Blutige erste DIY / MYOG Brücken-Hängematte / Bridge-Hammock

  • Moin an die Runde!


    Wie vor einiger Zeit in der Vorstellung angekündigt, habe ich nach anfänglichen technischen (Näh-) Schwierigkeiten nun endlich meine erste Brücken-HM "fertig" (nagut, Test-Liege-bereit).


    Danke daher nochmal an alle die mir in der Vorstellung wichtige Tipps gegeben haben!!


    Vorweg: ich hoffe es stellen sich hier keinem die Nackenhaare hoch oder lacht mich aus. Manche Dinge sind sehr provisorisch und für euch sicher lächerlich. Ich brauchte aber erstmal Erfahrungswerte. Daher entschuldigt z.B. die Spreiz-Stäbe etc. ^^


    Verwendetes Material:

    - 70D / 66g RipStop Nylon

    - 15mm Polyamid Gurtband

    - 2,5mm Dyneema Kordel


    Kurzes revue (mehr für mich selbst):


    Ich habe mich insgesamt sehr an die Anleitung und das Schnittmuster von dabberty.com gehalten. Was ich bei dem Schnittmuster sehr gut fand, war die Angabe der Beugung/Kurve via Radius, sodass man diese mit einem langen Band & Stift gut nachzeichnen konnte.


    Ich habe das Schnittmuster erst auf ein großes Rest-Stück Tapete übertragen, welches ich auch für weitere Matten nutzen kann.


    Das Schneiden & Nähen empfand ich nach ein bisschen probieren dann doch recht einfach und verlief ohne nennenswerte Probleme.

    Das Gurtband habe ich einfach 3x umgeschlagen und dann mehrfach vernäht. Ist bzgl. Faltenwurf etc. sicherlich kein Industrie-Standard, aber so lang es hält, ist es für mich ästhetisch absolut ausreichend.


    Die Matte wiegt inkl. der Dyneemas, aber ohne Spreiz-Stäbe 274 Gramm.


    Was noch fehlt ist eine gescheite Abspannung an sich und auch die "Fassung" für die Spreiz-Stäbe. Hierfür möchte, werde ich aber def. nur und ausschließlich lokales Fall-Holz verwenden, welches ich mir zurecht-schnitzen werde wie hier zu sehen.


    Bildergallerie


    Insgesamt bin ich relativ zufrieden mit dem Verlauf. Aber... Man liegt doch ein wenig "bananiger" (^^) als ich dachte. Insgesamt gibt die Matte doch recht nach. Also nach dem ersten mal hing sie danach etwas durch. Habe Sie dann nochmal nach-gespannt.


    Siehe Video.


    Daher nun meine Rat-suchende Frage: ist das normal und liegt am Stoff / Gurtband, welches einfach leicht dehnbar ist? Gibt es hier Alternativen?


    Mein Optimum ist eigentlich eine Treem-Hammock, nur "etwas" leichter. Wenn das alles mit Nachbau nicht möglich sein wird, würde ich das Mehrgewicht sogar in Kauf nehmen und mir eine Treem kaufen. Sofern erhältlich.


    Freue mich auf euer Feedback.


    Besten Gruß,

    Massa

  • massa

    Changed the title of the thread from “Blutige erste DIY / MYOG Brücken-Hängematten / Bridge-Hammock” to “Blutige erste DIY / MYOG Brücken-Hängematte / Bridge-Hammock”.
  • TreeGirl

    Approved the thread.
  • Moin,

    ich finde die Matte sieht echt gut genäht aus und du musst überhaupt keine Angst haben, dass sich irgendwer darüber lustig macht:love:!

    Zum Thema "bananiges" Liegen würde ich folgendes sagen:

    1. Du kannst den Baumgurt am Kopfende auf jeden Fall ein Stück weiter unten am Baum positionieren, sodass der Hängewinkel spitzer wird. Die Matte wird dann zwar etwas kippliger aber eben auch weniger durchhängen.

    2. Ist nur eine Vermutung aber: So wie du die "Endkappen" genäht hast (ich habs mal in dein Bild eingezeichnet, was ich meine), würde ich davon ausgehen, dass dein Kopf und Nacken etwas stärker hochgehoben werden, als wenn du sie aus einem extra Stück Stoff gemacht hättest, wie z.B. bei der Koma von Dendronaut oder der Ariel von ProfessorHammock.

    Ich habe meine erste Brückenhängematte auch ähnlich genäht, wie du es jetzt gemacht hast, habe aber festgestellt, dass mir die "Endkappen" von ProfessorHamock besser gefallen, auch wenn es etwas mehr Aufwand :).

  • Vielen Dank für die Antwort Burritojoe.


    Bzgl. Position werde ich mal probieren!


    Und / aber bzgl. dieser "Endkappen": ich will in keinster Weise etwas gegen die Koma sagen, aber bei der Treem, die ein ähnlichen Schnitt (ohne Kappen) hat, scheint es ja mit dieser Art des Schnittmusters ja auch zu gehen. Aber ich denke mal drüber nach und prüfe das. Danke.

  • Ich finde auch, dass deine Nähte sehr sauber aussehen! Die sind gerader als die meisten, die ich so produziere. Es hat sich – wie angekündigt – gezeigt, dass der Arbeitsprozess nicht die eigentliche Schwierigkeit ist.


    Es gibt allerdings unterschiedliche Zugangsweisen und da ist die Frage, was für einen selber am bequemsten ist.


    Was mir aufgefallen ist:

    • Auch mir scheinen deine Endkappen etwas eigenartig. Die eigentliche Liegefläche scheint (unnötig) verkürzt. Hast du mit deinem ganzen Körper Platz zwischen den beiden tiefsten Punkten am Kopf- und am Fussende? (dort, wo die mittlere Naht hinläuft)
    • Bei diesem Design finde ich auch etwas seltsam, dass der tiefste Punkt ungefähr in der Mitte der Hängematte zu liegen scheint. Kannst du dich auch zum Rand der Hängematte drehen und immer noch bequem liegen? Oder werden Kopf und Füsse dann »bananig« nach oben gehoben?

    Bestimmt ist das von dir verwendete Design brauchbar; zumindest habe ich ein solches oder ähnliches Schnittmuster schon öfters gesehen. Ich habe es aber noch nie praktisch ausprobiert, weil sich mir nie ganz erschlossen hat, wie es genau zusammengenäht werden muss und ich auch den Eindruck hatte, dass ich damit den Stoff unnötig schwächen könnte, wenn ich ein solches Triangel mittig aus dem Stoff herausschneide. – Ich habe mich dann dafür entschieden, keine eigentlichen Endkappen anzubringen, sondern die Hängematte am Kopf- und am Fussende je um eine Gepäckablage zu verlängern: Die Hängematte wird dadurch zwar vom Platzbedarf her etwas länger und benötigt ein längeres Tarp, dafür kann ich die ganze breite der Hängematte nutzen und liege in der Nähe des Randes sogar fast noch flacher als in der Mitte. Das wäre natürlich auch mit einer kleineren Gepäckablage machbar. Wichtig ist dafür bloss, dass der Stoff auf der gesamten Breite frei unter dem Spreizstab durchhängen kann, der tiefste Punkt unter dem Stab nicht vom Design vorgegeben ist.


    Wenn du in Richtung Treem weitergehen möchtest, würde ich mir gut überlegen, ob du immer noch mit selbst geschnitzten Stäben arbeiten möchtest. Je flacher die Hängematte abgespannt wird (und genau das scheint mir das besondere Merkmal bei der Treem zu sein), desto höher wird der Druck auf die Stäbe. Bei der Treem wird ja durch das doppelte Abspanndreieck enorm viel Spannung aufgebaut. Wenn dabei ein Stab das zeitliche segnen sollte, dann hast du ihn unter Umständen mit der vollen Wucht am Kopf. Bei der Treem sind stabile Stangen das A und O. Das zumindest meine Einschätzung dazu.


    Ich kann auf keine Erfahrungen mit einer professionellen Brücken-Hängematte zurückgreifen. Ich kann dir aber sagen, dass ich in meiner auf dem Rücken, der Seite und auch auf dem Bauch schlafen kann, ohne dass ich sie allzu stark spannen muss. Ich habe sie mir mit einer Firstleine aus Dyneema so eingerichtet, dass ich sie relativ satt zwischen zwei Bäumen aufhängen kann, das Gurtband aus Polyester dann aber ungefähr so stark nachgibt, dass etwa ein 25°-Winkel dabei herauskommt. Der Stoff ist dann gut gespannt, gibt aber immer noch angenehm nach. Je flacher eine Brücken-Hängematte aufgehängt wird, desto härter fühlt sich der Stoff an. Die Firstleine dient mir dazu, immer etwa den gleichen Aufbau zu erreichen und sollte mich davor bewahren, dass ich ungewollt durch einen zu flachen Aufhängewinkel zu grosse Kräfte auf die Stangen aufbauen kann. Aus diesen Gründen arbeite ich auch bei einer Brücken-Hängematte gerne mit einer Firstleine.


    Ach ja, gerade wenn die Brücken-Hängematte noch neu ist, ist es ganz normal, dass die Materialien noch etwas nachgeben: Der Stoff dehnt sich etwas und auch die Gurtbänder werden sich zu Beginn noch etwas dehnen. Danach ist dann einfach noch die natürliche Elastizität der Materialien vorhanden.


    PS: Setze unter dem Titel doch noch ein paar aussagekräftige Tags. Wenn du drei Buchstaben tippst, werden dir die passenden bereits vorhandenen Tags angezeigt, die du dann wählen könntest. Dein Beitrag wird dann leichter von anderen gefunden.

  • massa, ich habe mir noch dein Video angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass du wirklich stark »bananenmässig« liegst:

    • Kopf und Füsse sinken nur wenig in die Hängematte ein und liegen entsprechend nur wenig unter den Spreizstäben.
    • Dadurch kommt der seitliche Kurvenschnitt kaum zum Tragen. Du liegst in deiner Brücken-Hängematte ähnlich wie in einer gewöhnlichen Spreizstab-Hängematte (siehe ganz unten im Artikel oder Bild im Foren-Logo).
    • Dazu passt auch, dass im Video der Eindruck aufkommt, dass deine Hängematte ziemlich kippelig ist.

    Damit der seitliche Kurvenschnitt wirken kann, braucht die Hängematte zwischen den Spreizstäben etwas Durchhang, die Seitenwände der Hängematte sollten nicht fast ganz horizontal verlaufen.


    Beim Kopfende braucht es nicht so viel Durchhang:

    • Es ist angenehm, wenn die Schultern nicht eingeengt werden.
    • Es ist angenehm, wenn es von der Schulterpartie bis zum Kopf eine leichte Biegung nach oben gibt.

    Beim Fussende ist es aber angenehmer, wenn die Seitenwände ihre Wirkung entfalten. Dort sollte der Stoff deshalb durchaus etwas nach unten durchhängen, die Seitenwände steiler nach oben zeigen:

    • Dadurch kommen die Beine gerader zu liegen.
    • Der Schwerpunkt sinkt und die Hängematte ist weniger kippelig.

    In meinen Brücken-Hängematten kann ich mich problemlos aufsetzen, ohne dass ich gleich nach links oder rechts wegzukippen drohe. Funktioniert das bei deiner auch? Falls ja, dann täusche ich mich mit meinen Beobachtungen vielleicht.


    Ich hoffe, dass ich dich mit diesen Beobachtungen nicht entmutige oder dein Werk schlechtrede. Es sind einfach die Dinge, die mir beim Betrachten des Videos durch den Kopf gegangen sind.

  • Sorry, dass ich es jetzt erst schaffe! Ich kam mir schon blöd vor.


    Vorerst: vielen, VIELEN Dank für das detaillierte Feedback und die Tipps Waldläufer70 , ich weiß das sehr zu schätzen, gerade weil du da schon viele Erfahrungen gemacht hast!


    Zu den Fragen bzw. Chronologisch zu deinen Absätzen:

    • Bzgl. Platz/Liegefläche: du hast das Video ja nun anschließend gesehen. Ich bin mit Kopf fast und mit den Füßen vollständig in diesen „Mulden/Taschen“. Ich bin 184cm. Die Liegefläche müsste genau 211cm sein.
    • Bzgl. Mittelpunkt des Radius: Ja, er ist genau in der Mitte der Matte. Ich habe es schon bei dir bei deinem Schnittmuster gesehen, dass du das anders machst. Ggfs. sollte ich damit auch mal variieren.

    Danke für deine Erläuterung zu deinem Design. Klingt schlüssig. Und scheint ja auch gut zu funktionieren.


    Ja wie du erwähnst hat es mir die Treem extrem angetan! Ich würde Sie auch kaufen, wenn Sie mir nicht echt grenz wertig zu schwer ist. Daher will ich mit dem Design/Schnittmuster-Richtung noch etwas weiter rumprobieren. Ich denke auch die 4-Leinen-Aufhängung trägt auch dazu maßgeblich bei. Diese werde ich als nächstes nachstellen.


    Bzgl. der Spreizstäbe: Also das Bild der Holz-Stäbe in der von mir oben verlinkten Gallerie ist ja von der Treem-Seite selbst. Also sogar im Handbuch glaube ich. Ich verstehe deine Bedenken. Werde das aber definitiv ausprobieren. Ich werde aber auf jeden min. Fall 4cm dicke trockene Holz-Stöcker verwenden!

    • Aber was meinst du genau mit „flach abspannen“? Hohe Spannung?

    Das mit dem Nachgeben des Stoffes und vor allem mit dem Polyester-Gurtband war ein guter Tipp!! Danke. Ist bereits bestellt.


    Hashtags habe ich nachgetragen. :)


    Danke für deine Bezugnahme im zweiten Betrag! Ich habe jetzt erst verstanden, dass der Kurvenschnitt eigentlich ganz anders gedacht ist! Ich habe immer gedacht er soll durch (extreme) Spannung den Stoff mehr als an Kopf und Füßen seitlich straffer ziehen. Dabei ist es „hängend“ ja viel logischer. X/ Also wie bei deinem System. Mh… Jetzt muss ich echt mal nachgrübeln… ^^


    Aber…. Bei der Treem scheint es ja dennoch irgendwie zu gehen. Hast du davon mal ein Video (0:37 z.B.) gesehen wie er einsteigt? Die sieht fast schon magisch aus wie festgenagelt die Speizstäbe bleiben!


    Zu deiner Frage noch:

    • Nein, ich kann mich nicht ohne weitere Aufsetzen und die Beine hochnehmen. Hast schon recht.

    Und du redest nichts schlecht! Wie gesagt: ich sauge alles auf und versuche es irgendwie mit meiner Idee meiner Traum-Matte in Einklang zu bringen. Hat jetzt schon einiges gelernt!


    Ich werde erstmal eine weitere Matte mit dem gleichen Schnittmuster und dem Polyester-Gurtband nähen und mit einer 4-Leinen-Aufhängung straff wie die Treem abspannen. Wenn dies nicht funktioniert werde ich wohl mehr in deine Richtung gehen.


    Noch eine Frage am Ende: Hast du oder jemand einen Tipp für Schnitt-Muster Material? Habe bisher 3 alte Tapeten-Stücke zusammengeklebt um auf 1.3m zu kommen. Gibt es eine bessere Lösung?




  • Ja wie du erwähnst hat es mir die Treem extrem angetan! Ich würde Sie auch kaufen, wenn Sie mir nicht echt grenz wertig zu schwer ist. Daher will ich mit dem Design/Schnittmuster-Richtung noch etwas weiter rumprobieren. Ich denke auch die 4-Leinen-Aufhängung trägt auch dazu maßgeblich bei. Diese werde ich als nächstes nachstellen.

    Das Doppeldreieck führt dazu, dass gar nichts mehr gross auf eine Seite kippen kann. Die Hängematte hängt ja nicht mehr an zwei Punkten oben am Stamm, sondern wird zusätzlich nach unten verspannt und damit (ein Stück weit) am Schaukeln gehindert. Je höher die Spannung, desto weniger kann es schaukeln.

    Bzgl. der Spreizstäbe: Also das Bild der Holz-Stäbe in der von mir oben verlinkten Gallerie ist ja von der Treem-Seite selbst. Also sogar im Handbuch glaube ich. Ich verstehe deine Bedenken. Werde das aber definitiv ausprobieren. Ich werde aber auf jeden min. Fall 4cm dicke trockene Holz-Stöcker verwenden!

    Aber was meinst du genau mit „flach abspannen“? Hohe Spannung?

    Bei deinen Holzstäben sehe ich kein Problem. Ein Problem würde ich sehen, wenn du dir unterwegs jeden Abend neue Stäbe zusägen / schnitzen würdest. Solche Hölzer sind selten gerade und auch die Belastungsfähigkeit ist nur schwer einzuschätzen.


    Ja, mit »flach abspannen« meine ich einen flachen Hängewinkel, also mehr Spannung.

    Danke für deine Bezugnahme im zweiten Betrag! Ich habe jetzt erst verstanden, dass der Kurvenschnitt eigentlich ganz anders gedacht ist! Ich habe immer gedacht er soll durch (extreme) Spannung den Stoff mehr als an Kopf und Füßen seitlich straffer ziehen. Dabei ist es „hängend“ ja viel logischer. X/ Also wie bei deinem System. Mh… Jetzt muss ich echt mal nachgrübeln…

    Dazu hat Furbrain mal eine Frage gestellt und es ist ein informativer Faden entstanden.

    Aber…. Bei der Treem scheint es ja dennoch irgendwie zu gehen. Hast du davon mal ein Video (0:37 z.B.) gesehen wie er einsteigt? Die sieht fast schon magisch aus wie festgenagelt die Speizstäbe bleiben!

    Es gibt zwei Möglichkeiten mit einer Brückenhängematte eine flache Liegefläche zu erreichen:

    • Sehr hohe Spannung und dadurch eine ziemlich ebene Fläche. Dazu reicht eine recht geringe Kurve aus. Der flache Hängewinkel macht die Konstruktion aber sehr kippelig, weil der Schwerpunkt nach oben gebracht wird.
    • Steilere Seitenwände, die wie die Seilverstrebungen einer Hängebrücke wirken (daher der Name der Brückenhängematte). Hier hilft eine tiefe Kurve, trotz mehr Durchhang der Gurtbänder eine erstaunlich ebene Liegefläche zu erhalten. Allerdings wird es im Schulterbereich schnell einmal unbequem, wenn man das auch beim Kopfende zu stark in die Praxis umsetzt. Die »Koma« beispielsweise (wie auch meine beiden Brückenhängematten) arbeiten deshalb am Kopfende mit einem längeren Spreizstab als am Fussende.

    Ansonsten löst die Treem das Problem des hohen Schwerpunkts durch die doppelte Abspannung. Da könnte man die Frage aufwerfen, ob es sich noch um eine "Hängematte" im engeren Sinn handelt oder eher schon um eine "Spannmatte", um einen neuen Begriff zu kreieren.

    Noch eine Frage am Ende: Hast du oder jemand einen Tipp für Schnitt-Muster Material? Habe bisher 3 alte Tapeten-Stücke zusammengeklebt um auf 1.3m zu kommen. Gibt es eine bessere Lösung?

    Ich schneide mir aus zusammengeklebten A4-Bögen eine Kurve aus. Ich zeichne mir die Kurve auf zusammengeklebte A4-Bögen auf. Den Hängemattenstoff falte ich der Länge nach und hefte die Kurvenvorlage an den beiden Seitenrändern darauf. So bekomme ich mit einem einzigen Schnitt beide Seiten identisch zugeschnitten und brauche kein grosses Schittmuster. Ich muss bloss den Stoff vorher auf das gewünschte Rechteck (oder Trapez, wenn Kopf- und Fussende nicht gleich breit sein sollten) zuschneiden.


    Ich bin froh, dass mein Beitrag nicht als negative Kritik angekommen ist. :)

  • Bzgl. Mittelpunkt des Radius: Ja, er ist genau in der Mitte der Matte. Ich habe es schon bei dir bei deinem Schnittmuster gesehen, dass du das anders machst. Ggfs. sollte ich damit auch mal variieren.

    Der Mittelpunkt der Kurve darf – so scheint mir – durchaus in der Mitte der Seiten liegen. Was ich aber echt empfehlen kann, ist ein zweiter "Scheitelpunkt" der Kurve in der Gegend der Knie. Dadurch wird zwar ein Kopf- und ein Fussende definiert, du kannst dich nicht mehr einfach anders herum in die Hängematte legen (Nachteil), dafür werden die Knie (jedenfalls bei meiner Version 2.0) kein bisschen mehr überstreckt und es gibt auch keinen Druck auf die Fersen (in Rückenlage). Ich würde das bei meiner Version 3.0 auf jeden Fall wieder so machen.

    ANMERKUNG (Edit): Ein Scheitelpunkt in Richtung Knie verschoben funktioniert sehr gut. Ob zwei Scheitelpunkte (eigentliche Kurve plus ein zweiter Scheitelpunkt in Richtung Knie) auch funktioniert, kann ich nicht garantieren. Ich würde es aber bei Variante 3.0 ausprobieren.


    Wegen dem Gurtband: Noch weniger elastisch wäre das festere Polyesterband (Achtung, da brauchst du eine starke Nähmaschine!) oder gar eines aus Dyneema (12mm) (Dyneema, 20mm, eher zu breit). Aus meiner Sicht ist es aber gar nicht schlecht, wenn im System noch etwas Elastizität erhalten bleibt. Gerade wenn du in Richtung Treem gehen möchtest (hohe Belastungen/Spannung), dann reduziert Elastizität die Belastungsspitzen, die durch gelegentliche etwas rabiatere Bewegungen beim Reinsetzen oder Umdrehen entstehen können, ein ganzes Stück weit – ähnlich wie ein dehnbares Kletterseil einen Sturz auffangen und abfedern kann.


    Das festere Polyesterband könntest du allenfalls für die Aufhängeschlaufen verwenden, da es etwas schmaler ist als das "schwächere" und bestimmt etwas mehr "Missbrauch" durch Knoten (Dyneemaleinen, etc.) verzeiht. Auch da brauchst du aber eine recht starke Nähmaschine (bei meiner Version 2.0 bin ich so vorgegangen; ich glaube, da waren etwa 4mm Dicke zu bewältigen).


    Ich frage mich gerade, ob dieses 25mm-Dyneema-Gurtband etwas für die Aufhängunug am Baum sein könnte oder ob das in Schnallen auch rutscht, wie das anscheinend bei einigen Dyneema-Bändern der Fall sein soll. Ich stelle da mal rasch eine «kurze Frage».

  • So… Ich schaffe es ggfs. nicht so schnell wie du immer. Aber wiedermals: danke!

    • Bzgl. Abspannung: Ja, das System bzgl. Doppeldreieck geht mir ein. Habe dafür alles bestellt. Werde es heute oder morgen mal genauso wie bei der Treem nachstellen mit meiner Matte und gucken was passiert.
    • Bzgl. Spreizstäbe vor Ort: da sehe ich wirklich kein Problem. In den Gebieten wo ich unterwegs bin (Harz & Elbsandsteingebirge) gibt es zuhauf (gute, stabile) Hölzer. Mit dem ganzen Körpergewicht hinauflehnend kann ich Sie vorher ausreichend testen.
    • Furbrain und den Faden werde ich checken.
    • System Treem vs Dendronaut etc.: Ja, ist mir im Nachhinein auch klar geworden. Auch die verschieden langen Stäbe & Vor- & Nachteile. Wie gesagt: ich werde das mal mit der Doppel-Abspannung probieren und bin gespannt was es bringen wird!
    • Schnittmuster: danke, so kann man es natürlich auch machen. Die Richtung werde ich auch mal anpeilen.
    • Bzgl: Radius der Kurve: Ich kann deine Anpassungen da sehr gut nachvollziehen. Wertvoller Erfahrungswert!
    • Dazu noch: Ich habe spaßeshalber mal den Prozentualen Anteil von der weitesten zur „tailliertesten“ Stelle ausgerechnet. Ergebnis… Treem 76%, meine Vorlage: 74%. Also grundlegend sollte das schon gut passen.
    • Wg. Gurtband: ich habe jetzt ja erstmal das normale Polyester statt dem Polyamid-Band bestellt. Damit sollte es ja schon mal ein wenig fester werden. Wenn nicht, würde ich das von dir genannte 12mm Dyneema anpeilen. Das andere ist mir ein wenig zu dick. Auch wg. Verarbeitung etc.
    • Zu dem 25mm Dyneema habe ich deine Frage im „kurze-Frage-Thread“ gesehen. Nja bei ExtremTextil schreiben Sie ja zumindest: „Dyneema® ist eine sehr glatte Faser, daher ist die Oberfläche des Bandes recht glatt. In unseren Schnallen klemmt es aber trotzdem sehr gut.Hast sicherlich gelesen. Aber wenn ich fragen darf: wozu? Ist ja wirklich überdimensional fest. Und ist es so viel leichter? Kost ja auch gut was….

    Gruß, Massa

  • Bzgl. Spreizstäbe vor Ort: da sehe ich wirklich kein Problem. In den Gebieten wo ich unterwegs bin (Harz & Elbsandsteingebirge) gibt es zuhauf (gute, stabile) Hölzer. Mit dem ganzen Körpergewicht hinauflehnend kann ich Sie vorher ausreichend testen.

    Dann ist gut! Du bist auch 184cm gross wie ich, vielleicht etwas leichter... Bei einer stark gespannten Brücken-Hängematte können da bei ruckartigen Bewegungen schon mal Belastungen bis gegen 100kg auf die Stangen kommen, v.a. am Kopfende.

    Zu dem 25mm Dyneema habe ich deine Frage im „kurze-Frage-Thread“ gesehen. Nja bei ExtremTextil schreiben Sie ja zumindest: „Dyneema® ist eine sehr glatte Faser, daher ist die Oberfläche des Bandes recht glatt. In unseren Schnallen klemmt es aber trotzdem sehr gut.“ Hast sicherlich gelesen. Aber wenn ich fragen darf: wozu? Ist ja wirklich überdimensional fest. Und ist es so viel leichter? Kost ja auch gut was….

    Nein, hatte ich übersehen... Danke fürs Zitieren! :) – Ja, ist überdimensioniert wie auch geschrieben. Extremtextil hat leider kein leichteres. Vielleicht hat TreeGirl leichteres und weniger starkes Dyneemaband in ihrem Shop? – Ist das obere Band bei der Treem nicht auch aus Dyneema? Ich rechne da jeweils mit einem Sicherheitsfaktor von fünf. Und Dyneema (wenn nicht überdimensioniert) ist natürlich noch ein Stück leichter als Polyester. Die geringere Dehnbarkeit hat Vor- und Nachteile (berechenbarer beim Aufbau, dafür weniger schock-absorbierend).

  • Ist das obere Band bei der Treem nicht auch aus Dyneema?

    Ja, ist es. Das untere nicht. Habe vorhin erst noch im Handbuch geschaut.


    Bin aber noch am grübeln, ob die Seitenwände-Gurtbänder auch aus Dyneema sind. Das nennt er nirgendwo. Vielleicht ist das ja sogar ausschlaggebend für sein ganzes System.


    Er schreibt in seinem "Development-Story" dazu an zwei Stellen:


    - Then I got UHMWPE (dyneema) rope and proper stainless steel rigging rings from Ebay for my next more advanced prototype. Slowly but surely Treem hammock began to take its form.


    - I decided to use only good lightweight materials (UHMWPE rope and webbing and 70D ripstop Nylon) for the final prototype.


    Nicht sicher ob er in diesem Falle mit ropes auch die Gurtbänder meint. Aber sagt indirekt, dass es zum Liege-Verhalten beigetragen hat.


    Daher werde ich glaube die nächste Version pauschal mit den von dir genannten 12mm Dyneema-Gurtbändern vernähen. Auf die 15€ extra kommts nur auch nicht an...


    Zudem werde ich - wie er - auch die oberen Baumgurte aus dem 25mm Dyneema nähen. Würde ja eig. bzgl. Belastung dünneres Nehmen, mache es aber wg. des Baumschutzes nicht. ;-)


    Ich halte hier auf dem Laufenden.


    Gruß,

    Massa

  • TreeGirl: Wenn ich richtig gelesen habe, hast du ja sogar eine Treem-Matte, richtig? Du meintest glaube, dass du Sie erst später "richtig" testen kannst bzw. zum Treffen mitbringen willst.


    Welche der beiden Varianten ist das? Und hast du Sie zufällig mal (ohne dem ganzen Zubehör) gewogen?


    Die Info findet man nämlich nirgens im Netz. Nur das Gesamt-Gewicht....


    Gruß.

  • Der Stoff sieht ähnlich aus. Aber ob es der gleiche mit den gleichen Eigenschaften ist, bezweifle ich. Wenn man sich nicht gut auskennt, kann man bei solchen Bestellungen auf die Nase fallen. Ich spreche aus Erfahrung - wenn auch noch nicht im Hinblick auf Stoffe.


    Ob die Treem doppellagig ist, weiß ich nicht. Ich habe sie noch nicht so genau angeschaut. Bill von Towns End Hammocks schwört im Übrigen auf die Hybrid-Stoffe von Ripstopbytheroll. Vom zumindest äußerlich ähnlichen HEX70 XL hält er nicht viel.

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