Asym DAUNEN-Underquilt vs. Daunen-Thermo-Hängematte selber nähen

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Find ich auch, gute Arbeit und hast du sicher viel erfahren dabei.

    Ich denke übrigens darüber nach, den oberen (körpernahen) Stoff meines Selva 600 kürzer zu fassen, evtl. erst mal probeweise mit Klebeband. Davon verspreche ich mir (im Winter, wenn meine Chilischote nicht mehr ausreicht) vom Selva etwas mehr Differenzial-Durchhang auch unter strafferer Aufhängung und dadurch weniger Kompression der Daune am Hintern. Der Selva 600 verschenkt dort meiner Meinung nach etwas von seinem Isolationspotential - der Differenzialschnitt ist etwas sparsam, am Hintern ist er damit, trotz 600g Füllung, entsprechend meiner Erinnerung aus dem letzten Winter dünner als mein selbstgenähter UQ mit 250g Daune. Das muss ich zumindest noch mal vergleichend testen.

    Aber wie das bei deinem Selva ist, kann ich nicht sagen. Ist ja ein ganz anderes Modell mit anderer Füllung und anderem Differenzial. Jedenfalls straffer an den Körper ran sollte besser sein, das hast du sicher schon bemerkt?

    Dieser Tag ein Leben!

  • Guter Tipp, werde mal auf den Differenzial-Durchhang achten, könnte bei mir auch zutreffen. Straffer hängen geht jetzt nach der letzten Änderung viel besser. Und wegen der der Luft an der rechten Schulter werd ich mal noch mit Wippen versuchen gegenzusteuern 🙂

    Bergkristall oder Hagelkorn?

  • Ich greife den Thread nochmal auf, weil ich zuerst dachte, hier gefunden zu haben, was ich suche, dann aber erkannt zu haben glaube, dass dem doch nicht so ist? Wenn ich verwirrt bin, bilde ich Schachtelsätze...

    Um meine Verwirrung zu lösen: Riippumatto-Joerg, du hattest ursprünglich u.a. den Gedanken, eine Hängematte mit integriertem Daunen-Underquilt zu nähen, bist aber dann auf eine wookiartige Eigenkonstruktion gegangen? Also von der Thermomatte weg zu einem sehr schönen Underquilt?

    Ich träume von einer Daunen-Thermo-Matte, also einer Matte in meinem Fall aus Hexon 1.6, bei der ich unter meine Liegefläche direkt einen Daunenquilt nähe. (Dass das nicht besonders flexibel ist und Nachteile beim Waschen hat, ist mir klar.)

    In diesem Thread gibt es eine Menge toller Infos zur Form und zum Vorgehen. Was ich mir aber gar nicht vorstellen kann, wenn ich den Daunenquilt direkt unter die Liegefläche nähe: Daunendichter Stoff dürfte viel weniger dehnbar sein, als der Hängemattenstoff. Da ich auf dem Rücken und beiden Seiten schlafe, habe ich auch unterschiedliche Liegepositionen mit unterschiedlichen Belastungs-/Dehnungsschwerpunkten. Wie kriege ich das hin, ohne beim Bewegen wahlweise Nähte aufzureißen oder Luftlöcher unter mir zu haben?

  • Um meine Verwirrung zu lösen: Riippumatto-Joerg, du hattest ursprünglich u.a. den Gedanken, eine Hängematte mit integriertem Daunen-Underquilt zu nähen, bist aber dann auf eine wookiartige Eigenkonstruktion gegangen? Also von der Thermomatte weg zu einem sehr schönen Underquilt?

    Richtig.

    Was ich mir aber gar nicht vorstellen kann, wenn ich den Daunenquilt direkt unter die Liegefläche nähe: Daunendichter Stoff dürfte viel weniger dehnbar sein, als der Hängemattenstoff. Da ich auf dem Rücken und beiden Seiten schlafe, habe ich auch unterschiedliche Liegepositionen mit unterschiedlichen Belastungs-/Dehnungsschwerpunkten. Wie kriege ich das hin, ohne beim Bewegen wahlweise Nähte aufzureißen oder Luftlöcher unter mir zu haben?

    Das war auch bei mir mehr oder weniger der Ausschlag verursachende (?) Punkt, der extra UQ kann sich immer locker der Körperform anpassen, auch wenn man sich dreht. Während fest vernähte Daunenkammern eben alle Dehnungsunterschiede mitmachen müssen. Da hatte ich dann doch etwas Respekt.

    Ich meine aber (nach diesem Projekt), der leichtere daunendichte Stoff ist doch in aller Regel dehnbarer als die HM, die ja eine deutlich höhere Zugsfestigkeit haben muss. Bei mir ist das jedenfalls ganz klar der Fall. Selbst der etwas festere Stoff eines Selva600 ist immer noch deutlich dehnbarer als mein Standard Extex Hängematten-RS-Nylon (war jener 70den und 60g/m2 oder umgekehrt?)

    Ich denke also, wenn du die reichliche Differenzierung, die ich beschrieben habe, ebenso radikal durchführst, sollte das auch bei Seitenschlafen schon passen.

    Auch in Bezug auf Stefanie's berichteter Erfahrung würde ich selbst (wenn ich heute eine Daunen-Thermomatte nähen würde) die Stege aber auf jeden Fall an der HM mit durchnähen, und zwar auf ganzer Länge, um beste Lastverteilung zu erreichen. Den UQ als ganzen nachträglich anzunähen könnte u.U. zu dicken Luftblasen zB im Beinbereich führen, oder aber eben zu gespannten Nähten aussen. Das meinst du wohl auch mit den u.U. aufziehenden Nähten beim Bewegen.

    Wenn du das (Stege auch an der HM durchnähen) handwerklich meisterst, schaffst du es sicher auch, die HM immer einen Tick straffer unter dem Nähfuss zu halten als die obere Daunendicht-Lage? Dann dürfte definitiv keine Nahtlochdehnung am daunendichten Stoff mehr passieren.

    Allerdings wenn die HM deutlich mehr flext als die Naht selbst, könnte es passieren, dass du die Steg-Nähte straff unter dir spürst (?), die HM(!) Nahtlöcher zieht oder gar der Nahtfaden überbeansprucht wird(?). Auch deshalb würde ich den HM-Stoff beim Durchnähen lieber etwas straffer zwischen zwei Händen vorspannen, und die Fadenwahl und -Spannung beachten.

    Auch könnten die durchgehenden Nähte u.U. die Festigkeit der HM beeinflussen.

    Sicher nichts für Anfänger aber du hast ja Mut also sicher auch Erfahrung.

    Der Steg-Mückengitterstoff ist jedenfalls sehr dehnbar und macht so ziemlich alles mit, um den musst du dich am wenigsten sorgen.

    Auf jeden Fall berichte darüber, falls du dich da ran traust, ich bin da auch sehr gespannt! :)

    Übrigens ich glaube mich zu erinnern, Mittagsfrost hatte mal einen Daunen-UQ im ganzen angenäht und die richtige Spannung mit probieren hinbekommen...? Aber wie war das mit etwaigen Luftblasen, und Nahtspannung in Seitenlage (sicher ein Kompromiss)?

    Dieser Tag ein Leben!

    5 Mal editiert, zuletzt von Riippumatto-Joerg (6. Januar 2022 um 16:38)

  • Eine andere Variante fiele mir noch ein:

    Den UQ wie in meinem Projekt (diagonal auf einer rechteckigen Stoffbahn) vorfertigen und dann die Seitenkanten des rechteckigen Stoffs auf 2/3...1/2 der Länge (von Schulter bis Fuss) mit den Seitenkanten der HM vernähen. Die UQ-Stoff-Enden aber separat lassen, bündeln und an den HM-Enden/Karabiner elastisch kontrolliert abspannen.

    Dann umgehst du das UQ-Ausversehen-Reinsetzproblem, hast eine kombinerte Matte ohne Frills und kannst trotzdem Luftblasen wie auch Überspannung und Nahtlöcher vermeiden. Und im Notfall recht unproblematisch nachbessern, ohne die HM-Reissfestigkeit zu gefährden. Die UQ-Stoffe (zum vollen Rechteck) wiegen vergleichsweise wenig...

    Oder eben lösbare Verbindungen an den Seitenkanten, aber dann ists quasi schon wie bei meinem Projekt.

    Dieser Tag ein Leben!

  • Übrigens ich glaube mich zu erinnern, Mittagsfrost hatte mal einen Daunen-UQ im ganzen angenäht und die richtige Spannung mit probieren hinbekommen...? Aber wie war das mit etwaigen Luftblasen, und Nahtspannung in Seitenlage (sicher ein Kompromiss)?

    Ja! Das steht in Beitrag 41 in diesem Thread. Ich hatte das mit einem anderen Thread und angenähter Decke durcheinander gebracht und wieder vergessen. Sehr schön - damit weiß ich schon mal, dass es prinzpiell machbar ist. Wäre schön, wenn du noch mehr zu den Luftloch-Spannungs-Fragen sagen könntest, Mittagsfrost .

    Ich meine aber (nach diesem Projekt), der leichtere daunendichte Stoff ist doch in aller Regel dehnbarer als die HM, die ja eine deutlich höhere Zugsfestigkeit haben muss. Bei mir ist das jedenfalls ganz klar der Fall.

    Interessant... ich war mir sicher, dass das umgekehrt ist, da der daunendichte Stoff dichter gewebt sein muss. So hatte ich auch eine Info von Extex verstanden. Wenn tatsächlich der leichtere, daunendichte Stoff flexibler ist, ist meine Hauptbefürchtung weg.

    Ansonsten hatte ich auch noch daran gedacht, den Quilt mit ein paar Zentimetern flexiblem Stoff zu umrahmen und diesen Stoff dann an die Matte zu nähen. Das würde noch etwas ausgleichen, aber deinen nächsten Vorschlag ausschließen bzw. es wäre dann sinnlos.


    Auch in Bezug auf Stefanie's berichteter Erfahrung würde ich selbst (wenn ich heute eine Daunen-Thermomatte nähen würde) die Stege aber auf jeden Fall an der HM mit durchnähen, ...

    Ich verstehe die Idee, aber ich stelle mir höllisch vor, das zu tun. Da ist mir Mittagsfrosts Aussage, dass das nicht nötig war, sehr sympathisch.

    Sicher nichts für Anfänger aber du hast ja Mut also sicher auch Erfahrung.

    Nee... Auf einer Skala von 1-10:

    Gier: 8

    Mut: 5

    Können: 2

    Ich bin nur so erstaunt und begeistert davon, dass bisher alles geklappt hat, was ich versucht habe, dass mir das den entsprechenden Mut gibt. ;)

  • Eine andere Variante fiele mir noch ein:

    Den UQ wie in meinem Projekt (diagonal auf einer rechteckigen Stoffbahn) vorfertigen und dann die Seitenkanten des rechteckigen Stoffs auf 2/3...1/2 der Länge (von Schulter bis Fuss) mit den Seitenkanten der HM vernähen. Die UQ-Stoff-Enden aber separat lassen, bündeln und an den HM-Enden/Karabiner elastisch kontrolliert abspannen.

    Dann umgehst du das UQ-Ausversehen-Reinsetzproblem, hast eine kombinerte Matte ohne Frills und kannst trotzdem Luftblasen wie auch Überspannung und Nahtlöcher vermeiden. Und im Notfall recht unproblematisch nachbessern, ohne die HM-Reissfestigkeit zu gefährden. Die UQ-Stoffe (zum vollen Rechteck) wiegen vergleichsweise wenig...

    Oder eben lösbare Verbindungen an den Seitenkanten, aber dann ists quasi schon wie bei meinem Projekt.

    Hm, spannende Idee! Generell der Gedanke, den Quilt an den Seitenkanten zu vernähen und über die Breite der HM in irgendeiner Weise elastisch zu gestalten...

  • Noch zur Dehnbarkeit des Grundstoffes: Ich denke, wenn beide Stoffe RS-Nylon sind, und die HM deutlich schwerer (g/m2) dann ist der daunendichte Stoff sicher auch deutlich dehnbarer. Die Fäden sind dünner, und dadurch idR automatisch auch enger gewebt, aber der Querschnitt ist eben geringer.


    Zusätzliche Coats zur Daunendichtigkeit (und Teil des Gewichts) sind im Zweifelsfalle auch eher elastisch.

    Wenn beide nahezu gleich schwer sind, oder ganz anderes Gewebe oder Material, sollte man sicher genauer prüfen, Dynema etc.

    Bisher sind alle meine Daunendichten Quilts dehnbarer als die HMn die ich besitze. Ich habe allerdings keine UL-HMn im Einsatz.

    Bitte korrigiert mich, man lernt nie aus!

    Dieser Tag ein Leben!

  • Dann müsste es eigentlich auch gehen, den UQ an drei Seiten zu vernähen, und zwar an den beiden HM-Seitenkanten und mit einer Quernaht, z.B. auf der Kopfseite. Auf der gegenüberliegenden (Fuß-)Seite kommen 20cm elastischer Stoff zwischen UQ und HM, und die können dann auch fest vernäht werden.

    Inzwischen erscheint mir das Ganze deutlich machbarer als vorhin. :)

    • Offizieller Beitrag

    Daunendichter Stoff dürfte viel weniger dehnbar sein, als der Hängemattenstoff. Da ich auf dem Rücken und beiden Seiten schlafe, habe ich auch unterschiedliche Liegepositionen mit unterschiedlichen Belastungs-/Dehnungsschwerpunkten. Wie kriege ich das hin, ohne beim Bewegen wahlweise Nähte aufzureißen oder Luftlöcher unter mir zu haben?

    Das dürfte einer der Gründe sein, warum kommerzielle Hersteller (z.B. Superior Hammock) von isolierten Hängematten meines Wissens nach alle die Isolierung nicht direkt auf die Hängematte nähen, sondern einen Wooki-artigen Underquilt mir der Hängematte vernähen.

  • Hammock Fairy

    Ist da der angenähte bzw. angeklipste UQ auch an einem oder beiden Enden separat elastisch vorgespannt? Oder "hart" mit der Aufhängung verbunden?

    UliD wie gesagt, bitte poste deine Variante. Ich bin mit der separaten aber seitlich verbindbaren Chilischote auch sehr zufrieden. Aber wenn mal jemand etwas anderes probiert, gibts immer was zu lernen.

    Meine KuFa-Sommerthermomatte ("General Electric") ist auch fest vernäht und durchgesteppt - bin auch mit ihr immer noch sehr zufrieden und gelernt habe ich dabei viel! (Ich bereue keine einzige wieder aufgedröselte Naht, bis es damals passte! :))

    Dieser Tag ein Leben!

    • Offizieller Beitrag

    Hammock Fairy

    Ist da der angenähte bzw. angeklipste UQ auch an einem oder beiden Enden separat elastisch vorgespannt? Oder "hart" mit der Aufhängung verbunden?

    Ich habe noch keine isolierte Hängematte von Superior Gear oder Sheltowee in der Hand gehabt. Bei Sheltowee scheint die Underquiltlänge veränderbar zu sein. Bei Superior Gear habe ich mir noch nicht allzu viele Videos angesehen. Auch wenn ich Interesse daran hätte, mir die Hängematten mal genauer anzusehen, habe ich nicht vor, mir eine zu kaufen. Selbst wenn ich mit Sicherheit wüsste, dass die Hängematte für mich bequem ist, schreckt mich der Aufwand beim Waschen ab.

    • Offizieller Beitrag

    UliD , ich fürchte zur Luftloch-Spannungs-Problematik nicht viel beitragen zu können.

    Ich habe den Daunen-Underquilt erst mit ein paar Nadelstichen fixiert, dann korrigiert, ein paar zusätzliche Fixierungen angebracht, wieder korrigiert, dann am ganzen Umfang einen Zickzackstich genäht, nach ausgiebigem Probeliegen hier und da die Naht noch einmal korrigiert. Als ich zufrieden war und keine Luftlöcher mehr ausmachen konnte, habe ich den Underquilt dann endgültig angenäht. Auch nach sehr häufiger Benutzung konnte ich noch kein Aufziehen der Nahtlöcher feststellen.

    Beim DD-Underblanket ist mir das weniger gut gelungen, was wohl auch an der Kunstfaserfüllung liegt, die weniger bauscht als Daune.

    Versuche es einfach mit einem Herantasten an die optimale Lage der Naht! Irgendwann nach vielen Versuchen findest Du die perfekte Naht.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!