Jakobsweg mit ner Hängematte?

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  • Hallo Wissende,

    ich will diesen Sommer den Jakobsweg wandern und am Liebsten natürlich in ner Hängematte schlummern. Den Weg von zu Hause Eichwalde (Hauptstadt von Berlin) über Leipzig, Frankfurt, Trier, Dijon, Le pui, Saint Jean, und den Küstenweg nach Santiago de Compostella. Hat einer von Euch Gegenargumente? Was denkt Ihr ist es möglich? Gibt es noch so viele Bäume auf dieser Welt?

    Freue mich auf Antwort.

    Herzliche Grüße Karsten

    Wer stets begreift was er tut, lebt unter seinen Möglichkeiten.

  • Grundsätzlich gilt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

    Für Deutschland kann ich dir keine Auskunft geben (keine Erfahrung). Für die Schweiz (die allerdings nicht auf deiner Route liegt) würde ich grob sagen, dass das sehr gut möglich wäre, wenn du auch mal etwas abseits des Weges nach guten Plätzen suchst. Frankreich ist diesbezüglich sehr aufgeschlossen, obwohl das natürlich immer davon abhängt, wie man sich verhält. Für den Camino del Norte kann ich wiederum keine Auskunft geben, da ich diesen Weg nicht kenne.

    Gerade ab Le Puy, ganz sicher aber dann in Spanien entgeht dir sicher die eine oder andere Erfahrung in den Herbergen. Dafür kannst du Kosten sparen. Zudem kann man ja auch tagsüber schöne Begegnungen haben und ist dafür nicht auf die Herbergen angewiesen.

    Ich habe zwar auf dem Jakobsweg nie jemanden mit Hängematte angetroffen, aber einige, die mit dem Zelt unterwegs waren (Via Podiensis und Camino Francés). Ein anderer Pilger ist den Camino del Norte und später den Camino Primitivo im Winter mit Zelt gegangen, hat dort aber Wasser in allen Formen angetroffen (Regen, Schnee, Hagel, Graupel, Eisregen, etc.) Ich weiss nur, dass es auf dem Camino del Norte auch mal sehr feucht sein kann. Da müsstest du gut vorsorgen. Ob es dort ausreichend Bäume gibt, kann ich nicht sagen.*

    Es gibt von Saint-Jean-Pied-de-Port einen Verbindungsweg nach Hendaye/Irun, so dass du von der Via Podiensis problemlos auf den Camino del Norte wechseln könntest. Alternativ könntest du da auch den etwas gebirgigeren GR10 (Frankreich) oder GR11 (Spanien) nehmen.

    Falls sich Spanien als ungünstig für die Hängematte herausstellen sollte, könntest du auch einfach so weit mit der Hängematte gehen, wie es sich für dich anbietet, und sie dann nach Hause schicken.

    * Ergänzung: Ich bin auf dem Heimweg mit der Bahn (FEVE) von Ferrol nach Bilbao gefahren. Da sah ich aus dem Zugfenster immer wieder Wald, (leider) oft auch Eukalyptus, der sich im Küstenbereich Spaniens immer mehr ausbreitet, ganz stark auch in Galicien.

  • Oh, du läufst von zu Hause, das ist so klasse ! *Neid*

    Ich bin 2016 von Le Puy en Velay irgendwo anders längsgelaufen (also nicht die Via Podensis) und später dann noch den Camino Frances von SJPdP nach Santiago komplett.
    In Frankreich sah es ähnlich aus wie bei uns - dort kann man sehr gut Hängemattieren.

    Für Spanien habe ich mich vorher auf Google Earth (und Streetview) umgesehen. Dort hat man teilweise (sehr) wenig Wald und nur noch so eine Art Baumfelder, wo sie exakt in Reih und Glied stehen, wie für ein Battalion Hänger gemacht.

    Grundsätzlich gilt wieder: Wer spät kommt und früh abhaut, kann überall hin.
    Urban Stealth Hanging.
    z.B. in SJPdP hab ich 2 Nächte im Dickicht gehangen, hier: 43°09'35.5"N 1°13'58.6"W
    Das war schön Zentrumsnah, aber natürlich sind das keine Modellplätze wo man eine 3,5 meter lange HM mit Tarp korrekt ausrichten kann. (Ich hatte fast nur schönes Wetter das Jahr) Das war Tarpless in Hanglage und nur mit Schlafsack in der HM, Isolation meist nicht nötig bei der schönen Wärme.

    Selbst in der Meseta (die du ja nicht durchwanderst) konnte ich in so einem "Baumfeld" neben einem Dorf hängen: 42.363109, -4.955008
    Da war es aber noch hell und man konnte mich sehen. Auf der anderen Seite des kleinen Flüsschens hat ein Opa (mit 3 Hunden) aus dem Dorf 2 andere Pilger, die dort gezeltet haben, angemeckert.
    Ich war aber wohl zu weit weg um auch gescholten zu werden.

    Ich habe auch teilweise in den Albergues geschlafen - wenn man das bei der stickigen Luft so nennen kann.
    Wenn ich dann am nächsten Tag total übermüdet war, freute ich mich, nachts wieder unterm Sternenzelt zu sein. Habe oft komplett durchgeschlafen, ohne ein bewusstes Drehen (!)

    In Galicien sieht es dann wieder mehr so aus wie bei uns - mit Wäldern. Dort regnet es aber auch öfter.

    Kurz und gut. Zum Küstenweg kann ich nichts genaues sagen. Und ein Underquilt, das von Dornen zerkratzt werden könnte, hatte ich auch nicht dabei.Nur eine Evazote, mit der ich auch auf den Boden ausweichen konnte.
    Aber ich würde die HM unbedingt mitnehmen, man gewinnt so dermassen viele Übernachtungsmöglichkeiten dadurch.
    Und seine Mitpilger trifft man auch auf dem Weg wieder, wenn man nicht in derselben Albergue geschlafen hat.

    Schöner Gruss, Michael

    Und nicht Finisterra vergessen (zur Not mit dem Bus hinfahren) So ein schöner Ort/Strand/Ende der Welt !

  • Hi Schnietz,
    ich hab eine Hängematte mit Mattenfach. Da steckt eine dünne Evazote 1x2m sowie eine Luftmatraze drin. Im Prinzip reicht auch die Eva, zumindest wenn's warm ist. Wenn ich mal keine Bäume finde, kann ich mit diesem Setup auch auf dem Boden schlafen. Mit dem Tarp wird dann ein kileiner Shelter gebaut. So ist zumindest mein Plan.

    Das Baumkind

  • Hallo Leute,

    danke für Eure Antworten,
    Ich werde wohl mit GPS und Solarzelle und Powerbank laufen. Der Rest wird sich zeigen. Vielleicht mach ich ne Strichliste wie häufig ich zwischen den Bäumenr, auf dem Boden, auf ner Madratze geschlafen habe und schreib Euch dann wies war.

    HG Karsten

    Wer stets begreift was er tut, lebt unter seinen Möglichkeiten.

    • Offizieller Beitrag

    Vielleicht mach ich ne Strichliste wie häufig ich zwischen den Bäumenr, auf dem Boden, auf ner Madratze geschlafen habe und schreib Euch dann wies war.

    Gute Idee :thumbup: Und bitte ein Foto von jeder Hängematten-Übernachtung! Hängematten-Fotos sehen wir immer gerne :)

  • Ich will dieses Jahr auch endlich mal wieder anfangen zu wandern und weil ich in der Hängematte nicht auf einer Isomatte schlafen will, habe ich mir neulich relativ günstig eine gebrauchte Leichtluftmatraze mit 1,20 m Länge gekauft und ein Stück dünne Isomatte als Sitzmatte und Hängemattenvorleger (das hätte ich dafür eh dabei) und am Boden für die überhängenden Beine zurechtgeschnitten. Das wiegt zusammen keine 300 g, aber eben nur 200 g extra, packt klein und reicht mir - so jedenfalls der Plan - für eine Bodenübernachtung aus, wenn man mal keine guten Bäume finden sollte. Und das Tarp und die Greisenschubstangen sind ja sowieso dabei.

    Sollte klappen - vielleicht wäre das für Dich ja auch was.

    Darf halt nur kein ULer sehen, daß ich deren gute Konzepte dafür benutze, mir den Rucksack noch extra vollzuknallen. :p:)

    Ich weiß daß ich hing
    im windigen Baum,
    neun lange Nächte.
    --
    Waldgänger, Süntelhänger

  • meine Unterlage ist 360 g schwerer. Hab mir ne Leichtluftmadratze 195 x 65 550g gekauft (liegt sich angenehmer in der HM) und ne Isomatte 110g. Isomatte lass ich ganz, wenn ich mal keine Bäume finde und auf der Erde schlafen muss. Trau ich der Leichtlm. nicht ganz.

    Wer stets begreift was er tut, lebt unter seinen Möglichkeiten.

  • Ich habe mir vor allem Pakete zuschicken lassen: neue Schuhe, als die alten abgelaufen waren, eine Daunendecke, als der Winter vor der Tür stand, etc. Natürlich habe ich dann im Austausch mit den wärmeren Sachen auch mal eine Ladung Sommerkleider nach Hause geschickt, da und dort auch ein paar Geschenke, die ich nicht mitschleppen wollte. Anscheinend ist es mir gelungen, mich aufs Nötigste zu beschränken.

    Aber TreeGirl hat schon recht. Man muss sich wirklich mal alle möglichen Situationen durch den Kopf gehen lassen und sich gut überlegen: Was brauche ich wirklich? Und was ist unnötiger Ballast?

    Vom «West Highland Way» habe ich übrigens tatsächlich ein Paket nach Hause geschickt: Wanderführer, da mir die Karte gereicht hat, lange Unterhosen, da selbst in Schottland der Sommer nicht extrem kalt ist, und auch sonst noch ein paar Dinge...

  • nee ich war 3 Wochen auf Tenneriffa üben und hab da in der HM, aber meist unterm Tarp auf dem Boden geschlafen. Und habe dabei gemerkt, dass mir meine Freunde fehlen und ich noch sooo viel anderes zu tun habe. Aber ich werde es irgendwann auf jeden Fall machen. Und wenn ich jetzt draussen unterwegs bin, nutze ich Eure Ratschläge und freue mich jedes Mal über meine leichte Hängematte, das Tarp und meinen leichten Rucksack.

    Wer stets begreift was er tut, lebt unter seinen Möglichkeiten.

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