Wo läuft die Tarp-Ridgline und warum?

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  • Moin zusammen,
    [USER="33"]waldläufer[/USER] schrieb: "Hast du denn für die Enden der Ridgeline eine andere Bauweise angedacht, je nach dem, wie du es abspannen möchtest?"
    Die Enden der Ridgeline? Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich richtig verstehe. Auf alle Fälle könnte sich das die Führung der Ridgeline auf die Tarpform auswirken. Hängt ein Tarp wie beim DD Hammock an Schlaufen, so wird darüber ja schon das Profil gestaltet. Ich brauche kaum Kräfte, die die Enden des Tarps aufnehmen müssen. Spann' ich alles nach "Treegirls Art" ab, so wirken die Kräfte ja nur an diesen zwei Punkten. Aber genau hier habe ich etwas sehr wichtiges rausgelesen: [USER="46"]TreeGirl[/USER] schrieb nämlich, dass ein Satinband in das Tarp eingenäht ist! Das ist eine der Hauptantworten, nach denen ich gesucht habe. Denn wenn ich sowas habe, dann habe ich natürlich keine Kräfte, die auf den Stoff wirken (zumindest keine großen). Ich hatte auch Bilder von einem Tarp im Hammockforum gesehen, wo die Nähte aufgerissen waren und dieses ist der Hauptgrund für diesen Thread. Wenn ich nämlich durch unterschiedliche Ridgeline-Führung unterschiedlich starke Kräfte auf das Tarp produziere, dann wäre es ja eigentlich sinnvoll, diejenige Art der Ridgeline-Führung zu wählen, die meinen Stoff am längsten leben lässt. Und da kommt nun, wenn ich Treegirl richtig verstanden habe, eine weitere Option dazu, die ich nocht nicht kannte:
    - Ridgline über dem Tarp
    - Ridgeline unter dem Tarp
    - Ridgeline geht nur an die Enden des Tarps.
    - (NEU) Ridgeline geht DURCH das Tarp.

    Danke übrigens für den Tipp mit dem Geschenkband. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht klein, dass sowas in meinem Tarp zum Einsatz kommt. :)

    2 Minuten mit einem fetten Grinsen durch die Gegend gelaufen bin ich, als ich [USER="14"]Mittagsfrost[/USER] Kommentar gelesen habe, der schrieb:
    "Ich spanne mein Tarp zwar so straff, dass es möglichst ebene Flächen bildet, aber natürlich nicht mit einer Seilwinde"
    Die Vorstellung, Dich dabei zu sehen, wie Du erst eine feine Hängematte, die filigrane Suspensions, ein edles Tarp und dann die 10kg fette Seilwinde samt Autobatterie aus Deinem Rucksack kramst, sieht zumindest in meinem Kopf urkomisch aus! :)
    Aber Du weißt ja auch - soooo abwägig ist das gar nicht für mich, wenn man bedenkt, dass mein Weg über Tentsiles kommt - da sind Ratschen normal... *lach*

    Hängematz: Sag mal, wie ist eigentlich die Reibung an den Bäumen bei Dir? Wenn ich das Tarp justiere, dann geht das ja recht simple. Aber scheuer ich damit nicht jedesmal am Baum rum? Wirkt sich das Nachteilig auf die Haltbarkeit Deiner RL aus?


    Einzelne Antworten auf einzelne Fragen:
    [USER="33"]waldläufer[/USER] schrieb: "Aus meiner Sicht gibt es zahlreiche Möglichkeiten, bei denen dir beim fertigen Tarp alle Möglichkeiten offen stehen. Oder liege ich da falsch? Dann könntest du doch einfach ausprobieren, was für dich am praktischsten ist?" - Ja, da hast Du natürlich recht. Ich möchte für mich nur rausfinden, wie die matrialschonenste Rideglineführung für die "Hauptabspannung"(!) sein soll. Und hier gibt es eben Unterschiede. Je nach Führung muss ich "große" Verstärkungen an de Enden, ein Satinband oder Schlaufen auf das Tarp nähen. Die Führung der Ridgeline wirkt sich also unmittelbar auf das Tarpdesign aus. Danach bin ich ich natürlich frei und kann mal so, mal so abspannen. Und freu mich schon drauf, das genauso zu machen.

    [USER="33"]waldläufer[/USER] schrieb: "Darf ich fragen, was dir an Whoopie Slings nicht gefällt?"
    und Waldläufer schrieb netterweise meine Antwort darauf direkt hin: "Ein Nachteil ist sicher, dass du einen Meter Seil bauchst, um die Whoopie Slings einen halben Meter zu verlängern." :)

  • "... die Enden der Ridgeline". Da zeigt sich wieder einmal, dass die ständige Verwendung englischer Begriffe im Deutschen ihre Tücken hat.

    Das Wort "Ridgeline" hat zwei Bedeutungen:

    • Kammlinie (=> Linie, die der First beschreibt)
    • davon abgeleitet: Leine, die den Kamm unterstützt (=> Firstleine)

    Ich habe in diesem Zusammenhang an die erste Bedeutung gedacht. Sorry, das war missverständlich. Ich denke, du hast mich letztlich richtig verstanden.

    PS: Der Nachteil der Whoopie Slings ist zugleich auch ein Vorteil: Es wirkt nur die halbe Last auf die Bury. Bei einem Utility Constrictor Rope (UCR) ist es die ganze Last. Das ist gleich wie beim Flaschenzug: halbe Last = doppelter Weg


  • - (NEU) Ridgeline geht DURCH das Tarp.

    Achtung, Missverständnis:

    Niemand schrieb bisher, dass man die Schnur durch einen Kanal im Tarp führt. Das von [USER="46"]TreeGirl[/USER] genannte Satinband bildet lediglich eine Art von "Rückgrat" für das Tarp und sorgt so für eine Zugentlastung beim Stoff. Nicht mehr und nicht weniger.


    Hängematz: Sag mal, wie ist eigentlich die Reibung an den Bäumen bei Dir? Wenn ich das Tarp justiere, dann geht das ja recht simple. Aber scheuer ich damit nicht jedesmal am Baum rum? Wirkt sich das Nachteilig auf die Haltbarkeit Deiner RL aus?

    Hier sprichst Du einen wichtigen Punkt an. Als alter Baumkuschler möchte ich durch mein Tun die Bäume nicht oder zumindest so gering wie möglich beschädigen. Das war auch der Grund, warum ich von Reepschnur zu Dyneema gewechselt bin. Die Reepschnur war verhältnismäßig rauh und elastisch. Häufig war ein Nachspannen bzw.-justieren erforderlich. Hierbei setzte ich das Ganze kräftig unter Zug. Seid ich die Dyneema verwende, ist das viel besser. Die Oberfläche ist ziemlich glatt und die Elastizität kann man vernachlässigen.

    Ich brauche hoffentlich nicht zu erwähnen, dass ich während des Hin- und Herschiebens meiner Tarpkonstruktion nur sehr wenig Zug auf die Ridgeline ausübe - nur so viel, dass mir das Ganze nicht den Baum hinunterrutscht. Macht die Rinde des Baums einen empfindlichen Eindruck, unter füttere ich die Schnur zusätzlich mit kleinen Ästen. Auf alle Fälle ziehe ich an meinen Leinen nicht wie ein Verrückter, der versucht den Baum mit der Schnur durchzusägen.

    Übrigens gibt es von @BerndOdenwald eine super Lösung in Form von Baumschonern.

  • Der Nachteil der Whoopie Slings ist zugleich auch ein Vorteil: Es wirkt nur die halbe Last auf die Bury. Bei einem Utility Constrictor Rope (UCR) ist es die ganze Last. Das ist gleich wie beim Flaschenzug: halbe Last = doppelter Weg


    Das stimmt natürlich - als Grammjäger würde ich die Kräfte aber einfach dadurch neutralisieren, indem ich die Bury auf Slip belege, damit sollte das Durchrutschen durch zu hohe Kräfte nicht mehr passieren - wäre zumindest meine Hoffnung. Und somit bleiben die Vorteile...naja, für mich. ;)



    Niemand schrieb bisher, dass man die Schnur durch einen Kanal im Tarp führt. Das von [USER="46"]TreeGirl[/USER] genannte Satinband bildet lediglich eine Art von "Rückgrat" für das Tarp und sorgt...

    Hmm, dann hab ich das missverstanden? Sie schrieb ja "Dann wurden sie einmal umgeklappt, und Satinband wurde darüber gefaltet und die 6 Lagen wurden noch einmal vernäht. Das Satinband ist länger als das Tarp, und wurde an den Enden zu einer Schlaufe vernäht."
    Das heißt doch, die eigentliche Ridgeline wechselt zwar Material und Form von Dyneema/ Leine zu Polyester / flaches Band und dieses Band ist auch fest mit dem Tarp vernäht, aber die Hauptkräfte laufen doch nur über dieses System, oder?
    Vielleicht ist es ja auch nur missverständlich ausgedrückt von mir: ich wollte lediglich sagen, dass die hauptragende Kraft nicht ober- oder unterhalb des Tarps läuft, sondern mitten hindurch. Mit einer solchen Art und Weise erscheint es mir materialschonender zu sein, als wenn ich das Tarp nicht mit einer solchen Verstärkung ausstatte.


    Okay, dann versuche ich mal ein Fazit für mich zu ziehen.
    Ich denke, Treegirl hat sicher recht, wenn sie mir rät, auf eine Art wie es DD macht (mit den Schlaufen) zu verzichten.
    Und danach macht sicher das Sinn, was viele von euch die Ganze Zeit schon wussten: Bau ein Tarp, verstärke es in der Mitte mit einem Polyesterband (egal ob man das nun Pseudoridgeline nennt oder nicht) und dann ist man offen für alle drei Varianten, die dann noch übrig sind. Der Rest ist individuelle Geschmackssache.
    So werde ich erstmal weiter planen. Vielen Dank für eure Infos, die mir sehr geholfen haben! :)

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