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  • Hallo zusammen,

    hier ein kurzer Schrieb zu meinem DIY Lodenpulli.

    Material: Loden (gewebt, nicht gestrickt), 100% Schurwolle, dunkelgrün, etwa 350 g/m^2
    Schnitt: Jalie #2212
    Mods: extralang (zum draufsetzen), Känguruhtasche mit drei Fächern, Gummiseil mit Kordelstopper unten
    Gewicht: etwa 600 Gramm
    Materialpreis: etwa 60,- Euro
    gut für: -2 bis 15°C (mit lanärmeliger Baselayer), wärmt auch wenn er feucht wird, trocknet einigermaßen schnell, ist weitgehend winddicht, funkensicher und stinkt nicht (odernur wenig)

    Ich lasse das Ding eigentlich immer an, meistens auch nachts in der HM.

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  • Sehr gut! Sehr gut.
    Kommt das in echt grüner rüber? Das ist so wehrmachtgrau auf den Fotos.

    Mit was nähst Du das? Welche Nadel, Garn? Schon Jeans oder reicht da ne 100er mit 60er Garn?

  • Sehr gut! Sehr gut.
    Kommt das in echt grüner rüber? Das ist so wehrmachtgrau auf den Fotos.

    Das Grün ist schon Grün, im Sonnenlicht zumindest. Seltsamerweise wird es im Kunstlicht eher zu einem Grau-Braun. Sehr interessanter Effekt.

    Mit was nähst Du das? Welche Nadel, Garn? Schon Jeans oder reicht da ne 100er mit 60er Garn?

    Hier offenbart sich der Stümper: ich nähe immer alles mit der selben Nadel. Es ist sogar immer noch die, die bei der Nähmaschine dabei war, als ich sie vor 1,5 Jahren gekauft habe. Ist so eine Standard-Universal-Näh-Alles-Nadel.

    Beim Garn bin ich schon professioneller: Ich nähe alles mit Standard-Polyestergarn - außer bei Tarps, da nehme ich Baumwoll-Polyester-Corespun von Extex.

  • Oh ja, kann sein, dass ich da was Falsches geschrieben hab. Ich hab den Loden aus dem Stoffgeschäft um die Ecke. Ich hatte danach gefragt, wie viel g/m^2 der Stoff hat, als ich ihn gekauft hab. Und hab (nach mehrmaligem Beraten der Damen untereinander und nachschlagen in Katalogen) die Info "350 Gramm hat der" bekommen. Ob es da letztendlich zu einem Missverständnis gekommen ist, weiss ich nicht. Muss mal ein Restchen wiegen.

    Hab auch schonmal überlegt, mir einen dünneren Wollpulli zu nähen, hab aber leider keinen geeigneten Stoff gefunden. Ich hab schon viel mit dem 200 g/m^2 Merinostoff von Extex gemacht (Mützen, Buffs, Halstücher), aber der ist für einen Pulli definitiv zu dünn. Wenn der 270 g/m^2 nicht um so viel teurer wäre, hätte ich mir den schon kommen lassen. Mit dem könnte es gehen. Ist aber dann halt kein Loden, also nicht so warm weil nicht so winddicht. Und auch weniger robust.

    Neulich hab ich ein kleines Geschäft außerhalb meiner Stadt entdeckt, die wahnsinnig viele, teils superschöne Wollstoffe haben, auch viel Loden. Wenn mal zu viel Geld da ist, dann werd ich da mal einkaufen. Da ist sicher was dabei, was für einen dünneren Pulli geeignet wäre.

    Extex hat übrigens ein Merino-Fleece im Sortiment. Hat das schonmal jemand verwendet? Das würde mich sehr interessieren.

    Wer kennt denn die Roughstuff-Sachen? Ich hab vor Kurzem einen Deubelskerl in echt gesehen. Der Stoff ist vom Gewicht her ungefähr so wie meiner, aber viel dichter und feiner. Sowas würd ich suchen. Weiss da jemand eine Bezugsquelle?

    Ich bin mit dem Stoff im Grunde aber ziemlich zufrieden. Etwas winddichter wäre schön, aber es ist echt in Ordnung.

    Ich verwende den Pulli wie schonmal beschrieben als kombinierte zweite und dritte Lage (Pulli und Isolation). Wenn ich mit dem Ding unterwegs bin, hab ich keine Jacke dabei, nur noch eine regenfeste äußere Schicht. Den Pulli trage ich dann Tag und Nacht. Die Wolle hat den großen Vorteil dass sie auch durchgeschwitzt noch gut wärmt. Allerdings muss man gut darauf achten, dass man gut abgetrocknet ist, befor man ins Bett geht. Wenn man bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit wandert, ist das manchmal schwierig zu erreichen.

    Momentan bin ich deshalb am herumprobieren mit VB-Kleidung (Vapor Barrier). Da ändert sich dann alles: Baselayer, VB, dünne zweite Schicht, Daunenjacke. Das Handling während des Tages ist gewöhnungsbedürftig, man muss viel umlernen. Aber wenn's man den Dreh mal raus hat, dann ist das echt Spitze. Vor allem für mehrtägige Touren ab 0°C und darunter. Und wenn man so viel schwitzt wie ich.

    • Offizieller Beitrag

    Ich hab noch keinen Loden gekauft, weil ich erstmal die vielen angefangenen Projekte zu Ende bringen will, aber wenn es soweit ist werde ich hier bestellen:

    http://www.ebay.de/sch/wollstoffe…=p2047675.l2562

    Das ist wohl einer der besten Loden-Hersteller - Bernd hatte diesen Tipp vor einiger Zeit gepostet.

  • Hallo,

    Loden ist grundsätzlich Webware.
    Der Deubelskerl den ich habe ist nicht winddicht. Drecksding!
    Nur was für den Hochsommer!

    350g/m² Walkloden gibts zu kaufen.

    So ein Ding möchte ich mir auch noch schneidern.
    Allerdings innen aufs Vorderteil einen Taffetta als Windstopper
    zusätzlich nähen.

    Wollfleece ist überhaupt nicht winddicht, da es gestrickte Ware ist
    und eben nicht gewalkt.

    gruss
    Konrad

  • Loden ist grundsätzlich Webware.

    Traditioneller Lodenstoff ja. Aber in der Praxis muss man aufpassen, weil häufig auch gewalkte Strickware als Loden verkauft wird.

    Der Deubelskerl den ich habe ist nicht winddicht. Drecksding!
    Nur was für den Hochsommer!

    Schön zu hören. War immer neidisch auf die feine Qualität, die der Loden von Roughstuff im Vergleich zu meinem Pulli hat. Die Funktion ist mir aber wichtiger, ich trag ja eh was drunter, deshalb kann der Stoff ruhig kratzen. Außerdem geht das mit der Zeit ja weg bzw. wird besser. Und mit der Winddichtigkeit meines Stoffes bin ich im Grunde recht zufrieden. Auf dem Fahrrad merkt man den Wind schon, also ist bei etwa 30 km/h Ende Gelände. Ist für mich aber in Ordnung.
    Tafetta oder was anderes Winddichtes mit einarbeiten hatte ich Anfangs auch überlegt, ich wollte aber letztendlich lieber 100% Wolle. Dann fängt's nciht an zu stinken. Wenn nötig, ziehe ich meine Regenjacke drüber oder meine billige, ultraleichte Decathlon Windjacke (100g, wird leider nicht mehr produziert, es gibt aber noch

    ).

    Wollfleece ist überhaupt nicht winddicht, da es gestrickte Ware ist
    und eben nicht gewalkt.

    Ja, das ist ganz was anderes. Aber in Kombination mit der oben erwähnten Windjacke o.ä. wird's wunderbar.

    • Offizieller Beitrag

    Ich dachte, Loden wäre sehr windabweisend. Liegt das vielleicht an der Qualität?

    Wenn doch (zuviel) Wind durch geht, ziehe ich eben einen meiner kalandrierten Ripstop-Pullover drüber. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Eine winddichte Schicht auf der Innenseite des Loden-Sweaters schützt ja leider nicht die warme Luft die sich im Loden sammelt.

  • Mir hat mal ne Stoffdealerin erzäht, dass Walkloden schlechter in der Qualität ist als "echter" Loden.

    Wer kann das erklären?

  • Um unserem lieben Bernd etwas Leselarbeit zu ersparen, hier ein kleines Exzerpt des von Konradsky genannten Wikipediaartikels:

    Loden: "Heute wird der Begriff Loden als Sammelbezeichnung für dichte Streichgarngewebe [...] – vorwiegend aus Wolle – mit einer mehr oder weniger glatten Oberfläche verwendet. [...] Umgangssprachlich wird Loden häufig mit Walkloden gleichgesetzt"
    Walken: "Das Wolltuch wird in handwarmem Wasser (30-40 °C), unter Zugabe von Kernseife, durch Druck und Reibung gewalkt. Dabei verfilzt die Wolle, wird dichter und ca. 40 % kleiner."

    Das, was wir heute also unter Loden meist verstehen, ist ein gewalkter Wollstoff, gewebt ("Loden" i.e.S) oder gestrickt ("Strickloden").

    Ich habe von einer Stofffachverkäuferin aber auch schon mal die Frage zu hören bekommen, ob ich denn lieber einen Walkloden oder einen echten Loden haben wolle. Auf meine Frage, worin denn der Unterschied liege, habe ich dann als Antwort bekommen, dass der Walkloden gestrickt, wohingegen der "echte Loden" gewebt sei.

    Gestrickter Loden hat den Vorteil, dass er etwas flexibler ist und sich damit Konturen besser anpasst. In allen anderen Belangen (Strapazierfähigkeit, Winddichtigkeit) ist der gewebte Loden aber besser.

    Ich dachte, Loden wäre sehr windabweisend. Liegt das vielleicht an der Qualität?

    Mit Sicherheit. Meiner ist wie schon erwähnt ziemlich winddicht, aber natürlich nicht vergleichbar mit einem Microfasergewebe, schon gar nicht wenn's auch noch kalandriert ist.

  • Zitat von Waldläufer70

    Also, dann ist Walkloden gestrickter und anschliessend gewalkter Stoff, um ihn dichter und stabiler zu machen.

    Nein, nicht ganz. Loden kann gestrickt oder gewebt sein.

    Nochmal Wikipedia: ursprünglich war Loden ein derber, nicht (!) gewalkter Wollstoff aus Streichgarn. Später (und auch heute noch) wurde der Begriff Loden für gewalkte Wollstoffe verwendet. Ob das Rohgewebe gewebt oder gestrickt ist, spielt dabei keine Rolle. Wie ich es sehe, kommt es auf "Wolle" und "gewalkt" an.

    Der Begriff Walkloden ist damit im Grunde zu einem Pleonasmus geworden.

    Aus dem Loden-Lexikon der Firma Mehler: "Die Bezeichnung Loden ist heutzutage ein Sammelbegriff für dichte, schwerere Streichgarngewebe in Melangenoptik, die überwiegend aus Schafswolle bestehen. Sie sind immer dicht gewalkt und unterscheiden sich durch verschiedene Oberflächenqualitäten."

    Auch hier kein Hinweis darauf, dass sich der Begriff "Loden" ausschließlich auf gewebte oder gestrickte Stoffe bezieht. Es muss gewalkte Wolle sein, entweder gestrickt oder gewebt - aber eben nicht nur Filz.

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