Warum ist Ridgeline Spannung relevant?

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  • So nun ist meine Onewind 12' Hängematte angekommen. Nun hab ich gleich noch ne Frage zur Ridgeline, da es ja wie ich hier gelernt hab auf jeden Zentimeter ankommt. Ich hab gelesen als Startwert sind 83% der Hängemattenlänge gut. Aber wie und wo mess ich das denn genau? Nehm ich die Herstellerangabe von 12', davon wären 83% dann 3,03 m? Oder muss ich selber nachmessen und wenn ja wie? In einem anderen Thread hab ich gelesen, dass das auch mal abweicht. Und wo messe ich an der Ridgeline? Vom äußerstem Ende zu Ende?

    Vielleicht nimmst du erstmal die volle RL-Länge und schläfst erstmal eine Nacht damit.

    Ich habe die gleiche HM und bin nur 1,75 m groß. Ich lasse die RL auf voller Länge. Gefällt mir am besten. Ich liege sofort gut, sobald ich einsteige.

  • Nehm ich die Herstellerangabe von 12', davon wären 83% dann 3,03 m?

    Es ist besser, die tatsächliche Länge deines Exemplars zu messen. Die Hängematte ist in Viereck. Die längste Seite messen und davon 83%. Es muss keine exakte Wissenschaft sein, der Wert ist eine Orientierung. Ich mache die Raffung etwas auf, dann messe entlang die Naht. Das ist für mich gut genug.

    Die Ridgeline ist vom äußerstem Ende zu Ende zu messen. Ich markiere den 83% Punkt mit Marker und nutze den Punkt als Orientierung für künftige Änderungen (bei mir > 83% fühlt sich flacher an aber schmaler/enger während < 83% weniger flach aber offener/breiter an). Jeder Stoff ist anders, auch diene Tagesform. Du wirst vielleicht die RL-Länger öfters ändern? Ich schon. Viel Erfolg.

  • Danke euch. Ich hab ca 360cm Hängemattenlänge gemessen. Wenn ich die RL dann auf 83% stelle, kommt es mir tatsächlich etwas zu gekrümmt vor.

    Vielleicht nimmst du erstmal die volle RL-Länge und schläfst erstmal eine Nacht damit.

    Ich habe die gleiche HM und bin nur 1,75 m groß. Ich lasse die RL auf voller Länge. Gefällt mir am besten. Ich liege sofort gut, sobald ich einsteige.

    Okay wirklich? Bei mir ist da noch echt viel Schnur übrig. Wenn ich das auf maximale Länge stell hab ich sicher über 50cm längere RL als jetzt (siehe Bild). Aber ich werde einfach mal experimentieren. Für was ist eigentlich diese kleine gelbe Plastikkugel an der RL? Nur dass das nicht durchrutscht?

  • Danke euch. Ich hab ca 360cm Hängemattenlänge gemessen. Wenn ich die RL dann auf 83% stelle, kommt es mir tatsächlich etwas zu gekrümmt vor.

    Okay wirklich? Bei mir ist da noch echt viel Schnur übrig. Wenn ich das auf maximale Länge stell hab ich sicher über 50cm längere RL als jetzt (siehe Bild). Aber ich werde einfach mal experimentieren. Für was ist eigentlich diese kleine gelbe Plastikkugel an der RL? Nur dass das nicht durchrutscht?

    Ich habe es auf volle Länge und komme sofort in den "sweet spot" , sobald ich mich reinlege. Ich habe auch alle möglichen Längen ausprobiert. Warum das so am besten für mich ist, keine Ahnung. Ich dachte ich erwähne es mal und vielleicht hilft das.

    Mit der Plastik-Kugel schiebt man den aufgespleißten Teil lose, so dass man die Länge verstellen kann.

  • Interessant wäre ja mal, ob die RL bei beiden Matten in voller Länge auch gleich lang ist.

    Könnte mir vorstellen, das dies bei Onewind eben stark variiert....

    Ich denke, dass deine Vermutung stimmt. Ich habe 2 Onewind Windsocks. Klar, das ist ein anderes Produkt aber alle Tunnelzüge und Gummikordel sind unterschiedlich lang. Trotzdem sind sie absolut funktionstüchtig.

  • Der oft empfohlene 30°-Aufhängewinkel bei Camping-Hängematten hat mit Komfort so gut wie nichts zu tun. Dieser Winkel schützt die Gurte und die Ridgeline, die aus leichten Materialien bestehen, um die Portabilität zu gewährleisten.

    Der Winkel beeinflusst fast nur die Spannung im Aufhängungssystem, nicht aber die Kräfte im Hängemattenstoff selbst. Genau deshalb nutzen wir hyperstatische Materialien für Gurte und Ridgeline, die eine sehr niedrige statische Dehnung aufweisen. Fast niemand nutzt dynamische Materialien für die Aufhängung und Ridgeline, aber für den Hängemattenstoff schon. Dafür verwenden wir sehr unterschiedliche Materialien, manchmal sogar mehrlagig. Für mich sind Bäume, Gurte und Ridgeline das „Gestell“ – je statischer, desto besser –, während die Hängematte mit der Stoffwahl und Dimensionen individuell anzupassen ist. Selbst ich habe viele unterschiedliche Hängemattestoffe, aber immer dasselbe Material für das „Gestell“ (feste Bäume, SK78 RL und Loops und Dyneema Gurte). Ich hoffe, der Punkt, den ich machen möchte, ist verständlich. Viele scheine es anders zu sehen. Als Kletterer, der nur mit Winkel, Materialen und mobile Fixpunkte zu tun hat, schaue ich vielleicht die Materialein anders an, vielleicht sehe ich es falsch!

    Komfort ergibt sich aus dem Stoff der Matte und ihre Dimensionen. Der einzige Winkel, der für den Komfort wichtig ist, ist der Höhenunterschied zwischen Kopf- und Fußende und den muss man selber finden. Den 30-Grad-Winkel muss der Hersteller empfehlen, damit nicht ständig über gerissene Hängematten berichtet wird, weil die Material für flachere Winkel nicht gemacht sind.

    Würde man stärkere Gurte und eine robustere Ridgeline verwenden – oder wäre man selbst sehr leicht –, wäre sogar ein flacherer Winkel oder theoretisch auch 0° machbar, und der Komfort wäre fast derselbe. Einziger Komfortkiller bei der Ridgeline: eine schlabbrige Ridgeline.

  • Ne, weil die Kraft dann theoretisch auch unendlich wäre und du unendlich starke Gurte bräuchtest. 🤷‍♂️😉

    Interessant worauf du fokussiert hast. Komfort ist was Alchemie, Hackordnung und Konsens?

    Edit: Entschulding MrHydeAndMe meine Reaktion war nicht in Ordnung.

    Einmal editiert, zuletzt von 22kN (27. Mai 2025 um 11:39)

  • Je flacher du deine Hängematte aufhängst, desto größer wird die Zugkraft auf Gurte, Karabiner und Befestigungspunkte – und das nicht linear, sondern exponentiell.

    Physikalisch betrachtet wirkt dein Körpergewicht als senkrechte Kraft, die über die schräg gespannten Gurte in Richtung der Aufhängung abgeleitet wird. Je kleiner der Winkel zur Horizontalen, desto geringer der vertikale Kraftanteil – und desto größer die resultierende Seilkraft in den Gurten.

    Bei einem Winkel von 30 Grad entspricht die Zugkraft pro Seite etwa dem eigenen Körpergewicht. Bei 10 Grad steigt sie bereits auf das Dreifache, bei 5 Grad auf das Sechsfache. Und bei 0 Grad – also wenn die Gurte komplett waagerecht gespannt wären – geht die theoretische Kraft gegen unendlich, da die senkrechte Kraft dann nicht mehr durch einen Winkel aufgelöst werden kann.

    Und bei einer theoretisch unendlichen Kraft, brauchst du halt ein theoretisch unendlich belastbares Setup.

    Das war nicht ketzerisch gemeint 22kN :)

  • Ich hatte dazu vor 10 Jahren mal ein Traktat geschrieben. Vielleicht interessiert es die jüngeren Forumsleser/-innen.

    Danke. Du hast geschrieben: „Was ist mit der Hängematte selbst? Rein physikalisch gesehen ist sie nur die Verlängerung der Aufhängeseile. Zu hohe Last nimmt das Material übel.“ Meinst du, dass eine Steigerung der Kraft in den Gurten und der Ridgeline durch einen flachen Winkel auch eine Steigerung der Last im Hängemattenstoff bedeutet?

  • Der oft empfohlene 30°-Aufhängewinkel bei Camping-Hängematten hat mit Komfort so gut wie nichts zu tun.

    Ich stimme dir in fast allem, was du oben in deinem Post geschrieben hast zu, aber das hier sehe ich anders: wenn eine HM extrem flach aufgehängt wird und man sich dann reinlegt, werden die Seitenränder so weit hochgezogen, dass man nicht mehr diagonal liegen kann. Wenn die Matte stärker durchhängt sind die Seitenränder nicht so straff und man liegt bequemer. Ich denke, dass die 30 Grad Aufhängewinkel am materialschonendsten sind und nicht immer wörtlich genommen werden müssen, sondern nur ein Anhaltspunkt sind. Ich liege auch mit recht lockerer Ridgeline gut in meinen HM, nicht aber, wenn ich sie sehr straff aufhänge.

  • Meinst du, dass eine Steigerung der Kraft in den Gurten und der Ridgeline durch einen flachen Winkel auch eine Steigerung der Last im Hängemattenstoff bedeutet?

    Lassen wir die Ridgeline erst mal außen vor, also betrachten eine Hängematte ohne Ridgeline. Hier ist die Hängematte rein technisch gesehen eine Verlängerung der Aufhängegurte und es wirken in ihr die gleichen Zugkräfte. Ein flacherer Aufhängewinkel bedeutet dann eine Steigerung der Last im Hängemattenstoff.

    Bei einer Hängematte mit Ridgeline sieht das anders aus. Hier nimmt die Ridgeline einen Teil der Kräfte auf und entlastet den Hängemattenstoff.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

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