Meine erste Brücken-Hängematte

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  • Ich habe ja schon öfters mit dem Gedanken gespielt, die Spreizstäbe durch die Trekkingstöcke zu ersetzen, hatte aber immer die Befürchtung, dass die Belastung (primär am Kopfende) für den doch sehr langen Trekkingstock (rund 110cm Länge) zu hoch sein würde. Erste Experimente in diese Richtung haben mich in der Befürchtung eher bestätigt.

    Vor einiger Zeit kam mir deshalb die Idee, nur den Stab am Kopfende durch meine Trekkingstöcke zu ersetzen. Dann müsste ich nur noch den dünneren, kürzeren und damit deutlich leichteren Stab fürs Fussende mit auf Tour nehmen.

    So habe ich in den letzten Tagen diesbezüglich ein paar Experimente gemacht, die z.T. recht ermutigend waren. Diese möchte ich gerne mit einigen Fotos, dafür mit nur wenigen Worten hier vorstellen. Zwar ist auf den Fotos mehrheitlich meine zweite Brückenhängematte zu sehen, aber thematisch sind die Bilder hier besser aufgehoben, weil es weiter oben mehrmals exakt um die Frage der Belastung der Spreizstäbe ging.

    Erste Versuche, die Trekkingstöcke einzubinden, mit Continuous Loops und Evo Loops:

    Das war schon mal vielversprechend, also folgten weitere Versuche nach diesem Prinzip...

    Die Variante, die Spitzen der Trekkingstöcke zu nutzen und die beiden Stöcke mit Loops zu verbinden, hat mir weniger gut gefallen. Ich hatte den Eindruck, dass die dünnen Teile der Stöcke teilweise sehr stark gebogen wurden (auf den folgenden Bildern nicht zu sehen, da Hängematte unbelastet):

    Eine alternative Art, die Stöcke einzufädeln:

    Ich kam wieder zurück zu den ersten Versuchen...

    Befestigung der Schlaufen an der Hängematte:

    Diese Methode führt dazu, dass die dünnen Enden der Stöcke etwas stärker als nötig gebogen werden, ist aber sehr einfach zu handhaben:

      

    Meine bisher favorisierte Methode, die Stöcke einzubinden, mit dem Vorteil, dass die Belastung relativ zentral am Stock ansetzt:

      

    Aber wie wäre es, ähnlich wie weiter oben angedacht, die Stöcke in entgegengesetzter Richtung einzusetzen?

      

    Eigentlich ganz brauchbar, nur drückt es da die Stäbe in der Mitte so doll auseinander...

    Muss das sein? :/ Nein! - Ein Evo-Loop in der Mitte schafft Abhilfe! :)

    Ja, das kann sich sehen lassen! :)

    Vorteil der Trekkingstöcke. Man kann zusätzlich noch die Länge der Spreizstäbe verändern. So kann man die Hängematte unter Umständen noch etwas bequemer machen, an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

    Um die Stäbe noch stärker zu biegen, als das auf den Fotos zu sehen ist, muss man doch recht stark in der Mitte gegen den Doppelstab drücken. Aber lieber wäre es mir natürlich schon, wenn sie sich gar nicht biegen würden.

    Dies einfach ein kleiner Einblick in meine "Werkstatt"...

    • Offizieller Beitrag

    Das sieht doch schon ganz brauchbar aus! :thumbup:

    Eine Anregung für das Fußende: Falls es am Übernachtungsort genug dicke Bäume gibt, läßt sich vielleicht der Spreizstab ganz einsparen. Die Hängematte recht nah am dicken Baum abspannen und das linke Fußende links am Baum und das rechte Fußende rechts am Baum abspannen. Probier's mal aus, ob das klappt!

    • Offizieller Beitrag

    Warum nicht umgekehrt: den Spreizstab an den Füßen ersetzen und am Kopf beibehalten? Dann spart man zwar nicht ganz soviel Gewicht ein, aber falls die Stöcke brechen, tun sie es wenigstens nicht so nah am Gesicht. Und die Belastung ist an den Füßen auch nicht ganz so groß.

  • Warum nicht umgekehrt: den Spreizstab an den Füßen ersetzen und am Kopf beibehalten? Dann spart man zwar nicht ganz soviel Gewicht ein, aber falls die Stöcke brechen, tun sie es wenigstens nicht so nah am Gesicht. Und die Belastung ist an den Füßen auch nicht ganz so groß.

    Das wäre auch eine Möglichkeit. Am Fussende reicht sogar ein Trekkingstock, denn die Belastung ist dort ein grosses Stück kleiner:

    • Dort brauche ich nur gut 90 cm Länge.
    • Dort ist der Körperschwerpunkt weiter weg.

    Das hat zwei Nachteile:

    • Ich würde weniger Gewicht sparen.
    • Ich müsste die Länge der Stöcke jeweils verändern.

    Für die 110cm Länge, die ich am Kopfende benötige, komme ich mit den 130cm lang eingestellten Stöcken recht gut hin. Darum habe ich es am Kopfende versucht. Aber das mit dem Fussende kann ich auch mal ausprobieren!

  • Schöne Idee ich hatte das bei mir so gelöst wie Treegirl schreibt. Fußende mit trekkingstock und Kopfteil mit DIY Carbonstangen.

    Mein Vertrauen in die Haltekraft diese Klemmung ist nicht sonderlich groß, deshalb nutze ich die einfachen Stöcke bei denen man die Rohre von innen her verklemmt durch verdrehen zueinander (gibt sicher einer tollen Marketingbegriff dafür). Laut Leki hält die Verbindung 140kg bevor sie durchrutscht.

    Die Krafteinleitung in den Stock ist leider mit den Kordeln nicht optimal und wahrscheinlich auch der Hauptgrund warum sie sich derart biegen.

    Abhilfe kann hier eine Gurtbandtasche sein für den Griff die ersetzt dann den Dutchbling.

    Ich hatte mir aus Kunststoff zu diesem Zweck kleine Stopfen gedreht.

  • deshalb nutze ich die einfachen Stöcke bei denen man die Rohre von innen her verklemmt durch verdrehen zueinander

    Ich habe solche Karbonstöcke aus zwei Teilen. Mit denen möchte ich das - mit der nötigen Vorsicht - mal noch ausprobieren. Die sind mir zu kostbar, um sie zu schrotten!

    Genau, die Einleitung der Kräfte ist bei der seitlichen Befestigung suboptimal. Das gefällt mir auch nicht. Da bin ich gerade noch am Nachdenken, ob ich da eine bessere Lösung finde, bei der ich - je nach Bedarf - schnell zwischen Stäben und den Alu-Stöcken wählen kann. Die Titan-Teile von Dutch sollen auf jeden Fall dran bleiben, denn die sind fix angenäht. Sollte ich mal noch eine dritte Brücken-Hängematte nähen, dann würde ich die ohnehin ohne die Titan-Teile machen: mit kleinen AmSteel-Öffnungen für die Aufnahme von Stangen oder Loops.

    Über eine Gurtband-Tasche für die Aufnahme der Stangenenden habe ich auch schon nachgedacht; aber vorerst suche ich noch nach einer einfachen Lösung mit Continuous Loops oder Evo-Loops weiter... ich habe da bereits so eine Idee, um die Übertragung der Kräfte weiter zu optimieren. Je einfacher und je geringer der Aufwand, desto besser.

  • Was spricht dagegen, Taschen nachzurüsten? Also nicht unbedingt an der Matte selbst, sondern als Ergänzung zu den Seilen?

    Nicht grundsätzlich etwas. Da ich aber - jedenfalls am Kopfende - ohnehin beide Trekkingstöcke verwenden möchte, müssten das "Doppeltaschen" für einen Handgriff und zusätzlich eine Spitze sein (oder allenfalls eine Doppel-Handgriff-Tasche und eine Doppelspitzen-Tasche). Und wenn ich die Hängematte selbst nicht umbaue, würden die Stöcke trotz der Taschen an den Titan-Teilen vorbeilaufen und deshalb dezentral belastet werden. Somit hätte ich trotz der Taschen eine suboptimale Belastung der Stöcke.

    Wenn ich einen Doppel-Stock oben und einen unten an den Titan-Teilen durchführen würde, dann würden die Stöcke eher in eine S-Form gedrückt. Das könnte eine Lösung sein, die stabiler ist als ein Bogen über die gesamte Stocklänge. Solange ich aber ohnehin mit zwei Stöcken arbeiten möchte, kann ich auch schauen, ob ich das Titan-Teil nicht zwischen den beiden Stockenden positionieren könnte. Dafür bräuchte ich vielleicht gar keine Taschen. Und dann würde ich die eben lieber weglassen. Je weniger Gefummel, das mir unterwegs die Laune verderben kann, desto besser!

  • Ich habe solche Karbonstöcke aus zwei Teilen. Mit denen möchte ich das - mit der nötigen Vorsicht - mal noch ausprobieren. Die sind mir zu kostbar, um sie zu schrotten!

    Kann ich nachvollziehen ginge mir nicht anders!

    Habe mir Leki Voyager gekauft den Griff abgemacht und die Gossamer Gear Korkgriffe drangemacht.

    Was spricht dagegen, Taschen nachzurüsten? Also nicht unbedingt an der Matte selbst, sondern als Ergänzung zu den Seilen?

    Ich befürchte das wird nicht viel Verbesserung bringen weil der Stock dann ja immer noch über das Titanteil geht und nicht durch. Die Dinger sind in diesem Fall leider immer im Weg.

  • Kann ich nachvollziehen ginge mir nicht anders!

    Habe mir Leki Voyager gekauft den Griff abgemacht und die Gossamer Gear Korkgriffe drangemacht.

    Ich habe tatsächlich die Stöcke von Gossamer Gear, noch aus der zweiteiligen Produktion von 2014 (LT4).

    Die Leki Voyager wären recht günstig. Tendenziell zögere ich allerdings immer, mir noch mehr Ausrüstung zu kaufen. Ich verfüge ja bereits über zwei Paar Stöcke in tadellosem Zustand.

    Ich bezweifle nicht, dass die Drehverschlüsse der Voyager 140 kg aushalten. Aber halten die Stöcke auch so viel aus? Die Spreizstäbe an meinem Kopfende werden mit deutlich unter 100 kg belastet und dennoch biegen sich die zwei Black Diamond Trail da bereits recht stark durch (siehe Fotos oben). Klar, da ist auch die suboptimale Belastung der Stöcke mitverantwortlich.

    Am ehesten könnte es (siehe letzten Beitrag) etwas bringen, die Titan-Teile zwischen die beiden Stöcke zu bringen. Ich denke, das probiere ich als Nächstes aus.

    Am Schluss geht es mir darum, mit einem möglichst einfachen System unterwegs sein zu können. Ich weiss nicht sicher, ob ich mit dem System glücklich wäre, wenn ich jeden Abend die Stocklänge anpassen und auch sonst an der Hängematte herumbasteln müsste. Da würde ich womöglich fast lieber beim Mehrgewicht der bisherigen Spreizstangen bleiben. Oder auf eine Gathered-End-Hängematte ausweichen, wenn ich gezielt etwas Gewicht sparen möchte. :/

  • Frage an die technisch Versierten unter uns:

    Welcher Krafteintrag ist für einen Stab idealer?

    A) So, dass der Stab über seine gesamte Länge gebogen wird?

    B) So, dass der Stab quasi in eine leichte S-Form gebogen wird?

    In beiden Fällen sind die Kräfte, der Krafteintrag und der Stab gleich.

    Skizze:

    Gibt es dazu auch Information im Internet?

  • Danke für deine Einschätzung, Bikepacker !

    Wenn ich einen Stab (oder zwei übers Kreuz) so anordne, dass er auf einer Seite oberhalb vom Titan-Teil und auf der andern Seite unterhalb davon zu liegen kommt, dann müsste sich doch aufgrund der Belastung - so wie in Teilbild B) gezeigt - eine Art S-Form ergeben.

    Ich kann einen Stab ja an den beiden Enden mit den Händen greifen und dann beide Hände nach rechts oder aber nach links drehen. Ich denke, dass das der Belastung bei der genannten Positionierung der Stäbe entspricht.

    Wenn ich ein Messingrohr zwischen zwei Händen halte und so wie bei A) belaste, ist mein Eindruck, dass es sich leichter knicken liesse wie bei Belastung gemäss B): Dort habe ich den Eindruck, dass das Rohr nur halb so viel Rohrlänge zum Ausweichen zur Verfügung hat. Aber eben, ich weiss nicht sicher, ob dem wirklich so ist. Jedenfalls erkenne ich dann eine leichte S-Form.

  • Ich kann einen Stab ja an den beiden Enden mit den Hängen greifen und dann beide Hände nach rechts oder aber nach links drehen. Ich denke, dass das der Belastung bei der genannten Positionierung der Stäbe entspricht.

    Okay jetzt verstehe ich, was du meinst. Du bringst quasi an beiden Stabenden ein Moment auf. Dann entsteht die S-Form natürlich. Das habe ich in der Skizze nicht gleich erkannt.

    Aber ist das bei deinen Trekking Stöcken denn der Fall? Ich schätze mal, dass die nur auf Druck beansprucht werden. Dass die Kräfte vielleicht nicht perfekt axial und mittig angreifen, dürfte keinen grossen Unterschied machen denke ich. Der Hebelarm von den gelben Loops ist ja auch nicht der Rede wert oder?

  • Die beiden Stäbe biegen sich schon recht deutlich, weshalb ich mir überlegt habe, sie asymmetrisch einzuspannen, und weil es zwei Stöcke sind, vielleicht sogar beide übers Kreuz.

    Ich mache da mal noch Fotos. Möchte das bloss vorsichtig angehen, da ich meine "kostbaren" Karbonstöcke nicht schrotten möchte (und mich auch nicht).

    Zurück zu Euler: Ich denke, der dritte Fall kommt der Sache von der Form her am nächsten. Danke für den Tipp mit Euler, den hatte ich nicht mehr auf dem Schirm. Falls das der Fall sein sollte, wäre die Belastbarkeit tatsächlich erhöht, bis allenfalls zum Faktor 2. Hmmm...

  • Ich habe jetzt mal noch einen Versuch mit meinen «kostbaren» Karbonstöcken von Gossamer Gear versucht (244g/Paar)...

    Ich habe sie oben und unten vom Titan-Teil positioniert, einen Evo-Loop durch die Öse in demselben geführt und die Stockenden je mit einem Ankerstich umfasst:

    Dabei habe ich die Griffe jeweils oberhalb vom Titan-Teil, die Stockspitzen unterhalb desselben positioniert, sodass die Stöcke übers Kreuz verlaufen und dadurch (hoffentlich) noch etwas idealer belastet werden.

    Damit die Stöcke - insbesondere die relativ dünnen Stockspitzen - sich unter der Last nicht biegen können, habe ich noch zwei weitere Evo-Loops je zweimal um beide Stöcke gelegt, das lose Ende zwischen den Schenkeln beim Knubbel durchgeführt und dann um den Knubbel gelegt und schliesslich die Loops beidseits in Richtung Griffe geschoben. Das starke Material bei den Griffen kann so das dünnere Material bei den Stockspitzen mit unterstützen:

    Einen weiteren Evo-Loop wollte ich noch in der Mitte der beiden Stöcke positionieren, damit es sie dort sicher nicht voneinander wegbiegen kann. Das hat sich aber als überflüssig erwiesen. Die beiden Stöcke drückt es in der Mitte schön gegeneinander.

    Zuerst hatte ich etwas Bedenken, dass die Karbonstöcke für dieses «Experiment» zu schwach sein könnten und habe mich sehr vorsichtig in die Hängematte gesetzt. Die Sorge war aber unbegründet:

    Es kommt zu keiner bedenklichen Biegung der Stöcke.

    Es hat sich sogar gezeigt, dass es eher kontraproduktiv ist, die blauen Loops zu nahe an die Griffe zu schieben. So reicht es auch:

    Nur etwas hatte ich nicht bedacht: Die Ankerstiche drücken den Schaum der Griffe ziemlich unschön zusammen. Die Eindrücke werden vermutlich nicht vollständig wieder verschwinden.

    Vielleicht werde ich mir aus zwei übers Kreuz zusammengenähten Gurtbandschlaufen doch noch eine "Tasche" für die Stockgriffe machen. Das hätte noch den zusätzlichen Vorteil, dass die Hängematte am Kopfteil etwas weniger aufgespannt würde; beim hier gezeigten Versuchsaufbau hatte ich deutlich mehr als die gewohnten 110cm effektive Stocklänge, was die Belastung unnötig erhöht und auch eher weniger bequem ist als gewohnt(?).

    Mal über die Stockhalterungen nachdenken...

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