Nähen durch (Doppel-)Klebeband - Was geht?!

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Moin,

    ich einem anderen Thread ging es kurz um Erfahrungen mit dem Durchnähen von Klebeband. Das interessiert mich: Welche Klebebänder welcher Hersteller haben mit welcher Nadel (nicht) funktioniert?

    Es kann natürlich auch sein, dass Alter des Klebebands, Raumtemperatur, etc. eine entscheidende Rolle spielen. Vielleicht ja aber auch nicht. Ich würde gerne eure ( tiptarp  Hammock Fairy  Levi ) Erfahrungen hierzu hier sammeln.

    Danke!

    • Offizieller Beitrag

    Ich denke, die Wahl der Nadel hat wenig bis keinen Einfluss darauf ob der Kleber daran hängen bleibt oder nicht. Ich habe ja schon geschrieben, dass ich qualitativ hochwertiges selbstklebendes Klettband von Prym bzw. YKK vernäht habe, und sich nach wenigen Stichen große Klumpen mit Klebstoff gebildet haben, die durch die Nadel nach unten in die Nähmaschine befördert wurden. Ich habe einen halben Tag damit verbracht die Maschine zu säubern, aber trotzdem hat der Nähmaschinentechniker, der meine Maschine ein halbes Jahr später gewartet hat, mich darauf hingewiesen, dass noch reichlich Klebstoff im Mechanismus kleben geblieben ist.

    Irgendwo habe ich später gelesen, dass man die Nadel ölen kann, um zu verhindern, dass der Klebstoff anpappen kann, und evtl. hilft auch eine Teflonnadel - aber mir ist das ehrlich gesagt zu viel Aufwand und trotzdem ein zu hohes Risiko. Ich fixiere nichtklebendes Klettband jetzt mit ein paar Heftstichen und nähe es anschließend fest.

    Meiner Meinung nach besteht die Gefahr bei allen dauerhaft klebenden Klebstoffschichten - je dicker, desto schlimmer. Wenn der Kleber aushärtet (z.B. Silikon) sollte es aber keine Probleme mehr geben.

  • Ich erkläre mir die Problematik so, dass sobald die Nadel warm wird, sie auch den Kleber erwärmt, der spätestens dann wiederum an der Nadel anhaftet. Auch bei rein manuellem Näharbeiten, hatte ich bei meinen Versuchen immer Klebstoff an der Nadel. Eine eingeölte Nadel habe ich nicht verwendet, gehe aber davon aus, dass der Ölfilm direkt beim Durchdringen des Klebebandes abgestreift wird.

  • Bei mir ist das ca. 7 Jahre her. Es war ein selbstklebendes Velcroband aus irgendeinem Nähgeschäft. Sorry Bro, mehr Angaben habe ich nicht. Ich nähe jedenfalls nicht mehr durch Klebstoff. Ach ja, das doppelseitige DCF-Klebeband von Extex klebt auch wie Hölle an der Nadel.

  • Ich durfte etwas Erfahrung im Lenkdrachenbau sammeln, da ist das kleben der Nähte sehr verbreitet.

    Allerdings kann man da eine Wissenschaft draus machen wie man das verkleben der Nadel vermeiden kann.

    Ich habe auf jeden Fall festgestellt, das langsam nähen hilft, da dann nicht solche Temperaturen entstehen das das Klebeband schmilzt. Ich glaube mich sogar zu erinnern, das einige der Jungs mit Eisspray gute Erfahrungen gemacht haben.

    Ansonsten wurde die Nadel auf jeden Fall geölt, das soll angeblich perfekt funktionieren - hat es bei mir nie. Vielleicht kommt es da auf das richtige Öl an.

    Eine Möglichkeit ist auch, die Teile zu verkleben und neben dem Klebeband zu nähen. Steht auch so zB bei diesem Onlineshop als Empfehlung:

    https://www.metropolis-drachen.de/Baumaterial/St…es/DS-Tape.html

    Viele Grüße!

  • Ich kann meinem "anderen post" eigentlich nicht viel hinzufügen. Was ich verwendet habe ist klar......welche Nadel auch....das ich so schnell und ausdauernd genäht habe, das dabei nennenswerte Wärme entstehen würde, halte ich für unwahrscheinlich.

    Ich wäre mir auch nicht sicher, ob eine Erwärmung der Nadel vielleicht sogar besser GEGEN Verklebung schützen könnte.?.

    Vielleicht ist auch der Stoff, durch den man näht, mitentscheidend.....mein Stoff war eher von "steifer" Konsistenz (vielleicht "streift" ein solcher Stoff auch mögliche Klebstoffanteile wieder ab...??

    Also: viele Vermutungen bei mir.....nichts genaues weiß ich nicht.....try and error.....ich habe einfach ganz unbedarft losgelegt und habe wohlmöglich Glück gehabt ....oder ich bin einfach ein "echter Pro" ;)^^:saint: (Scherz !!)

  • Vielen Dank schon mal für eure Antworten. Ich bin dabei mir einen Rucksack zu nähen und insbesondere beim Hüftgurt wäre es hilfreich, das eine oder andere Teil fixieren zu können. Ich werde es also einfach ausprobieren. Ich hoffe, am Wochenende kann ich weiter machen.

    Ob ich so schnell nähe, dass die Nadel heißt läuft, kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen. Aber klar, Wärme wird hier auch entstehen.

    Ich werde dann berichten.

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe noch nie eine Nadel heiß genäht. Die Klebeorgie hat bei kalter Nadel stattgefunden. Wenn du dir nicht gleich die Maschine versauen willst, probier doch zuerst ein paar Stiche von Hand zu machen. Wenn etwas hängen bleibt, würde ich es nicht mit der Maschine vernähen.

    Was ich vergessen habe zu erwähnen: ich habe für einen Underquilt Odif 505 Sprühkleber verwendet. Das Nähen war kein Problem, aber der Kleber ließ sich leider nicht rückstandsfrei auswaschen. Möglicherweise habe ich ihn zu üppig aufgetragen und nicht ausreichend abtrocknen lassen bevor ich Isolierung und Stoff zusammen geklebt habe.

  • Ich stehe zwar noch vor meinem erstem Hängematten Nähprojekt, doch aus der Kleidungsnäherei habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem Wondertape von PRYM gemacht. Hält die Schichten und Säume an Ort und Stelle und wäscht sich Rückstandslos aus. Ich werde es damit versuchen und dann berichten.

  • Ja, was man so liest soll das gut funktionieren - zumindest bei "normalen" Stoffen. Ist aber sehr teuer und um einen Hängemattenstoff zu säumen brauchst du eigentlich kein Klebeband. Bei Tarpstoffen wäre es sicher hilfreich - aber nach meinen Erfahrungen mit anderen Klebern bezweifele ich, dass das Tape auf Silnylon oder Silpoly hält.

  • Für die Hängematten, die ich genäht habe, habe ich kein Klebeband benötigt. Bei meinem Rucksackhüftgurt hat es gerade bei kleineren Teilen das Arbeiten erleichtert. Meine Erfahrung ist, dass ein Verkleben der Nadel insbesondere vom verarbeiteten Stoff abhing. Besser also, man näht knapp daneben.

    Ach so: Eigentlich wasche ich meine Hängematten nicht, d.h. das Klebeband würde einfach drinnen bleiben.

    Aber schreib mal gerne, was du heraus findest. Mit Kleidung habe ich so gut wie gar keine Erfahrung.

  • Ach so: Eigentlich wasche ich meine Hängematten nicht, d.h. das Klebeband würde einfach drinnen bleiben.

    Warum waschen so viele Hänger ihre Hängematten nicht? Wascht ihr eure Bettlaken auch nicht? Zumindest nach dem Neukauf würde ich empfehlen, die Hängematte einmal zu waschen. Schon der Gesundheit zu liebe.

  • Warum waschen so viele Hänger ihre Hängematten nicht? Wascht ihr eure Bettlaken auch nicht? Zumindest nach dem Neukauf würde ich empfehlen, die Hängematte einmal zu waschen. Schon der Gesundheit zu liebe.

    Bettlaken schon. Aber die hänge ich auch nicht zum Lüften auf.
    Vielleicht werde ich das auch nach 14 Tagen im Süden anders sehen ...

  • Wie gesagt: der Eigengeruch und eingeschleppter Dreck (ich finde immer viele Blätter und Mikrodreck in meiner Hängematte) sind eine Sache. Aber die Ausdünstungen der Chemikalien mit denen alle neuen Stoffe bearbeitet werden sind eine andere Geschichte. Man merkt auch schon beim Nähen, dass die Haut "pappig" wird, wenn man die ganze Zeit Kontakt mit dem Stoff hat. Bei manchen Stoffen ist das deutlicher als bei anderen - aber ich habe noch keinen Stoff in der Hand gehabt, in dem ich ungewaschen hätte schlafen wollen...

  • Ich wasche grundsätzlich alle Stoffe die auf meine Haut kommen bevor ich sie vernähe. Liegt daran das fast alle Jersey- und Baumwollstoffe etwas einlaufen beim waschen, aber vor allem fühle ich mich wohler bei der Verarbeitung und auch beim tragen und oder nutzen des fertigen Teils.

  • Zumindest nach dem Neukauf würde ich empfehlen, die Hängematte einmal zu waschen

    Wie machst Du es bei einer Matte mit fest vernähtem Bugnet? Wäschst Du die dann auch? Wenn ja, welches Programm? (dass ich mal in einem Outdoorforum nach Waschprogrammen fragen würde, peinlich! ^^ )

    Ich habe hier noch einen großen Netzbeutel für einen Quilt, da könnte man die HM zum waschen reinpacken. Aber ich habe echt Sorge wegen des Netzes.

  • Ich wasche alle meine Hängematten - auch mit Netzen. Normalerweise schließe ich das Netz und nehme die Aufhängung ab, sowie alle losen Teile wie Klemmen und Karabiner. Dann stecke ich alles in einen Stoffbeutel oder ein Wäschenetz und wasche es mit Flüssigwaschmittel bei 30° oder 40° im normalen Wäscheprogramm. Mit Frontladern sollte es kein Problem geben. Nur bei einem Toplader mit Achse in der Mitte können sich empfindliche Stoffe herumwickeln und reißen. Das sollte aber ein Wäschenetz auch verhindern.

    Nur in den Trockner würde ich keine Ausrüstung stecken. Lufttrocknen geht bei den synthetischen Stoffen ohnehin ganz schnell.

    Meine älteste Hängematte - eine Warbonnet Blackbird - ist mittlerweile 12 Jahre alt, und wurde jedes Jahr mehrfach gewaschen. Die einzigen Beschädigungen daran stammen von einem Klettband und haben nichts mit dem Waschen zu tun. Deswegen wäre ich mit Klettband auch extrem vorsichtig, vor allem beim Waschen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!