Sooo, mit ein bißchen Verspätung mal mein Erfahrungsbericht mit ein paar Bildern dazu, ich hoffe es sind noch ein paar bessere Fotographen nach mir am testen 
Vorneweg zum Zubehör: Das Tarp ist sehr brauchbar, aber auch nix besonderes. Großzügig geschnittenes Hextarp, dürfte einen sehr vernünftigen Wetterschutz bieten, was ich mangels Regen und Wind aber leider nicht testen konnte. Abspannpunkte mit line locs versehen, Schnur dazu etwas schwer. Wäre es mein Tarp, würde ich da noch was leichteres nachrüsten und die seitlichen Abspannleinen noch mit Gummispannern versehen. Farbgebung ist gut, fügt sich gut in einen oberbayerischen Fichtenacker ein.
Der Underquilt: Sorry, aber das ist irgendwie nix. Eigentlich ist das Ding großzügig dimensioniert, aber es war mir nicht möglich ihn ohne größere Modifikationen vernünftig aufzuhängen. Größtes Problem ist ein fehlender seitlicher Tunnelzug und die Line locs der Primäraufhängung reichen einfach nicht aus, um dem Ding die notwendige Spannung zu verleihen. Egal was ich tat, das Ding baumelte immer lose unter der Hängematte. Die Einschätzung als 4 season underquilt halt ich auch für sehr gewagt.
Jetzt zum eigentlichen Star der Show, die Hängematte selbst: Hard facts siehe oben bei Mittagsfrost, Ersteindruck durchaus gut, Verarbeitung einwandfrei, alles sieht aus als wäre es mit Liebe zum Detail gemacht. Der Ridglineorganizer ist einer der besten seiner Art, den würde ich gerne gesondert kaufen können. Auch gut die hellen zipperpulls für bessere Sichtbarkeit in der Nacht. Doppelseitiger Packsack.
Beim Aufbau fällt dann schon der erste Negativpunkt auf: die seitlichen Pullouts. Das Einsteigen wird ünnötig dadurch erschwert, dass es pro Seite zwei Abspannpunkte gibt, die Abspannschnur läuft mittig zusammen. Dadurch ist die Matte wie der Underquilt symmetrisch, allerdings bin ich mir sehr sicher, dass es mich früher oder später bei einer nächtlichen Pinkelpause zu Fall bringen würde. Wenn es meine eigene Matte wäre, ist das natürlich kein Problem, da ich entsprechender meiner Liegerichtung das einfach so modifizieren würde, dass ich nur einen Abspannpunkt pro Seite benutze.
Das wichtigste ist aber natürlich der Liegekomfort und da ging es mir leider genauso wie Mittagsfrost. Ich kam einfach nicht bequem zu liegen und bin mir nicht ganz sicher woran es liegt. Beim Aufhängen viel mir bereits auf, dass die ridgeline sehr viel lockerer war, als ich sie mit meinem gewohnt Hängewinkel grob aufgehänt habe. Ich musste mehrmals straffer spannen und der Aufhängewinkel war relativ flach, so dass ich auch irgendwie nicht so diagonal liegen konnte, wie ich es von Warbonnet, dutch und anderen gewohnt bin und hatte ingsamt dann auch ein bananiges Liegegefühl und fühlte mich eingequetscht. Auch das Mückennetz fand ich relativ beengt. Meine Vermutung war, dass die Ridgeline einfach zu lange ist. Ich habe dann die Matte mit deutlich mehr durchhang und schlackernder ridgeline getestet, so fühlte es sich besser, aber auch nicht wirklich komfortabel an. Ich bevorzuge eigentlich auch Matten mit eher mehr als wenig stretch, von daher liegt es vielleicht auch daran? Mangels Zollstock konnte ich leider nicht nachmessen, vielleicht kann ja einer der anderen Tester das noch nachholen?
Fazit: Auf dem Papier ne tolle Matte, im Praxistest dann für mich (!) leider durchgefallen, ich kann schlicht und ergreifend da drin nicht bequem liegen. Schade, aber ich hoffe das Lesovik noch andere verbesserte Produkte auf den Markt bringen wird.