GE-Hängematte als Bettersatz - Testbericht

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  • Hallo,

    seit knapp 45 Nächten schlafe ich nun konsequent in meiner HM. Ich wollte über einen längeren Zeitraum testen wie sich eine HM dauerhaft auf meinen Schlaf auswirkt und ob sie als echter Bettersatz taugt. Ich will hier einerseits nichts schönreden und möglichst objektiv bleiben und andererseits auch meine sehr subjektive Wahrnehmung schildern.

    Bislang ist mir Folgendes aufgefallen:

    Vorteile gegenüber Bett:

    • Rückenmuskulatur wird geschmeidiger, Gelenke fühlen sich erholter an
    • subjektiv erholsamere Tiefschlafphase pro Zeiteinheit
    • HM lässt sich schnell abbauen um Platz zu schaffen und ist damit deutlich praktischer als z.B. ein 200 x 140er Bett.


    Nachteile gegenüber Bett:

    • Ein u. Ausstieg, Quilt zurechtrücken und die Prüfung der Einstellungen ist aufwändiger als beim Bett Das kann Einem nachts die Nerven rauben
    • Eingewöhnungsphase notwendig
    • Weniger Bewegungsfreiheit kann in unruhigen Nächten stören
    • Temperaturregulierung schwieriger als im Bett
    • Ein Bett ist besser um spontan eine Pause zu machen um die Beine hochzulegen


    Insgesamt bin ich jetzt noch überzeugter vom Hängemattenschlaf, weil mir erneut und mehr bewusst geworden ist wie lohnenswert eine Eingewöhnung in das Hängen ist. Mein Eindruck ist, dass wir als Europäer unser Leben lang auf "statischen" Matratzen geschlafen haben, die nicht im Entferntesten etwas mit einem durch unser Körpergewicht aufgespannten Stoff zu tun haben, was uns allgemein die "Einlassung" auf eine HM erschwert. Zumindest ist das für mich nicht so leicht. Es sind 2 völlig verschiedene Welten der "Lagerung" des Körpers während der so notwendigen Tiefschlafphase. Die unterschiedliche Lagerung würde ich als "statisch" (Matratze), und "dynamisch" (HM) beschreiben.

    Bei einer Matratze ist es so, dass man schnell ein Gefühl für die Körperlage, die damit verbundenen Druckpunkte sowie die Atmungsregulierung bekommt, da die Matratze uns unmittelbar Rückmeldungen gibt, bis wohin die Lage komfortabel ist und wann es Zeit wird seine Lage zu ändern . In einer HM wirkt sich jede kleinste Änderung der Lage sofort, d.h. dynamisch auf den ganzen Körper aus. Der feste Stoff arbeitet wie eine Art Waage, die jede Bewegung ganzheitlich ausbalanciert. Selbst die Atmung ändert die Lagerung des Körpers stärker, als es bei einer Matratze der Fall ist. Das fiel mir allerdings erst auf, nachdem ich mich immer tiefer auf das Hängen einlassen konnte. Ich vermute, dass die Vorstellung darüber, dass das Material reißen und man auf den Boden fallen könnte unterbewusst eine Restangst erzeugt, die Einen davon abhält sich vollständig zu entspannen. Je mehr Nächte man allerdings hintereinander in der HM schläft, desto mehr Vertrauen stellt sich in das Material ein, so dass der Erholungsfaktor nach und nach immer größer wird. Das ist mir nach ca. 25 Nächten spürbar aufgefallen.

    Wo die HM für mich fundamental gegenüber Matratzen punkten kann, ist das "Ausreizen" der Körperlage. Bis vor ca. 1 Woche konnte ich in meiner HM NICHT seitlich schlafen. Seltsamerweise gelingt mir das jetzt sehr gut. Probiert man anfangs eine seitliche oder allgemein ungewohnte Lage aus, so ist die damit verbundene Dehnung der Lendenwirbel, des Hüftgelenks usw. zu stark, und fühlt sich ähnlich wie eine anstregende Yogaübung an. Je öfter ich mich an die Dehnung herantaste, desto angenehmer wird die Lage. Im Umkehrschluß werden Gelenke, grob gesagt, besser geschmiert, in Bereichen in die normalerweise keine tiefenentspannte Dehnung gelangt. Das ist besonders erholsam.

    Aktuell hat sich die Temperaturregulierung als die wichtigste Aufgabe für mich beim täglichen Hängen herausgestellt. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass ich vollständig in Synthetik schlafe. Generell schlafe ich in der HM schnell ein, und sobald das Einschlafen nicht zeitnah gelingt, weiß ich sofort, dass die Temperatur nicht richtig eingestellt ist. Ich ziehe dann entweder meine lange Unterwäsche an oder aus, und schlafe danach sofort ein. Über die letzten Wochen war es nachts, am offenen Fenster und 0C° Außentemperatur, zum Teil recht kühl im Raum, aber die Synthetik hat sich dabei tapfer geschlagen. Bislang komme ich mit meinem "low-budget-Setup" sehr gut zurecht.

    Für das hier oft zitierte "Chillen" in der HM habe ich bislang noch keine große Begeisterung empfunden. Ich liege gerne auf dem Bett oder dem Sofa und schaue in meinen Laptop, In der HM geht das auch, aber es wird etwas zu eng und man kann nicht blitzschnell aufstehen um an die Tür zu gehen, oder sein klingelndes Handy zu suchen.

    Mein Fazit:

    Hängematten sind definitiv als Bettersatz tauglich, und in gewissen Bereichen sogar besser als das traditionelle Bett. Hängematten brauchen eine Eingewöhnung und können in der Anwendung umständlich werden, je nach Länge des Geduldsfadens des Nutzers. Für Leute die gerne etwas Neues ausprobieren und Wert auf erholsamen Schlaf legen, bergen Hängematten als Bettersatz allerdings ein nicht zu unterschätzendes Suchtpotenzial.

  • Hängematten brauchen eine Eingewöhnung und können in der Anwendung umständlich werden,

    Den Teil 1 des Satzes unterstütze ich komplett, da ich auch ne ganze Zeit gebraucht habe, bis ich gut in der HM schlafen konnte (auch auf der Seite liegend) - den 2. Teil des Satzes verstehe ich nicht so richtig, denn du hast immer die gleichen Aufhängepunkte, also den selben Durchgang und die Temperaturschwankungen halten sich im Rahmen. Starken Wind oä. gibt es auch nicht, durch den du auskühlen könntest. Wenn du also einmal den UQ richtig eingestellt hast ändert sich doch kein einziger Parameter.

    Das Ein- und Aussteigen vorallem beim Chillen, also ohne TQ, geht doch super schnell: du musst doch nur die Beine rausschwingen und aufstehen. Das geht bei mir gleich schnell wie vom Bett aufzustehen. Eher sogar einfacher, weil die HM etwas höher hängt, als mein Bett hoch ist.

  • Hey Gironimo,

    Interessant zu hören wie es dir damit geht. Ich hatte es da wohl leichter, ich hab ganz genau eine Nacht gebraucht, um mich ans Mattenschlafen zu gewöhnen. Inzwischen schlafe ich seit fast 2 Jahren fast nur noch in der HM, hatte schon überlegt, das Bett abzubauen. Aber hin und wieder bin ich dann doch zu faul für das Gedöns mit Matte aufhängen, Strom hinlegen, Nachttisch dazu stellen, Schlafsack und mich rein manövrieren und dann bloß nicht vergessen haben, denn Bluetooth Empfänger aus zu machen, der ansonsten suchend blau vor sich hin blinkt ^^

    Ich weiß ja nicht genau, was ich nachts so mache, aber ich habe den Eindruck ich liege mit kaum Varianz auf dem Rücken bis leicht an die Seitenwände angelehnt.

    Und das ist für mich der entscheidende Vorteil der HM: 3dimensionales Liegen. Nichts am Menschen ist flach, er ist ja mehr zylindrisch. Warum sollte man da auf einer ebenen Fläche gut liegen können. Ich finde es ungemein angenehm und entspannend, dass mich meine Schlafstatt auch von den Seiten einhüllt und stützt.

    Viele Grüße

    Birthe

  • Aber hin und wieder bin ich dann doch zu faul für das Gedöns mit Matte aufhängen, Strom hinlegen, Nachttisch dazu stellen, Schlafsack und mich rein manövrieren und dann bloß nicht vergessen haben, denn Bluetooth Empfänger aus zu machen, der ansonsten suchend blau vor sich hin blinkt ^^

    Kannst du die Matte nicht fest installieren und zweigleisig fahren? Ich habe gerade ein Bild von meinem Schlafzimmer gemacht:

    in der Regel liege ich in der HM, kann aber jederzeit ins Bett wechseln, wenn ich z.B. lieber auf dem Bauch liegen will. Der kleine Tisch in der Mitte dient als Nachttisch mit der Fernbedienung für das Radio mit Weckfunktion. (Er hat Rollen, so dass ich ihn nur etwas nach links oder rechts ziehen muss.) Das Zimmer ist mit ca. 15 qm eher klein, aber trotzdem funktioniert es problemlos.

  • Aber hin und wieder bin ich dann doch zu faul für das Gedöns mit Matte aufhängen, Strom hinlegen, Nachttisch dazu stellen, Schlafsack und mich rein manövrieren

    Kann ich total nachvollziehen. Zwischenzeitlich hatte ich das gelöst in dem ich die Matte 10cm über dem Fußboden aufgehangen hatte. Dann kann man alles auf dem Fußboden neben sich gut organisieren, ohne etwas umzuräumen. Trotzdem nutze ich die Matte zuhause nur noch zum Schlafen, d.h. wenn ich müde bin Licht aus, reinlegen und einschlafen. Dafür ist die HM ideal.

    Ich hab mir aus einfachen Schlafsäcken Top Quilts genäht, und das war der Gamechanger seit letztem Jahr. Schlafsack in HM funktioniert für mich überhaupt nicht. Jetzt lege ich mir nur die Schlaufe des TQ um den Hals, Füße bis in die Fußbox strecken, Schuiltern abdecken, sich kurz schrägonal positionieren und gemütlich einschlafen. Der TQ hat sich in den jetzt 60 Nächten nicht einmal verschoben o.Ä. Ist wirklich optimal.

  • Ich hab kein separates Schlafzimmer, das ist gleichzeitig Wohnzimmer. Das wollte ich nicht dauerhaft durch eine Hängematte durchschnitten haben :D Da lässt sich nicht mehr viel optimieren, außer dass ich mir noch einen rollbaren Nachtisch bauen will und die Verteilerdose daran fest installieren. Dummer Weise ist der Strom an dem Ende, das ich abhänge, da ist kein Platz die Matte abzulegen. Daher der etwas komplizierte Ablauf abends. Kann ich aber inwischen auch im Halbschlaf, halb so schlimm :)

    TQ hab ich noch nicht probiert, ich schlafe aber auch gerne im Schlafsack. Ich mag das rundum eingemummelt sein.

  • Birja ich denke es läuft darauf hinaus, dass man sich Strom und Ablage an die RL montiert für Zuhause. Da lässt sich bestimmt was machen. Eine größere Tasche mit stabilen Getränkehalter und Steckdose z.B.

    Ich bin auch rundherum eingemummelt. Der TQ schließt mit dem UQ ab, und wenn du aufs Klo musst, einfach TQ weglegen. Ist wie eine Decke die genau in die HM passt. Wenn Du es eng magst im Schlafsack und bis oben hin zu machst, dann ok. Für mich ist das nichts in der HM.

  • Moin,

    du könntest doch tagsüber die Hm zu einer Seite weghängen .......... dann hättest du ohne das Bett sogar mehr Platz 👍🙂

    Gruß von der Ostsee

    Genau, oder eine Seite aushängen, an die andere einhängen. Jetzt liegt alles zu Hälfte gefalten auf dem Boden. UQ greifen und samt Inhalt grob zusammenrollen, aushängen und alles in einen Schrank oder Truhe stopfen. So mache ich das. Dauert 1 Min. Für Abends nur merken o. markieren welcher Gurt an welche Seite eingehangen wird, und alles wieder ausrollen. Das ist schon mega praktisch, weil der ganze Raum frei wird.

    2 Mal editiert, zuletzt von Gironimo (17. April 2026 um 11:10)

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