West Highland Way Hängemattentauglich?

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  • Hallo liebe Mitabhänger,

    in wie weit ist der West Highland Way Hängemattentauglich.

    Kann ich die Matte mitnehmen oder kann ich 500g sparen.

    Geht das DD UL Tarp oder sollte es robuster sein.

    Plan ist, möglichst UL unterwegs zu sein.

    Ein 2kg Zelt ist vorhanden, hab ich aber keine Lust drauf.

    Merci vorab für die Info

    Gruß Black-Bread

  • Hi, klares jein. :)
    Im Gegensatz zu anderen Gebieten darfst du am WHW nur auf den ausgewiesenen Campgrounds oder Bothy nächtigen. Ich würd mal sagen bei max. 50% davon hätte man eine Chance ne Hängematte zu spannen. Aber es gibt dann auch wieder einige Ecken (Loch Loomond) da ist das ideal mit HM.

    Seit 30 Jahren Bushcraftrookie :)

  • Letzten Sommer habe ich den WHW gemacht. Am ersten Abend habe zwei dürftige Bäume gefunden.
    Danach gab es nix mehr. Auf Campgrounds sind Hängematten laut Forstverwaltuing verboten.
    Ich würde an deiner Stelle die Matte Zuhause lassen.

    Loch Lochmond ist Naturschutzgebiet, da darfst du überhaupt nicht wild lagern und die
    Ranger sind scharf.

    Denke bitte daran, dass ein Regenponcho auf dem WHW nicht reicht, da dort der Regen waagerecht kommt.
    Meine Liebste ist trotz Regenjacke und Regenponcho durchgehend nass gewesen.
    Das war im Juli bei 11° Temperatur.

    Grüsse mir den WHW
    Konrad

  • Ich war 2015 auf dem West Higland Way und hatte die Karte vom Harvey-Verlag dabei. Darauf ist genau ausgewiesen, wo man nicht frei zelten darf. In meiner Erinnerung ist das nur der südliche Teil des Wegs von Drymen bis in die Gegend um Inversnaid am Loch Lomond. Ich kann das heute Abend zuhause verifizieren (Ausgabe 2014). Ansonsten gilt der "Scottish Outdoor Access Code", der einem sehr viel Freiheit lässt, aber auch die entsprechende Verantwortung überträgt (hier das Wichtigste in deutscher Sprache).

    Ich war damals mit einem leichten Zelt (900g) unterwegs. Der Mückenschutz war extrem wichtig, auch mein Kopfnetz habe ich ein paarmal genutzt, um nachts unbeschadet auf die Toilette gehen zu können. Ich habe mich unterwegs aber immer wieder dabei ertappt, wie ich dachte: Hier könnte man jetzt problemlos die Hängematte nutzen. Wenn man bereit ist, auf die Annehmlichkeiten einer Dusche zu verzichten und wirklich wild zu campieren, so kann man immer wieder Bäume finden. Es gibt aber auch längere Abschnitte, wo Bäume eher rar sind: kurz nach Inveroran bis kurz vor Kinlochleven. Einzelne kleine Baumgruppen kann man aber immer wieder finden.

    Das grösste Fragezeichen sehe ich beim Wetter: In Schottland kann es nicht nur heftig und oft in sehr feinen Regentröpfchen regnen, es geht oft auch ein sehr starker Wind. Das spricht dann für einen sehr guten Regenschutz der Hängematte. Allerdings muss man sich bewusst machen, dass starker Wind immer auch die Gefahr herabfallender Äste erhöht.

    Im Gegensatz zu [USER="21"]Konradsky[/USER]s Hinweis bin ich mit Regenjacke (nicht mehr allzu dicht) und dem Poncho Tarp von GoLite immer trocken geblieben.

    Fazit: Abgesehen von einigen offiziellen Einschränkungen des Wild-Campierens sehe ich das Wetter als Hauptschwierigkeit. Ich habe selbst in meinem Tarptent Contrail (heute: ProTrail) einige Male gedacht: Bei diesem heftigen Wind und Regen hätte ich jetzt gerne einen besseren Wetterschutz. Das war aber eher psychologisch: Ich bin letztlich immer schön trocken geblieben.

  • Ahh, das deckt sich mit meinen Vermutungen. Wollte es nur aus erster Hand bestätigt wissen, um mich nicht hinterher zu ärgern... dieses "Hättest du doch nur ..:"

    Das Campverbot und das schottische Wetter im Juli ist mir bekannt....

    Wetter ist kein Problem, bin Hochgebirge und Schnee im Juli gewohnt.

  • Edinburgh ist die auf den ersten Blick hübschere Stadt: das Schloss, die lange Strasse zum Schloss hoch, der Park im Tal... Glasgow öffnet seinen Charme etwas zurückhaltender, dafür - so hört man immer wieder mal - seien die Leute freundlicher und hilfsbereiter. Es gibt diverse Museen (Kunst, Verkehr, usw.), bei einigen davon ist der Eintritt frei. Ansonsten: Nimm dir einfach etwas Zeit für die beiden Städte und lass dich treiben.

    Vom Flughafen Edinburgh gibt es Busse ins Stadtzentrum, von dort alle halbe Stunde (wenn ich mich da richtig erinnere) Züge nach Glasgow. In Glasgow gibt es zwei grosse Bahnhöfe und einen grossen Busbahnhof. Glasgow Central ist für dich weniger relevant, von dort fahren die Züge in erster Linie gen Süden. Von Edinburgh kommst du in Glasgow Queen Street an. Von dort fahren Züge nach Milngavie, wo der West Highland Way beginnt. Du kannst aber auch von der Buchanan Street (praktisch nebendran) mit dem Bus nach Milngavie fahren. In Milngavie hat es eine sehr gute Touristen-Information (Tourist Information), wo du auch Kartenmaterial (nach)kaufen kannst und überhaupt sehr gut und freundlich beraten wirst.

  • Edinburgh hat eine schöne Jugendherberge. In Schottland gibt es in jeder Jugendherberge eine Küche und man kann sich selber verpflegen.
    Bekocht wird man nicht wie in Deutschland.
    Allerdings sind Jugendherbergen sauteuer, also so 33€ pro Person.
    In Edinburgh gibt es auch einen großen Hängemattenhersteller. vielleicht kann man den mal besuchen?

    Auch Glasgow lohnt sich anzuschauen.

    Viel Spass
    Konrad

    • Offizieller Beitrag

    Mein persönliches Highlight in Edinburgh ist der Hügel in der Nähe des Parlamentsgebäudes. Von dort hat man einen atemberaubenden Blick über die Stadt bis zum Meer und ist dabei mitten in der Natur.
    Ansonsten Schloß, die große Wiese gleich neben der Einkaufsmeile (Princes street) und vielleicht ein Besuch bei DD Hammocks?

  • Das mit den Jugendherbergen ist in Schottland sehr unterschiedlich. In manchen Jugendherbergen kann man wunderbar essen, in anderen muss man auswärts essen oder selber kochen. Allerdings habe ich bisher erst zwei kennen gelernt:

    • Edinburgh Central (in Edinburgh): Hat mir nicht besonders gefallen. Auf mich wirkte die etwas steril. Da war ich aber bereits auf der Heimreise und damit nicht mehr so ausgeprägt im Urlaubsmodus. Mahlzeiten-Service vorhanden, von mir aber nicht genutzt. Frühstück am frühen Morgen war leider nicht möglich, habe ich dann am Bahnhof "on the fly" genommen. (In Edinburgh gibt es übrigens drei Jugendherbergen des weltweiten Verbandes.)
    • Cairngorm Lodge (in Glenmore am Loch Morlich): Hat mir sehr gut gefallen. Mir hat das Essen sehr geschmeckt. Das Personal habe ich zweimal (Oktober 2006, Juli 2015) als sehr freundlich und hilfsbereit erlebt. Die Lage ist ganz toll, die Umgebung mit Loch Morlich und den Cairngorms fantastisch.

    Schottland bietet für die Jugendherbergen eine lebenslange Mitgliedschaft (aktuell: £150). Ich habe die seit 2007, habe sie bisher allerdings nicht allzu oft genutzt. Die Karte gilt weltweit in allen offiziellen Jugendherbergen des Verbandes. Man erhält also jeweils den etwas günstigeren Mitgliederpreis. Nutzt man Jugendherbergen regelmässig, so hat man die £150 bald wieder drin.

  • Kauf Dir ein 1kg Zelt für 2 Personen und wir teilen uns das.
    Kaufpreis und Besitz.
    Wenn ich das brauche, melde ich mich rechtzeitig. Andersrum genauso.
    Ich brauche das eh nur fürn E1 oder mal auf ein Treffen.
    Jeder 300 und das gibt ein gutes UL Zelt.

  • Noch kurz wegen dem Wildcampen. Das ist dem West Highland Way entlang überhaupt kein Problem (gemäss Karte aus dem Harvey-Verlag, 1:40'000, die ich übrigens sehr empfehlen kann).

    Ich habe die Auflage vom Jahr 2014 und da hänge ich ein paar kleine Auszüge an:


    Das Wildcampen ist grundsätzlich im Rahmen des "Scottish Outdoor Access Code" erlaubt.


    Nicht erlaubt ist es von Drymen bis zur Ptarmigan Lodge (nördlich von Rowardennan)*

    Und so sieht die Karte von aussen aus, die ich nicht genug loben kann.

    * Die Einschränkung gilt nur von März bis September (gemäss Website)

    PS: Von Rowardennan führen diverse Wege auf den Ben Lomond, den südlichsten Munro (Berge, die über 3'000 Fuss hoch sind).

    Falls ich etwas übersetzen soll, einfach melden.

  • Es gibt auch eine offizielle Website zum West Highland Way. Da findet man auch ein PDF mit den wichtigsten Angaben (einschliesslich allen offiziell empfohlenen Unterkunftsmöglichkeiten).

    Zum Camping findet man die folgenden Angaben:

    Es gibt einige Campingplätze. Wildcampen ist zwischen Drymen und Rowardennan von März bis September eingeschränkt.

    Weitere Angaben zum Wildcampen folgen gleich darunter:

    Auch hier wieder der Hinweis auf den "Scottish Outdoor Access Code"

  • Übrigens: In Schottland gibt es noch die Bothies. Das sind einfache Schutzhütten, die unentgeltlich genutzt werden dürfen. Allerdings können sie auch überfüllt sein. Unter Umständen kann das Zelt/Hängematte (mit etwas Glück) weitgehend überflüssig machen. Nett ist natürlich, wenn man die Organisation finanziell unterstützt, falls man beabsichtigt, solche Hütten zu nutzen.

  • Ach ja. Der schwierigste / zeitintensivste Abschnitt ist der von Rowardennan bis Inverarnan. Ich hatte für die fünf Kilometer ab Inversnaid dem Loch Lomond entlang rund zwei Stunden (doppelt so lang wie mein normales Tempo): schöner Weg, Leiter hoch, Leiter runter, schöner Weg, Leiter hoch, Leiter runter, etc.

    • Offizieller Beitrag

    [USER="46"]TreeGirl[/USER] hat sich zur Frage West Highland Way und Hängematte offensichtlich auch schon mal schlau gemacht:
    https://www.hammockforums.net/forum/showthre…ay-(Scotland-UK)

    Ja. Leider ist dann daraus nichts geworden. Ich hatte vor, mir dort wo Hängematten verboten sind ein Lager abseits des Weges zu suchen. Dazu hatte ich mir auch ein Buch geholt, dass alternative West Highland Way Routen zeigt. Ob das so geklappt hätte, wie ich mir das vorgestellt habe weiss ich natürlich nicht. Ich hatte deshalb etwas mehr Zeit eingeplant.

  • Ich bin gestern vom Great Glen Way zurückgekommen und habe in Edinburgh Waverley (Hauptbahnhof von Edinburgh) direkte Züge nicht nur nach Glasgow (Queen Street und Central) gesehen, sondern auch direkte Zugverbindungen nach Milngavie (Vorort von Glasgow), wo der West Highland Way beginnt.

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