Moskitonetz à la Fronkey

  • Im vollen Bewusstsein, dass im MYOG-Bereich schon Moskitonetze vorgestellt wurden, stelle ich mein relativ neues Netz hier vor. Ich habe es mir aus mehreren Gründen gemacht:

    • Ich hatte für meine meist um die 340cm langen, selbstgenähten Hängematten noch kein Moskitonetz.
    • Ich wollte ausprobieren, wie gut ein Netz mit Öffnung unten (Gummizug) für eine so grosse Hängematte funktioniert.
    • Ich wollte wissen, welche Abschrägung (siehe unten) sich für ein so grosses Netz empfiehlt.
    • Das Netz soll zugleich eine "Vorübung" sein für eine integrierte Hängematte, die teilweise auf diese Netzform zurückgreifen soll.
    • Ich wollte herausfinden, ob man aus dem nur etwa 137cm breiten Nano NoSeeUm-Netz von DutchWare überhaupt ein Netz für eine so lange Hängematte machen kann. (Extremtextil.de führt sonst ein 160cm breites, ebenfalls sehr leichtes Netzmaterial, das ich ausprobieren könnte.)


    Zuerst stand ich vor der Frage, ob ich das Netz (wie das Vorbild von Fronkey) nach unten leicht schräg zuschneiden soll. Ich habe mich dann dafür entschieden, das Netz aus einem rechteckigen Stück Stoff zu machen:



    Ein Netz aus einem Rechteck weitet sich sehr schnell und bietet so schon relativ nahe am Kopf- oder Fussende den vollen Raum. Zudem steht mehr Stoff zur Verfügung, falls man das Netz an die Ridgeline der Hängematte hochbinden möchte (siehe weiter unten).


    Schneidet man den Stoff von oben nach unten etwas schräg zu, so steht die volle Weite nicht gleich schnell zur Verfügung. Der grosse Vorteil des schrägen Zuschnitts ist dafür, dass das Netz weiter zur Mitte der Hängematte reicht (längere Naht). Auch wird das Netz bei schrägem Zuschnitt etwas leichter.


    Bei einem weiteren Netz würde ich eventuell das Kopfende rechteckig belassen, das Fussende hingegen etwas schräg zuschneiden. Um die Vorteile beider Zuschnitte zu kombinieren, könnte man auch eine leichte Kurve nähen: zuerst senkrecht nach unten und dann in einem leichten Bogen etwas gegen innen. So hätte man schneller die volle Ausdehnung, gleichzeitig würde das Netz aber unten etwas besser abschliessen.


    Da ich es nicht mag, wenn man mit den Händen oben nicht durch den Kordelzug greifen kann, der die Aufhängung der Hängematte umschliesst, habe ich die Öffnung etwas grösser als eine Handbreite gemacht. Der Nachteil davon ist, dass die nach unten laufende Naht dabei etwas verkürzt wird.


    Damit ich das Netz nach oben binden kann, habe ich oben eingemittet im Abstand von ca. 90cm zwei Schlaufen eingenäht. Das ermöglicht mir, das Netz an der Ridgeline zu fixieren, aber auch einseitig oder beidseitig nach oben zu binden für den Fall, dass ich das Netz installiert habe, aber aktuell gar keine Moskitos unterwegs sind.


    Netz kann an der Ridgeline der Hängematte fixiert werden.


    Das Netz kann aber auch einseitig (oder sogar beidseitig) hochgebunden werden.


    Das erleichtert nicht nur den Einstieg, sondern bietet auch eine gute Belüftungsmöglichkeit, wenn es warm ist, aber gerade kein "Stechmücken-Alarm" herrscht:



    Tauchen plötzlich blutsaugende Plagegeister auf, so kann ich das Netz von der Ridgeline lösen und - wie gewohnt - unter mir zusammenziehen.

  • Da das von mir verwendete Netz nur 137cm breit ist und durchs Zusammennähen oben und das Nähen des Kordelzugs unten noch etwas Material verloren gegangen ist, lässt sich das Netz unten von der Seite zur Mitte hin nicht vollständig zuziehen. Aber das gilt umso mehr in Längsrichtung: Die Hängematte ist zu lang, um das Netz unten vollständig verschliessen zu können. Bei sehr langen Hängematten dürfte es sich allenfalls empfehlen, das deutlich breitere Netz von Extremtextil (siehe oben) zu verwenden. Allerdings hätte das wiederum den Nachteil, dass das Netz sehr schnell den Boden berühren würde. Das kann selbst mit meinem eher schmalen Netz passieren, wenn man die Hängematte zu tief hängt. Ist der Gummizug unten aber bereis leicht zusammengezogen, so ist diese Gefahr weitgehend gebannt, zumindest mit dem schmaleren Netz von DutchWare.



    Übrigens habe ich oben - dem First entlang - noch eine ganz leichte Kurve (ca. 2cm tief) eingenäht, damit das Netz etwas schöner / gleichmässiger hängt. Ob das wirklich so viel ausmacht, kann ich nicht sagen. Der Nachteil ist, dass dabei die ohnehin schon kurzen Seiten des Netzes noch etwas kürzer geworden sind. Jedenfalls hängt das Netz nun recht schön, ohne mich einzuengen:


    Ohne Tarp...


    ... und mit Tarp darüber


    Da ich den Eindruck hatte, dass die Gummischnur im Kanal nicht so gut rutscht, habe ich nachträglich einen Kanal aus Argon 90 von DutchWare angenäht. Mein Eindruck ist, dass die Gummischnur nun etwas leichter rutscht, viel macht es aber nicht aus. Ganz sicher ist das Netz nun aber etwas schwerer geworden.


    Kanal für die Gummischnur aus Argon ...


    ... mit Kordelstopper ausgerüstet


    Zum Verschliessen des Netzes wird die Gummikordel so stark festgezogen, dass der Kordelzug von unten der Kontur des Körpers folgt und sanft anliegt. Bei Verwendung des Underquilts funktioniert das sehr gut: Die Gummikordel liegt dann ganz leicht am Underquilt an und sorgt für einen recht guten Abschluss. Da die Stechmücken der Körperwärme und dem CO2 folgen, besteht keine Gefahr, dass sie unten zwischen Netz und Underquilt einen Zugang suchen. Ohne Underquilt könnte es passieren, dass Stechmücken von unten durch die Hängematte stechen und allenfalls sogar - aus Versehen - bis ins Innere der Hängematte durchschlüpfen könnten.


    Damit die Hängematte auch mit installiertem Moskitonetz versorgt werden kann, habe ich mir dann noch einen grösseren beidseitig verschliessbaren Transportbeutel genäht. Es ist immer wieder interessant, wie eines das andere nach sich zieht.


    Fürs erste bin ich mit dem Resultat zufrieden!

  • Hinweis: Für von unten zugängliche Mückennetze hier vorgestellter Art gilt Trevor Rasmussen (Fronkey auf hammockforums.net) als Erfinder. Allerdings hat Exped gleichzeitig wenn nicht sogar schon früher ein ähnliches Konzept in sein Hängematten-Programm aufgenommen. Einmal mehr zeigt sich, dass es nicht immer eindeutig ist, wer eine Idee wirklich als erster hatte. Es ist gut möglich, dass Ideen auch unabhängig voneinander an verschiedenen Orten entstehen können.

  • Sieht prima aus!
    Übrigens, ein weiteres Argument für den Stoffkanal: Wenn das Mückennetz doch mal auf dem Waldboden aufsetzt, bleiben am glatten Nylon weniger Nadeln, Blätter, Grashalme und Ameisen hängen als es bei dem rauen Netzgewebe der Fall wäre. Eigentlich bleibt am Nylon gar nichts hängen, höchstens an den Nähten.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Hast du, [USER="14"]Mittagsfrost[/USER], oder sonst jemand allenfalls Erfahrung mit dem Netzmaterial von DutchWare und dem leichten Moskitonetz von Extremtextil (siehe Links ganz oben)? Sind die vom Material her ähnlich? Ist die Stabilität / Reissfestigkeit vergleichbar? Das Netzmaterial von Extremtextil scheint ja eine Spur schwerer zu sein.

  • Eigentlich sollten 137cm Stoffbreite für ein Fronkey Bug Net ausreichend sein. Das Netz muss sich ja gar nicht komplett schließen lassen - es soll lediglich mit der Hängematte abschließen. Dream Hammock hat mir einen Wind Socken angefertigt, der aus nur einem Streifen Stoff genäht ist. Der Socke dürfte wohl nur ca. 120cm breit gewesen sein, hat aber sehr gut funktioniert:


    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"full","title":"dreamhammock_windsock_1.jpg","data-attachmentid":36515}[/ATTACH]


    Die Hängematte war 11' lang und hatte deutlich mehr Durchhang als die Warbonnet Hängematten.


    Ich habe mir mit dem ExTex Moskitonetz ein Fronkey Bug Net genäht, und mir war die Seitenlänge von 150cm deutlich zu lang. Keiner meiner kommerziellen Netzsocken ist so lang. Ich bin immer noch am kürzen der Seiten.


    Im Übrigen ist das normale Moskitonetz von Dutch deutlich steifer als das 25g/qm Polyamid-Netz von ExTex. Für integrierte Hängematten oder Netzsocken mit Reissverschluss finde ich steifer besser, weil sich der Reissverschluss dann auch einhändig bedienen lässt, und sich weniger schnell im Reissverschluss verklemmt. Für Netzsocken im Fronkey-Stil finde ich das elastischere Netz aber angenehmer, weil es sich besser anpasst.

  • Danke für die Ergänzungen, [USER="46"]TreeGirl[/USER].


    Das Netz zur DD SuperLight Hammock ist auch so konzipiert, dass es sich einfach von unten an den Körper anschmiegt. Das hat dort (als ich noch kürzere Hängematten nutzte) auch recht gut funktioniert. Deshalb denke ich nicht, dass ich unbedingt ein weiteres Netz verwenden würde, wenn ich nochmals eines nähen sollte. Das von Extremtextil würde ich auf alle Fälle deutlich kürzen. In einigen Videos scheint es so, dass sich das Netz unten vollständig zuziehen lässt. Das ist aber wohl nur bei deutlich kürzeren Hängematten der Fall.


    Ich bin ziemlich sicher, dass das Zuziehen (egal ob ganz oder nur bis das Netz an der Körperkontur anliegt) besser funktioniert, wenn das Netz in Längs- und Querrichtung ähnlich viel "zu kurz" ist. Die Gummikordel nimmt dann eher eine ovale Form an. Wenn die Seiten sich fast ganz schliessen lassen, während in Längsrichtung viel Material fehlt, dann ist das eher suboptimal. Es entsteht dann ein Schlitz und die Kordel rutscht nur sehr schlecht durch den Kanal.


    Ein Argument für einen schräg nach unten zusammenlaufenden Zuschnitt wäre noch: Es braucht dann deutlich weniger Kordel, um das Netz zu schliessen. Somit hängt weniger Kordel herunter: Sie gerät einem dann nicht so leicht in den Weg.


    In dem Fall werde ich für meine integrierte Matte vielleicht doch eher beim Netz von Dutch bleiben. Mal schauen... Mein Eindruck ist, dass es doch recht empfindlich auf punktuelle Belastung ist. Aber vielleicht ist diese bei allen Netzstoffen heikel, auch beim elastischeren von Extremtextil.

  • Habe heute - nach zwei Nächten im Wald - nochmal die Hängematte mit dem Moskitonetz und dem Underquilt ausprobiert.


    Insgesamt gibt es zwei Möglichkeiten, Netz und Underquilt zu kombinieren:

    • Möglichkeit 1 ist äusserst schnell aufgebaut und funktioniert auch sehr gut: Der Underquilt wird ausserhalb des Moskitonetzes an der Aufhängung der Hängematte eingehängt. Das Moskitonetz wird zwischen Hängematte und Quilt zusammengezogen. Insgesamt finde ich das recht angenehm und einfach zu handhaben. Der kleine Nachteil: Das Moskitonetz hängt etwas nach innen.
    • Möglichkeit 2 ist etwas schwieriger aufzubauen, funktioniert aber genau so gut. Zudem fällt der oben genannte Nachteil weg: Der Underquilt wird zwischen Hängematte und Moskitonetz an die Hängematten-Aufhängung gehängt. Hier muss man ein wenig aufpassen, dass man das Moskitonetz mit den kleinen Karabinern des Quilts nicht verletzt. Fast noch heikler ist diesbezüglich der Abbau des Underquilts. Der grosse Vorteil dieser Methode ist, dass der Quilt das Moskitonetz etwas vom Körper weghält. Das Netz wird zudem schöner gespannt.


    Von Möglichkeit 2 (der ich intuitiv auch bei den erwähnten Übernachtungen gefolgt bin) habe ich heute ein paar Fotos gemacht:


    Underquilt wird unter dem Netz am Kopf- und Fussende der Hängematte eingehängt


    Dort bleibt er auch hängen, bis man in die Hängematte eingestiegen ist


    Sobald einem kalt wird (oder besser schon vorher), wird der Quilt unter dem Körper durchgezogen...


    ... und in Position gebracht


    Zuletzt wird der Gummizug des Moskitonetzes soweit festgezogen, dass er sanft am Quilt anliegt

  • Problem und Lösungsansatz
    Mich hat genervt, dass mein (zu langes) Netz immer wieder den Boden berührt hat. So habe ich mich von TreeGirls Windsocken inspirieren lassen und habe mein Netz deutlich gekürzt: Konkret habe ich den tiefsten Punkt der Hängematte unter der Ridgeline* gemessen (ca. 85cm) und rund 20cm zugegeben (=> 105cm). Von diesen sind dann nach dem Nähen des Tunnelzugs noch gut 100cm übrig geblieben.


    Was mich bei meiner ersten Variante auch gestört hatte, war der Umstand, dass die Öffnung sehr lang und schmal war. So ergaben sich in Richtung Kopf- und Fussende sehr enge Kurvenradien mit hoher Spannung, weshalb sich der Gummizug nur sehr schlecht verstellen liess.


    Ich habe deshalb die folgenden Verbesserungen angebracht:

    • Ich habe die Seiten nicht mehr senkrecht nach unten laufen lassen, sondern – wie bei Fronkeys Netz – nach unten etwas zur Mitte hin zusammenlaufen lassen: aber keine 20% der Ridgelinelänge (wie in Fronkeys Video), sondern nur etwa 25cm (nach Augenmass). => Dadurch wird die Öffnung schon mal kürzer. Zudem ist die Naht in einer leichten Diagonalen länger, weshalb die Längsöffnung des Netzes beim Zuziehen weiter verkürzt wird.
    • Weiter habe ich die untere Schnittkante an den Rändern etwas nach unten geführt, so dass ich im rechten Winkel auf die Ränder stiess (siehe Abbildung unten). Das hat den Vorteil, dass sich im Kanal (bei mir ist der durchgehend genäht) kein Knick ergibt. Er läuft fadengerade durch, weshalb sich die Gummikordel leichter durch den Kanal bewegen kann. Das scheint mir gerade dort, wo der Kanal eine starke Kurve macht, besonders wichtig.
    • Dadurch ist die Naht an den Seiten länger geworden und hat – trotz der geringeren Abschrägung – eine ähnliche Länge, wie wenn ich bei geradem Schnitt unten 20% abgeschrägt hätte.
    • Statt nur einen Kordelstopper zu verwenden, habe ich auf jeder Seite in der Mitte des Netzes einen angebracht (roter Kreis in der Abbildung unten). Diese sind gut aus der Hängematte zu erreichen und die Gummikordel muss sich nur noch auf der halben Strecke im Kanal bewegen können. Gerade an den engen Radien in Richtung Kopf- und Fussende muss die Gummikordel sich kaum noch bewegen können. Das macht sich sehr gut. (Natürlich kann man die Position der beiden Kordelstopper bei Bedarf noch etwas in Richtung Kopfende verschieben, wenn man denkt, dass sie dann aus der Hängematte besser erreichbar sind.)

    Hier eine schematische Abbildung des aktuellen Zuschnittes:


    Schema des aktuellen Zuschnittes



    Moskitonetz à la Fronkey (Bottom Entry Bugnet) mit Kurve
    Mit einem Bogen über die ganze untere Seite dargestellt, ergibt sich das folgende Bild:


    Schema mit Kurve


    Das tiefer nach unten gezogene Netz in Richtung Kopf- und Fussende hat die folgenden Vorteile:

    • Dank dem 90°-Winkel ergibt sich kein Knick im Kanal für die Gummikordel.
    • Die längere Seitenlinie (dank der Abschrägung und der Kurve nach unten) verkürzt die Längsausdehnung der Öffnung bei verschlossenem Netz (=> Ellipse statt Schlitz).
    • Die zusätzliche Höhe des Netzes im Kopf- und Fussbereich schafft mehr Freiraum für Kopf und Füsse beim Diagonalliegen.

    Hinweis: Wenn man die Gummikordel eine Spur kürzer macht als den dafür vorgesehenen Tunnelzug, so hängt das Netz im Kopf- und Fussbereich kaum weiter nach unten als in der Mitte.


    Masse
    Die Masse müssten natürlich an die Masse der eigenen Hängematte angepasst werden!

    • Blaue Linie = maximale Ridgelinelänge plus etwas Zugabe für den Kordelzug auf beiden Seiten (so man einen macht) und grundsätzlich für etwas Spielraum (Schutz des Netzes).
    • Rote Linie = Seiten: gemäss Fronkey auf jeder Seite 20% der Ridgelinelänge als Abschnitt wählen. (Bei mir sind es eher 10% oder weniger.)
    • Gelbe Linie = Kurve für Kordelzug: Auf 90°-Winkel an den Seiten achten. (Ist die seitliche Abschrägung grösser, so wird die Kurve eher tiefer).
    • Bei der Höhe des Netzes in der Mitte die Nahtzugaben (oben bei Ridgeline und unten für Kordelzug) nicht vergessen (im Zweifelsfall lieber 20cm Überstand beim Endresultat; kürzen kann man besser als ansetzen).

    Bei den Massen bitte bei Gestaltung eines eigenen Netzes den «gesunden Menschenverstand» anwenden!


    * Hinweis zum tiefsten Punkt der Hängematte:
    Bei einem Hängewinkel von 30° liegt der tiefste Punkt der Hängematte rund ein Viertel der Hängemattenlänge unter der Ridgeline.


    Nachtrag:


    Allgemein gilt für den tiefsten Punkt der Hängematte: ½ Hängemattenlänge * sin (Hängewinkel °)


    Wobei man den Hängewinkel aus der Länge der Ridgeline und der Länge der Hängematte erschliessen kann:


    Hängewinkel ° = Arcuscosinus (Ridgelinelänge / Hängemattenlänge)

  • Wenn man sich die Möglichkeit offen halten möchte, das Moskitonetz oben an die Ridgeline hochzubinden, sollte man den seitlichen Abschnitt nicht zu stark wählen. Nachdem ich das Netz an den Seiten leicht abgeschrägt habe, geht das bereits nicht mehr so gut wie zuvor. Ich nehme diesen Nachteil aber gerne in Kauf, weil das Netz nun deutlich leichter ist (Kürzen und Abschrägung), sich besser schliessen lässt und nicht mehr bis auf den Boden hängt.


    Hier ein Foto des abgeänderten Netzes:


    Auf einer Seite seitlich hochgebundenes «Bottom Entry Bugnet»


    Die Hängematte hatte ich da an zwei etwa acht Meter voneinander entfernten Bäumen aufgehängt. Dazu musste ich zwei Bamgurte aneinander hängen. Die Hängematte hing da unbelastet auf etwa 80cm Höhe. Wenn ich mich reinsetzte oder -legte, sank sie jeweils auf etwa 30cm. Auf die grosse Strecke kommt die Elastizität der Polyester-Baumgurte doch stark zum Tragen. Da wären Gurte aus Dyneema-Faser wohl besser geeignet. Andererseits war der Bounce-Effekt noch recht lustig, da ungewohnt.

  • Hier (Dutchware Gear) habe ich soeben eine Anleitung für die Herstellung eines «Bottom Entry Bugnet» gefunden.


    Um unten nahezu einen 90°-Abschluss zu erreichen, wird hier der Schnitt nicht mit einer Kurve angepasst, sondern durch die Anfügung eines «Halses» nach unten.

  • Gestern, auf der Alp Mornera im Tessin, hat mein Bruder ein paar Fotos von meinem Hängematten-Setup mit dem Moskitonetz gemacht. Alleine ist das immer schwierig...


    Ich finde, man sieht schön, wie das Netz unten wunderbar an Hängematte respektive Unterquilt anliegt und damit einen weitgehend insektendichten Abschluss bildet:


     


    PS: Bilder zum genauen Betrachten anklicken!

  • Der heutige Ausflug dem Ticino entlang eröffnete dank ordentlichem Nordwind ganz ungewohnte Perspektiven auf das Moskitonetz. Aufgeblasen wie ein Ballon zeigte sich, dass die Öffnung unten beinahe kreisrund ist. Ich vermute, es liegt am Zuschnitt des unteren Randes nahezu in einem Bogen.


     

    Das Fronkey-Style-Netz mal anders

  • Ich habe heute ein Moskitonetz nach Fronkey genäht und konnte dankbarer Weise meine Vorbereitungen an deinem Faden ausrichten, Waldläufer70



    Benutzt habe dafür ein grobmaschiges Moskitonetz von Extremtextil mit 45g/qm und nur 40 Maschen/qcm. Wieso, werden sich manche fragen, die wissen, dass es dort auch feinmaschiges Moskitonetz mit 25g/qm gibt??!


    Nun ja, mir ist es oftmals unter dem Moskitonetz sehr warm, laut Extex soll das grobe Netz ein ausgeglicheneres Klima ermöglichen. Desweiteren wird es in der unglaublichen Breite von 300 cm verkauft, was perfekt für die unterschiedlichen Ridgeline-Längen meiner DIY-Matten passt. Dadurch konnte ich auch eine ganze Naht sparen (wow!) und musste mich nur noch mit der Länge der beiden Seiten beschäftigen. Mehr aber noch war ich neugierig, wie sich das Netz über der Ridgeline macht. Ich erhoffe mir einen nahtlosen und ungestörten Ausblick ;)



    Jede Seite habe ich 135 cm lang gemacht und jeweils am Kopf- und Fußende 60 cm nach unten verjüngt. Die Öffnungen an der Ridgeline habe ich 5 cm groß gemacht, mit Nylonband verstärkt sowie sie mit 2-mm-Stretchgummi und Tanka verschließbar gemacht, wie es Dutch in seiner Anleitung vorschlägt (siehe den Beitrag von Waldläufer70 )



    Durch die weit geöffnete 5-cm-Öffnung kann man das Moskitonetz über die Aufhängung der Hängematte schieben, wenn man es aus dem Weg haben will. Natürlich nur, wenn man noch keinen Quilt mit drin hat ;)



    Der ganze Brocken wiegt mit 330 g soviel wie eine dickere Singlelayer-Hängematte und nimmt auch ähnlich viel Platz im Packsack ein. Für Motorrad-Onenighter in Brandenburg reicht's. Wenn ich mal nach Skandinavien will, nehme ich meine WBBB XLC mit integriertem Moskitonetz mit - oder nähe mir noch ein ultraleichtes Kopfnetz aus dem feinmaschigen Stoff von ExTex.

  • Sieht toll aus! Freut mich, dass du von der einen oder anderen meiner Erfahrungen hast profitieren können.

    Jede Seite habe ich 135 cm lang gemacht und jeweils am Kopf- und Fußende 60 cm nach unten verjüngt

    Diesen Satz verstehe ich nicht wirklich: Was hast du da genau verjüngt?


    Mir ist auch öfters aufgefallen, dass es unter meinem feinmaschigen Netz im Sommer schnell einmal sehr warm wird. Zu Beginn war ich überrascht, wie viel das ausmacht.


    Ich bin gespannt, ob die Maschen fein genug sind, um unsere landesüblichen Stechmücken abzuhalten. Mir kommen sie optisch recht grob vor. Nach Schottland könntest du damit nicht reisen. Will sagen: Die dortigen Mitches kämen da problemlos durch.

  • Das Netz ist nur für diese Gefilde von mir genäht worden. Skandinavien und Schottland würde ich damit nicht machen wollen. Ich war auch erstaunt, wie grob die Maschen sind. Extex sagt, laut WHO wäre diese geringe Maschendichte trotzdem tropentauglich ... 8o


    Als "Verjüngung" habe ich das bezeichnet, was du mit 10 bzw. 20% Prozent Abschnitt als rote Linie in deiner Grafik markiert hast.

  • Also der Abschnitt, den ich unten horizontal eingezeichnet habe. Bei dir also rund 20% pro Seite (60cm/300cm). Wo hast du übrigens den / die Kordelstopper für die grosse Öffnung unten angebracht? Oder habe ich das überlesen?


    «Für maximale Möglichkeiten bei der individuellen Anfertigung bieten wir das Moskitonetz mit 40 Maschen/Quadratmeter in drei unterschiedlichen Breiten und in vielen Farben an.»

    40 Maschen pro Quadratmeter ist wirklich beeindruckend grobmaschig! Da hat jede Masche eine Seitenlänge von fast 16cm... =O


    Meldest du den Fehler? Knapp 1,6mm sind da wohl realistischer, also wären es 40 Maschen pro cm².

  • Ich habe nur einen Kordelstopper für die große Öffnung benutzt. Auch für die große Öffnung habe ich 2-mm-Stretchcord benutzt und es einmal rund herum im Saum geführt. Leider habe ich den Bodensaum nicht so hingekriegt, dass er im Winkel von 90° zu den Seiten liegt. Meine bisherigen Tests haben aber gezeigt, dass ich das Netz relativ einfach und gleichmaßig zusammenziehen kann. Bodenkontakt hat es nicht gehabt.


    Stimmt, bei einer Maschengröße von 16 cm könnte man noch glatt Kokusnüsse durch das Netz werfen, um die Insekten zu treffen, die dich gerade stechen wollen ;) Ich schicke denen mal eine kurze Email mit dem Fehler.