Aus eins mach zwei - mein erstes DIY-HM-Experiment

  • Nachdem sich die Euphorie etwas gelegt hat, ist mir leider ein klitzekleiner Fehler bei meiner Arbeit aufgefallen. Er ist wirklich winzig und eigentlich nicht der Rede wert. Eigentlich eher ein Feature als ein Fehler. Aber ich würde es Nachahmern empfehlen, dem Beachtung zu schenken:


    Die Kompression der Isolation ist stärker ausgefallen als geplant.


    Ich wollte keinen flatternden Stoff unten haben, so 1..1,5cm wäre super gewesen.

    Aber leider zieht sich der untere Stoff und damit die Isolation etwas straffer als gedacht, wenn ich drinnen liege.

    Liege aber trotzdem mollig warm, der Flies ist für den Zweck sehr gut und komprimiert nicht komplett, nur habe ich eben etwas Spätherbst-Potential verschenkt.


    Ich hatte zunächst an einem andern Prototypen getestet, dann für das vorliegende Material das theoretisch erforderliche Übermass der unteren Stoffwanne ausgerechnet (2x geplante Isolationsdicke 1,5cm an den Rändern und ein halber Kreisumfang für die Wölbung dazu, in summa 6cm mehr Unterstoff in beiden X und Y Richtungen vorgesehen).

    Auch Mess-Toleranzen und Nähverzerrungen bedacht und besser vermieden als beim Prototypen. Mit Stecknadeln und Falzen die "Wannenform" gesichert, und dann sehr sorgfältig genäht, dass nichts mehr schief gehen kann.

    Am Ende auch noch den Flies am Rand durchgesteppt, da der in der Wanne etwas zu stark verrutschen wollte.



    Aber ich Trottel hab wohl die elastische Dehnung des Oberstoffes unterschätzt, oder sagen wir vergessen. Das nächste Mal würde ich also diese noch hinzufügen, oder mindestens 10cm statt 6cm Stoffübermass der unteren "Wanne" wählen.


    Aber trotzdem ist meine Lieblings-Hängematte jetzt noch bequemer und besser geworden, ohne die Einengung eines knappen DD-Underblankets mit seine Gummizügen. Einfach Karabiner einklipsen und reinlegen, sofort verströmt warme Behaglichkeit von unten her.


    Gestern war übrigens ein stürmischer Tag, bei einem normal angeklipsten UQ wäre der Wind mit Sicherheit in die Spalten gefahren. Der war so stark, dass die HM völlig freiwillig schaukelte. Aber von CBS nichts zu spüren - alles blieb mollig.


    Und falls es Nachts mal kälter als 10 Grad (?) wird, kann ich immer noch meinen Daunen-UQ oder meine eierlegende Wollmilchsau drunterhängen.

    (oops, von der muss ich ja auch noch berichten! :rolleyes:)


    Nachtrag: Ich denke, ich könnte im Bereich grösster Bogenstraffung (am @@@@@) ein Grosses Loch oder besser kreuzweise Schlitze aus der "Wanne" rausschneiden und liebevoll vom Hand grosszügig geschnittene Flicken drübernähen. Vielleicht hilft mir meine liebe Frau, muss sich ja jemand dazu reinlegen...)


    Eine dritte Option wäre, die Nähte zumindest an den Fuss-Kopfseiten noch mal aufzutrennen und weiter nach innen (also mit mehr Übermass am Unterstoff) zu legen. Aber ich kann sagen, der Gedanke schmerzt mehr, obwohl das vielleicht die saubere Lösung wäre.


    Frage: kann mir jemand mit der elastischen Dehnung des Ripstop Nylon 70d weiterhelfen? Ich nehme an, das meisste passiert in Längsrichtung?


    (Aber hab mittlerweile schon eine Idee: Ungestreckt einen Kreis oder Messlinie pro Richtung einzeichnen und gestreckt (mit Menschgewicht) nachmessen (Assistent/in), dann weiss ichs ja vielleicht ausreichend genau...)


    Gruss Jörg.

  • 1. UQ am Kopfende mit einer Quernaht an der Hängematte festgenäht.

    2. Beide Längsnähte grob geheftet.

    3. Testperson in die aufgehängte Hängematte einsteigen lassen.

    4. Lage der künftigen Quernaht am Fußende mit Kreidestift markiert.

    5. Quernaht am Fußende grob geheftet.

    6. Hängematte aufgehängt und selber reingelegt.

    7. Unzufrieden. Zurück zu 4.

    nach 3-4 Runden:

    8. Längsnähte und Quernaht Fußende fertiggestellt

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Hallo miteinander, und Herzlichen Danbk für die wieder mal schnelle Hilfe an Euch!


    Also habs letzte Nacht erst mal probiert, und um Mitternacht bin ich rein da zu kalt. Allerdings waren es wohl auch wieder um die zehn Grad, eventuell leicht oberhalb.


    Danke für deinen Tip TreeGirl, habe auch die selben Gedanken gehabt (v.a. um das Auftrennen zu sparen) aber ich glaub ich muss noch mal ran. Ob das Climashield-respektives Material ist, weiss ich nicht so genau. Habs in Finnland gekauft, 150g/m2, 6 Euro der Meter, Breite wie üblich 150cm. Ist "Made in Finland".
    Jedenfalls komprimiert das ganze bei mir auf gefühlt auf wenige mm, umkomprimiert wars fast 2cm. Im Prinzip fühlt es sich ähnlich an wie die Füllung des DD-Underblanket.


    Aber mein Hintern und Rücken haben mir heute Nacht klar mitgeteilt, was zu tun ist.

    Momentan favorisiere ich zwei Varianten:


    A) Auftrennen der beiden Kopf- und Fuss- Nähte (und Steppnähte, also knapp 6 Meter Schlaufe für Schlaufe. ;( )

    Vorteil wäre, dass damit auch der Flies unter Last weniger längs gestreckt wird und sich eher "wellenartig" dem Körer anpasst, was vielleicht die Luftschicht sogar etwas staucht. Ohne Last ist er dann aber sicher etwas bauchig, aber das ist dann im Prinzip Wurscht (Korrigiere: Banane).

    Dann jedenfalls ähnlich verfahren wie Mittagsfrost , bzw, ich würde ggf. sogar von inne sitzend ein paar Sicherheitsnadeln an den Enden durchstecken. Oder meine Frau bitten zu messen. Dann spar ich mir eventuell eine Runde. (Aber wir wissen wie das ist, alleine arbeitet es sich bei extravaganten Hobbies oft am leichtesten. :))


    Die andere noch heisse Variante ist ein Ansatz mit Stift/Tape und der Schere, also unterm Hintern quer durch von links nach rechts einen Schlitz, dann bei Last die klaffende Lücke längs nachmessen oder tapen, und dann eine "Querbanane" einnähen. (Vermutete Abmessung der Querbanane 140cm x 10cm oder so?)

    Vorteile: ergonomischere Form der Wanne, kein Auftrennen der bereits geglückten Nähte nötig. Weiterer Vorteil: Die wichtigsten Teile der Matratze werden farblich hervorgehoben (ich glaube nicht, dass ich auf die Schnelle die selbe Farbe finden werde.)

    Nachteil: Manuelle Nähte von ca. 3m werden nötig, zumindest die letzte Abschlussnaht, und eventuell siehts auch ähnlich meiner geflickten Hose aus. Denn mit der Maschine dürfte zumindest die allerletzte Naht sehr schwerig werden, ich will in der Mitte nichts anheften oder gar durchsteppen. (Aber Tips wieder gerne!)

    Ein weiterer eventueller Vorteil: Ich könnte sogar noch einen grossen Flecken Extra-Flies am Po mit einarbeiten. :P

    Ein vermuteter Nachteil auch wie gesagt der immer noch in der Mitte überstreckte Flies (aber das ist eventuell nicht so schlimm, der ist ja auf die Länge recht nachgiebig - wäre zu prüfen).


    Die dritte Variante mit dem ausgeschnittenen Kreis aus der Wanne und eingenähter grösserer Ellipse habe ich verworfen, ich glaube davon bekomme ich morgens eher einen roten Druckring um den Hintern. Und leichter wäre die auch nicht zu bewerkstelligen.


    Aber alles in allem ist die ganze Sache immer noch ein vielversprechendes Konzept, ich will das unbedingt noch weiter verfolgen. 1kg isoliert, bis 0Grad? (Vergleich DD-Underquilt) und die nahezu vollkommene Winddichtheit, Passgarantie und auch den breitflächigen Polsterkomfort will ich nicht mehr missen. Packmass ist was es ist, auch separat HM + UQ verpackt braucht Platz, das wird schon passen mit etwas Übung.


    Also weiter gehts!

  • Erfolg!

    Habe das Fussende aufgetrennt (mit einem polierten, japanischen Ess-Stäbchen ging es eigentlich fast wie mit der Entnähmaschine), dann die Matte mit paar Büchern aufgehängt und die nach innen gerückte Mittenposition neu angesteckt, diesmal noch etwas Dehnspielraum hinzugegeben. Ca. 10cm mehr Übermass für den Wannenstoff und das Flies ergaben sich in Längsrichtung, also insgesamt geschätzte 17cm).

    Natürlich kurz probegelegen.


    Dann am Boden mit meiner favorisierten Büchersammlung der letzten Wochen (Leseempfehlung, für alle!!!) genauer angepinnt,


    ...und dann genäht. Auch das ging dieses Mal schon recht flott von der Rolle.


    Beim Durchsteppen dieses Mal besser darauf geachtet, dass der Wannenstoff auch hier lockerer liegt als der Trägerstoff, um unschöne Rüschen und Stoffzerrung (aufziehende Nahtlöcher!) zwischen den zwei konkurrierenden Nähten zu vermeiden.


    Reingelegt und passt!


    Wenn das mal nicht die Richtung für mein Tarpprojekt vorgibt...


    Dann ist meine Frau allerdings der Meinung, dass ich das selbe jetzt noch oben rum machen sollte, also Sommer-Topquilt mit Reissverschluss o.ä. rannähen....

    :/:/:/

  • Ich hatte eigentlich seit einem Jahr vor, einen eigenen Faden zu genau diesem Konzept mit den dazugehörigen unvermuteten Problemen und Lösungen zu schreiben, die hier meines Wissens noch nicht beschrieben oder diskutiert wurden. :whistling:

    Vielleicht sind meine Erfahrungen ja trotzdem noch von Interesse.


    Meine Materialien für die isolierte HM: Das oft besprochene und für mich gewohnte 70den Nylon von extex als HM, Apex 133g/4oz als Isolierung und außen winddichtes Ripstop Nylon 20den. Die seitlichen Überstände des Apex sollten in der Mitte der Matte zusammengestückelt als Doppelung der Isolierung zum Einsatz kommen, sodass dort theoretisch statt 2,5cm nun 5cm Isolierung wärmt.

    Mein Hauptaugenmerk lag auf der Vermeidung von Kältebrücken, später dann der Vermeidung zu starker Kompression der Isolierung durch mangelhaften Differenzialschnitt - also den Fragen, die sich im Gegensatz zum einfachen Bodenschlafen echt schwierg gestalten, wenn die Isolierung der HM bestmöglich funktionieren soll.


    Meine Vorstellung vor Beginn war, dass das Apex teilweise nicht am HM-Stoff anliegen sondern herunterhängen wird, also Kältebrücken entstehen. Deshalb hatte ich es mit 5cm langen Längs-Nähten im gut verteilten Abstand von etwa 30cm an den HM-Stoff geheftet und danach den winddichten Außenstoff locker aufgelegt, umgeschlagen und am Rand vernäht.

    Ich hatte mir diesen Schnitt ausreichend differenziell vorgestellt, auch die verschiedenen Rundungen berechnet, aber dabei die Dehnung der Hängematte völlig unterschätzt.


    Beim ersten Probeliegen war daher die Enttäuschung groß, dass der Außenstoff unter dem Hintern die Isolierung nahezu platt drückte und der Stoff straff gespannt war.

    Natürlich isoliert Apex auch noch etwas, wenn es auf unter 1cm zusammengedrückt wird. Kunstfaserisolierung basiert aber wie Daune auf dem Einschluss von Luft und hängt daher von der Dicke der Isolierung ab. Wenn man eine mögliche Dicke von 5cm auf 1cm zusammendrückt, reduziert sich also definitiv die Isolierwirkung (in welchem Maß, kann ich nicht begründen, ist aber bei Schlafsäcken und Isomatten ebenso zu beobachten).


    Die Kompression der Isolierung kam zustande, weil die Dehnung in der Mitte der Matte, dort wo die größte Belastung auftritt, in Längsrichtung mehr als 20cm betrug. Das konnte ich anhand der exakt rechtwinklig angeordneten Heftnähte beobachten. Der Außenstoff dehnt sich aufgrund deutlich geringerer Belastung dagegen kaum und ist daher beim Liegen zu eng. Bei dünneren HM-Stoffen, die sich stärker dehnen, wird sich dieser Effekt also vermutlich verschärfen.


    Meine Lösung war, an allen Kanten (nicht an den Ecken) den Außenstoff etwa 5cm weiter zu machen sowie bogenförmig aufzunähen (konkav wie ein Tarp mit Kettenlinienschnitt), sodass er in der Summe wahrscheinlich in der Mitte etwa 15cm weiter wurde. Das half ganz gut, wenn auch die äußeren Nähte durch die Bogenform sehr unregelmäßig wurden. Im Liegen konnte ich jetzt unter meinem Hintern den Außenstoff etwas von der Isolierung abziehen, ohne dass er im Wind flattern würde. Nach 5cm Bausch fühlte es sich allerdings unterm Hintern trotz der Doppelung nicht an, aber das gibt dieses Apex vermutlich auch nur theoretisch her.


    Diese Konstruktion reicht für mich bis etwa +10° aus, so wie es TreeGirl mal an anderer Stelle nach offiziellen Angaben zusammengetragen hatte. Auch +7° waren mit Komforteinschränkungen noch möglich (ich friere nicht so schnell).


    Nach einem Jahr gingen die Heftnähte teilweise auf, weil ich sie zum Experimentieren bewusst kaum vernäht hatte. Ich hielt sie trotz meiner ursprünglichen Überlegungen mittlerweile für überflüssig und entfernte sie größtenteils, weil ich annahm, dass der eher enge Außenstoff die Isolierung sowieso eher zu stark andrückt.

    Das war eine kapitale Fehlannahme, wie ich nach einer ungläubig durchfrorenen Nacht bei +15° feststellen musste. Es stellte sich heraus, dass die ursprünglich vermuteten Kältebrücken ohne Heftung tatsächlich entstehen, die Isolierfasermatte also nicht überall gut anlag. Meine anfänglich ziemlich theoretischen Vermutungen bestätigen sich also.

    Nachdem ich mit einigem Aufwand die Heftnähte erneuert hatte (ich wollte ja bewusst nicht den Sandwich zusammensteppen), isolierte die Matte wieder wie zuvor, also für mich etwa bis +8°.


    Die Heftnähte selbst stellen theoretisch natürlich ebenfalls Kältebrücke dar. Praktisch bauscht die Isolierung aber etwas über der Naht zusammen und für mich ist diese Einschränkung nicht spürbar.


    Fazit: Ich halte sowohl die Heftnähte, die die Isolierung am HM-Stoff halten, als auch einen ausgeprägten Differenzialschnitt des Außenstoffs vor allem in Längsrichtung für unverzichtbar, wenn die volle Isolierwirkung des Apex erhalten bleiben soll.

  • Jep, dem kann ich so zustimmen. Die Steppnähte sind erforderlich damit der Flies innen nicht verrutscht, also unkontrollierte Kältebrücken erzeugt. Meine Steppnähte habe ich umlaufend am Rand (mit Ausnahme der Ecken) vorgenommen, sodass diese den Flies längs wie quer grob in Form halten aber ich nie direkt auf den Steppnähten liege.


    Ich hab heute (nach getesteten 10Grad mit dabei 1cm Schichtdicke am Hintern = kalt) übrigens auch vom Kopfende her weitere ca. 10cm (Kettenlinienförmig) zugegeben, also in Summe nun ca. 27cm, jetzt hängt der Aussenstoff am Hintern/Rücken leicht und an den Beinen spürbar durch. (Einengen geht ja am Unterstoff nun leicht, falls ich ihn doch wieder straffen will.) Ein Nachttest steht noch aus. Quer habe ich nur ca. 7cm Übermass am Unterstoff, da spannts weniger. Wobei direkt im Bereich des Hinterns auch quer noch etwas Reinrücken der Nähte denkbar wäre.


    An die Null-Grad-Marke vermute ich komme ich jetzt entweder mit Schlafsack (statt TQ) oder mit weiterem UQ-Protektor (bzw. zweiter Sandwich-HM unten drunter, also +500g) heran. Vielleicht sogar ohne (?). Mit 5-8Grad wäre ich mit meiner jetzigen Lösung (ohne weitere Schichten) aber zufrieden. Den Winter-UQ gibts ja auch noch...


    Hier übrigens der Packsack meiner Thermomatte, gerade fertig geworden, und 99% recycelt (ausser dem Nähgarn):



    :thumbup::)

    Dieser Tag ein Leben!

  • Beim Selberbasteln erkennt man, wieviel Erfahrung und Entwicklungsarbeit im Wooki (und generell in Hängemattenausrüstung) steckt. Und plötzlich sind die Dinger gar nicht mehr so teuer, sondern eigentlich ganz schön preiswert.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Definitiv, aber günstig ist er deswegen auch nicht geworden. Zum Glück brauch ich ihn ja nicht, auch das Dank DIY: mit meiner DIY-Thermomatte (Aufpreis f. Isolation 18€ und 500g) und dem Cumulus Selva600 UQ bin ich sicher ähnlich gut für den nächsten Winter gerüstet.


    Das Nähen hat mir aber wirklich eine kleine neue Welt eröffnet. Eine (gekaufte) Ausrüstung ist ja gut und schön, aber bereits nach der zweiten HM bekommt man schlechtes Gewissen. Braucht man denn das, schon doppelt Geld ausgegeben, und was ist den nun wirklich besser geworden? Selbstgebasteltes Gear dagegen braucht keine Berechtigung. Die zweite DIY Hängematte ist bereits doppelter GEWINN. Und mit jedem Projekt fallen einem drei neue ein, die Herausforderung und auch Fertigkeiten wachsen.

    Das einzige was mir dabei Sorgen macht, ist die Suchtgefahr.


    :)

    Dieser Tag ein Leben!

  • Furbrain : Habe gerade deinen alten Faden entdeckt:

    Darf ich vorstellen: Der „Hysooqui“ - ein Hybrid aus Sooki und Underquilt


    Ja, dieser Lernprozess klingt sehr ähnlich, deine Messungen und Beschreibungen sind für mich sehr aufschlussreich!


    Leicht abgewandelt verwende ich wie gesagt nicht Apex sonderen anderes, ähnliches Isolations-Material. Es ist Made in Finland, daher der Preis auch nur 6,-/lfm, und hat eine Flächengewichtsangabe 150g/m2 und war ungefähr 2cm unkomprimiert.

    Ob das die selbe gute Isolierleistung hat wie Apex (gleicher oder welcher Spezifikation) kann ich eigentlich nicht sagen, es kann ja auch einfach nur "schwerer" sein als Apex. Aber unter Belastung hängend ist die Schicht am Rücken ca. 1cm oder dicker, es fühlt sich nach Einnähen in Nylon ähnlich wie das Material im DD Underblanket an. Und am Ende ist ja die "unbewegte Luft-Dicke" am hängenden, belasteten Objekt das entscheidendere als die Menge bzw. das Gewicht des Kunststoffgeflechts. Man belehre mich eines besseren, falls ich falsch liege - ich kenne Apex wie gesagt nicht - Hohlfaser?)


    Weis übrigens jemand, benutzt DD Apex für sein Underblanket? Ein- oder zweilagig?


    Ich habe mit einer Schicht meiner Isolation in nicht komprimierender Aufhängung mittlerweile gut bis 10 Grad nachts (wie du schön sagtest: "mit heruntergefahrenem Metabolismus") geschlafen.


    Aber irgendwann gegen 2:30...3:00 nachts - also kurz vor Sonnenaufgang - und zufällig beginnen auch dann die Vögel immer zu lärmen - wache ich regelmässig auf.

    Und bemerkte bei vorherrschenden 9 Grad (laut Wetter-App), dass der Hintern und teilweise Rücken beginnt, sich nach etwas mehr Wärme zu sehnen. Durchhang/Kompression nochmal geprüft: an sich OK. Feucht ists auch nicht, und Wind war da keiner.

    Nehme erst mal an, dass dies eben das Ende der Fahnenstange bei einer Lage Isolation (und meinem Wärmehaushalt) ist, und wenn ich deine Messungen/Erfahrungen und die anderen Angaben im Netz sehe, könnte das durchaus so stimmen. Ich hatte ein Nylon-Shirt + einlagig Fleece-Kleidung an.


    Interessant aber: Habe dann in einer weiteren Nacht bei ansonsten vergleichbaren Bedingungen meine "ELWMS" kontrolliert-locker drunter gehängt, also die Isolationsschicht zumindest verdoppelt plus zusätzlicher Windschutz überall herum, und ich wachte trotzdem wieder ca. 2:40h auf - auch 10 Grad, mit dem gleichen leicht unterkühlten Gefühl an Po und Rücken. Mit Handtest minimal lose Luft dazwischen sicher gestellt, war soweit alles i.O.

    Drehen auf die Seite half m.E., auf der Seite gelegen war eigentlich alles erst mal wieder warm. Zurück auf den Rücken und 5 Minuten = wie vorher. (Bin am Ende aber rein, da ich einen wichtigen Tag vor mir hatte und noch etwas Schlaf brauchte.)


    Das konnte einfach nicht mehr nur die Isolation sein. (?)

    Verringerter Dampftransport ?

    Hmm, beim vorherigen "Ausatmen-Drucktest" durch die jeweiligen Nylonstoffe war der Wannen-Nylonstoff durchlässiger also der 70d ripstopp meiner Hängematte. Und in der Nacht fühlte sich auch alles trocken und normal an.

    Oder ob die Isolation jetzt eigentlich zu locker (statt zu straff) hängt?

    An den Beinen hängt sie nun ja wie gesagt merklich durch, nachdem ich die Nähte noch mal verrückt (die Wanne gelockert) hatte. Ist da eventuell noch zu viel "bewegliche Luft" zwischen der HM und Isolationsschicht (?). Andererseits an Po und Rücken eigentlich kaum Durchhang (aber auch nicht wirklich straff - erwärmte Luft könnte also in Richtung der Beine verschoben worden sein - zumindest nicht ganz weg wie bei einem lockeren UQ...)

    Oder könnte das verringerte Durchblutungs-Wärmetransportleistung durch langen, gleichmässigen Druck an der selben Körperstelle sein? Kleidungsbedingte Druckstellen vielleicht?


    Also wie gesagt, ich bin zufrieden mit der Thermomatte aber ich denke da ist noch Potenzial drin, das ich gerne noch ausreizen würde. Was schön ist: Ich darf weiter tüfteln und probeliegen. :)


    - Entweder ziehe ich auch noch eine zweite Isolationsschicht ein, dann aber wieder mit Erhöhung des Gewichts und Volumens. Kosten sind bei 12 weiteren Euro eigentlich kein Thema.

    - Eventuell werde ich auch noch mal sehen, ob ich die untere Wanne doch wieder lokal verenge oder gar den Isolationsflies punktweise an die HM (von Hand) locker ansteppe, um sicher zu gehen, dass der Fliess am Rücken zwar unkomprimiert hängt aber eben dessen Oberseite sicher an der HM anliegt und Luftzirkulation innerhalb der Wanne verringert wird. (Dass Po und Rücken immer stärkeren Durchhang haben als die Beine ist ja nicht zu vermeiden.)

    - Vorher werde ich vielleicht auch noch mal testen, ob ich eigentlich auch mit zusätzlichem Daunen-UQ bei 10Grad und zu ungefähr gleicher Zeit und Kleidung (und ansonsten gleichen Schichten) auch frösteln würde, und wie sich dann der Rücken und Hintern anfühlt.

    - Oder aber ich gebe mich mit 10Grad einfach als gutem Kompromiss zufrieden und nehme für alles was tiefer geht meinen Daunen-UQ mit.

    (- Von meiner ELWMS werde ich wohl den schweren Schlafsack wieder abtrennen, und dann schauen wir, was ich daraus noch mache. Daunen-UQ noch besser anheften -> Cumuluuki? Irgendwas muss ich ja tun, bis das Tarp-DIY-Kit endlich ankommt... :) )

  • Habe den Durchhang seitlich/unterhalb der Beine nun mit weiteren Steppnähten gezähmt, und gleich auch den frei hängenden Bereich neben den Schultern (dort sparsamer), also in anderen Worten: lose Bereiche, in denen keine Körperlast aufliegt und nutzloser Durchhang theoretisch Luftverwirbelungen ermöglicht.

    Schauen wir demnächst (nachts) obs was gebracht hat, wenn ja, füge ich weitere gezielte Steppnähte im immer noch etwas lockeren Beinbereich hinzu. (Zumindest seitlich des Beinbereichs war der lose Durchhang beachtlich, was den Wärmeverlust im Bereich des Hintern erklären könnte...)

    Dieser Tag ein Leben!

  • Moin,


    also ich denke bei 10 Grad +/- ist mit einer Lage Isolation dann doch Schluss, das weitere Versteppen in den lockeren (lastfreien) Bereichen ist zwar sicher kein Fehler gewesen, die Form der Hängematte ist jetzt NOCH persönlicher geworden, sieht wirklich sehr speziell aus! Aber eine deutlich tiefere Temperaturgrenze hats m.E. auch nicht mehr gebracht.

    Ich geb mich jetzt mit diesem Kompromiss (Gewicht, Volumen, Aufwand etc.) einfach mal zufrieden, recht viele Sommernächte sind ja >10Grad und auch für das Abhängen zum Mittagsschlaf oder nach Feierabend reicht das allemal. Und dann habe ich ja noch den Underquilt...


    Angesichts sinkender Tagtemperaturen habe ich heute allerdings auch begonnen, mich auf den Winter vorzubereiten. "Untemrum" ist ja wie gesagt soweit vorgesort.


    Das Wintertarp-Set ist jetzt auch unterwegs.


    "Obenrum" habe ich ja bisher den Taiga250-Daunen-UQ und zusätzlich diverse Schlafsäcke. Im Winter werde ich kombinieren, da der Taiga dann sicher nicht immer ausreicht. Das Verrutschen der als Topquilt genutzen doppelten Schlafsäcke im Dunkel der Nacht hat mich letzten Winter allerdings immer etwas genervt.


    Habe heute dann mit Heftklammern und meinem Salewa Synthetik-Sommerschlafsack an meiner Thermo-HM experimentiert, und daraufhin bei ExTex einen (ich hoffe) passenden, teilbaren 1,50cm YKK-Reissverschluss bestellt. Davon werde ich wohl den einen Strang links und den anderen rechts an die Oberkante der HM annähen, dann kann ich den Sommerschlafsack (hoffentlich) jederzeit zusätzlich anzippern, eine Seite des Schlafsacks rechts, und die andere in der Nacht links. (Ich steige von links ein. Die 50..60g Mehrgewicht des RVS werd ich auch noch tragen können).

    Der Schlafsack hat natürlich auch eine Fussbox, mit Gummis am Fussende angehängt und den Klammern wie beschrieben (später mit dem RVS) verrutsscht der Schlafsack auch beim Umdrehen in der Nacht nicht mehr und ich habe genug Platz mich frei zu drehen (so zumindest mein Plan :). Aufgrund seiner reichlichen Breite liegt der Schlafsack trotzdem sehr locker auf, sodass ich mit dem Daunenquilt noch recht locker drunter passen sollte.

    (Umgekehrt wärs evtl. besser, also lockere Daune aussen, aber der Daunenquilt und seine Fussbox ist innen etwas schmaler. Der Sommerschlafsack ist jetzt auch nicht SOO schwer, in Kombination sollte das immer noch deutlich wärmer sein als nur eins von beiden. Schön flauschig wars beim ersten Trockentest jedenfalls.

    Und wenns nicht gut funtioniert, dann bin ich wieder klüger geworden, und kauf oder näh mir noch ne Daunendecke oder sowas. :) )


    Bissel mehr 70d Ripstopp hab ich übrigens auch bestellt, was ich wohl damit mache? Vielleicht fange ich dann doch irgendwann noch mit dem Brücken-HM-Projekt an, das ja eigentlich mal der Ursprung dieses Fadens war. Oder eine 12ft-HM? Aber schön eins nach dem anderen...)


    LG Jörg

    Dieser Tag ein Leben!

  • Hier paar Bilder vom Sommerschlafsack an die Thermomatte rangezippert. Im Winter soll das dann wie gesagt die äußere, doppelte Top-Iso-Hülle werden.

    Die RVS-Enden muss man leider vom Fussende her einführen (eng, gibt halt der Schlafsack-RVS vor), kann man aber dann je nach Belieben aufziehen... oder die linke Seite ganz offen lassen.


    Freu mich schon auf die nächste Probenacht! :)

    Dieser Tag ein Leben!

  • ...Probenacht war übrigens sehr gut, die RVS-Lösung zumindest auf der rechten Seite (also bei mir Oberkörper-fernen Seite) kann ich "wärmstens" empfehlen, insbesondere die Kältebrücken-freie Kniefreiheit und unkompliziertes Drehen in der Nacht. Links (Oberkörper-nah) habe ich nicht zugezogen, das lag gut so.

    Theoretisch kann man die Seite wechseln, wenn man andersherum liegt, oder die zweite (linke) RVS-Hälfte eben ganz weglassen.

    Beide Seiten zugleich zu ziehen macht evtl. dann Sinn, wenn der Schlafsack am Fussende breit genug ist, also keine Mumie...(?)


    (Nächstes DIY-Projekt: passende Daunendecke/Topquilt mit breitem Fussteil und passendem RVS, als noch leichtere Doppelung im Winter anstelle des etwas voluminösen Kunstfaser-Schlafsacks...:/)

    Dieser Tag ein Leben!

  • ...heute habe ich die Fussbox des Schlafsacks noch etwas aufgetrennt, geht jetzt noch besser: kann jetzt auch den LINKEN Reissverschluss problemlos schliessen, was im tiefen Winter sicher ganz beruhigend sein dürfte.

    Falls ich den Schlafsack jemals noch mal als solchen verwenden will, kann ich den entstandenen Schlitz noch zuknöpfen, aber so richtig fällt mir nicht ein, wann das noch jemals nötig wäre...:/


    Aber solange die Temperaturen klar im Plusbereich sind, hänge ich immer noch am liebsten nur mit dem Taiga250 Daunen-TQ, (also ohne Schlafsack-Doppelung), der ist einfach so super flauschig und leicht...


    Gruss Jörg

    Dieser Tag ein Leben!

  • Da ich immer noch auf Nähentzug bin, immer noch genug Gütermann-Garn auf der Rolle habe, und die KF-Isolation des zerfleischten 80er-Jahre-Deckenschlafsacks immer noch nutzlos rumlag, hab ich diese kurzerhand dreifach umgeschlagen, von Hand am Rand zusammengeheftnäht, und noch mal einen chirurgischen Eingriff in meine Thermomatten-Unterwanne gewagt. die zusätzliche Isolation deckt meine Schultern, den Rücken, den Hintern und die Oberschenkel ab. Natürlich in diagonaler Liegerichtung. Ca. 3m handgenäht (an die Bodenwanne), was mich drei therapeutische Abende gekostet hat. Weil ich mir erst mal keine weiteren, durchgesteppten Zerrnähte einhandeln wollte.


    Das Bild vom Smartphone anhängen geht irgendwie nicht mehr, zu gross. Aber ist auch besser so, bei den geschwungenen Nähten wird euch eh schwindelig.


    LG Jörg

    Dieser Tag ein Leben!

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