Ast als "Wurfgewicht" behelfen und einen leichteren Karabiner oder einfach eine Schlaufe in der Leine nutzen.)
    • Schliesslich ist da eine leichte Leine: Sie dient dazu, den Karabiner wieder vom Ast nach unten ziehen zu können. Gerade wenn man eine gut knotbare Leine verwendet, rutscht die nicht ohne weiteres über den Ast und das Gewicht des Karabiners reicht nicht aus, um die Leine automatisch wieder über den Ast nach unten gleiten zu lassen. Ich habe eine gelbe Leine aus Zing-It verwendet. Ist die Abspannleine rutschiger, so kann man unter Umständen auf diese Leine verzichten. Ich würde dieses Risiko aber nicht eingehen wollen.
    • Und dann benötigt man natürlich noch einen Hering: In meinem Fall habe ich einen Schraubhering verwendet. Man kann fürs Tarp einen zusätzlichen verwenden oder einen Hering der Hängematten-Abspannung dafür nutzen.

    Vorgehen

    1) Zuerst wird der Karabiner mit den daran befestigten beiden Leinen über einen geeigneten Ast geworfen. Die Leine fürs Tarp wird durch den Karabiner geführt, die leichte Leine ganz über den Ast gezogen, so dass sie frei nach unten hängt:

    2) Nun wird der Karabiner nach oben gezogen, bis er am Ast zum Stillstand kommt. (Achtung: Unbedingt zuvor sicherstellen, dass die gelbe Leine frei nach unten hängt!):

    3) Abspannleine durchs abzuspannende Ende des Tarps führen, dann um den Hering und schliesslich wieder zurück zum Tarpende. Dann dort mit dem benötigten Zug spannen und festknoten:

    orange Leine mit Bildbearbeitung nachgefärbt, damit man sie besser sieht

    Wie man im letzten Bild unschwer erkennen kann, ist der Knick in der orangen Abspannleine zu gering: Das Tarp hat sich nicht angemessen auf Spannung bringen lassen, ohne dass ich den halben Ast hätte abreissen müssen. Merke: Je geringer der Knick, desto höher ist die Spannung, die man benötigt, um den Tarpfirst ordentlich auf Spannung zu bringen!* Der genutzte Baum sollte also möglichst ausladende, starke Äste auf geeigneter Höhe haben!

    * Das Phänomen kennen wir von der Hängematte: Je flacher der Hängewinkel, desto grösser wird die Zugkraft auf der Aufhängung.

    Ich habe den Versuch an dieser Stelle abgebrochen, weil die Äste am Testbaum zu wenig ausladend und zu dünn waren.

    Aber hier noch ein praktisches Detail zum Schluss meines Zwischenberichts: Bei den 20cm langen, normalen Peggy-Pegs-Schraubheringen liegt für jeden Hering eine Öse mit Anker bei. Diese kann man sehr gut für die Befestigung des Tarps nutzen:

    Hängematten-Abspannung mit zusätzlicher Tarp-Abspannung an einem der beiden Schraubheringe

  • Ich war heute mal endlich unterwegs, um diese Art der Aufhängung mal auszuprobieren:
    Quitessenz: es geht gut und ist stabil, aber meine Stöcke sind zu kurz, um genügend Höhe über dem Boden zu bekommen. Es reichte für ca. 20 cm, aber mit Wooki drunter, wäre es doch knapp.

    dieses Foto habe ich mit Wasserwaage im Sucher gemacht: man erkennt gut das höhere Fußende und den Winkel der Stöcke.

    Bei der Aufhängung habe ich mich an der sehr guten Vorarbeit von Waldläufer70 orientiert. Mit 2 CL klappt es sehr gut. Sie sind auch nicht nach unten gerutscht, aber das Griffgummi war hinterher schon malträtiert... Auf Dauer gäbe es wahrscheinlich doch ein Problem.

    Als Abspannleine habe ich ein langes Schlitzseil von Exped genommen, das ich zu Hause herumliegen habe und habe es einfach durch den CL gezogen und dann abgespannt.
    Die Heringe sahen hinterher allerdings so aus:

    Das ist kein verzogenes Weitwinkelbild, sondern sie waren hinterher wirklich krumm. Da es hier ewig nicht geregnet hat, sind die Böden extrem trocken ud ich hätte sicher auch normale Heringe nehmen können.

    Die Stöcke, die ich habe, sind für diesen Fall eigentlich zu kurz, aber sie waren sehr stabil: kein Gewackel, kein Verbiegen etc, obwohl ich sie ganz ausgefahren hatte. Und leicht sind sie auch:
    300 gr.

    2 Mal editiert, zuletzt von Hammock Fairy (6. Juni 2021 um 17:06)

  • Teil 2:

    Dann dachte ich mir, dass ich statt der Stöcke ja auch mein Fahrrad nehmen könnte und habe das probiert:

    Es hat genauso gut funktioniert, ist aber leider auch nicht höher, so dass der niedrige Abstand zum Boden bleibt. Erst hatte ich den Fahrradständer unten, habe dann aber gemerkt, dass es auch ohne gut geht. Die Aufhängung habe ich so kurz wie möglich gemacht, indem ich die CL der HM direkt durch den Vorbau gezogen habe und dann mit einem Karabiner (rot, rechts) die Abspannung angehängt habe:

    Ich lag gut in der Hängematte (mit richtig gespannter RL), konnte mich auch umdrehen, ohne allzu vorsichtig zu sein. Macht insgesamt einen stabilen Eindruck. Ich glaube, ich werde mich mal nach längeren Stöcken umsehen müssen.

    Während der ganzen Zeit des Ausprobierens hatte ich einen interessierten Beobachter ganz in der Nähe:

    Einmal editiert, zuletzt von Hammock Fairy (6. Juni 2021 um 17:11)

  • Die Heringe sahen hinterher allerdings so aus: [Foto] Das ist kein verzogenes Weitwinkelbild, sondern sie waren hinterher wirklich krumm. Da es hier ewig nicht geregnet hat, sind die Böden extrem trocken und ich hätte sicher auch normale Heringe nehmen können.

    Vielen Dank für deinen Test, barfuß!

    Das mit den Heringen erstaunt mich. Meine haben bisher gut gehalten und zeigen keine solchen "Verbiegungen". War der Boden im oberen Bereich vielleicht etwas lose? Oder hast du sie nicht bis zum Anschlag in den Boden geschraubt? Auch habe ich auf deinem "Wasser-Waage-Bild" den Eindruck, dass du zwischen Stöcken und Abspannung etwas weit von den empfohlenen 90° entfernt warst.

    • Grundsätzlich ist der Zug auf die Heringe am geringsten, wenn man einen 90°-Winkel zwischen Abspannung und Stöcken einhält. Bei allen anderen Winkeln (grösser wie auch kleiner) nimmt die Belastung der Heringe zu, wenn auch zuerst nur langsam.
    • Der Zug auf die Heringe lässt sich weiter verringern, je kleiner der Winkel zwischen Hängematten-Aufhängung und Stöcken ist.

    Beim zweiten Punkt ist man natürlich in einem Dilemma: Um diesen Winkel sehr klein zu halten, muss man die Stöcke relativ stark von der Hängematte weg neigen. Dabei verliert man aber nicht nur wertvolle Höhe, neigt man sie zu stark, so kommt der Punkt, wo die Längsbelastung der Stöcke immer mehr zunimmt und zudem - aufgrund der immer kürzer werdenden Abspannung - der Hering immer stärker nach oben belastet wird. Es empfiehlt sich deshalb, die Abspannleinen relativ lange zu wählen, so dass man die Stöcke nicht zu stark nach aussen neigen muss und der Zug auf die Heringe möglichst flach erfolgt. Das ganze ist relativ komplex.

    Wie lange hattest du die Abspannung denn gewählt?

    Vielleicht könntest du die Schaumstoffgriffe etwas schonen, indem du ein breites Gummiband oder etwas anderes um die Griffe wickelst?

    Zum Schluss noch ein Kompliment: Du liegst 10cm höher als ich mit den längeren Stöcken. Höher als 10cm ab Boden hing ich bisher noch nicht. Vermutlich hängt das an meinen relativ langen Hängematten. Bei 20cm Bodenfreiheit hätte der Wooki meiner Ansicht nach gut Platz. Dicker als 10cm ist der vermutlich nicht, oder doch? Aber auch ich habe lieber etwas mehr Bodenfreiheit als nur 10cm unter dem Unterquilt.

    PS: Teil 2 mit dem Fahrrad habe ich erst gesehen, nachdem ich diesen Beitrag verfasst hatte. Tolle Idee!

  • Bzgl. Verbiegung der Heringe:
    du hast Recht: der Boden war im oberen Teil etwas lockerer, weil vertrocknetes Gras etc. oben drauf war und außerdem konnte ich die Heringe nicht komplett reinschrauben, weil der Boden so hart war.. Sie schauten allerdings nicht viel raus: vielleicht 2 cm. Aber beides zusammen hat dann vielleicht wirklich den Verbiegeeffekt gebracht.

    zu 1,
    Das mit den 90 Grad für die Abspannung hatte ich eigentlich auch so in Erinnerung, habe aber schräger abgespannt, weil meine Leine ungefähr so lang war wie deine, nämlich 2 x 3,50 m. Ich hätte sie allerdings kürzer anhängen können, weil ich ja genügend Schlitze im Seil habe. (habe mich diesbzgl. einfach an deine Vorgaben gehalten)
    zu 2,
    das kenne ich ja von meinem Tensa4, wo die Stangen sehr schräg stehen, aber da meine Stöcke sowieso schon kurz sind, wollte ich nicht noch mehr Höhe verlieren. (Ich hatte übrigens meine Traveler XL, also 11 Fuß Matte dabei.)
    20 cm über dem Boden reicht zwar auch noch mit Wooki, aber ich finde das Aufstehen aus der HM und auch das Darinsitzen angenehmer, wenn sie höher hängt. Ich glaube aber, dass das mit längeren Stöcken (so wie du sie hast) recht einfach gehen könnte. Vielleicht schaue ich morgen mal im Decathlon, was sie so da haben....

  • Mir fällt gerade noch was ein: beim Verwenden meines Fahrrades könnte ich statt des Vorbaus evt. auch die Sattelstütze verwenden: ich habe 2 Tern Falträder (24 und 20 Zoll), die ja sehr lange und einfach höhenverstellbare Sattelstützen haben. Wenn ich da die Aufhängung unter dem Sattel durchführen würde, hätte ich die Querrichtung zum Rad, die ich brauche und käme vielleicht höher als bei der o.g. Verwendung des Vorbaus. Muß ich mal probieren.
    Abgesehen davon habe ich ein Fahrrad viel häufiger dabei als Wanderstöcke: ich habe keine und habe bisher auch nie die Notwendigkeit gesehen, welche mit mir herumzutragen....

  • An die Sattelstütze habe ich auch gedacht. Bei mir wäre die auch in der normalen Einstellung höher als der Lenker. Zudem liegt sie zwischen beiden Rädern, was den Druck (bei mir 60-70kg) schön auf beide Räder verteilen würde.

    Im Gegensatz zu dir bin ich sehr oft zu Fuss unterwegs und nutze auf Wanderungen sehr gerne Stöcke. Ich hatte 2009 mal welche ausgeliehen bekommen, als ich eine Entzündung des Schienbeins hatte. Bald darauf habe ich mir dann welche gekauft. Inzwischen baue ich damit auch mein Zelt auf, was die Verwendung sehr leichter Zelte ermöglicht.

    Bei mir steht ja noch der Test mit den verstellbaren Trekkingstöcken aus. Müsste eigentlich klappen, aber ist schon etwas heikler als mit den Skistöcken.

  • PS: Ich verwende die Continuous Loops am Stock inzwischen so, dass sie den Stock unterhalb von der um den Stock gelegten Schlaufe verlassen. Ich habe etwas Bedenken, ob es sinnvoll ist, wenn - zumindest hängemattenseitig - Dyneema auf Dyneema reibt, wenn man in der Hängematte schaukelt. (Versteht man wohl, was ich meine? Sonst die letzten Fotos weiter oben konsultieren.)

    Weil ich dabei etwas Höhe verliere, befestige ich den CL für die Abspannung zuerst und lege den für die Hängematte darüber.

    Aber das sind Details...

  • Wenn Dyneema auf Dyneema reibt, dann sollte aufgrund der glatten Oberfläche das Material nicht sehr darunter leiden. Bei Seilen aus Naturfasern setzt der Verschleiß wesentlich früher ein.

    Ich hatte eine Zeitlang Whoopie Slings im Einsatz, die ich mit Soft Shackles am Baumgurt befestigt hatte. Trotz Reibung und hoher Belastung durch mein Gewicht sehen die Softshackles noch sehr gut aus.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

    Einmal editiert, zuletzt von Mittagsfrost (18. Januar 2025 um 08:35)

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