Meine erste Brücken-Hängematte

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  • Ich habe in der rund 220 cm langen KOMA schon erfolgreich unter dem GoLite-Ponchotarp (264x147 cm) abgewettert. Natürlich war das tüchtig knapp, aber es funktionierte.

    Bei mir reicht das definitiv nicht. Die Gepäckablagen sind schuld. Nur würde ich die auf keinen Fall wieder missen wollen. Es ist einfach zu praktisch, wenn man das gesamte Gepäck bei sich in der Hängematte unterbringen kann - und das erst noch mit einem Griff über den Kopf ganz einfach zugänglich.

    Als A-Frame ist es in der Länge zu knapp...

    ... und als Asym-Tarp reicht es noch weniger

    Ich werde mir über kurz oder lang wohl doch ein spezielles Tarp für die Bridge nähen "müssen". Meine Gedanken sind bereits am Kreisen...

  • Ich habe mir die folgenden Überlegungen zu den Kräften, die auf die Spreizstäbe wirken, gemacht:

    Aus dem Hängewinkel α lässt sich die Kraft berechnen, die auf die Aufhängung wirkt: Fa = m / (2 * sin α)

    Bild 1: Seitenansicht einer beliebigen Hängematte

    Das ist die Standard-Formel, die jedem Hängematten-Rechner zugrunde liegt.

    Die Kraft, die auf den Spreizstab wirkt - und da wird es heikler - ist die Summe aus zwei Kräften:

    • Kraft, die sich aus dem Winkel zwischen Spreizstab und Aufhänge-Dreieck ergibt: Fa / (2 * tan β)
    • Kraft, die sich aus dem Winkel zwischen Spreizstab und dem Körperschwerpunkt (KS) in der Hängematte ergibt: Fa / (2 * tan δ)

    Die Tiefe der seitlichen Kurve ist aus meiner Sicht nicht relevant für die Belastung des Spreizstabs. Die Tiefe der Kurve beeinflusst lediglich das Liegeverhalten, zudem entlastet eine tiefe Kurve den Hängemattenstoff, da die Kräfte direkter über das eingenähte Gurtband verlaufen:

    Bild 2: Ansicht von oben auf die Brücken-Hängematte

    Die Kraft Fs, die auf den Spreizstab wirkt, berechnet sich wie folgt:

    Fs = Fa / (2 * tan β) + Fa / (2 * tan δ)

    Anders formuliert und in einem Schritt berechnet:

    Anmerkung 1: Für eine physikalisch korrekte Formel müsste man den Term noch mit der Erdbeschleunigung (g = 9,81m/s²) multiplizieren und würde dann als korrekte Einheit Newton (N) und keine Massenangabe (kg) erhalten. In der alltäglichen Praxis können sich aber wohl die meisten unter einer "Gewichtsangabe" in Kilogramm (kg) mehr vorstellen als unter einer Kraftangabe in Newton (N). Würde man die Kraftangabe in Newton durch 10 teilen, um Dekanewton (daN) zu bekommen, so wäre man allerdings vom Betrag her sehr nahe bei den Angaben in Kilogramm (kg). (1daN = 1,02kg respektive 1kg = 0,981daN)

    Anmerkung 2: Der Kotangens (cot) ist der Kehrwert des Tangens (tan): cot β = 1 / tan β respektive tan β = 1 / cot β

    Hänge ich meine Brücken-Hängematte mit einem Hängewinkel von 20° auf und belaste sie mit ca. 135kg (90kg * 1,5 bei normalen Bewegungen in der Hängematte), so ergeben sich mit diesen Formeln die folgenden Kräfte, die maximal auf die Spreizstäbe wirken dürften:

    Kopfende (110cm): 57kg (über das Aufhänge-Dreieck) + ca. 66kg (über den Hängemattenstoff) = ca. 123kg
    Fussende (92cm): 57kg (über das Aufhänge-Dreieck) + ca. 33kg (über den Hängemattenstoff) = ca. 90kg

    Falls meine Überlegungen grob stimmen, so sind das doch ganz beachtliche Kräfte, die da zusammenkommen!

  • Stärken meiner Brücken-Hängematte

    Was mir bisher an der Brücken-Hängematte positiv aufgefallen ist:

    • Mir ist noch nie etwas aus der Hängematte gefallen. Alles, was ich in die Hängematte lege, egal ob in eines der Ablagefächer oder direkt in die Hängematte, bleibt auch in der Hängematte.
    • Wenn ich nachts die Position ändere, finde ich schneller eine neue bequeme Schlafposition.
    • Ich habe zudem den Eindruck, dass der Topquilt* sich weniger zwischen Körper und Hängemattenstoff einklemmt. Er bleibt besser in Position und behindert mich weniger, wenn ich meine Position ändern möchte.

    Diese drei Vorzüge sehe ich im Vergleich zu den mir bisher bekannten Gathered-End-Hängematten.

    * Meine Topquilts sind alle extrabreit, weil ich sie auch im Zelt nutze. Dort ist die zusätzliche Breite unabdingbar. Kann sein, dass ein schmalerer Topquilt sich weniger zwischen Hängemattenstoff und Körper verheddert. Die viel offenere Form (m)einer Brücken-Hängematte scheint jedenfalls für breitere Topquilts besser geeignet zu sein.

    Hinweis: Ich schreibe das, um die Stärken (m)einer Brücken-Hängematte aufzuzeigen, und nicht, um Gathered-End-Hängematten schlecht zu machen. Ich habe auch noch mindestens ein weiteres Gathered-End-Projekt und mag an diesen Hängematten die Schlichtheit der Konstruktion und den schnellen und unkomplizierten Aufbau. Ich könnte sicher noch weitere Vorzüge der Gathered-End-Hängematten aufzählen, aber das soll jetzt hier nicht das Thema sein.

    Schwächen meiner Brücken-Hängematte

    Als grösste Nachteile meiner Brücken-Hängematte sehe ich aufgrund der sehr beschränkten bisherigen Erfahrung:

    • Der recht flache Aufhängewinkel von rund 20° erhöht die Belastung des Materials sehr stark. Abhilfe könnte eine etwas kürzere Liegefläche (ca. 210cm) bei einer dennoch gleich tiefen oder sogar eine Spur tieferen Kettenlinie an den Seiten schaffen. Mindestens 90cm Breite an der schmalsten Stelle würde ich aber auf alle Fälle beibehalten wollen.
    • Die Spreizstäbe (Spreader Bars) sind relativ schwer und müssen am Rucksack aussen separat versorgt werden. Abhilfe könnte schaffen, wenn es mir gelänge, die separaten Stäbe durch meine Trekkingstöcke zu ersetzen. Da ich aber damit rechnen muss, dass meine im vorigen Post gemachten Berechnungen grob richtig sind, habe ich aktuell nicht den Mut, das auszuprobieren. Da würde ich zuerst - bei einer weiteren "Brücke" - den ersten Punkt verbessern wollen, um die Grundbelastungen des Systems deutlich zu reduzieren. Ziel: Hängewinkel nicht flacher als 25°.
    • Offizieller Beitrag

    Das mit dem Einklemmen des Topquilts kann ich bestätigen.
    Jede Bauart hat eben ihre Vor- und Nachteile. In der Brückenhängematte klemmt der breite Topquilt nicht und in der GE-Hängematte kann man einen schmaleren Topquilt verwenden und ist dennoch an den Seiten vor Auskühlung geschützt.

  • Klingt eher als ob dein Quilt nicht weit genug wäre. Mein semi-rec Schlafsack ist über 160cm breit; ich bin noch nie unfreiwillig gefangen gewesen.

    Hmm, dieses Problem hatte ich noch nie. Seltsam. Wie weit ziehst Du denn den Quilt um den Körper? Ich liege eigentlich nur im Schulterbereich so richtig auf dem Quilt, und auch nur, wenn ich ihn um den Hals geschlossen habe. An den Seiten liegt er eigentlich nur oben auf. Wenn ich meine Arme rausholen möchte, geht das jederzeit ohne irgendwelchen Widerstand. Da ist absolut problemlos, selbst dann, wenn ich den Quilt um den Hals geschlossen lasse.

    Kurz ein paar off-topische Erklärungen:

    Mein HammockGear Burrow ist 55" (ca. 140cm) breit und 79" (ca. 200cm) lang.

    Den breiten und langen Quilt habe ich mir 2014 als Ersatz für das Alpine Down Blanket von Therm-a-Rest gekauft, bei dem mir die Isolation (Daunenfüllung) immer zur Seite hin weggerutscht ist. In erster Linie habe ich ihn fürs Zelt gekauft (deshalb die breite Version), aber natürlich wollte ich ihn auch in der Hängematte nutzen.

    Im Zelt schliesse ich den Druckknopf am oberen Rand und schlüpfe mit dem Kopf hinein. Wird es etwas kühler, so ziehe ich die Kordel zu. Zudem schiebe ich die Ränder seitlich ein wenig unter den Körper. Bei zunehmender Kälte oder bei Wind kann es passieren, dass mir etwas kalt wird, wenn ich mich drehe. Im Gegensatz zu einem Schlafsack, der sich sofort aufplustert, wenn ich mich mit ihm drehe, kann beim Quilt der Rand schnell mal ein wenig angehoben werden, so dass etwas warme Luft verloren geht respektive weggeblasen wird.

    In der Hängematte lege ich den Quilt über mich, schlüpfe ebenfalls mit dem Kopf oben rein, ziehe die Ränder aber ein wenig seitlich zwischen Hängematte und Körper, damit ich keine zu grosse Luftmasse aufheizen muss. Da der Quilt recht breit ist, kann ich eine Faltenbildung über mir nur so in Grenzen halten. Drehe ich mich (im Schlaf), so kann es passieren (und passiert auch sehr oft), dass der Quilt auf beiden Seiten immer tiefer zwischen Körper und Hängematte gerät - bei jeder Bewegung etwas mehr. Ich bin dann quasi unter dem Quilt "gefangen". Um mich zu befreien, müsste ich mich mit den Armen aufstützen können, doch genau das geht nicht, weil ich mich dann auf beiden Seiten auf dem Quilt aufstütze. Ich muss mich dann mehrmals hin und her drehen, bis der Quilt mich wieder freigibt. Ein unangenehmes Gefühl. Würde mich in dieser Situation jemand "überraschen", so wäre ich völlig hilflos. Wenn er das "falsche" Mass hat, dann ist er definitiv zu breit.

    Im Gegensatz zu dir, [USER="89"]echinotrix[/USER] (du schriebst mal, dass du am Morgen so aufwachst, wie du am Abend eingeschlafen bist), drehe ich mich nachts oft. Ich habe den Eindruck, dass ich mich in der ersten Hälfte der Nacht sehr oft von einer Seite auf die andere wälze. In der zweiten Nachthälfte schlafe ich dann ruhiger. Natürlich kann ich mich nicht selber im Schlaf beobachten. Ich weiss aber, dass ich in der Gathered-End-Hängematte oft bis morgens um 1 Uhr "wach" liege: d.h. Ich wälze mich hin und her, döse, schlafe auch ein wenig, wache aber immer wieder auf und suche nach einer neuen bequemen Position. Da muss ich den Quilt dann jedesmal wieder ideal ausrichten, mich auch immer wieder mal aus der "Gefangenschaft" befreien. In der zweiten Hälfte der Nacht (so ab 1 oder 2 Uhr) schlafe ich dann meist gut, die geschilderten Probleme stellen sich nicht mehr. Daraus schliesse ich, dass ich mich in der zweiten Phase der Nacht kaum noch oder auf alle Fälle viel weniger bewege. - Leider bin ich am Morgen dann oft nicht ausgeruht, weil ich nur die halbe Nacht wirklich gut geschlafen habe.

    Diese Probleme konnte ich in dieser starken Ausprägung in der Brücken-Hängematte bisher nicht beobachten. Ich drehe mich zwar auch da in der ersten Nachthälfte oft hin und her, ich finde aber leichter und schneller wieder eine angenehme Position, da der Stoff der Hängematte etwas aufgespannt ist und mich nicht so eng umschliesst. Auch wickelt sich der Quilt viel weniger um mich. Er liegt eher auf mir, die Ränder werden nicht so stark zwischen Körper und Hängematte eingeklemmt. Entsprechend fühle ich mich am Morgen eher ausgeruhter als nach einer Nacht in der klassischen Hängematte.

    Im Zelt gibt es dieses Problem nicht. Da schlafe ich auch mit Abstand am besten und am tiefsten. Im Idealfall gleich gut wie im Bett: Augen schliessen, einschlafen und am Morgen wieder erholt aufwachen. Aber selbst im Bett und Zelt schlafe ich natürlich nicht jede Nacht gleich gut. Ich will mich hier auch gar nicht darüber beklagen, wie "schlecht" ich in der Hängematte schlafe. Ich wollte nur verdeutlichen, was da in den verschiedenen Situationen mit dem Topquilt passiert.

  • In der Hängematte lege ich den Quilt über mich, schlüpfe ebenfalls mit dem Kopf oben rein, ziehe die Ränder aber ein wenig seitlich zwischen Hängematte und Körper, damit ich keine zu grosse Luftmasse aufheizen muss. Da der Quilt recht breit ist, kann ich eine Faltenbildung über mir nur so in Grenzen halten.

    Ich habe im Gegensatz zu Dir bisher keine Probleme einer "großen Luftmasse" gehabt. Ich lasse ich den Topquilt einfach locker auf mir liegen, er sackt dann zusammen und liegt überall optimal am Körper an.


    Im Gegensatz zu dir, [USER="89"]echinotrix[/USER] (du schriebst mal, dass du am Morgen so aufwachst, wie du am Abend eingeschlafen bist), drehe ich mich nachts oft.

    Das könnte eine Erklärung für die unterschiedlichen Wahrnehmungen sein. Tatsächlich bewege ich mich in der HM (gefült) in der Nacht praktisch nicht. Im Wald ist es manchmal so, dass ich leichter schlafe (mehr träume), aber selbst dann kommt es nur selten vor, dass ich nach einer bequemeren Position suche. Eine kleine Lageänderun reicht meist völlig aus, um mich zu beruhigen. Auf die Seite drehe ich mich äußerst selten.

    Probleme mit der Gefangenschaft im Quilt hatte ich noch nie.

    Dafür kann ich nur noch relativ schlecht im Bett schlafen. Da wälze ich mich oft und wache auch deutlich weniger ausgeschlafen auf. Zudem habe ich oft Rücken- und Schulterschmerzen. Ich vermute, dass es mir im Zelt nicht anders gehen würde. Aber das müsste ich ersteinmal ausprobieren. Meine letzte Übernachtung im Zelt ist schon einige Zeit her.

  • Vielleicht muss ich in der klassischen Hängematte mal versuchen, die Ränder des Quilts nicht zwischen Körper und Hängematte nach unten zu ziehen, sondern den Quilt nur lose über mich zu legen. Vielleicht ist genau das der Fehler.

    Ich ziehe die Ränder des Quilts - wie schon erwähnt - an den Seiten nicht bzw. nur ganz leicht zwischen Körpern und HM. Mit Luftlöchern hatte ich nie Probleme, zumindest nicht, seit ich einen Wooki-Design-Underquilt verwende. Seit der Underquilt perfekt sitzt, macht der Topquilt auch keine Probleme mehr. Vorher habe ich unbewusst oft versucht, kalte Stellen, die durch den Underquilt verursacht wurden, irgendwie mit dem Topquilt zu beheben - was natürlich nie funktioniert hat.

  • Bezüglich Post #22:
    Da man den Winkel δ nicht genau berechnen kann schlage ich vor zu versuchen Ihn zu messen. Siehe Skizze:
    Die Berechnung der Kraft auf den Stab ist dann nicht mehr so kniffelig.

    Vielen Dank für die Skizze.

    Für meine Berechnungen habe ich δ abgeschätzt und berechnet, indem ich davon ausging, dass der Körperschwerpunkt etwa bei 3/8 der Länge des Hängemattenkörpers vom Kopfende aus gesehen liegen dürfte. Entsprechend schätze ich ihn bei etwa 5/8 der Länge des Hängemattenkörpers vom Fussende aus gesehen. Natürlich wird der Druck auf den Spreader Bar noch deutlich höher, wenn man sich kopfseitig sehr nahe beim Spreader Bar (19mm, 1mm Wandstärke) in die Hängematte setzt. Dann wird es schnell einmal brenzlig, denke ich. Auch beim Fussende wird es heikel, weil dort der Spreader Bar zwar kürzer, aber in meinem Fall auch dünner ist (17mm, 1mm Wandstärke).

    Damit sicher keine Missverständnisse über die Winkel aufkommen, auch von meiner Seite nochmals eine Skizze:

    Foto übernommen von © andrewskurka.com, bearbeitet von Waldläufer70

    Meine Formeln sind deiner Ansicht nach korrekt? Und müsste es bei deiner Formel für F1 nicht wie folgt lauten: F1 = Fa / (2 * tan β)?

  • Interessant wäre mal, zwischen dem Spreader Bar und dem eigentlichen Hängemattenkörper auf beiden Seiten noch ein Stück Leine einzubauen. Dann könnte man genau sehen respektive ablesen, in welche Richtung die Kräfte wirken und wie gross der Winkel δ tatsächlich ist:

    Das Gurtband verhält sich relativ widerspenstig, so dass der Winkel sich nicht so leicht ablesen lässt.

    • Offizieller Beitrag

    [USER="33"]waldläufer[/USER], ich habe mir mal angeschaut was deine Al-Spreizen 17mm * 15mm * 920mm theoretisch an Druckkraft aushalten.
    Dabei habe ich mir angeschaut wie viel Rückstellkraft FR ein solches Rohr leisten kann. Siehe Zeichnung. Wenn die Druckkraft Fd größer wird als die Rückstellkraft FR dann wird die Stabilitätsgrenze überschritten. Für dein 17mm Rohr bin ich auf 112daN gekommen.
    Ein gleich großer Carbon Rohr hätte mehr als die doppelte Rückstellkraft und würde nur ca. 60% des Gewichtes vom Alu Rohr haben.
    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"large","data-attachmentid":42511}[/ATTACH]


    Die 3.9 daN habe ich mit der BendIT Software ermittelt. Kannste mal runterladen und einfach direkt starten. Als (Biege) Emodul gibst du 49000Mpa ein (Baumarkt Alu-Rohr) Profil: Rohr, D17, d15, L920 Unten rechts muss man noch "Loading Case 1" auswählen.
    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"large","data-attachmentid":42510}[/ATTACH]

  • Wow, vielen Dank, [USER="4185"]Biker61[/USER]!

    Die dickere Spreize ist ja nur 1'100mm lang, die dünnere sogar nur 920mm. Damit werden die Kräfte, die sie aushalten können, noch höher. Allerdings ist die Steckverbindung - ungefähr mittig - aus dem nächst dünneren Rohr mit 1mm Wandstärke gefertigt. Ich weiss nicht, wie stark das das Material schwächt.

    Ich habe mich mal grob an [USER="173"]erik[/USER]s "Knickdruck-Rechner" gehalten., den er hier zur Verfügung gestellt hat. (Auch Kommentare zu #103 bachten!). Damit komme ich bei idealer Belastung auf etwa 134kg für beide Spreizen (ideale Knickdruckkraft). Die einzige Unbekannte ist, wo genau der Schwerpunkt liegt, also welche Winkel für δ eingesetzt werden müssen. Zudem weiss ich nicht, was man sich unter "idealer Knickdruckkraft" vorzustellen hat.

    Den von dir empfohlenen Rechner lade ich mir gerne herunter und beschäftige mich damit. Ich habe nur leider gerade keine Zeit mehr übrig... Das muss noch einen Moment warten.

    Ach ja, die Kraft dürfte recht ideal eingeleitet werden bei meiner Brücke. Siehe hier:

    • Offizieller Beitrag

    Wenn du Sorge hast das dein Alu-Rohr knickt oder ein Carbon-Rohr gefährlich splittert, dann kann ich als alter Lenk-Drachenflieger Glasfaser (GFK) Rohre sehr empfehlen. Bei Verwendung als Spreize haben sie die sehr angenehme Eigenschaft das sie bei Überlast sich einfach mal kurzzeitig durchbiegen wie ein "Flitzebogen" und danach direkt wieder in die Ausgangsposition zurückgehen. So ein GFK Rohr hält enorme Durchbiegungen aus. Da brauchst du bei der Auslegung gar nicht unbedingt eine erhebliche Reserve einplanen. Wenn temporär der Druck zu hoch wird biegt biegt es sich durch, deine Winkel δ und ß werden dadurch temporär etwas "flacher" und die Kraft auf die Spreize geht automatisch etwas zurück. Nix passiert, alles gut!

    Was all die Berechnungen angeht, sage ich probieren geht über studieren!
    Ein kleiner Test veranschaulicht das:
    Das Alu-rohr habe ich per Hand leicht durch-gebogen (aber nicht verbogen!), ähnlich wie man einen "Flitzebogn" biegt wenn man die Sehne einhängen will. Dann habe ich des Rohr im passenden Abstand zwischen zwei feste Begrenzungen eingeklemmt und die Kraft gemessen die die Rohrenden auf die Begrenzung ausüben. Das ist die Rückstellkraft (oder "Knick-Maximal Kraft") Auf dem Bild unten kannst du es sehen. Zum messen der Kraft habe ich eine Personenwaage genommen. Wenn eine Waage nicht ausreicht nimmt man zwei nebeneinander und legt ein Brett quer drüber.
    Mit rel. kurzen Rohren kann man so einen Test natürlich nicht machen. Über den Daumen würde ich sagen das das Rohr mindestens 70 bis 100 Durchmesser lang sein sollte um so einen Test machen zu können. Man kann ja ein langes Rohr testen und dann auf eine kürzeres Stück umrechnen. Bei deinem 17er Rohr braucht du mindestens ein 70*1.7=119cm Stück um handhabbar testen zu können.

    Beispiel Alu Rohr im unten gezeigten Test:
    Zuerst die Rohrenden platt-geklopft und die platten Enden je von beiden Seiten angeschrägt um die Kraft punktförmig mittig einleiten zu können.
    Da = 16mm
    Di=14
    L1=1430mm
    Messwert auf der Waage: Fr1 = 41daN

    Kürzt man nun das Rohr auf die Länge L2 =920mm dann steigt die Rückstellkraft quadratisch an, das wird wie folgt berechnet:
    Fr2 = Fr1 * ( L1 / L2 )^2 = 99daN

    Hast du nun aber ein dickeres Rohr mit Da=17, Di=15, L3=920mm aus gleichem Material dann geht hier der (mittlere) Durchmesser hoch drei ein, also in erster Näherung so:
    Dm1= (16+14) / 2 = 15
    Dm2= (17+15) / 2 = 16

    Dein Rohr kann dann maximal folgende Rückstellkraft aufbringen: Fr3= Fr2 * (Dm2/Dm1)^3 =120daN
    Das kommt aber auf das individuelle Material an aus dem dein Rohr ist.
    Daher am besten selbst den Test machen. Das gibt dir eine höhere "Confidence" ;)

    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"full","data-attachmentid":42567}[/ATTACH]

  • Nochmals vielen Dank, [USER="4185"]Biker61[/USER]! Da muss ich mich über die Festtage mal näher damit beschäftigen. Ich denke, das ist recht einleuchtend und sollte für mich - nach etwas Auseinandersetzung damit - nachvollziehbar sein.

    Ich habe übrigens volles Vertrauen zu meinen Alu-Rohren, die ich bei Dutch (dutchwaregear.com) bestellt hatte. Die Zweifel kommen eher auf, wenn ich mir über die Verwendung von Trekkingstöcken Gedanken mache. Da mag ich keinen aufs Spiel setzen. Zu teuer und kostbar sind mir die, zumal ich auch Erinnerungen damit verbinde. Die haben mich schon so weit begleitet. Glasfaser könnte allenfalls eine Alternative sein. Zumindest scheinen da die Materialeigenschaften sehr günstig.

    Das mit der Waage ist auch so eine Sache. Ich habe nämlich keine. Mir ist es ziemlich wurst, wie schwer ich bin, weshalb ich mir nie eine angeschafft habe. Fühle ich mich nicht mehr wohl in meiner Haut (respektive in der Hose), dann esse ich etwas weniger und bewege mich mehr. - Da müsste ich mal im Freundeskreis rumfragen, wer mir eine Personenwaage ausleihen könnte.

    Das Problem bei meinen Rohren ist: Sie sind zu kurz für solche Tests.
    110cm bei Durchmesser 19mm (=> 58mal)
    92cm bei Durchmesser 17mm (=> 54mal)

    Im Grunde ging es mir bei meiner Frage an dich nur darum, ob ich die Kräfte, die auf die Spreizstäbe wirken, korrekt hergleitet habe. Ich wollte das gerne aus eigenem Interesse wissen, möchte hier im Forum aber möglichst keinen Blödsinn verbreiten.

    Im Moment möchte ich meine Alu-Stangen gar nicht ersetzen. Höchstens die Verwendung meiner Trekkingstöcke (aus Aluminium oder Karbon) als Spreizen wäre allenfalls längerfristig eine Option. Mit denen könnte ich natürlich solche Belastungstests machen, denn die kann ich lange genug ausziehen. Dann komme ich gerne auf deinen Vorschlag zurück. Aber im Moment stehen andere Projekte an, die mich unter den Fingern jucken.

  • An Weihnachten hatte ich das erste Mal die Gelegenheit, einen Blick von der Seite auf die Brücken-Hängematte zu werfen. Man kann da den aktuellen Hängewinkel recht schön erkennen. Zudem sieht man, wie stark sich der 19mm starke zweiteilige Spreizstab durchbiegt:

    Durchhang der Brücken-Hängematte (Kopfende rechts)

    Die Liegeposition ist relativ flach. Woher allerdings das Gerücht kommt, in einer Brücken-Hängematte liege man vom Kopf- bis zum Fussende völlig flach (so auch in der zweiten Auflage von "The Ultimate Hang"), kann ich mir nicht erklären. Der Rücken selbst wird zwar erstaunlich gerade gehalten, Kopf und vor allem die Beine verlaufen aber deutlich nach oben. Mag sein, dass man das mit einer etwas tieferen Kurve in den Seiten noch etwas "besser" hinkriegt. Unbequem ist die Hängematte deswegen jedenfalls nicht.

    Die Spreizstäbe an Kopf- (und auch Fussende) sind doch deutlich sichtbar durchgebogen. Das hat mich etwas erstaunt:

    Seitenansicht etwas herangezoomt

    Der Hängewinkel α beträgt ca. 23°, der Körperschwerpunkt (KS) liegt auf dem Bild etwas näher beim Spreizstab des Kopfendes (41% : 59%):

    Hängewinkel und Körperschwerpunkt sichtbar gemacht

    Die Ruhebelastung auf die Spreizstäbe dürfte bei geschätzten 90kg in der Hängematte etwa auf die folgenden Werte geklettert sein:

    - Kopfende: ca. 68kg
    - Fussende: ca. 54kg

    Bei Bewegung (Aussteigen und Einsteigen, Bewegungen in der Hängematte => max. mal 1,5):

    - Kopfende: ca. 103kg
    - Fussende: ca. 80kg

    • Offizieller Beitrag

    Eine Möglichkeit ist das Rohr im mittleren Drittel mit einem dickeren Rohr zu verstärken. Das blaue in der Zeichnung sind einige Lagen Isolierband die so oft gewickelt werden bis das dickere Rohr saugend drüber geht. Das verstärkt enorm, das haben wir oft bei den Spreiz-Stäben für die Lenkdrachen gemacht:

    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"large","data-attachmentid":42919}[/ATTACH]

  • Die einfachste Möglichkeit, den Druck auf die Spreizen zu reduzieren, wäre natürlich, das Aufhänge-Dreieck zu verlängern. Nur wird dann die jetzt schon 400cm lange Ridgeline noch länger. Der Vorteil nebst der geringeren Belastung der Spreizen wäre, dass die Hängematte noch etwas weniger kippelig wäre. Allerdings kann ich schon jetzt problemlos aufrecht in der Hängematte sitzen, ohne auf eine Seite zu kippen. Im Grunde finde ich sie überhaupt nicht kippelig.

    • Offizieller Beitrag

    Oder gebrauchte Leki Stöcke ausschlachten. Zwei konische Rohrsegmente zusammensetzen wäre ideal:
    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"large","data-attachmentid":43275}[/ATTACH]

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