Underquilt in Planungsphase

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  • Während ich auf meinen HM-Stoff warte, dachte ich mir, ich beginne schonmal mit einem UQ. Für den ersten Versuch möchte ich einen alten KuFa-Schlafsack verwenden.
    Ich habe schon ein paar Threads gelesen und shugs Videos angesehen. Dabei sind mir folgende Ideen gekommen:

    Um reinen "Radius" zu bekommen, wird ja das Innenmeterial schmaler geschnitten als das äußeren. Um etwas vergleichbares bei einem existierenden Schlafsack zu erreichen war meine erste Idee, in den Innen-Stoff Falten reinzunähren.
    Wenn ich das richtig verstehe, dient der Radius ja dazu, dass die Isolierung nicht eingedrückt wird, wenn man mit seinem Gewicht entgegen der UQ-Aufhängung auf das UQ "drückt".
    Jetzt dachte ich mir, den gleichen Effekt kann man auch erzielen, wenn man breite Bänder in Quer-Richtung in das UQ einnäht, die etwas kürzer sind als das UQ breit ist. Die ziehen quasi das ganze UQ nach unten bevor ich die Isolationsschicht komprimieren kann.
    Option 3: Ich nähe auf die Innenseite eine Lage RipStop. In diesem Fall überlege ich, ob ich es so mache, dass unter dem RipStop eine Tasche entsteht, in die man bei kälteren Temperaturen noch eine Decke legen kann.

  • Die Idee mit den Falten ist gut. Denn dabei liegt der gesamte Stoff am Hängemattenstoff an. Bei den anderen Varianten hast du eine Luftbrücke, die die Isolation erschwert. Der Underquilt sollte immer möglichst gut an der Hängematte anliegen, sonst spürst du sofort Kälte. Bei Variante 3 kannst du diesen Raum zwar befüllen, aber das gelingt vermutlich nicht schön gleichmässig. Du verschenkst dabei also immer einiges an Isolation.

    Wie Konrad geschrieben hat: Viel braucht es nicht. Du kannst ja mal messen, welcher "Radius" in Längs- und Querrichtung entsteht (bei der Längsrichtung ist der Radius viel grösser, da braucht es also nur wenig oder sogar nichts) und dann grob überschlagen, wie stark du den Innenstoff verkürzen musst, um möglichst viel Druck vom Schlafsack wegzunehmen. Unnötig Isolationsfläche verlieren, möchte man ja auch nicht.

  • Das mit den Falten hab ich auch schon zweimal gemacht, einmal bei meinem DIY Daunen UQ, bei dem ich den differentiellen Schnitt zu gering gemacht hab. Das Nacharbeiten schaut zwar nicht grad professionell aus, erfüllt aber seinen Zweck. Da das so gut geklappt hat, hab ich das auch gleich noch bei einem älteren Synthetikunderquilt aus einem gebrauchten Schlafsack wiederholt, auch da hat's dem Loft gut getan.

    Stesch hat das bei seinem Daunenunderquilt von Cummulus auch gemacht, der hat sogar noch irgendwie die hochstehenden Falten kaschiert. Hab aber damals nicht genau gesehen, wie. Raus mit der Sprache, [USER="112"]Stesch[/USER].

  • Wenn mich meine Geometriekenntnisse nicht täuschen, brauche bei einem Halbkreis ich für jeden cm Dicke PI cm Umfang. Da kommt ja schon einiges zusammen. Bei 3cm Loft muss man demnach schon 9,5 cm Umfang kürzen. Wie viele Falten hast Du gemacht? Wenige große oder mehrere kleinere?

    Gibt es allgemeine Empfehlungen / Erfahrungen über die V-Schnitte an den schmalen Seiten? Ich kenne nur die Maße vom Insultex-UQ.

  • Hallo,

    bei 1,50m breitem UQ sind es 8 cm. bei 3cm Dicke.

    Wenn du jetzt die Befestigungsgummis an der Innenseite befestigst, kann
    auch nicht komprimiert werden.
    Desweiteren sind KUFA Schlafsäcke sowieso durchgesteppt.

    Gruss
    Konrad

  • Mit meiner bescheidenen Erfahrung mit dem Incubator 20°F von HammockGear mal die folgende Beobachtung:

    Der Underquilt ist eigentlich überall ausreichend dick, nur am Gesäss kann es knapp werden. Ich führe das darauf zurück, dass der Underquilt unter dem Gesäss am stärksten gewölbt wird und dann die Differenz zwischen dem Stoff aussen und dem Stoff innen exakt dort, wo man am ehesten friert, etwas knapp ausfällt.

    Ob es sich lohnt, aus diesem Grund die Innenseite auf Gesässhöhe eine Spur mehr zu raffen, oder ob es sich empfiehlt, einfach grundsätzlich ausreichend zu raffen, weiss ich nicht.

    Ich denke, bei einem Schlafsack würde ich einfach bei jeder Längsnaht (hat er überhaupt Längskammern?) von beiden Seiten etwas Stoff zusammennähen, so dass vielleicht gerade ein Millimeter Stoff übersteht. So hast du nach der Prozedur gleich viele Nähte wie davor, optisch ändert sich kaum etwas.

    Nehmen wir an, es gäbe nur drei Nähte und du möchtest die Innenseite um 9cm verkürzen, dann müsstest du dreimal maximal 1,5cm zusammennähen, denn dabei wird der Stoff ja bei jeder neuen Naht um rund 3cm gekürzt. Oder allgemein formuliert: Gewünschte Verkürzung geteilt durch Anzahl der Nähte geteilt durch zwei.

    Der positive Aspekt beim Raffen: Insgesamt wird durch das Raffen das Volumen des Schlafsacks, nicht aber die Füllung verringert, der Loft wird beim passenden Schnitt also sicher nicht kleiner, allenfalls sogar etwas grösser ausfallen.

    Kann das jemand verifizieren? Ich denke hier ja nur laut nach, mir fehlt die praktische Erfahrung.

  • … am Gesäss kann es knapp werden.


    Will Hammock Gear nicht genau das durch die körperbetonte Form verhindern?
    Durch den "Knick" zwischen Torso und Beinen, der größere Luftkammern am Übergang Po-Oberschenkel vermeiden soll?

    Ich selbst habe noch gar keine Erfahrung mit Quilts, habe er schon oft Lob gehört für diese Konstruktion von Hammock Gear.
    Wenn das bei dir nicht funktioniert, liegt der Übergang bei dir dann vielleicht an der falschen Stelle?
    Oder hast du gar Kopf- und Fußende vertauscht?

  • Der Schlafsack, denn ich verwende, hat schräg H-förmige Taschen. Also die Stepnähte sind innen und außen versetzt. Ist schon ein älteres Modell. Frühe 90er etwa.
    Und ich friere, wenn ich ihn als Schlafsack benutze schon bei 16°. ich würde ihn also ggfs. um weitere Schichten ergänzen.
    Gerade denke ich an ein Schafsfell, dass ich zwischen UQ und HM lege. Das Gewicht muss man dann allerdings besser ignorieren ;)
    Etwas ernster hatte ich an so eine Isolierfolie für die Windschutzscheibe gedacht, die dem KuFa auf die Sprünge helfen könnte.
    Außerdem könnte ich die Fußbox und die Kapuze verwenden um andere stellen zu verstärken.

  • Hallo,

    eine Rettungsfolie in stabil ist leichter als eine Windschutzscheibenfolie udn passt sich wesentlich
    besser der Körperform an. Allerdings liegst du dann im eigenen Saft. Das ist ja sonst beim UQ nicht.
    Auf ein Schaffell sollte man sich direkt legen.

    Gruss
    Konrad

  • Auch wenn's vielleicht etwas off-topic ist, will ich nur kurz auf die anderen Dinge hinweisen, mit denen man das untere Limit noch verschieben kann - manchmal muss man gar nicht unbedingt das Setup anpassen.

    • viel, am besten fettes Essen vor dem zu Schlafen gehen
    • unbedingt warm in die HM, ggf. noch etwas körperliche Aktivität
    • nicht verschwitzt in die HM gehen
    • nicht zu viel anziehen: T-Shirt und dünner Pully, lange Unterhose, 1-2 Paar weite Wollsocken, Mütze, Schal
    • Dehydratation vermeiden
    • möglichst bald pinkeln, wenn man muss
    • und natürlich die Wunderwaffe schlechthin: die Wärmflasche. Am besten direkt an die Oberschenkelarterie (also zwischen die Beine). Ich hab gute Erfahrungen mit einer mit Reflectix isolierten Stahlflasche gemacht. Die kann man mit kochendem (!) Wasser füllen*, durch die Isolierung gibt sie die Wärme dann langsam und gleichmäßig ab, reicht für viele Stunden. Das Wasser kann man am nächsten Morgen dann gleich trinken oder nochmal aufkochen für Tee oder Ähnliches.


    Mit einer Wärmflasche allein kann man locker 5 Grad rausholen, wenn man alles Genannte beachtet geht sogar noch mehr. Ich hab schon mal mit einem 5°C-Setup (0°C Underquilt, 12°C Schlafsack als Topquilt) bei -6°C übernachtet, ohne zu frieren!
    Allerdings muss man sich klar darüber sein, dass die meisten der aufgeführten Dinge systemische Maßnahmen sind, also verhindern, dass man auskühlt. Kalte Stellen wird man trotzdem haben und muss die dann aushalten. Das geht aber recht gut, finde ich, so lange man nicht insgesamt friert.

    * Vorsicht, es besteht die Gefahr ernsthafter Verbrennungen! Unbedingt darauf achten, dass die Flasche absolut dicht ist. Ich verwende eine Klean Kanteen mit Schraubverschluss, stabiler und sicherer geht's kaum. Kochendes Wasser keinesfalls in Plastikflaschen füllen. Und auch niemals ohne eine Isolierschicht drum herum!

  • Hallo,

    so unterschiedlich sind die Menschen.

    Ich gehe bei momentanen -6,7° mit Wollsocken, darüber Stiefelsocken 3 Nummern größer(sind absolut geil),
    Lange Trekkinghose, 3/4 Häglöfs Barrier Isolierhose, T-Shirt, Fleecejacke und darüber eine dünne Daunenjacke,
    billige Balaclava in Fleece und Kapuze von der Fleecejacke in die Hängematte.

    Wenn es noch kälter wird, ziehe ich mir meine JacksRbetter Daunenbeinlinge, das Brynje
    Double Shirt und die Haglöfs Barrier Jacke an.Das geht dann auch bis -14°.
    Lange Unterhose hasse ich.

    Wie Sacki so schön sagt, jeder wie er will, es gibt keine Patentrezepte.

    gruss
    Konrad

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