Hängematten fotografieren

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
    • Offizieller Beitrag

    In den letzten Jahren habe ich häufig Hängematten fotografiert; vor allem um sie zu verkaufen, aber auch um Zusammenhänge zu veranschaulichen - oder einfach weil es Spaß macht. Leider ist es gar nicht so einfach gute Bilder zu machen. Abgesehen davon, dass es schwierig ist, fotogene oder zumindest fototaugliche Orte zu finden, muss man auch einen Weg finden, wie man die Hängematte am vorteilhaftesten zeigt. Dazu gehört auch, dass man die Hängematte nicht schlaff hängen lässt, sondern sie in ihrer vollen Pracht zeigt. Und das macht mir die größten Probleme.

    Am einfachsten ist es, jemand liegt in der Hängematte. Das sorgt aber für Probleme:

    1. Es braucht zwei Leute - ein Fotomodell und einen Fotografen.
    2. Es gibt viele Aufnahmewinkel die unvorteilhaft aussehen.
    3. Der Fokus soll auf der Hängematte liegen und nicht auf dem Fotomodell - was viele Aufnahmewinkel ausschließt.

    Beispiel:

    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"full","title":"hm_person_1.jpg","data-attachmentid":30694}[/ATTACH]


    Meine besten Aufnahmen habe ich ohne Fotomodell gemacht. Als ich einige Double Layer Hängematten mit Isomatte fotografieren wollte, habe ich festgestellt, dass die Isomatte die Hängematte schön offen hält und für eine runde Form sorgt, die nicht von der Hängematte ablenkt.

    Beispiel:

    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"full","title":"hm_isomatte_2.jpg","data-attachmentid":30695}[/ATTACH]

    Leider klappt das nur mit doppellagigen Hängematten. Bei einlagigen Hängematten rutscht die Isomatte in die Mitte, und außerdem lenkt sie von der Hängematte ab. Vor allem wenn sie so schön knallrot ist wie meine :)

    Jetzt habe ich versucht meine einlagigen Hängematten mit zwei Schnüren abzuspannen. Aber das wirkt bei weitem nicht so natürlich. Dort wo die Schnüre angebracht sind, gibt es eine unschöne Spitze. Außerdem faltet sich der Stoff in der Mitte zusammen, weil die Schnur dort keinen Einfluss hat. Und bei jedem Windhauch bläht sich die Hängematte wie ein Segel.

    Beispiel:

    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"full","title":"hm_schnur_1.jpg","data-attachmentid":30696}[/ATTACH]


    Ich zerbreche mir also den Kopf, wie ich meine einlagigen Hängematten offen halten und sie gleichzeitig in eine schöne Form bringen kann. Im Idealfall sollte man das Hilfsmittel nicht sehen. Zumindest sollte es nicht von der Hängematte ablenken. Es sollte auch den Stoff in der Mitte auseinander drücken, und diagonal liegen bleiben.

    Hat jemand eine Idee?

  • Das ist ein gute Frage!

    Ich habe gelegentlich den Topquilt der Länge nach etwas nach unten eingerollt (so dass er gut die Körperform imitiert) und dann ungefähr in Liegeposition gebracht. Sicher bleibt der nicht so extrem diagonal liegen wie bei deinem ersten Bild. Ich habe aber in Erinnerung, dass damit sehr schön zur Geltung kam, wie flach man diagonal liegen kann. Und da ein Topquilt in einer dezenten Farbe naturgemäss gut zu einer Hängematte passt, sollte er auch nicht zu sehr ablenken. Allerdings ist ein Topquilt recht leicht, so dass er bei Wind die Hängematte wohl nicht gut in der Form hält, die man sich wünscht.

    Sicher wäre auch einen Versuch wert, unter dem Topquilt noch eine Isomatte zu verstecken, aber es kann sein, dass dann alles wieder in Richtung "inline" verrutscht.

    Was unter Umständen gut funktionieren könnte, wäre eine der Länge nach zusammengerollte, voluminöse Bettdecke. Sie kommt der Körperform näher und hat deutlich mehr Gewicht als ein Topquilt. Nur würde die dann tendenziell wieder von der Hängematte ablenken. Allenfalls könnte man sie in einen dezenten Stoff einwickeln. Es reicht ja, sie dort zu verstecken, wo man sie sonst sehen würde.

    Falls das "Gewicht" nicht so diagonal liegen bleibt wie gewünscht, könntest du versuchen, nur die hintere, im Bild nicht sichtbare Ecke abzuspannen, damit die "Last" besser die gewünschte Richtung hält.

    Ich fürchte, dass du das alles schon ausprobiert hast, und ich keine neuen Ideen liefern konnte...

    • Offizieller Beitrag

    Du hast ein Problem angesprochen, das mich auch schon seit langem nervt. Leider kann ich keinen Lösungsvorschlag bieten. Meiner Meinung nach ist ein Foto einer Hängematte in Benutzung am aussagekräftigsten. Wenn der Kopf des "Belastungskörpers" zu sehr ablenkt, hilft vielleicht ein über das Gesicht gezogener breitkrempiger Strohhut.

  • Wenn es mehrere einlagige Hängematten sind: kann man die evtl. übereinanderlegen und ähnlich wie die doppellagige mit einer dazwichengelegten Isomatte fotografieren kann. Damit der Wind weniger Angriffsfläche hat und sich die obere Hängematte nicht bewegt: evtl. etwas Klebeband?

    Für eine einzelne, einlagige Hängematte: Kann man evtl mit einer Decke auslegen und diese mit Klebeband, Malerkrepp oder ähnlichem befestigen? Eine Decke stelle ich ich mir etwas flexibler vor als eine Isomatte, also könnte sich eine schönere Form ergeben. Mit passendem Winkel beim Fotografieren kann man evtl auch noch etwas Decke kaschieren...

  • Es gibt nen Fernauslöser für viele Kameras. Via Funk oder auch schon WLAN wenn sie das hat.
    Eine Canon App, verbindet zB über WLAN mit der Kamera und Du kannst den Fokus steuern.
    Aus der HM raus.

  • Ich verwende bei meiner Kamera den Selbstauslöser. Bei einer meiner Kameras kann ich die Zeit bis zum Auslösen sehr lang einstellen: Ich habe 1 min genommen und das reicht gut, um sich in die HM zu legen. Allerdings geht das bei vielen Kameras nicht: oft gibt es nur recht kurze Zeiten.

    • Offizieller Beitrag

    Das sind ja schon mal eine ganze Reihe von Vorschlägen, Danke dafür. Leider gehen die meisten nicht in die Richtung die ich mir erhofft hatte :)

    Wenn es irgendwie möglich ist, möchte ich es lieber vermeiden Fotomodell zu spielen. Ich verwende eine SLR-Kamera - damit fällt der Selfie-Stick schon mal flach. Außerdem denke ich, dass es damit noch schwieriger wird die Bilddetails zu kontrollieren und einen guten Winkel und Bildausschnitt zu bekommen.

    Bei der Verwendung eines Selbst- oder Fernauslösers steigert sich der Arbeitsaufwand noch einmal deutlich. Ich fotografiere ja meist nicht nur eine Hängematte, sondern 10 :o Und dann ändere ich auch Details wie mit/ohne Ridgeline oder tausche die Aufhängungen aus. Derzeit dauert das meist 2-3 Stunden pro Shoot (Ergebnis: wenn's gut läuft 10 brauchbare Fotos...). Wenn ich dann noch mit Stativ arbeite, und ständig in die und aus der Hängematte steigen muss, brauche ich wohl noch mindestens eine Stunde länger.

    Dazu kommt, dass ein Körper in der Hängematte aus einigen Blickwinkeln sehr seltsam aussieht. Überall sind nur noch Beulen - das kann man teilweise gar nicht mehr zuordnen.

    Was mögliche "Füllungen" oder Dummies in der Hängematte betrifft: ich hatte auch schon darüber nachgedacht mir einen länglichen Sack zu nähen um ihn mit einem Schlafsack zu füllen der dann die Rolle des Fotomodells übernimmt. Mein Schlafsack ist leider knallblau, was nicht so gut ins Foto passt. Und Bettdecken sind mir zu schwer und voluminös um sie zusätzlich zur Ausrüstung im Rucksack mitzuschleppen.

    Aber dieser Ansatz geht in die richtige Richtung. Meine Ideen bisher waren:

    • Ich habe mir eine Schwimmnudel gekauft, weil ich dachte, dass man die irgendwie so verklemmen kann, dass sie wie die Isomatte liegen bleibt. Aber die ist zu leicht und rutschig. Und wirkt auch wie ein Fremdkörper. Ansonsten könnte ich noch versuchen die Schwimmnudel mit Stecknadeln von unten durch den Stoff zu fixieren. Aber besser wäre ein unauffälligerer aber ähnlich steifer Schaumstoffstreifen.
    • Ich könnte mir eine große Tasche für meine Isomatte nähen, damit ich die Ecken an den Hängemattenstoff heften kann, z.B. mit einer kleinen Sicherheitsnadel. Aber damit das ähnlich gut aussieht wie in der Double Layer Hängematte müsste der Stoff perfekt zum jeweiligen Hängemattenstoff passen. Meine wertvollen Hängemattenstoffe will ich dafür nicht so gerne opfern - und ich müsste auch für jede Farbe eine Tasche nähen :ohmy:
    • Wenn ich einen stabilen Draht finden würde, könnte ich eine Art Gestell basteln, das entlang der Säume angebracht wird - wobei das auch nicht die einfachste Lösung wäre, weil die Hängematten ja verschieden lang und breit sind.
    • Mit einer Bleikette wie sie zum Beschweren von Vorhängen verwendet wird könnte ich die Hängematte evtl. etwas weniger windanfällig machen - aber die Ketten sind flexibel und halten die Hängematte nicht auf.

    Fallen jemandem vielleicht sonst noch flexible Gegenstände ein die man zweckentfremden könnte? Eine Art Gummi-/Schaumstoff-Zeltstange die sich einfach verbiegen lässt wäre z.B. gut. Aber so etwas habe ich noch nicht gesehen.

  • Ja, ich hab in einem früheren Berufsleben mit Feuerwehrschlauch zu tun gehabt.
    Da gibt es Dummies aus altem Schlauch.
    Den bekommst Du oft bei der örtlichen Feuerwehr.

    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"full","title":"2013_04_21_dummy2_1.jpg","data-attachmentid":30730}[/ATTACH]

    Muss ja keinen Kopf und keine Beine haben. Oft reicht ja auch das reine zusammenbinden mit Schnur oder Packband.

    Nur als Idee.
    Das gibt vom Gewicht her schon ein respektables Dummielein.

    • Offizieller Beitrag

    Haha, cooles Teil! Aber es muss gar kein menschenähnlicher Dummy sein. Ein einziger Schlauch würde mir schon ausreichen, wenn er die Hängematte offen halten kann und etwas ausbaucht. Idealerweise sieht man das Hilfsmittel auf den Fotos gar nicht. Ich frage mich, was die Profis verwenden, wie z.B. hier:

    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"full","title":"AVH16-4_cutout_001_1200px.jpg","data-attachmentid":30732}[/ATTACH]

  • Haarspray, Sprühkleber?
    Danach in Müll.

    Ich kenne da aber jemanden. Das bekommen wir raus.

  • Die Profis machen oft ein gutes Foto und färben es dann für jeden Stoff um.

    Früher hatten wir im Sport solche Schaumstoffdinger mit rundem Querschnitt. Habe nun mal gegoogelt und bin auf "

    " gestossen. Die lassen sich einfach verbiegen und sogar verknoten. Sie sind aber elastisch, das heisst, eine einzelne streckt sich immer wieder, ausser sie wird geknotet.

    EDIT: Lesen sollte man. Die Schwimmnudeln wurden ja bereits erwähnt. Ich wusste bis gestern nicht, was das ist, konnte mir beim Lesen nichts darunter vorstellen. Als ich dann las, dass du "eine Art Gummi-/Schaumstoff-Zeltstange, die sich einfach verbiegen lässt", suchst, kamen mir diese Schaumstoffstäbe in den Sinn, die ich von früher kannte. Nur wusste ich nicht, wie die heissen. Also habe ich danach gegoogelt und bin auf "Schwimmnudeln" gestossen. Da wusste ich bereits nicht mehr, dass du bereits davon geschrieben hattest.

    Und sonst gibt es noch diese "Musik-Röhren" wie in diesem Video, aber die sind - je nach Ausführung - eher etwas hart:

    https://www.youtube.com/watch?v=LT7MOirwZdM

    "

    " heissen die (passen gut zu den Loons), vielleicht geben die etwas her. Sie sind aber im Vergleich zu den Schwimmnudeln rutschiger.

  • Was mögliche "Füllungen" oder Dummies in der Hängematte betrifft: ich hatte auch schon darüber nachgedacht mir einen länglichen Sack zu nähen um ihn mit einem Schlafsack zu füllen der dann die Rolle des Fotomodells übernimmt. Mein Schlafsack ist leider knallblau, was nicht so gut ins Foto passt. Und Bettdecken sind mir zu schwer und voluminös um sie zusätzlich zur Ausrüstung im Rucksack mitzuschleppen.

    Daraus, dass du daran dachtest, dir einen länglichen Sack zu nähen, um ihn über deinen Schlafsack zu ziehen, schliesse ich, dass du keinen "Sac à Viande" (Seidenschlafsack) hast. Ein solcher würde sich dafür natürlich auch sehr gut eignen, vorausgesetzt die Farbe ist nicht zu grell.

    Was mir vor ein paar Tagen mal aufgefallen ist, als meine Hängematte aus irgendeinem Grund stark statisch aufgeladen war: Die Hängematte bauscht sich dann erstaunlich schön auf. Könnte man aus dieser Beobachtung vielleicht etwas entwickeln?

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!