DIY - Bugnet-Windsocken-Hybrid

  • Es ist mal wieder Kurzurlaub, die Nähmaschine ist schon wieder erkaltet und eine "Was-Könnte-Ich-Jetzt-Noch-Basteln"-Stimmung stellt sich allmählich ein.

    Was mir noch für Winternächtigungen im Freien fehlt, ist eine gute Seiten-Windschutzlösung "unten rum".


    Ein erster Gedanke schwebt mir vor, wie wäre es, mein bereits vorhandenes Bugnet weiter umzuarbeiten, im unteren Bereich Moskitonetzbereiche durch dichtere Stoffbahnen zu ersetzen (bzw. im Prototypenstadium erst mal nur innen einzuhängen).



    Da das Bugnet momentan recht locker unter dem Underquilt hängt, könnte man hier gut windschützendes, leichtes Rippstopp-Nylon einbringen, ohne dass wie oft bei einem UQ-Protektor der Stoff eng am UQ anliegt. (Wind wird zwar gelegentlichen Kontakt herstellen aber was solls...)


    V.a. möchte ich das so gestalten, dass ich die Seiten des windschützenden Stoffes einerseits tief genug einnähe (oder einhänge), um seitlich noch freie Sicht zu haben und normal ein- und aussteigen zu können (also knapp unter den bestehenden RVS). Ich möchte aber auch, dass ich Stoffteile an den Seiten hochziehen/-klappen/ einhängen kann, damit ich bei stärkerem Seitenwind auch oberhalb der HM-Linie etwas besser geschützt bin.


    Des weiteren möchte ich, dass der UQ weitesgehend seitlich von windabweisendem Stoff abgedeckt ist, der Stoff aber nicht unbedingt unten komplett verbunden ist (dann Moskitonetz dort, wie momentan).

    Direkt "über" mir wäre auch Moskitonetz (und dann das Wintertarp).

    Also unterhalb wie oberhalb mit reichlich durchlässigem Material, seitlich windabweisend (aber vorr. nicht wasserdicht).


    Im Prinzip könnte ich diesen Socke/Bugnet-Hybriden das ganze Jahr (bei genügend kühlem Wetter) verwenden.

    De facto stellt das Bugnet auch eine riesige, bequeme Ablage für alles mögliche dar, was nicht in den Organizer über mir passt - was ich sehr schätze und unbedingt beibehalten will!


    (Ein simpleres Moskitonetz für heisse Tage bzw. als leichtere Alternative gäbe es auch, das aber dann ohne Ablagemöglichkeiten und eben ohne Windschutz).


    Was meint ihr?

    Probleme, Erfahrungen mit ähnlichen Teillösungen?


    Mit Interesse habe ich übrigens Shugs Video zum Warbonnet Set geschaut,

    v.a. die Kombinationsmöglichkeiten durch die umgeführten Zipper sind schon toll, wenn man einmal Warbonnet hat.



    Der praktisch umlaufende RVS ist aber eben auch eine Entscheidung mit Vor- und Nachteilen.


    Ich bleibe natürlich so oder so bei DIY-Lösungen, ganz klar. Aber gute Ideen verwende bzw. entwickle ich gern für meine Bedürfnisse weiter. Es kann also auch sein, ich bringe an meine 12ft-GE ringsherum doch noch Reissverschluss an und daran anzippende Moskitonetz- und Wetterschutzlösungen.


    Aber das obige Bugnet habe ich ja im Prinzip schon, und benutze es wegen der riesigen Ablagemöglichkeit auch sehr gern (wenn Gewicht kein Problem ist...)

  • ...hab jetzt erst mal eine günstige 3x2m "double" gekauft, also ähnlich der, die ich letzten Herbst zur Golden Kate Brücken-HM umverwendet habe.


    (Warum gekauft und nicht genäht: Weil ExTex gerade Ferien hat. Und ich auch. )


    Die ist breit genug, dass man sie erst mal ohne viel Federlesen in mein Bugnet als zusätzlichen Windschutz reinhängen kann, siehe Bilder.


    Habe mittig Schlaufen angenäht, damit ich die breiten Stoffüberhänge gut kurz- und hochbinden kann. Die Endenschlaufen habe ich etwas aufgedröselt und etwas längere Dogbones durchgeführt, sicher nähe ich in alle vier Ecken auch noch kleine Schlaufen an. Da kann ich die leicht an die Ridgeline hochbinden und alles ist ringsum schön umschlossen (ohne den UQ zu komprimieren). Oberhalb bleibt ein ca. 10-30cm breiter Lüftungsschlitz über die ganze Länge, je nachdem, wie ich das gestalte. Der Stoff selber (Fallschirmseide?) ist relativ durchlässig aber zusammen mit dem Bugnet dürfte das schon etwas bringen. Wieviel Kondensation? Muss ich noch ausprobieren. Aber bei feuchtkaltem, windarmen Wetter werde ich die Seiten eher unten (also offen) lassen.


    Alles in allem scheint diese Lösung gut den Bedingungen anpassbar, hab mein Bugnet noch nicht verändern wollen, und im Prinzip kann ich die Double sogar noch als normale HM gebrauchen. Mit halt etwas mehr Gewicht. Mal sehen, wie sich das so macht.


    Falls wer Erfahrungen mit Winterhängen bzw. mit Socken (v.a. Materialien und Schnitt) gemacht hat, bitte bereichert mich, ich bin da noch recht unbedarft. Bevor ich da eine entgültige Lösung vernähe, brauche ich sicher noch mehr Erfahrungswerte...


  • So sieht's momentan von innen aus, noch etwas verbesserungswürdig:



    Ich mach grad ein Mittagspäuschen. Draussen schneits bei 0Grad, innerhalb der Glasterasse sinds 3 Grad. Innerhalb meiner Bugnet-Socke an der Hängemattenkante knapp oberhalb des Kopfes messe ich gerade 11Grad. Celsius selbstverständlich. Da spart die Socke schon mal die Mütze! :P

    Dieser Tag ein Leben!

  • Natürlich ist das die Wärme von mir selbst. Noch näher am Kopf wäre es noch wärmer. Da wo ich gemessen habe (an der HM-Kante), wäre sonst aber die warme Luft komplett "weg" also aufgestiegen oder weggeblasen. So entsteht eine Glocke halbwegs angewärmter Luft unter den Stoffbahnen bzw. innerhalb des Bugnets.


    Aber du hast vollkommen Recht, ich müsste viel mehr und vergleichende Messungen vornehmen, um den genauen Effekt zu erhalten. Bis dahin begnüge ich mich erst mal mit der angenehmen Einbildung, dass ich alles gut und richtig gemacht habe. :)

  • ... noch bissel nachgebessert: Hochzieh-Schlaufen in alle vier Ecken, angepasste Gummikordeln in den Endbünden und noch ein verstellbarer, aushängbarer Kordelzug zur Ridgeline direkt über dem Kopf. Nun hängt alles obenrum straff und untenrum locker...


    Heute Nacht werd ich mal wieder draussen schlafen und testen. Werd natürlich auch das Thermometer im Auge (bzw. in der Socke) behalten.


    (Meine Aussicht ist da nicht ganz so schön wie bei Infrastellar, aber wat mut dat mut, nützt ja nix... :S)

    Dieser Tag ein Leben!

  • ... es war wie so oft: gelegen habe ich gut, geschlafen aber wenig...


    Aber 5 Grad wärmer wirds schon - diesmal hing das Thermometer im Brustbereich knapp unterhalb der Ridgeline, also innerhalb des Bugnets, aber auf Kantenhöhe der Seitenwände der Socke.

    Bei hochgezogenen Seitenwänden wars etwas weniger kühl im Gesicht aber eher minimal. Wind bläst auf meiner verglasten Terasse ja keiner. Jedenfalls kein kalter.

    Probleme mit kondensierender Feuchtigkeit habe ich auch erst mal keine zu vermelden. (Das war schlimmer ohne Bugnet/Socke: Atemfeuchte im Brustbereich des Topquilt bei vergleichberen Aussenbedingungen - mehr Taufeuchte wenn offen?).


    So gesehen passt erst mal alles.


    Gruß Jörg.

    Dieser Tag ein Leben!

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