unterschiedliche 'Federung' je nach Aufhängungssystem?

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  • Hallo,

    ich sinniere gerade mal wieder über verschiedene Aufhängungen. Aktuell wäge ich zwischen a) längeren Baumgurten, spiders und continuous loops und b) kürzeren Baumgurten mit dutch buckle und längeren whoopies. Bin allerdings noch nicht dazu gekommen, a) länger in der Praxis zu testen.

    Von der Verstellbarkeit her nehmen sich die Optionen dank der genialen Spiders ja nichts groß.
    Für die Ableitung von Regen sollte der Übergang von a) von den baumgurten auf die loops nah an der Matte vorteilhaft sein.
    -> Gibt es sonst einen Vorteil eines der Systeme, den ich noch nicht entdeckt habe? Gewichtsmäßig sollte a) etwas vorne liegen, aber auch nicht so sehr, je anch Länge.

    Was mich aber noch umtreibt ist, dass ich meine, mal gelesen zu haben, dass whoopies noch mal einen besseren 'federungseffekt' haben. Das hatte mich damals auch zu diesem System bewogen.
    Ich finde allerdings in dieser Richtung überhaupt keine Infos, wenn ich jetzt gerade noch mal versuche, das zu verifizieren.
    Macht es also für den Liegekomfort einen Unterschied, welche Aufhängung man verwendet?

    Danke!

    • Offizieller Beitrag

    Aktuell wäge ich zwischen a) längeren Baumgurten, spiders und continuous loops und b) kürzeren Baumgurten mit dutch buckle und längeren whoopies.

    Du kannst die Spiders auch in Kombination mit Whoopies verwenden. Eigentlich verstehe ich nicht, warum Dutch die Dutch Buckles noch verkauft, denn meiner Meinung nach ersetzen die Spiders sie nicht nur, sondern sind einfacher zu benutzen und vielseitiger...

    Von der Verstellbarkeit her nehmen sich die Optionen dank der genialen Spiders ja nichts groß.

    Die Gurt-Spider-Loop-Kombo ist variabler als eine Gurt-Spider-Whoopie-Kombination, allerdings etwas schwerer (weil Gurt mehr wiegt als Schnur...). Mit den Whoopies kannst du nicht so dicht an den Baum/Aufhängepunkt gehen, weil ein nicht geringer Teil des Seils für die Klemmvorrichtung drauf geht. Allerdings kannst du auch einfach ein Paar Loops mitnehmen und bei wenig Platz die Whoopies austauschen.

    Für die Ableitung von Regen sollte der Übergang von a) von den baumgurten auf die loops nah an der Matte vorteilhaft sein.

    Schau dir mal dieses Video an:

    https://youtu.be/c0-uOekjcU0

    Solange es nicht viel oder stark regnet und nicht allzuviel Aufhängung im Regen hängt (also kurze Distanz zwischen Baum und Hängematte) gibt es ohnehin kein Problem. Aber bei starkem / längerem Regen und einer größeren Distanz zwischen Baum und Hängematte sammelt sich u.U. genug Wasser um auch über die Spiders zu laufen. Abhilfe siehe Video.

    -> Gibt es sonst einen Vorteil eines der Systeme, den ich noch nicht entdeckt habe? Gewichtsmäßig sollte a) etwas vorne liegen, aber auch nicht so sehr, je anch Länge.

    Je länger deine Aufhängung ist, desto größer wird der Gewichtsunterschied. Bei meinen Radtouren in Deutschland habe ich beispielsweise 15m 15' (also 4,5m...) Gurte (pro Seite) dabei gehabt, und das war ein paar mal nicht lang genug, weil die paar Bäume auf den Campingplätzen zu weit auseinander standen. Wenn du in deutschen Wäldern unterwegs bist, kommst du natürlich mit deutlich weniger Gurt aus.

    Das Problem mit dem größeren Abstand bei Whoopies habe ich ja schon erwähnt. Ansonsten kann es halt vorkommen, dass dein Baumgurt bei dicken Stämmen zu kurz ist. Mit den in den USA gebräuchlichen 1,80m bin ich hier häufiger an die Grenzen gestoßen. So lange man einfach einen anderen Baum wählen kann, ist das aber kein Problem.

    Was mich aber noch umtreibt ist, dass ich meine, mal gelesen zu haben, dass whoopies noch mal einen besseren 'federungseffekt' haben. Das hatte mich damals auch zu diesem System bewogen.
    Ich finde allerdings in dieser Richtung überhaupt keine Infos, wenn ich jetzt gerade noch mal versuche, das zu verifizieren.
    Macht es also für den Liegekomfort einen Unterschied, welche Aufhängung man verwendet?

    Einen fühlbaren Unterschied zwischen (dehnungsarmen) Polyester-Gurten und Dyneema Whoopies habe ich bisher nicht feststellen können. Schon gar nicht auf kurze Distanz (Baumabstand unter ~6m). Je länger die Distanz wird, desto "elastischer" wird die Aufhängung - unabhängig davon ob es 100% Gurt oder eine Gurt-Dyneema-Kombination ist. Warum das so ist weiss ich nicht. Aber wenn ich einen Baumabstand von 14m habe, "wippt" die Hängematte deutlich. Allerdings konnte ich keinen Unterschied im Liegekomfort feststellen. Dafür ist hauptsächlich der Hängemattenstoff zuständig.

    • Offizieller Beitrag

    Je länger die Distanz wird, desto elastischer wird die Aufhängung - unabhängig davon ob es 100% Gurt oder eine Gurt-Dyneema-Kombination ist. Warum das so ist weiss ich nicht.


    Das hängt damit zusammen, daß der absolute Betrag der Dehnung abhängig von der Materiallänge ist.
    Gehen wir mal von einer Dehnung von 5% aus. Bei einer Distanz von 50 cm bemerkt man die 2,5 cm Dehnung kaum, während bei 5 m Distanz die Dehnung von 25 cm schon deutlich spürbar ist.

  • Danke Euch für die Ausführungen!
    Den Punkt, dass man mit den Gurten variabler ist, hatte ich tatsächlich nicht auf dem Schirm!
    Das Video zur Wasser Ableitung ist ja super! Und wenn einfach ein bisschen Schnur die Lösung ist, umso besser!

    Noch eine Frage zum Gurtband. Ich habe welches von Dutch hier und welches von Dendronaut. Leider ohne zu wissen, welche genau, da jeweils im fertigen Set gekauft.
    Das von Dutch kommt mir dünner und flexibler vor, ohne ordentlich nachwiegen zu können, da unterschiedlich lang.
    Gibt es Erfahrungswerte, wie dünn - und damit leicht - man guten Gewissen werden kann? Vielleicht kann man ja an dem Ende noch etwas optimieren...

    • Offizieller Beitrag

    Ja, Dutch hat seine Gurtband über die Jahre weiterentwickelt - siehe hier: https://www.hammockforums.net/forum/showthre…552-New-webbing

    Auf "Erfahrungswerte" würde ich nicht vertrauen. Normalerweise sollte der Hersteller eine Bruchlast angeben, die um ein vielfaches höher sein sollte als das Gewicht das der Gurt tatsächlich tragen soll. Beispielsweise verwenden Leute bis um die 100kg 7/64" Amsteel (Dyneema-Schnur). Der Hersteller gibt dafür eine "average strength" von 730kg an. Du willst ja nicht, dass die Aufhängung reisst, nur weil du dich mal etwas unsanfter in die Hängematte setzt.

    Im Übrigen kannst du das Gewicht von deinen Gurten vergleichen indem du sie ausmisst, abwiegst und dann z.B. das Gewicht pro Meter errechnest.

    • Offizieller Beitrag

    Die superleichten Baumgurte von DD Hammocks sehen aus wie braunes Geschenkband, wiegen je 27 Gramm und sind bei einer Breite von 2 cm 1 Meter lang. Meine rund 90 kg haben sie schon ein paar Dutzend mal problemlos ausgehalten, ich konnte bisher auch noch keine Anzeichen von Beschädigungen entdecken. Im englischen Hängemattenforum gibt es aber Berichte über das Versagen dieser Baumgurte.

    Es macht schon Spaß, zu optimieren und die Grenzen des Materials auszuloten. Im Zweifelsfall würde ich aber lieber ein paar Gramm mehr mit mir "herumschleppen", als nachts mit geprelltem Steiß im Matsch aufzuwachen und mir überlegen zu müssen, wie ich denn jetzt im Regen die verdammten Baumgurte repariere.

    • Offizieller Beitrag

    Ich glaube die derzeit leichtesten Gurte sind die Dutch Kevlar Straps (auch als Huggers erhältlich). Das Gewicht ist super, und ich habe auch noch nicht gelesen dass einer gerissen ist, aber die Dinger sind halt teuer und leider nicht besonders UV-resistent. Und sie funktionieren nicht besonders gut mit Hardware. Ob einem die Gewichtsersparnis soviel Geld Wert ist muss jeder selbst entscheiden.

    Mich würde ja interessieren ob Dyneema-Gurte vielleicht funktionieren würden - aber die Berichte dazu waren alles andere als vielversprechend. Es gibt kaum Hersteller, deshalb gibt es keine günstigen Quellen - und die Gurte halten weder Knoten noch funktionieren sie mit der herkömmlichen Hardware.

  • Es soll auch gar nicht um Haarspalterei gehen.
    Mir fiel einfach nur der Unterschied in Materialien auf - woraus sich die Frage ergab, wie groß da wohl die Unterschiede sind und wo die 'bottomline' wohl liegt.
    Auch, wenn die Fallhöhe bei Materialdefekten in der Hängematte eher zu verkraften ist als am Fallschirm, UV-empfindliche Materialien brauche ich um den Preis von ein paar Gramm nicht.

    Habe gerade noch mal in Sachen Gewicht/Meter etwas gerechnet.

    Da ich das angegebene Gewicht der Anbauteile nur von dem Gesamtgewicht, das ich anfänglich gewogen hatte abgezogen habe.
    Gewichtsangaben für Spiders, Buckle, Clip und Huggers sind scheinbar nicht allzu exakt, es ergibt sich eine Gewisse Toleranz.
    (Die Dendronaut Spiders+Hugger+loop wiegen 181, nicht wie angegeben 156g, Dutch liegt mit nachgewogenen 130g sogar unter den angegeben 136g)

    Angaben waren
    Spiders 3,3g
    Buckle 10g
    Clip 7,5g
    Cont. Loop 1,5g

    Macht für die Dutch Hugger (2,4m) 112,5g oder 47g/Meter
    Und für die Dendronauts (3,5m) 178g oder 50,5g/Meter
    Damit ist der Unterschied zwischen den beiden Gurtmaterialien auch bei wirklich langen Huggern wohl wirklich nicht der Rede wert.

    Die 27g der DD Hugger beziehen sich auf 2m? Das wäre ja schon ein ganz schöner Unterschied!

    • Offizieller Beitrag

    Sie halten. Zumindest mein Gewicht und mindestens 10 Minuten lang.

    Sie sind aber mit 2 cm Breite recht schmal für die auf ein Zoll (2,54 cm) ausgerichteten Spiders. Ich würde die für die Spiders vorgesehenen ein Zoll breiten Baumgurte nehmen.

  • Soo, hab mir die DD Gurte mal bestellt - es wird in der Packungsbeilage aber extra darauf hingewiesen, dass man diese NUR mit einem Karabiner in BEIDE Schlaufen eingehakt nutzen soll, also nicht um den Baum geschlauft und mit nur einer Schlaufe zur Mattenbefestigung. Nutzt ihr die auch nur so?

    • Offizieller Beitrag

    Vielleicht noch ein Tip, wie man erreichen kann, daß das Band nahezu gerade durch die Schlaufe läuft:
    Schlaufenende einmal vollständig um den Baum wickeln und erst dann das andere Ende durchstecken. Durch die größere Kontaktfläche ergibt sich eine größere Reibung des Bandes am Baum und es verrutscht nicht mehr. Dadurch bleibt die Schlaufe da, wo sie sein soll und wandert nicht mehr in die Mitte.
    Das gleiche Prinzip kann man auch bei den Dutch Clips oder Karabinern anwenden. Sie mögen den von Waldläufer70 erwähnten Flaschenzugeffekt auch nicht.

    • Offizieller Beitrag

    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Deshalb habe ich mal ein paar Fotos gemacht, um zu verdeutlichen, was ich meine. Und weil Waldläufer 70 die Kraftverteilung so schön formuliert hat, zitiere ich ihn einfach.


    Variante 1 (falsch)
    "Das Band macht in der Schlaufe einen starken Knick => die Belastung der Schlaufe tendiert gegen das Doppelte der Belastung der Schlaufe beim Karabiner. (vgl. Flaschenzug)"
    Der Baumgurt wird fest an den Baum gepresst, deshalb ist die Lage der Schlaufe recht stabil und sie verrutscht nicht.



    Variante 2 (geht so)
    "Sitzt der "Knoten" in der Mitte des Stammes, so ist die Belastung auf allen drei vom Knoten wegführenden Bändern (zwei zum Baum, eines zur Hängematte) gleich gross."
    Der Baumgurt wird nicht so stark an den Baum gepresst wie in Variante 1, deshalb könnte er verrutschen. Durch den Zug der Hängematte am Baumgurt wird aber die Schlaufe in der Mitte des Stammes zentriert und die Lage der Schlaufe bleibt stabil.



    Variante 3 (richtig)
    "Das Band läuft nahezu gerade durch die Schlaufe => die Belastung der Schlaufe tendiert gegen Null."
    Durch die geringe Anpressung des Baumgurtes an den Baum und damit geringe Reibung ist diese Variante recht instabil. Der Gurt verrutscht und es entsteht die Lage der Schlaufe aus Variante 2.



    Variante 3a (richtig)
    Durch das doppelte Umwickeln des Baumes ist die Reibung des Baumgurtes groß genug und die Schlaufe bleibt an Ort und Stelle.

    Ich hoffe, die Bilder haben geholfen, noch vorhandene Unklarheiten zu beseitigen.

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