Nachdem ich mir im Herbst vor zwei Jahren meine erste Brücken-Hängematte genäht hatte, war diesen Herbst mein zweites Exemplar an der Reihe.
Anpassungen des Stoffschnittes
Neben einem leichteren Stoff – ich habe dieses Mal das «1.6 oz HyperD Diamond Ripstop Nylon» von RBTR verwendet – habe ich die folgenden Parameter verändert:
- Die Länge der Liegefläche habe ich von 220cm auf 210 cm verkürzt.
- Die Tiefe der seitlichen Kettenlinien habe ich von 15cm auf 21 cm erhöht.
- Die Breite an der schmalsten Stelle ist dadurch von rund 100cm auf etwa 85 cm geschrumpft.
Davon habe ich mir versprochen, dass ich die Hängematte mit etwas mehr Durchhang würde aufhängen können, ohne etwas von der relativ flachen Liegeposition einzubüssen. Das hat geklappt. Allerdings würde ich mir wünschen, ich hätte einen etwas festeren Stoff verwendet. Der verwendete Stoff scheint in Querrichtung doch recht dehnbar zu sein. Und bei Brücken-Hängematten wird der Stoff in Querrichtung (Schussfäden) stärker belastet als in Längsrichtung (Kettfäden). Sicher hat das aber auch einiges mit Gewohnheit zu tun: Meine erste Brücken-Hängematte hatte ich ja aus dem doch recht festen Hexon 2.4 gefertigt.
Zusätzlicher Support des Körpers
Was ich bei der zweiten Brückenhängematte auch ausprobieren wollte:
- Ich wollte den tiefsten Punkt der Kettenlinie ein wenig zum Kopfende hin unter den Körperschwerpunkt verschieben, um den Support unter dem Kreuz etwas zu optimieren.
Aufgrund eines Blackouts bei der Herstellung ist der tiefste Punkt der Kettenlinie leider allzu weit in Richtung Kopfende gerutscht (im Bild rechts zu sehen). ![]()
Ich habe aus der Not eine Tugend gemacht und nutze den entstandenen Hügel nun einfach als Support unter den Knien, was sehr gut funktioniert. ![]()
Es funktioniert so gut, dass ich das bei einer allfälligen Brücken-Hängematte Nummer 3.0 sogar ganz gezielt wiederholen würde:
- Ich finde es sehr angenehm, wenn die Knie nicht überstreckt werden, sondern vielmehr ganz leicht angewinkelt bleiben.
- Zudem spüre ich in Rückenlage dank dem Support unter den Knien überhaupt keinen Druck auf den Fersen.
Ein bisschen weniger Support unter den Knien wäre aber auch ausreichend. Ich würde diesen also sicher nicht noch verstärken.
Bei Modell Nummer 3.0 würde ich vielleicht sogar die ursprüngliche Idee (Unterstützung des Kreuzes) mit dem «Zufallsprodukt» (Unterstützung der Knie) kombinieren:
Beide Veränderungen der Kettenlinie würde ich aber nur sehr dezent ausführen:
- Die Unterstützung des Kreuzes würde ich nur ganz leicht andeuten. Je näher an der schmalsten Stelle der Hängematte ich die Kurve anpasse, desto stärker wirkt sich eine Anpassung aus!
- Die Unterstützung unter den Knien würde ich eine Spur stärker als beim Kreuz ausführen, da diese sich wirklich sehr angenehm auswirkt und der Stoff dort auch bereits ein ganzes Stück breiter ist, so dass eine Anpassung der Kurve sich nicht ganz so stark bemerkbar macht.
Gepäckablagen
Eine weitere Anpassung, die ich bei Version 2.0 gemacht habe, betrifft die Gepäckablagen:
- Für den Übergang von der Hängematte zur eigentlichen Gepäckablage habe ich den Stoff verwendet, der von den seitlichen Kettenlinien übrig geblieben ist (Kurve zur Gepäckablage hin). Dadurch habe ich ein Gefälle von der Hängematte zur Gepäckablage hin geschaffen (siehe Bild unten). Es kann nichts mehr aus Versehen von der Ablage in die Hängematte rutschen.
- Die Gepäckablage selbst habe ich aus einem wasserdichten Stoff gefertigt. Mit der Möglichkeit, den Stoff in der Mitte ein Stück zur Ridgeline hin hochzuziehen, entsteht ein sehr guter Wetterschutz vom Kopf- wie auch vom Fussende her. (Fotos folgen später)
Fazit
Insgesamt bin ich mit der Hängematte insofern sehr zufrieden, als der Hängewinkel sich tatsächlich etwas vergrössert hat: Die Hängematte hängt etwas mehr durch als Version 1.0, was die wirkenden Kräfte etwas reduziert. Beim verwendeten Stoff setze ich vorerst noch ein kleines Fragezeichen. Vielleicht gewöhne ich mich aber noch daran. Der ungeplante Support unter den Knien ist eine gute Idee, die sich bestimmt weiterzuverfolgen lohnt.
Fotos
Hier ein paar Fotos von den ersten Nutzungen: