Edelrid Micro 3 oder Aranya

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    • Offizieller Beitrag

    Man sollte evtl. auch bedenken, dass ein Fall - auch ein kleiner - auch die Hängematte beschädigen kann. Auf HF hat gerade jemand berichtet dass ihm der Gurt seiner (teuren) Warbonnet Hängematte gerissen ist. Beim Fall ist der Stoff aufgerissen worden. Das würde mir fast weher tun als ein paar blaue Flecke am Hintern :)

  • Meine erste DD habe ich mir damals durch die Wahl zu dünner Bäume am Rhein und dem durchbiegen bis zum Steinboden, derart angeritzt, dass sie erst Monate später, mitten in der Nacht ohne Vorwarnung riss.
    Ein besch... Geräusch und Gefühl, wenn es abwärts geht.

    Der leichteste und mit entsprechend dickem Material sichere Karabiner wäre ein Softshackle.

  • Vielleicht handelt es sich um einen Materialfehler des Drahtschnappers? Jedenfalls darf so etwas auf gar keinen Fall passieren. Ich habe mich bisher auf die Angaben von 400kg Bruchlast verlassen und setze die Micros auch seit Jahren bei meinem eigenen Equipment ein. Aber wenn trotz sachgemäßer Benutzung die Sicherheit nicht mehr zu 100% gewährleistet ist muss ich mir Alternativen überlegen und ein paar Gramm und Euro mehr in Kauf nehmen.

    Das betrifft natürlich auch die Aufhängung der KOMA. Ich werde mir eine andere Lösung überlegen müssen. Schade, die Micros gefielen mir.

    Danke, [USER="42"]Hängematz[/USER] fürs Teilen!

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  • Ich nutze seit einiger Zeit die SuperLight Karabiners von DD Hammocks. Auf denen ist 4kN aufgedruckt, was 400daN (knapp 408kg) entspricht. Auf der Website von DD Hammocks ist 400kg als Bruchlast angegeben. Ich habe mit denen bisher gute Erfahrungen gemacht, hatte gelegentlich die Hängematte auch mal etwas straffer gespannt (ca. 20°). Das Stück wiegt 8g, das Paar also 16g, was ich auf meiner Küchenwaage (die eines bekannten schwedischen Möbelhauses) habe bestätigen können, das Stück 8g, das Paar allerdings näher bei 17g als bei 16g.

    Hat sonst noch jemand Erfahrung mit diesen leichten Karabinern? Oder gibt es da auch bereits "Absturzberichte"? Ich hoffe es nicht!

  • Mal eine Frage zu dem aufgebogenen Karabiner: bist Du da mit der HM direkt drangehangen, oder hast Du in für die Baumgurte genommen? Ich frage, weil ich letzteres mache. Da wirkt ja dann nur die Hälfte oder so der Kräfte die beim direkten Dranhängen auftreten. Meine Karabiner haben noch keine Schwäche gezeigt.

  • [USER="89"]echinotrix[/USER] Schau dir wegen der Kraft im gleichseitigen Dreieck mal meine Skizze an:

    [ATTACH=CONFIG]n17675[/ATTACH]

    Du kennst dieses Bild bestimmt bereits von der Hängematte: Hängt diese in einem 30°-Winkel aus der Horizontalen nach unten, so entspricht die Kraft der Last in der Hängematte der Last auf jeder der beiden Aufhängungen. Die Skizze zeigt dir, dass dieser Fall der Kräfteverteilung der Kräfteverteilung im gleichseitigen Dreieck (drei 120°-Winkel) entspricht. Weiter siehst du in der Skizze, dass der Karabiner in diesem Fall immer gleich stark belastet ist, egal wo in der Konstruktion er sich befindet.

    Wegen der Kraft beim Flaschenzug:

    [ATTACH=CONFIG]n17709[/ATTACH]Bild aus Wikipedia

    Fall 1 entspricht der 180°-Wende des lasttragenden Bandes im Karabiner (falls Dutch im Video oben den Dutch Clip maximal um den Baum nach rechts schieben würde). Die Kraft, die auf den Karabiner wirkt, ist hier (nahezu) doppelt so hoch, wie wenn du das Band in der Mitte des Baumes durch den Karabiner führst. Nahezu deshalb, weil sich in der Praxis nicht ganz eine Wende um 180° legen lässt. Das Kräfteungleichgewicht führt dazu, dass der Karabiner oder Dutch Clip - trotz der Reibung des Bandes an der Rinde - immer leicht zur Mitte des Baumes rutscht und deshalb nicht mehr ganz eine 180°-Wende vollzieht.

    PS: Wenn du im Schaubild von Wikipedia die Fälle 2, 3 und 4 anschaust, wird deutlich, dass du eine relativ umständliche Konstruktion bräuchtest, um bei der 180°-Wende die Kraft, die auf den Karabiner wirkt, kleiner zu machen. Grösser als 1:1 bleibt sie in jedem Fall.

    • Offizieller Beitrag

    So, ich habe heute mal mit den Micro-Karabinern von Edelrid experimentiert. Habe ein Seil mit Karabiner zwischen zwei Bäumen straff gespannt und mich draufgestellt. Kein Problem, hält. Dann habe ich die kleine Einbuchtung im Karabiner mit Klebeband überklebt, so daß der Drahtschnapper nicht mehr einrasten kann. Eine große Last wird der Draht sicher nicht aufnehmen, aber einen gewissen Anteil schon. Und siehe da, der Karabiner bog sich etwas auf.
    Mit dem Schraubstock konnte ich ihn wieder in Form bringen und er dient mir jetzt sicherheitshalber nur noch zum Aufhängen meines Rucksackes.

    Also Leute: immer schön den Drahtschnapper schließen!

  • So, die Stunde der Wahrheit:

    Wie ich bereits in einem früheren Beitrag geschrieben habe, ist es mir gelungen, bereits zwei der Edelrid Micro 3 Karabiner einer Kaltverformung auszusetzen.

    Fall 1 ("Der Klügere gibt nach")
    Hängematte:
    Gathered End
    Aufhängung:
    Whoopie Slings + Baumgurt (2,5 cm breit, 2 m lang), zwischen den Whoopies und Baumgurt ein Karabiner (Edelrid Micro 3)
    Gewicht in der Hängematte:
    ca. 110 kg (1 Hängematz + Gepäck in der Gearhammock)
    Winkel:
    ca. 25-30°

    Warum auch immer hatte ich das eine Auge des Baumgurts nicht durch das andere geführt, sondern beide Augen in den Karabiner eingehängt. Das hatte ich bei meinen alten Kletterkarabiner auch immer so gemacht. Wie auf dem nachgestellten Foto zu erkennen ist, war der Schnapper richtig positioniert.
    [ATTACH=CONFIG]n17843[/ATTACH]

    Nachdem mich der Beitrag von [USER="153"]Waldläufer70[/USER] wieder an den Physikunterricht und das Kräfteparallelogramm erinnerte, meine ich meinen Fehler erkannt zu haben. Vermutlich waren die Scherkräfte für den Karabiner zu groß und der klügere gab nach.

    Hätte ich den Baumgurt richtig angewendet, wäre die Belastung für den Karabiner mit Sicherheit geringer ausgefallen.

    Fall 2
    Hängematte:
    Bridgehammock
    Aufhängung:
    Eine Seite (A) mit Triangelschnur, Karabiner Edelrid Micro 3, Whoopie Sling, Baumgurt mit Toggle
    Eine Seite (B) mit Triangelschnur, Karabiner Edelrid Micro 3, Stahlschäkel an Hauswand
    Gewicht:
    ca. 100 kg
    Winkel:
    ca. 20° (vielleicht etwas darunter)

    Bedingt durch den geringen Abstand zwischen der Hauswand und dem Apfelbaum musste ich auf einer Seite der Aufhängung auf die Whoopie Sling verzichten und habe daher den Karabiner direkt in den Stahlring eingehängt. Auch hier hatte ich in der Vergangenheit mit meiner Gatherend Hängematte in Verbindung mit einen Standard-Kletterkarabiner immer gute Erfahrungen gemacht. Ich achtete peinlich darauf, dass die Aufhängung nicht irgendwie verdreht und der Karabiner waagerecht ausgerichtet waren, spricht die Kreisebene des Stahlschäkels im 90° Winkel zu Ebene des Karabiners steht. Ebenso war mir wichtig, dass der Schnapper des Karabiners ordnungsgemäß geschlossen ist.
    [ATTACH=CONFIG]n17845[/ATTACH]
    [ATTACH=CONFIG]n17844[/ATTACH]

    Im Gegensatz zu Fall 1 ist mir hier kein Fehler bewusst. Falls Euch dazu etwas einfällt, wäre ich Euch sehr dankbar.

    Ich möchte noch erwähnen, dass ich in beiden Fällen ruhig in meiner Hängematte lag, d. h. Spitzenlasten durch dynamische Bewegungen können also ausgeschlossen werden.

  • Danke für die Erläuterungen, [USER="42"]Hängematz[/USER]. Gerade bei zwei Huggern in einem kleinen Karabiner besteht immer die Gefahr, dass ein Stück Band das Schliessen des Schnappers verhindert. Ist mir schon passiert und zum Glück ist es mir noch rechtzeitig aufgefallen. Das einfach als Sicherheitshinweis, ich will damit nicht sagen, dass das bei dir der Fall gewesen ist.

    Es könnte tatsächlich sein, dass im ersten Fall die relativ breite Fläche, auf die die Treehugger Druck ausüben, zum Aufbrechen des Karabiners geführt haben. Trotzdem meine ich, dass der Karabiner eine solche Belastung eigentlich aushalten müsste. Die breite Bauweise am einen Ende lädt ja geradezu zu dieser Art der Nutzung ein und so müsste er solche Kräfte auch aushalten können. (Der Dutch Biner beispielsweise hat innen eine ganz schmale Form, die die Nutzung von Bändern und damit eine zu hohe Belastung von Anfang an ausschliesst. Die Form schliesst dort eine unsachgemässe Anwendung weitgehend aus, was ich bei diesen Karabinern sehr gut finde.)

    Beim zweiten Fall kann ich auch keine Erklärung fürs Aufbrechen des Karabiners finden.

    Einige Karabiner sind so geformt, dass am breiten Ende die längste Stelle des Karabiners nahe am Karabinerrücken liegt. Das unterstützt eine korrekte respektive minimiert eine unsachgemässe Belastung. Diese leichte Anpassung der Form könnte den Edelrid Micro 3 in seiner Funktionalität (Sicherheit) aufwerten.

  • [USER="192"]LordAdragon[/USER]:

    Zitat

    Ach und bitte nicht mit Soft Shackles kommen ;), keine guten Erfahrungen damit gemacht.

    Ich bin selbst noch nicht restlos von den Soft Shackles überzeugt. Die Herstellung macht Spass, die Bruchlast ist grossartig, insbesondere, wenn man das geringe Gewicht betrachtet, für das man diese hohe Bruchlast bekommt. Recht mühsam finde ich die Handhabung. Ich mag es, wenn ich die Baumgurte setzen und dann einfach die Hängematte einhängen kann, wie das mit Karabinern ganz leicht funktioniert. Mit den Soft Shackles habe ich irgendwie immer eine Hand zu wenig, muss mir die Hängematte um die Schulter hängen, bis alles bereit ist. Naja, mit etwas mehr Übung klappt es dann vielleicht ja besser...

    Was mich aber Wunder nimmt: Was waren denn deine negativen Erfahrungen? Könntest du die vielleicht kurz näher beschreiben?

  • Falls das noch interessiert - ich habe heute meine Edelrid Nineteen G abgeholt.
    Vollwertiger Kletterkarabiner, 19,5 g. Zuglast geschlossen 20 kN, offen 7 kN....

    ... approaching zero-g ...

  • Hoffe, ich mach jetzt hier keinen Necrobump: Ich hab früher mal diese Karabiner für die Aufhängung genutzt:

    . Mit 47 g pro Stück natürlich eine ganz andere Gewichtsklasse als die Edelrid, aber dafür deutlich billiger (4,50 Euro statt etwa 8,80 pro Stück) und auch in Kletterqualität (23 kN Bruchlast längs). Könnte natürlich auch Chinaware sein, auf die man sich nicht verlassen kann. Aber ich denke, die Reserven sind groß genug, dass selbst bei unśauberer Verarbeitung ein Bruch äußerst unwahrscheinlich ist.

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