Tipps gegen Mäuse

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  • Hallo ihr Lieben,

    ich habe am Wochenende eine 3-Nächte Tour im Pfälzer Wald gemacht. Plätze 7, 6, 5. Auf dem Platz 6 und am Anfang der Nacht bei Platz 5 hatte ich aber leider sehr wenig Schlaf.

    Auf der Kalmit (Platz 7) war soweit alles in Ordnung - ein bisschen Rascheln hier und da. Schlimm wurde es danach auf 6 und 5:

    Der Rucksack von mir und einem anderen Wanderer wurde nachts gnadenlos von Mäusen angefallen, dabei hingen sie gute 1,5 Meter hoch an einem Ast. Ich habe das noch rechtzeitig bemerkt und wir haben die Rucksäcke dann per Bärenmethode aufgehangen.

    Das war aber erst der Anfang. Danach finden die Biester auf einmal an mir über die Aufhängung in die Hängematte zu laufen. Das hatte ich vorher noch nie erlebt. Aus Angst um meine Ausrüstung (Daunenquilt, Neo Air x-lite) habe ich kaum ein Auge zubekommen. Auf einer gespannten Schnur können Mäuse ziemlich laut sein. Auf Platz 5 wurde mir auch mal in die Socke gebissen.

    Gegen 1 Uhr in der letzten Nacht hatte ich dann die Schnauze voll und mir kam eine Idee:

    Ich habe das Tarp extrem niedrig aufgespannt, sodass es direkt auf den Whoopie Slings der Matte aufliegt. Das diagonale Liegen wurde etwas unangenehmer, aber es funktionierte!

    Ich habe mit Wohlwollen vernommen, wie reihenweise Mäuse aufs Tarp gehüpft und wie Lemminge abgestürzt sind. Mit Ohropax konnte ich dann ruhig schlafen.

    Beim Nachbarzelt haben die Mäuse ein Loch ins Innenzelt gefressen und bei einem Tarpcamper wurde die Isomatte zerstückelt. Meine Trekkingstöcke haben auch einige neue Macken am Schaumstoff.

    Habt ihr schon Ähnliches erlebt? Andere Tipps etc?

    • Offizieller Beitrag

    Oje - das klingt nach einem Albtraum! Mit Mäusen habe ich schon zu Hause zu kämpfen - aber noch kommen sie nicht zu mir in die Hängematte :eek:

    Das effektivste Mittel gegen Mäuse ist und bleibt eine Katze. Es gibt Leute, die gehen mit ihren Katzen wandern und campen. Aber ich schätze das kommt eher nicht in Frage. Ein Hund vermutlich auch nicht.

    Dummerweise sind Mäuse Meister im klettern, und springen problemlos 1m hoch (frag nicht, woher ich das weiss...). Für meine USA-Reise habe ich mir einen GrubPack gekauft, aber der schützt nur das Essen. Zu Hause habe ich mir mittlerweile Aufbewahrungssäcke aus Nylon Ripstop genäht. Das hat die Biester bis jetzt davon abgehalten den (nicht essbaren, nicht nach Essen riechenden) Inhalt zu beschädigen. Sie haben angefangen den Stoff zu zerbeissen, aber es war ihnen dann doch zu mühsam sich ganz durch zu arbeiten. Auf Grund dieser Erfahrung würde ich es wohl mit einem Nylon Sack für den (aufgehängten) Rucksack und einer Socke für die Hängematte versuchen. Im Sommer ist eine Socke allerdings nicht angenehm. Und ob eine aus Moskitonetz hilft weiss ich nicht.

    Ich habe schon überlegt, ob ich bestimmte Dinge mit Chilli-Pulver behandele. Aber ausprobiert habe ich es noch nicht. Ansonsten schau dir mal an, wie alte Kornspeicher gebaut wurden - oder welche Methoden es zur Eichhörnchenabwehr gibt.

    Wenn du nur einmal auf einem Mäuse-verseuchten Platz kampierst, wäre es ja überlegenswert ein Glas Erdnussbutter mitzubringen und ein Stück entfernt von deinem Lager so zu deponieren, dass die Biester es schnell finden, aber die Nacht damit beschäftigt sind. Aber für die nachfolgenden Camper ist das weniger schön, weil du den Platz damit für Mäuse natürlich attraktiver machst.

    Letztendlich wird es keine 100%ig sichere Methode geben. Am besten wäre es, die Plätze würden im Jahresrythmus um mindestens 3km verlegt werden damit sich die Wildtiere nicht gewöhnen können. Eine Art 3-Felder-Wirtschaft für Campingplätze. Aber das wird wohl nicht passieren.

  • Oje ich glaube sie wollen die Weltherrschaft!

    Mal im Ernst in diesem Jahr gibt es wirklich unglaublich viele von diesen kleinen Nagern. Aber dass sie zu mir in die Hängematte geklettert sind hatte ich "zum Glück" bis jetzt noch nicht. Vielleicht sollte man sich mal über eine Art Teller für die Aufhängung gedanken machen oder irgendwas anderes was sie nicht überwinden können.

    Never without my Hammock!

  • So schlimm wie dieses Jahr wars noch nie.
    Die Mäuse sind über die Jahre konditioniert darauf, dass es hier Futter gibt.
    Sie lassen sich vom Menschen nicht davon abhalten.
    Prädatoren wie Füchse oder auch Greifvögel werden aber durch die Menschen vertrieben.
    So kann sich die Maus entsprechend ausbreiten und frei bewegen.

    Die Idee mit dem Verlegen des befallenen Platzes wäre die Sinnvollste.
    Jedoch hat die Auswahl des Platzes ja so viel Zeit benötigt, ist in Absprache mit Forst, Jagd und Naturschutz entstanden.
    Eine neue Location würde bedeuten, alle Beteiligten nochmal an den Tisch zu holen oder zumindest zum Ortstermin.
    Neue Feuerstelle, Platz freischneiden, Toilette, Platzbeschreibung ändern...
    Ich glaube da nicht dran.

    Sich schützen mit Hilfsmitteln.
    Der Bodenbrüter hat da gelitten. Der liegt nunmal im Lebensraum der Maus.
    Da habe ich keine Idee außer vielleicht dieses Tiervergrämungsmittel welches es im Jagdbedarf oder Raiffeisen gibt.
    Aber mit der Zeit wirds so sein wie mit Autan. Juckt die Maus nimmer.

    Bei der Hängematte würde ich persönlich mal mit diesen dickeren Trinkbechern experimentieren, die es auf den Festen gibt.
    Also die Mehrweg Version.
    Da ein Schlitz fürs Band bzw. Loch für eine Schnur in den Boden rein machen.
    Sieht dann so aus wie dieser Kragen für Hund und Katz damit sie ihre Wunde nicht lecken.
    Die Öffnung Richtung Baum.
    Alternativ, angelehnt an den Taubenschutz, der als Meterware in den Städten verbaut wird, könnte man auch was basteln.

    Auf gar keinen Fall etwas am Boden liegen lassen.
    Rucksack in eine kleine Hängematte, die unter der Hauptmatte hängt.
    Oder an die Aufhängung. Wobei ich das unangenehm empfinde wenn der Rucksack da mit drin hängt.
    Schuhe werden auch angefressen weil die Gummisohle lecker sein kann. Oder die Maus denkt, dahinter ist das Käseparadies.
    Wanderstöcke auch wie oben zu lesen ist.

    Lebensmittelreste, Verpackungen an der Feuerstelle. Alles weg räumen.
    Nur leider funktioniert das bei den Idioten nicht.
    Ihr wisst, die Leute die auch bei Waldbrandgefahr Stufe 100 ein Feuer machen oder sich nicht an die Platzregeln halten.

    Wobei... da kommt mir eine Idee.
    Die Mäuseplage könnte es genau dieser Gruppe vermiesen, weiterhin "unsere" Trekkingplätze zu versauen.
    Demnach einfach nichts machen und auf andere Plätze ausweichen?

    • Offizieller Beitrag

    Das Problem mit Abwehrkrägen und anderen ähnlichen Mitteln ist, dass sie die Mäuse nicht daran hindern unter die Hängematte zu laufen und hochzuspringen. Wenn man nicht mindestens 150cm über dem Boden hängt, schafft es die Maus auf die Hängematte zu springen. Vielleicht gibt es doch eine wirklich sinnvolle Anwendung für das Tentsile Baumzelt mit Strickleiter :tongue:

    • Offizieller Beitrag

    Im Übrigen sind Mäuse auch ein großes Problem in den Sheltern (dreiwändige Hütten) auf dem Appalachian Trail. Die Amis scheinen auch keine Lösung dafür gefunden zu haben - außer abseits von viel genutzten Plätzen zu schlafen oder alles Essbare (und stark Riechende) unerreichbar unterzubringen, und den Rucksack komplett zu öffnen (in der Hoffnung dass er dann nicht aufgebissen wird). Googel mal "appalachian trail mice".

  • [USER="57"]Bernd Odenwald[/USER] Bodenbrűtter haben immer gelitten :lol:

    Das mim Becher ist ne gute Idee! Mausefalle an die Aufhängung wäre auch noch einen Versuch wert. Alternativ könnte man auch mit ner Schrotflinte... ähhhh naja auf die Aufhängung ist vielleicht doch nicht die beste Idee :D

    Never without my Hammock!

  • Das Problem mit Abwehrkrägen und anderen ähnlichen Mitteln ist, dass sie die Mäuse nicht daran hindern unter die Hängematte zu laufen und hochzuspringen. Wenn man nicht mindestens 150cm über dem Boden hängt, schafft es die Maus auf die Hängematte zu springen. Vielleicht gibt es doch eine wirklich sinnvolle Anwendung für das Tentsile Baumzelt mit Strickleiter :tongue:


    Theoretisch ja. Ich kann aber von den Pfälzer Mäusen sagen, dass diese nicht hoch gesprungen sind. Und ich war nur 30-40 cm über dem Boden.

    • Offizieller Beitrag

    Theoretisch ja. Ich kann aber von den Pfälzer Mäusen sagen, dass diese nicht hoch gesprungen sind. Und ich war nur 30-40 cm über dem Boden.

    Sie sind NOCH nicht so hoch gesprungen. Vermutlich weil es zuviele andere lohnende Ziele gab. Aber wenn nichts Essbares mehr herum liegt, und alles was einfach erreichbar ist durchsucht worden ist, werden sie mit Sicherheit auch springen. Oder wenn der Underquilt plötzlich interessant wird. Besser man ist zwei Schritte weiter als die Mäuse...

    • Offizieller Beitrag

    Ratet mal, warum ich zum Hängemattentreffen in Mengerschied die Katze angefüttert habe! Gab's da Probleme mit Mäusen? Nein. :yes:

    Nein, mit Mäusen nicht. Aber mit Katzen :D Ich erinnere mich da an eine Stofftasche mit einem riesigen Loch...

    Vielleicht helfen einige von diesen Tips.

    Davon habe ich einiges schon ausprobiert.

    Zitat

    Halte dein Zuhause sauber.

    Guter Tipp, aber bringt nichts wenn Mäuse erstmal zum Problem geworden sind.

    Zitat

    Wende Pfefferminzöl an.

    Habe ich noch nicht ausprobiert, aber meine Erfahrung bisher war, dass sie alles stark riechende anbeissen. Die Beutel mit Anti-Mottenkräutern haben sie eher angezogen als abgestossen.

    Zitat

    Benutze getrocknete Schlangenfäkalien.

    Zunächst müsste man Schlangenfäkalien bekommen (gibt's da einen Online-Shop?) - und dann wurde in den Ami-Foren gesagt dass Mittel dieser Art nicht funktionieren.

    Zitat

    Nutze Ultraschall gegen die Mäuse.

    Habe ich probiert. Als ich Urlaub war, habe ich ein Anti-Mäuse-Gerät angeschlossen und daneben eine Schlagfalle aufgestellt. Als ich zurück kam, lag eine mumifizierte Maus in der Falle, und überall lag Mäusedreck herum. Ich würde für so etwas kein Geld mehr ausgeben.

    Zitat

    Verwende ein kommerzielles, biologisches Abwehrmittel.

    Wenn es ein zuverlässiges Mittel gäbe, würden das alle wissen. Vielleicht bringt es als Vorsorgemaßnahme etwas. Aber sind die Mäuse erstmal da, helfen nur noch Brutalomethoden.

    Zitat

    Hol dir eine Katze.

    Vielleicht sollte man an jedem Platz eine Katze ansiedeln? Das würde vermutlich wirklich helfen. Zumindest so lange, bis sich die Katze daran gewöhnt hat von den Campern gefüttert zu werden und auf die Mäusejagd pfeift.

    Zitat

    Stell deine Mülltonnen weit weg von deinem Haus auf.

    Sinnvoll, aber leider nur als Vorbeugung geeignet.

    Zitat

    Fördere das Nisten von Raubvögeln in deinem Garten.

    Eigentlich sollte man meinen, im Wald gäbe es genug natürliche Feinde.


    Am besten finde ich:

    Zitat

    Wirf ein Handtuch über die Maus.

    Was sind denn das für trantütige Mäuse, die sich mit einem Handtuch fangen lassen? :rofl:
    Der Autor hatte wohl noch nie ernsthaften Kontakt mit Mäusen...

  • Wahnsinn, dass Mäuse solche Probleme machen können. Das war mir auch noch nicht bewusst. Danke, dass du deine Erfahrungen hier schilderst und zusammengetragen wird, was man dagegen tun kann.
    Ich hatte sie bisher nur unter der Hängematte. Das kostet einen vielleicht auch mal ein bisschen Schlaf, ist aber nicht weiter schlimm.

  • Ein hier in diesem Faden noch nicht angesprochenes Problem einer zu großen Mäuse Population ist die Gefahr des Hanta Viruses.

    https://www.swr.de/marktcheck/vor…twck/index.html

    Falls ein Trekkingplatz derart von Mäusen befallen ist, dass von Amtswegen dieser gesperrt werden muss, haben wir ein Problem.
    Wir Trekker, Hängemattenfreunde, die diese Plätze gerne und oft nutzen.
    Als auch der Vermieter Trekking SÜW, dem natürlich die Umsätze dieser Plätze verloren gehen.

    Daher sammle ich mal ganz sachlich die Infos, bei welchem Platz es ganz schlimm ist.
    Ein paar Mäuse sind ja normal.
    Sollte sich aber jemand mit Hanta anstecken, der Krankheitsverlauf ist auch im obigen Link nachzulesen, wäre das doof für den Trekkingplatz Anbieter.

    Daher nochmal die Bitte, wer hat noch so ähnliche Erfahrungen mit Mäusen gemacht und wo war das?

  • Bei mir haben sie auf dem Platz in Eußerthal gewütet. Exped-Bag durchgenagt und Nüsse angeknabbert. Der Bag war im verschlossenen Rucksack am Baum aufgehangen, so in etwa 1,50 Meter Höhe. Der Rucksack blieb zum Glück verschont....

  • Springen die denn wirklich auf 1,50 Meter oder klettern sie dann eher den Baum hoch? Das ist ja unglaublich ärgerlich, wenn die die ganze Ausrüstung zerstören.

    Nein, bisher springen sie noch nicht. Wenn du deine Hängematte so abschottest wie ich, solltest du deine Ruhe haben. Essen/Rucksäcke würde ich nur noch per Bärenmethode über einen Ast aufhängen.
    Meine Erfahrung beruht auf den Plätzen 5, 6, 7 Eußerthal, Modenbacher Hof, Kalmit. Vor einem Monat war ich mit Zelt auf den Plätzen 1 + 2. Dort wurde kein Rucksack zerbissen sowie kein Zelt, obwohl (!) die Rucksäcke auf dem Boden standen.

    Die Plätze 5 + 6 sind von diesen Plätzen mit weitem Abstand am Schlimmsten.


  • Essen/Rucksäcke würde ich nur noch per Bärenmethode über einen Ast aufhängen.

    Was genau bedeutet denn "Bärenmethode"? Habe dazu ad-hoc nichts online gefunden. Irgendwie am Baum aufhängen, ist schon klar. Aber muss dabei sonst etwas beachtet werden? Bei Bären muss man ja insbesondere darauf achten, dass alles Luftdicht abgeschlossen ist, so dass sie es gar nicht erst wittern. Ist das bei Mäusen auch so wichtig?

    • Offizieller Beitrag

    Bei Bären muss man ja insbesondere darauf achten, dass alles Luftdicht abgeschlossen ist, so dass sie es gar nicht erst wittern. Ist das bei Mäusen auch so wichtig?

    Das gilt für alle Tiere. Die meisten Viecher nutzen ihren Geruchssinn um Nahrung aufzuspüren. Wenn die Mäuse nicht riechen, dass 2m über ihnen ein Sack mit Nüssen hängt, haben sie keinen Grund am Baum hoch zu klettern und ein Loch in den Sack zu beissen. Natürlich kann es sein, dass ein Tier zufällig darüber stolpert. Aber nachdem der Sack ja nur für eine Nacht dort hängt, ist das eher unwahrscheinlich. Außer ein paar unvorsichtige Camper zeigen den Tieren ungewollt wo es etwas zu fressen gibt. In den USA gibt es jede Menge Getier, dass gelernt hat wo und wie die Menschen ihre Lebensmittel unterbringen. Da trainieren die Bärenmamas ihre Jungen auf die Aufhängeäste zu klettern und die Bärensäcke herunter zu holen. Waschbären, Mäuse, Füchse, Ratten und andere Mitesser sind da nicht anders.

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