Nicht heute, aber über die vergangenen Tage.
Mich hatte ein bißchen erschreckt, wie Gewichte und Packmaße sich läppern, wenn man eine vollständige Aurüstung für Hängemattenübernachtungen im Wald einpackt. Also habe ich mal angefangen, ein bißchen herum zu optimieren.
Die TttM Double, die ich habe, wiegt vollständig, von Haken zu Haken
ca. 650 g. Die schmalen Seitenpanele, zwischen Längssaum und Mittelstück sind mir schon länger auf die Nerven gegangen, weil sie um Gesicht und Füße herumschlabbern. Alles, was jenseits, oder außerhalb der beiden Längsnähte ist, scheint sowieso nicht so gut zum Liegen beizutragen, sondern hängt immer locker in der Gegend herum. Also habe ich das ganz dicht an der Naht abgeschnitten, sodaß die Mittelnähte zum Saum wurden. Der Mittelbeutel ist dabei gleich mit weggegangen. Die Matte ist jetzt, im Stoffmaß, 295x160 cm groß. Das scheint mir auszureichen.
Die Seilschlaufen, im Original irgend ein "Nautical Rope", habe ich durch Endlosschlaufen aus Amsteel ersetzt. Ich habe gelernt Dyneema zu spleißen und mußte das ja nun auch mal zur praktischen Anwendung bringen. Die Firstleine, die ich mal aus Paracord gemacht hatte, habe ich ebenfalls durch einen Rest Amsteel, an beiden Enden mit einem Augspleiß versehen, ersetzt.
Dann noch die Stahlhaken durch Alukarabiner (stabile, natürlich) ersetzt.
Das Ergebnis gefällt mir. Die neuen Materialien und Teile sehen deutlich wertiger aus (das Auge ißt mit), die neue Breite funktioniert ausgeezeichnet, und die Matte ist jetzt von Haken zu Haken nur noch 450 g schwer. 200 g gespart.
Ich habe auch schon mit der Aufhängung experimentiert. Im Moment benutze ich die chinesische Variante im Stil der Atlas-/Gorilla-/Pythonstraps. Gute 360 g mit Beutel. Ich habe bei einem Satz, der mir sowieso nicht so recht gefallen hat, weil er einfach nur doppelt abgenäht ist, anstatt richtige Schlaufen zu haben, die Abnäher aufgetrennt, die Riemen bei 240 cm abgeschnitten, aber die Endschlaufe drangelassen. Aus Alurohr, das ich noch liegen hatte (ein Stück Rohrsegment von einem Ally Kanu, das mal ersetzt werden mußte) Knebel gemacht. Jetzt warte ich, bis man wieder Amsteel kaufen kann und mache mir dann Whoopieslings. Das wird dann mit Beutel bei ca. 250 g liegen, weil diese Gurte doch recht robust, aber auch schwer sind. Vielleicht besorge ich mir ja irgendwann mal dünneres Band und leichtere Aluröhrchen, dann kriege ich das bestimmt noch 50 g leichter. Kürzer will ich die Riemen aber nicht wirklich machen. Hier im Süntel ist viel Buchenhochwald, und die Stämme sind manches Mal nicht sehr dünn.
Aber wie auch immer, sobald alles fertig ist, werde ich an Hängematte und Aufhängung ca. 300 g eingespart haben, ohne groß viel kaufen zu müssen und ohne Funktionseinbußen.
Das gleicht mir gewichtsmäßig das Mückennetz aus, das ich mir neulich gekauft habe (das wiegt nicht 450 g, wie angegeben, sondern nur 300 g nachgewogen). Auch vom Packmaß. In den Moonbag der Hängematte paßt jetzt die Hängematte mit montiertem Mückennetz hinein. Der Moonbag des Mückennetzes ging in den Fundus (vielleicht mal eine Hülle für ein Nackenkissen?), und wenn ich das Netz getrennt verpacken will, nehme ich dafür jetzt den Seitenbeutel der Hängematte.
Und jetzt mache ich mir mal so langsam Gedanken über Tarps und Isolation. Mal schauen.
Mein Ziel ist jedenfalls, daß Hängematte, Aufhängung, Mücken- und Wetterschutz zusammen nicht schwerer als mein Einmannzelt sind. Das ist hinzukriegen, denke ich. Im Sommer, wenn ich Mückenschutz haben möchte, kann ich ein leichteres, etwas kleineres Sommertarp benutzen. Im Winterhalbjahr fällt das Mückennetz weg, dafür kann ich dann mein derzeitiges Tarp, etwas größer, robuster und schwerer einpacken.
Und um Isolation kümmere ich mich auch noch. Da will ich erstmal noch mit dem Vorhandenen rumprobieren. Weil, bei Isolation kann man ja richtig Geld lassen, und das will wohl überlegt sein.
Ich werde noch richtig zum Hänge-Nerd ... :scared:
Aber es ist eben wirklich viel mehr, als einfach nur mal eine Hängematte anschaffen ...
Macht schon Spaß. :good: