Was ist der perfekte Winkel um am Baum zu hängen?
Hängewinkel für Hängematten
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Meiner Meinung sind es ca. 30°. Hier steht mehr dazu:
https://www.hammockforums.net/forum/showthre…gree-hang-angleAber du brauchst jetzt nicht mit dem Geodreieck nachmessen und der Baumabstand ist zusätzlich zu beachten.
Hier findest du einen super Kalkulator, welcher dir beim Aufhängen der Hängematte hilft:
http://theultimatehang.com/hammock-hang-calculator/ -
- Offizieller Beitrag
Den 30°-Winkelmesser hast Du übrigens immer bei Dir. Ja, wirklich! Mach mal mit der rechten Hand eine "Pistole", Zeigefinger waagerecht abgespreizt, Daumen senkrecht nach oben zeigend. Die Linie Daumenspitze-Zeigefingerspitze steht etwa unter 30 Grad zum Zeigefinger.
Also Zeigefinger waagerecht halten, mit der Spitze die Abspannung berühren und schauen, ob die Daumenspitze unterhalb (Winkel zu groß) oder oberhalb (Winkel zu klein) der Abspannleine liegt. Wenn die Daumenspitze die Abspannlinie berührt, ist der Abspannwinkel ungefähr 30°. -
Bei der Frage kommt es ja auch noch darauf an, ob du an deiner Hängematte eine Ridgeline verwendest.
Eine Ridgeline ist eine reissfeste Leine, die vom einen Ende der Hängematte zum anderen gespannt wird. Oft wird gesagt, dass sie in etwa eine Länge von 83% der Länge deiner Hängematte haben soll. Dabei spielt aber auch eine Rolle, wie lang du selbst im Verhältnis zur Hängematte bist. Am besten mit einer in der Länge verstellbaren Ridgeline herumspielen und herausfinden, was am bequemsten ist.
Die Ridgeline hält ein allfälliges Moskitonetz auf Abstand und dient zum Aufhängen eines Täschchens (Ridgeline Organizer) für die Aufbewahrung von allerlei Kleinkram in Griffnähe. Sie dient aber vor allem auch dazu, dass du in der Hängematte immer gleich bequem liegst, auch wenn du die Hängematte mal etwas flacher als in einem 30°-Winkel aufhängen solltest. Voraussetzung dafür ist einzig, dass die Ridgeline auch gespannt ist, während du in der Hängematte liegst!
Mit anderen Worten: Die Ridgeline verhindert, dass deine Hängematte straffer gespannt ist, wenn du sie - aus welchem Grund auch immer - mal in etwas flacherem Winkel als 30° aufhängen solltest. Da es wohl niemand schafft, die Hängematte immer in exakt dem gleichen Winkel aufzuhängen, ist eine Ridgeline eine feine Sache!
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- Offizieller Beitrag
Hm, meine Erfahrungen sind da etwas anders. Richtig benutzt hilft die Ridgeline die Hängematte immer wieder gleich aufzuhängen. Aber es macht einen großen Unterschied ob der Winkel der Aufhängung genauso groß ist, dass die Ridgeline sanft gespannt ist, oder ob der Winkel so flach ist, dass man die Ridgeline nicht mehr "biegen" kann... Ich habe ja eine Warbonnet Blackbird, die mit einer 7/64th" Amsteel Ridgeline ausgestattet ist - also die gleiche Dyneema-Schnur die auch für Whoopies verwendet wird. Man kann sie also sehr straff spannen bevor sie reissen würde. Warbonnet empfiehlt die Blackbird so aufzuhängen, dass man die Ridgeline ohne große Kraftanstrengung um ca. 90° biegen kann. Ich habe aber festgestellt, dass die BB für mich deutlich bequemer ist, wenn ich sie so straff aufhänge, dass ich die Ridgeline vielleicht noch 20° biegen kann. Auch bei meinen DIY-Hängematten ist mir ein ähnliches Verhalten aufgefallen. Woran das genau liegt, weiss ich nicht. Bin leider kein Physiker

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- Offizieller Beitrag
ZitatDer Grund für das Phänomen dürfte sein, dass sich die Ridgeline eben durchaus unter Last etwas dehnt, der Winkel der Hängematte bei flacherem Aufhängewinkel also trotz Ridgeline etwas flacher wird, einfach stark abgeschwächt.
Vielleicht könnte man unsere beiden Beiträge so zusammenbringen: Eine Ridgeline bringt erst dann etwas, wenn sie nicht mehr lose ist. Sie hilft dabei, die Hängematte immer etwa im gleichen Winkel aufzuhängen.
Könntest du dem in etwa zustimmen?
Dyneema dehnt sich so gut wie gar nicht, und auf der Länge einer Ridgeline (deutlich unter 3m) ist die Dehnung bestimmt nicht ohne Meßinstrumente wahrnehmbar. Meine Vermutung ist eher, dass die Hängematte unter Belastung die Aufhängung anders zusammen zieht. Es wäre durchaus interessant eine Hängematte mit Ridgeline unter Belastung (... meinethalben Mittagsfrost...) von einem fixen Punkt aus (Kamera mit Stativ) zu fotografieren, und dann stückchenweise den Winkel zu verändern. Mich würde interessieren ob sich die Kurve der Hängematte verändert. Irgendwas verändert sich an der Hängematte selbst auf jeden Fall, denn wenn man die leere Hängematte aufhängt, hängt die Ridgeline ja meist erst ganz lose - manchmal hängt sie sogar noch etwas durch. Aber in dem Moment in dem man in die Hängematte steigt, strafft sich die Ridgeline. Deshalb muss ich immer 5x in die Blackbird steigen und nachjustieren, bis ich den richtigen Hängewinkel gefunden habe.
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- Offizieller Beitrag
ZitatMachen wir nochmals ein Gedankenexperiment: Stell dir vor, die Hängematte hätte einen völlig starren Stab vom Kopf- zum Fussende und wäre an den Enden dieses Stabes aufgehängt. Dann spielt es doch für die Hängematte absolut keine Rolle, ob die beiden Seile senkrecht nach oben (2 mal die halbe Last) oder in einem 30°-Winkel zur Seite (2 mal die volle Last) oder noch flacher zur Seite gespannt sind. Oder liege ich da falsch?
So spontan würde ich jetzt schon behaupten, dass die Ridgeline ein gewisses Spiel hat. Oder woran könnte es sonst liegen, dass sich an der Hängematte etwas verändert, je nach dem wie stark die Ridgeline beim Liegen gespannt ist?Es fällt mir sehr schwer zu diesem Thema Gedankenexperimente zu machen, weil mir nicht klar ist woran es liegt. Wenn meine Vermutung richtig ist, dass es mit der Hängemattenstoffspannung zu tun hat, würde eine 100% starre Ridgeline alles verändern, weil sie nicht "zusammengeschoben" werden kann. Eine Schnur kann ja durchhängen, bzw. locker oder eben straff gespannt sein. Dennoch würde ich sagen, dass du auch mit starrer Ridgeline einen Unterschied bei unterschiedlichen Aufhängewinkeln spüren kannst sofern die Aufhängung an der Hängematte selbst und nicht an der Ridgeline angebracht ist. Ist aber reine Spekulation.
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[SIZE=12px]Zitat von [USER="46"]TreeGirl[/USER] :
ZitatDyneema dehnt sich so gut wie gar nicht, und auf der Länge einer Ridgeline (deutlich unter 3m) ist die Dehnung bestimmt nicht ohne Meßinstrumente wahrnehmbar.
Ich habe nun seit ein paar Wochen eine verstellbare Ridgeline aus Zing-It-and-Lash-It in Verwendung. Dutch schreibt dazu auf seiner Website:
ZitatMade from Dyneema fiber, this rope yields the highest strength, lightest weight, lowest stretch and longest wear life available.
Damit das lose Ende der Ridgeline nicht herunter hängt, habe ich es mit einer Art Prusik-Knoten an die Ridgeline gebunden und spanne es dann jeweils so der Ridgeline entlang, dass es eng an die Ridgeline anliegt. Nachdem ich in der Hängematte gelegen habe, ist dieses Ende aber immer ein wenig lose, es hängt gegenüber der Ridgeline teilweise über 5cm durch, weil der Prusik-Knoten aufgrund der Dehnung der Ridgeline etwas verrutscht.
Schlussfolgerung: Das Dyneema weist eben doch eine "beachtliche" Dehnung auf (sie wird sichtbar, wenn man sich darauf "achtet"). Wie ich oben erwähnte, beträgt diese bei 30° der Bruchlast bereits 0,96%! Von diesen 0,96% bin ich aber noch ein ganzes Stück entfernt, trotzdem wird die Dehnung bereits sichtbar. Bei einem 7/64''-Amsteel ist man bei gleicher Belastung natürlich wesentlich weiter vom Erreichen der Bruchlast entfernt. Trotzdem muss man auch dort mit einer gewissen Dehnung des Materials rechnen. Es könnte also schon sein, dass (neben anderen Faktoren) die Dehnung der Ridgeline dafür verantwortlich ist, dass die Spannung auf der Ridgeline für den Liegekomfort einen Unterschied ausmacht.
Illustrationen dazu finden sich hier.[/SIZE]
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Hallo,
die Dehnung von Dyneema liegt laut Herstellerangaben bei unter 1%.
Bei manchen Dingen wie z.B. für Fallen von Segelbooten ist dies eminent wichtig.Gruss
Konrad -
Amsteel hat im (mehr oder weniger) linear-elastischen Bereich eine Dehnung von
- 0.46% bei 10% der Bruchlast: http://www.samsonrope.com/Pages/Prod...?ProductID=872
- 0.70% bei 20% der Bruchlast: http://www.samsonrope.com/Pages/Prod...?ProductID=872 / http://www.westmarine.com/buy/samson...id--P014895700
- 0.96% bei 30% der Bruchlast: http://www.samsonrope.com/Pages/Prod...?ProductID=872 / http://shop.kollergmbh.com/product_i...-dyneema-.htmlDie Dehnung nimmt bei tiefen Belastungen etwas mehr zu als bei höheren, verläuft also nicht ganz linear (was auch ein eher theoretisches Modell ist):
https://de.wikipedia.org/wiki/Spannu...nungs-DiagrammErgänzung:
Insgesamt scheint die Dehnung von Dyneema (pink) aber doch recht linear zu verlaufen, wie das Diagramm zeigt (das ich mehrfach im Internet gefunden habe). Vor allem im Vergleich zu Polyester (rot und gelb) oder Nylon (grün und blau) verläuft die Dehnung von Dyneema erstaunlich linear:Quelle: http://www.marlowropes.com/technical...roperties.html
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Hier noch die Angaben für das oft verwendete Zing-It / Lash-It:
Durchmesser und Bruchlast:
1,75mm: 230kg
2,2mm: 290kgDieses Seil dehnt sich etwas stärker als Amsteel:
10% der Bruchlast: 0,40%
20% der Bruchlast: 0,81%
30% der Bruchlast: 1,20% -
- Offizieller Beitrag
Papa Smurf hat kürzlich eine Erklärung dafür gepostet, warum sich Dyneema vermeintlich dehnt:
ZitatSounds about right. What you're seeing is not elastic stretch, but rather a tightening of the weave itself known as Creep.http://www.samsonrope.com/Documents/...AR2012_WEB.pdf
It only takes a couple inches of elongation for the ridgeline to sag 10" or so. This creep is a permanent and irreversible tightening or lengthening of the cord and doesn't have anything to do with the low elastic stretch claimed by many of the dyneema rope mfrs.One of the best ways to prevent or manage this:
Attach the cord to 2 trees about knee high (tree straps will reduce the stress on your trees).
Step on the cord for a few minutes to tighten the weave and take the majority of the elongation out of it. In the old days, this was called setting a rope. It will permanently tighten and lengthen a couple inches and should'nt move any farther unless you exceed the load you placed on it later during use.EDIT - The link I provided also mentions a rope's constructional elongation, which may also be contributing to this initial lengthening you are seeing.
Nicht das Material selbst dehnt sich, sondern die mit einander verflochtenen Stränge werden fester zusammen gezogen. Dabei längt sich die Schnur und zieht sich nicht wieder zusammen. Insofern dürfte sich anschließend nichts mehr an der Länge ändern, sofern man die Schnur nicht noch stärker belastet. Das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen; ich habe meine festen Ridgelines aus Amsteel nach dem spleissen alle so stark belastet wie ich konnte. Dabei sind sie bis zu 2cm länger geworden - und geblieben. Diese Längung versuche ich jetzt bei der Planung mit einzubeziehen, wenn die endgültige Länge wichtig ist.
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Papa Smurf hat kürzlich eine Erklärung dafür gepostet, warum sich Dyneema vermeintlich dehnt:
Nicht das Material selbst dehnt sich, sondern die mit einander verflochtenen Stränge werden fester zusammen gezogen. Dabei längt sich die Schnur und zieht sich nicht wieder zusammen. Insofern dürfte sich anschließend nichts mehr an der Länge ändern, sofern man die Schnur nicht noch stärker belastet. Das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen; ich habe meine festen Ridgelines aus Amsteel nach dem spleissen alle so stark belastet wie ich konnte. Dabei sind sie bis zu 2cm länger geworden - und geblieben. Diese Längung versuche ich jetzt bei der Planung mit einzubeziehen, wenn die endgültige Länge wichtig ist.
Das PDF ist tatsächlich sehr interessant. Allerdings meine ich, dass Papa Smurf es nicht ganz richtig interpretiert hat. Das, was er beschreibt, ist "strukturelle Dehnung" und eben nicht "Creep", diese kommt nicht, wie in seinem EDIT, noch zusätzlich dazu!
Im Falle von Amsteel spielen für die Anwendung bei Hängematten folgende Aspekte eine Rolle:
- Tatsächlich ziehen sich die einzelnen Faserbündel (Strands) der geflochtenen Seile etwas zusammen. Das ist das, was Papa Smurf primär beschreibt. Hier geht es um die strukturellen Veränderungen des Seil-Gewebes: Die Faserbündel verdichten sich, auch die Möglichkeit leichten Rutschens wird hier beschrieben.
- Die Angaben der Hersteller, die ich oben gepostet habe, werden deshalb aber nicht falsch: Jedes Material hat eine gewisse Dehnung. Bei geringer Belastung dehnt es sich reversibel: Da befinden wir uns zuerst im linear-elastischen Bereich: Dieser verläuft praktisch linear, daher der Name. Bei stärkerer Belastung gelangen wir in den nichtlinear-elastischen Bereich. Auch dieser ist noch reversibel, verläuft aber nicht mehr linear.
- Und jetzt - das ist der springende Punkt - gelangen wir in den elastisch-plastischen Bereich: Auch hier behält das Seil einen Teil seiner Elastizität, aber es kehrt nicht mehr in den ursprünglichen Zustand zurück. In diesem dritten Bereich ist die so genannte Elastizitätgrenze überschritten, der Stoff in seiner chemischen Struktur verändert worden. Das ist etwas anderes als das, was Papa Smurf oben beschreibt. Aus meiner Sicht sollten wir das Material aber nicht über die Elastizitätsgrenze belasten. Genau das kann aber passieren, wenn man das Seil zwischen zwei Bäume spannt und sich dann darauf stellt. Da belastet man das Material ja schnell mal bis in die Nähe seiner Bruchlast.* Ich würde das mit meinem Material auf keinen Fall machen. Ich würde das Material nicht über 30% der Bruchlast hinaus belasten. Ich denke, es hat seinen Grund, weshalb die Hersteller von Seilen, die Dehnung nur bis zu 30% der Bruchlast angeben. (Ich mag hier falsch liegen.)
* Papa Smurf gibt leider nicht an, mit welcher Spannung er das Seil spannt, bevor er sich darauf stellt.
Wenn wir unser Material im nichtplastischen Bereich nutzen und die Hängematte immer wieder vollständig entlasten (das dürfte der Normalfall sein), dann steht jahrelanger Verwendung der Seile nichts im Weg (das Seil bleibt quasi immer in Phase 1 =>). Was im PDF auch noch beschrieben ist, ist die Verwendung bei festen Installationen, die das Material dauernd belasten. Dort geht das Material nach einiger Zeit in Phase 2 über. Es beginnt sich allmählich zu verlängern. In Phase 3 kommt es zu einer plötzlichen, schnellen Verlängerung, die im Versagen des Materials endet. Und das ist mit "Creep" (Kriechen) gemeint: eine chemische Veränderung der Fasern bei Dauerbelastung, nicht das strukturelle sich Zusammenziehen der Fasern!
Was du, [USER="46"]TreeGirl[/USER] beschreibst, dürfte tatsächlich mit der strukturellen Veränderung (Punkt 1) zu tun haben, ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich das Dyneema dehnt (nicht nur vermeintlich!), wie in den physikalischen Gesetzen beschrieben. Die Dehnung ist einfach bei Dyneema sehr gering (wenn auch immer noch höher als bei einem Stahlseil). Es kann natürlich sein, dass die oben genannten Punkte 1 bis 3 sich zum Teil überlappen. Zumindest die strukturelle "Dehnung" (Punkt 1) könnte sich natürlich bis in den Punkt 2 hinein fortsetzen.
Jetzt können sich gerne die Physiker und Chemiker unter uns zu Wort melden. Ich kann ja auch nur lesen, was man mir vorsetzt, und mir dann dazu meine Gedanken machen. Vielleicht liege ich mit meinen Gedanken ja auch völlig falsch.
PS: Kann man diese aktuellen Threads, die vom Thema "Hängewinkel" ziemlich weit entfernt sind, vielleicht in einen neuen Thread "Dehnung von Dyneema" oder "Dehnung in der Aufhängung von Hängematten" verschieben?
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