Vor zweieinhalb Jahren hatte ich mir - wie einige von euch wissen - über Kickstarter ein Kajak gekauft - und letzten Samstag ist es wundersamer Weise doch noch gekommen. Der Weg dahin (und meine seither bestehende Skepsis gegenüber diesem Vertriebsweg) soll aber jetzt kein Thema sein, sondern das Boot selber, bzw. die Mini-Tour, die ich heute damit unternommen habe. Das Besondere an dem Boot ist seine Transportabilität - auch ohne Auto. Damit hat man die Möglichkeit, echte Touren zu unternehmen, ohne an den Ausgangspunkt zurückkehren zu müssen.
Den etwa 25 kg schweren und dafür ziemlich leicht laufenden Rollkoffer kann man in den Öffis mitnehmen. Heute sollte bei mir die Einsatzstelle die nördliche Havel sein. Der Steg befindet sich keine 50 m von der Bushaltestelle.
Das Kajak aufzubauen dauert etwa eine halbe Stunde, aber da ich es erst zweimal gemacht habe, sind da auch noch kürzere Zeiten denkbar.
Das Gepäck und die Transporttasche kommen in die Spitzenbeutel, die das Boot unsinkbar machen.
Herzstück der Konstruktion sind drei Hydraulikpumpen, mit denen man das Boot auf Spannung und in Form bringt.
Der große Vorteil gegenüber starren Systemen besteht darin, dass man die Form des Bootes auch während der Benutzung verändern kann. Gerader Kiel bedeutet guter Geradeauslauf, nach oben gebogener Kiel bringt Wendigkeit. Aber damit nicht genug; man kann das Boot auch "schief" trimmen, also mit nach links oder rechts gebogener Spitze (Vorbild sind die venezianischen Gondeln) und damit z.B. schräg einfallenden Wind kompensieren, ohne den wechselseitigen Paddelschlag durch Korrekturschläge unterbrechen zu müssen. Das Boot ist also ein gutes Pendant zur Cross Hammock, die man ja auch während der Benutzung aus der Flachliegeposition in eine erhöhte Position verstellen kann (oder andersrum).
Und genau diese Trimmbarkeit ist mir heute auch zugute gekommen, denn der Wind kam schräg von vorn und hätte mir in einem normalen Kajak schwer zu schaffen gemacht. Im Packraft wäre man heute übrigens überhaupt nicht von der Stelle gekommen, sondern permanent abgetrieben.
Aber in diesem Boot war es ein großes Vergnügen - bis dann allerdings doch der Wind zu stark wurde. Ich habe deshalb kurz oberhalb der Stelle, an der wir im letzten August gehangen haben, ausgesetzt.
Die Wellen waren da schon ziemlich unangenehm.
Also abbauen, Hängematte aufhängen und erst mal gut isoliert abhängen.
Und dann brachte mich der Bus zurück.