Meine zweite Brücken-Hängematte

Aufgrund von Wartungsarbeiten an der Hardware des Forenservers ist es notwendig am Freitag, den 30.10. ab 05:30 Uhr das System vollständig herunter zu fahren. Die Wartung sollte spätestens gegen 7:30 Uhr abgeschlossen sein. In dieser Zeit werden Techniker des RZ-Betreibers das Netzteil des Servers ersetzen und eine Reinigung des Kühlsystems vornehmen.

Während der Wartung wird jeglicher Zugriff auf das Forum zu einem Timeout der Verbindung führen. Im Anschluss an die Wartung wird das System wieder in seiner gewohnten Stabilität zur Verfügung stehen.
  • Zu deinen Fragen:

    Wenn du deine beste Brücken-Hängematte (Nr.3?) mit einer langen, guten Gathered-End-Hängematte vergleichst,

    - wo siehst du die Vor- und Nachteile?

    - ...auch in Hinsicht auf Isolierung/Underquilt...?

    Vorbemerkung: Wenn du mit einer für dich optimalen Gathered-End-Hängematte gut zurecht kommst, darfst du aus meiner Sicht von einer Brücken-Hängematte keine Wunder erwarten.


    Einschätzung zu meiner allfälligen Version 3.0 (aufgrund von Version 1.0 und 2.0):


    Vorteile:

    • Ich muss mich nicht für eine Liegerichtung (diagonal) entscheiden.
    • Die Knie werden gut unterstützt, es ist keinerlei Überdehnung der Knie spürbar.
    • Die Knie können in Seitenlage bei Bedarf (etwas) angewinkelt werden.
    • Ich habe gefühlt «mehr Platz»: Ich kann etwas nach rechts oder links rutschen, mich auf die eine oder andere Seite drehen. Es gibt nicht diese «Rinne», in der ich quasi «gefangen» bin.
    • Für die Schultern ist schön Platz (Spreizstab am Kopfende ist 110cm breit). Mit einem 70D-Stoff dürfte der Druck auf die Schultern gegenüber dem 40D-Stoff ein ganzes Stück abnehmen, weil der Stoff weniger nachgibt.)
    • Ich habe mehr Aussicht zu den Seiten hin (keine «Wand» auf einer Seite).
    • Ich kann sogar eine gewisse Zeit auf dem Bauch liegen (wäre jedenfalls das Ziel, funktioniert in den Versionen 1.0 und 2.0 bereits bedingt).
    • Ich muss bei gleichem Baumabstand die Baumgurte nicht so weit oben anbringen (habe dafür aber eine höhere Schaukelfrequenz [kürzeres Pendel]).
    • Es besteht viel weniger die Gefahr, dass mir etwas aus der Hängematte fällt: Topquilt wie auch Gepäck bleiben in der Hängematte, ohne dass ich sie sichern müsste.
    • Das Gepäck kann komplett in der Hängematte untergebracht werden und ist damit vom Boden weg.
    • Das Gepäck ist dabei unterteilt in Dinge, auf die ich nachts Zugriff wünsche (Kopfende), und solches, das ich nachts nicht benötige (Fussende).
    • Das Gepäck stört die Nutzung der Hängematte in keiner Weise, da es sich nicht neben mir, sondern «über» respektive «unter» mir befindet.
    • Der Topquilt liegt lose auf mir. Es besteht weniger die Gefahr, dass er zwischen mir und der «Liegerinne» eingklemmt wird.
    • Der Unterquilt kann gleich geschnitten werden wie die Hängematte und hängt dann passgenau und perfekt anliegend unter mir. Wenn die seitliche Kurve beim Quilt etwas weniger ausgeprägt ist, steht er sogar noch etwas über das Gurtband hinaus und kann mich auch an Stellen isolieren, die ich etwas ausserhalb der Hängematte positionieren sollte.

    Nachteile

    • Die Spreizstäbe sind zusätzliches Gewicht. Auch Karbonstangen wiegen etwas und selbst Trekkingstöcke müssen – soweit ich das mitbekommen habe – modifiziert werden, so dass sie dem Druck standhalten und nicht zusammengeschoben werden.
    • Der Mindestabstand der Aufhängepunkte ist grösser (rund 4 Meter).
    • Der Aufbau der Hängematte erfordert einen zusätzlichen Schritt: Die Spreizstangen müssen zusammengesteckt und eingefügt werden.
    • Der Unterquilt von Gathered-End-Hängematten passt nur bedingt. (Ich muss die Seiten bei tiefen Temperaturen mittels Gummikordeln zur Firstleine hin abspannen, damit die Seiten gut an der Hängematte anliegen.)
    • Beim Sitzen in der Hängematte drückt das seitliche Gurtband etwas ins Bein. (Es ist kein schlimmer Nachteil, aber das Sitzen ist in einer Gathered-End-Hängematte angenehmer.)
  • Glaubst du (hast du dir schon mal überlegt oder gar schon getestet), ob man eine Brücken-HM so konstruieren könnte, dass man die lokale Breite (Durchhang), also zB. Kniebereich oder Becken vs Taille vs Schultern bei Seitenlage, mittels einzelnen Verstellzügen in der Probephase oder gar dauerhaft justieren kann (später dann ggf. durch feste Nähte ersetzt)?

    Daher auch die Frage mit dem "Tuning" der Straffung einzelner Bereiche beim ersten Versuch. (Ich habe 3-fach gelegten Stoff, also um die äusseren Zuglinien gelegt, vor Augen, den man mittels kurzen Nähten grob fixiert, die Form aber durch die Last des Nutzers (und gegenseitige Reibung) erhalten bleiben müsste (Notliege aus meiner Rotkreuz-Grundausbildung von Annu-Dazemal). Dann nachbessern, neu Fixiereun usw. Und am Ende dauerhaft kürzen und nähen. Könnte das gehen?

    Ich bin nicht sicher, ob ich richtig verstanden habe, was du meinst...


    Was ich mir schon überlegt habe: Auf das in die Seiten eingenähte Gurtband wird aussen in den gewünschten Bereichen ein weiteres Gurtband aufgenäht (an den Enden), das mittels Schnalle verkürzt werden kann. So könnte man einen Bereich bei Bedarf absenken. Das Problem, das ich hier allerdings vermute: Es entsteht keine sanfte Absenkung, sondern eher eine «Blase» nach unten. Ich weiss nicht, ob ich mir den Aufwand machen würde, das mal praktisch auszuprobieren, zumal ich auch gar nicht wüsste, in welchem Bereich ich mir das wünschen würde. Wenn ich eine Knieunterstützung habe und ansonsten eine gute Unterstützung des Körpers spüre, bin ich eigentlich sehr zufrieden.

    - Vor allem sorge ich mich, welche Nähte/Fäden ich verwenden muss. Ich habe bisher eigentlich nur mit Baumwolle oder noch gröberem Material+Fäden genäht. Naja, ich vermute gute Tipps zum Nähen finde ich hier am Ende sowieso - also evtl. unbegründete Sorge?

    Ich habe bisher alles mit Haushaltsgarn (Gütermann Allesnäher oder Garn aus dem lokalen Supermarkt, Made in Europe) genäht. Bisher hatte ich keine Probleme. Bei Gurtband nähe ich halt entsprechend mehr Schichten. Alle dickeren Garne konnte ich mit meinen Nähmaschinen nicht sinnvoll verarbeiten (hässliches Nahtbild).


    Ich würde aber gerne mal das »Tera 60« von Gütermann ausprobieren. Vielleicht ist das etwas dünner. Gerade für Gurtband und Nähte, die viel Zug aushalten müssen (Brücken-Hängematte) würde ich das – nur schon vom Gefühl her – sehr schätzen.


    Auf jeden Fall ist Polyester das Material der Wahl: Es ist witterungsbeständig und auch recht UV-stabil.

  • Für die Schultern ist schön Platz (Spreizstab am Kopfende ist 110cm breit).

    Ich nutze die Alustangen von DutchWare. Er führt kurze (ca. 46cm) und lange Elemente (ca. 64cm). Daraus ergeben sich die folgenden Längen:

    • 92cm (46cm + 46cm)
    • 110cm (46cm + 64cm)
    • 128cm (64cm + 64cm)

    Alle Segmente sind in zwei Stärken erhältlich. Fürs Kopfende (110cm) nutze ich die stärkeren Stangen, fürs Fussende reichen gut die dünneren Elemente (kürzere Stange und mehr Durchhang des Stoffes).


    Theoretisch könnte man eine Brücken-Hängematte mit einer 128cm langen Stange am Kopfende bauen. Ich hätte aber Bedenken, dass die stabil genug wäre. Die Belastungsgrenze nimmt mit zunehmender Länge quadratisch ab. Man könnte eine solche aber aus gleich dicken (oder noch etwas dickeren) Karbonstangen bauen und hätte dann bei weniger Gewicht mehr Stabilität. Das würde noch mehr Raum für die Schultern ergeben, aber auch die Belastung der Stange erhöhen und das Aufhänge-Dreieck verlängern. Ob es sich dafür lohnt, den ganzen Bauplan zu überarbeiten?

  • - ...auch in Hinsicht auf Auf-der-Seite-Liegen (weil man sich des Nachts eben doch hin und wieder schlaflos wälzt)?

    Noch zu deinen Bildern:

    Seiten-Position 1 erinnert mich an eine gern von mir gewähte in meiner Gathered-End, also mit Sicherheit akzeptabel.

    Die Seitenlage 1 ist tatsächlich in beiden Hängematten-Arten möglich. Ich habe zum Thema Seitenlage bei mir bisher Folgendes beobachtet:

    • In der Gathered-End-Hängematte wähle ich eher die Position 1. Gestreckt auf der Seite finde ich da eher schwierig. Das funktioniert aber bei mir nicht bei allen gerafften Hängematten gut: Bei einigen habe ich dabei keinen richtigen Halt. Ich denke, es hängt mit der Festigkeit des Stoffes zusammen. Bei festeren Stoffen funktioniert es für mich besser.
    • In der Brücken-Hängematte habe ich mich bisher eher gestreckt auf die Seite gedreht. Oft lag ich dann recht nahe am Rand wie im Foto bei Position 2.

    Die Seiten-Position 2 ist offenbar recht weit an der Unten-Rausfall-Grenze? Was macht in dem Falle der UQ?

    Als kleines Kind hatte ich am Bett eine «Herausfallsperre». Ich habe mich im Schlaf offensichtlich gerne daran angelehnt. Jedenfalls bin ich damals praktisch in jedem Urlaub aus dem Bett gefallen, weil dort eine solche Latte an der Seite gefehlt hat. – Inzwischen habe ich mich längst daran gewöhnt, dass der «Herausfallschutz» fehlt und bin nie wieder aus dem Bett gefallen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich selbst in dieser «mörderischen» Liegeposition nie aus der Hängematte fallen würde. ;)


    Der Unterquilt steht etwas über, insbesondere wenn ich ihn mit den oben erwähnten Gummikordeln zur Firstleine hin abspanne. Das geht also gut. Im Winter hätte ich mit meinem Unterquilt allerdings das Problem, dass ich da zusätzlich noch eine geschlossenporige Isomatte benötige – und die reicht nicht bis zum Rand. Da liege ich dann schön in der Mitte (Bereich von –2°C bis +5°C; darüber brauche ich diese Matte nicht mehr).

    Hattest du mit deinen Gathered-end Matten auch mit der straffen Wadenfalte zu kämpfen? (Halve ridge oder wie heißt das auf hängemattisch?) Wie lang waren/sind deine GE-HMen? Bleibst du jetzt bei den Brücken oder kann man das nicht verallgemeinern?

    »Calf Ridge« – die »Kalbsfalte« :P (calf = Wade; Kalb)


    Ich hatte in meiner 284cm langen ENO DoubleNest gelegentlich dieses Problem, aber eigenartigerweise nur, wenn der Unterquilt unter der Hängematte hing.


    Seit ich ab 2016 längere Hängematten selber genäht habe (335cm bis 370cm lang), kenne ich diesen «Wadenhügel» kaum noch.


    Aber jetzt schnell zurück zur Brücken-Hängematte...

  • FALLS ich mir eine Brücken-HM als erstes DIY-Projekt nähe, denke ich über solches Gestänge nach, dass ich ggf. (zur Gewichtsersparnis) durch im Wald geschnitzte Stöcke ersetzen kann. ZB Aufnahmeschlaufen, oder 3D-gedruckte Hülsen oder so. Haltbarkeit natürlich zu optimieren, aber das muss doch zu schaffen sein. Dass ich dafür teure Alu- oder gar Titanstäbe und Aufnahmen mitnehmen müsste, will ich zumindest umgehen können. Aber das sind alles erst mal nur Gedanken.

    ???

    Das mit den selbst geschnitzten Stangen scheint zu funktionieren. Die Stangen sollten aber aus möglichst geradem Holz gefertigt sein. Es ist schwierig abzuschätzen, wie stark so eine Stange wirklich ist, weil das Holz, das man im Wald findet, nicht «genormt» ist.


    Hier ein Beispiel:


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    Was mir bei diesem Video allerdings auffällt: Der Typ lässt seine Hängematte sehr lose durchhängen, die Firstleine flattert im Wind. Wenn er da mehr Spannung draufbringt, so dass die Hängematte in einem Hängewinkel von rund 25° durchhängt, dann steigen alle Belastungen – auch die auf die Spreizstangen – enorm an.

  • Wow,

    Riesengrosses Dankeschön Waldläufer70,


    du hast meine Fragen punktgenau beantwortet und ich fühle mich sehr viel besser im Bilde, da du auch deine weitergehenden Erfahrungen gut schilderst.


    Seit ich ab 2016 längere Hängematten selber genäht habe (335cm bis 370cm lang), kenne ich diesen «Wadenhügel» kaum noch.

    OK, gut zu wissen. Ich werde sicherlich auch die GE-HM-Fraktion in einem gesonderten Faden noch ausloten, bevor ich anfange, mich an mein eigenes Nähprojekt zu machen. Aber insbesondere deine Vor- und Nachteil-Betrachtung scheint mir sehr nachvollziehbar und für mich ähnlich passend. Eventuell werde ich die Einschätzung für mich noch mal gedanklich auf eine verkürzte Bridge (reingezogene Stangen) anpassen.

    Das mit den selbst geschnitzten Stangen scheint zu funktionieren. Die Stangen sollten aber aus möglichst geradem Holz gefertigt sein. Es ist schwierig abzuschätzen, wie stark so eine Stange wirklich ist, weil das Holz, das man im Wald findet, nicht «genormt» ist.

    Jep, ich denke das ist eben eine Alternative, die ordentlichen Stangen sind zur definierten Abspannung zB. daheim sicher ne gute Sache, aber ich muss die ja nicht immer mitnehmen (oder kann sie mal vergessen, siehe gepostetes Video). Und ich denke eher über geschnitzte Gabelenden nach als über geschnitzte Spitzenenden, also nicht in die kleinen Alu-Dingse (Dutch-Ware?)-Löcher eingesteckt sondern grob in die Ecken des Dreiecks oder (bei verkürzter Bridge) in vorgesehene (gespleiste?) Schlaufen eingesteckt. Evtl. entgültige Sicherheit gemäss meiner "Proto-Tuning"-Idee, s.u..

    Vorbemerkung: Wenn du mit einer für dich optimalen Gathered-End-Hängematte gut zurecht kommst, darfst du aus meiner Sicht von einer Brücken-Hängematte keine Wunder erwarten.

    Das Calf-Ridge (Danke!) ist eigentlich das Hauptproblem bei meinen drei 9-10ft GE-HMn, gefolgt von der Knieüberstreckung. Beides wäre bei deiner Brückenkonstruktion für mich gelöst.

    (Momentan reduziere ich das durch gering aufgeblasenes Reisekopfkissen in den Kniekehlen. Eine Variante war auch, das Volumen eines weichen Nackenkissens zu reduzieren (original ist das zu dick und nicht wirklich übergangslos), aber das nutze ich jetzt dann doch lieber im Nacken). Anyway, den Versuch mit der Bridge wär's mir schon wert, wenn ich sowieso eine HM SELBER nähe statt nur zu kaufen.

    Ich bin nicht sicher, ob ich richtig verstanden habe, was du meinst...

    Also das Tuning der Schnittform im Prototypenbau:

    ich denke du hast mich schon verstanden, da die von dir erklärte Variante auch eine ist, die ich im Kopf hatte, aber aus den selben Gründen erst mal verworfen hatte.


    Zusammengefasst noch einmal meine neu geordneten Gedanken dazu:


    A- Innere und äussere Längsverspannungs-Züge, die untereinander lokal-quer verengt oder gelockert = angepasst werden können. (Erst einmal verworfen.)


    B- Anfangs mehr-lagige Liegefläche, die äusseren Seiten werden grob um (innen durchgeführte) Längsverspannungsseilzüge umgelegt und entsprechend erstem 2D Formentwurf grob fixier-vernäht.

    Die Hauptstabilität beim Reinlegen wird nicht allein durch die Fixiernähte sondern auch durch die Verpressung (Reibung) der 2 zusätzlich umgeschlagenen Lagen zwischen der Nutzlast und der Haupt-Liegefläche erbracht. Eine zweite Person nimmt ggf. Fotos und schätzt ein, an welchen Stellen wie viel mehr oder weniger Durchhang (Stoffbreite) günstig wäre. Wahrscheinlich so, dass mein Sohn sich erst mal reinlegt und ich Mass nehme, natürlich nachdem ich selber die Stabilität geprüft habe. :)

    Danach, die Fixiernähte raustrennen, neu anlegen und ggf. von vorn.

    An der Stelle könnte man dann auch die "Stangenausführung" testen, also: geht das auch mit groben Gabelenden oder braucht es definierte, präzise "Dutchware". Dann die letztliche Variante der Stangenaufhängung wählen und fertigstellen.

    Sobald alles perfekt erscheint, die Form festlegen und entgültig nähen.

    Evtl. Nachteil(?): Der Stoff zieht sich nach mehreren Anpassungen nicht mehr völlig zurecht, also Nahtlöcher verbleiben, nachdem alte Nähte entfernt wurden(?).

    Auch kann es sein, dass die eingeführten Längsspannseile die Situation anders darstellen, als wenn die steife Nahtverstärkung letztlich die volle Last aufnimmt. Diesen Unterschied sieht man dann evtl. beim Probieren, und ob B- so gehen kann, zB ob man die unterschiedliche Dehnung einfach mit einbezieht, oder ob das ganze komplett in die Irre führt.


    C- Probehängen einer Modellmatte "tiefergelegt" auf dem Fussboden, sodass die Soll-Liegeform grösstenteils "flach liegt", sobald ein Mensch drinnen liegt und alles nach unten zieht. Natürlich ist der Durchhang erst unter Last richtig. Eventuell arbeitet man sich cm für cm von unten nach oben, also erst mal den Stoff grob auslegen und die Enden anheben, und mit jeder Deteilfestlegung das Teil mehr anheben und Last (Kissen und Bücher oder so) hinzufügen und dann letztlich auch echte Formlast (zB. meinen Sohn) hinzufügen. Anpassungen könten direkt am ideal-gerade-liegenden Nähobjekt getestet werden, ohne zu viel fixiernähen zu müssen. (???) Nachteil: Fussende höher lässt sich so sicher nur sehr eingeschränkt testen. Das müsste man dann einfach gedanklich simulieren.

    (Ich habe zwei Gestelle, eins drinnen und eins draussen.)


    Vielleicht fallen uns noch mehr Optionen ein?


    LG Jörg

  • Jep, ich denke das ist eben eine alternative, die ordentlichen Stangen sind zur definierten Abspannung daheim sicher ne gute Sache, aber ich muss die ja nicht immer mitnehmen.

    Ich persönlich nehme lieber 311g (oder weniger, wenn die Stangen aus Karbon wären) mit und muss nicht jeden Abend neue Stangen schnitzen. Bedenken müsstest du folgendes:

    • Die Enden der Hängematte sind fix mit Stoff verschlossen wie bei der Ridgerunner im Video: Dann hast du das richtige Maß für die Länge der Stangen vorgegeben.
    • Die Enden der Hängematte sind offen wie bei meinen Gepäckablagen: Dann musst du ein Maßband oder eine Schnur mit Markierungen (Knoten) mitnehmen, um jeden Tag das gleiche Liegegefühl zu erreichen. Oder du lebst damit, dass es jedes Mal ein bisschen anders ist.

    Eventuell werde ich die Einschätzung für mich noch mal gedanklich auf eine verkürzte Bridge (reingezogene Stangen) anpassen.

    Mein Eindruck bisher war, dass sich direkt unter dem Spreizstab ein leichter Hügel bildet. In diesem Bereich kann die Hängematte nämlich nur durch die Dehnung des Stoffes nach unten nachgeben. In allen anderen Bereichen hängt der Stoff am seitlichen Gurtband: Je weiter weg von den Spreizstangen man die Hängematte mit Gewicht belastet, desto weiter kann der Stoff absinken.


    Du kannst dazu mal die Videos von Town's End anschauen, um davon einen Eindruck zu bekommen. Vielleicht hilft dir das Betrachten dieser Videos noch weiter oder gibt dir Anregung.


    Die Beschreibung deines Vorgehens zur Findung des idealen Schnittes erinnert mich an ein Video (das ich leider gerade nicht mehr finde), wo einer seine Gathered-End-Hängematte so whippt, dass eine darin liegende Holzform schön flach am Boden liegt. Probiere das ruhig aus, aber bedenke, dass der Torso immer schwerer bleibt als dein Kopf oder erst recht die Beine. Du wirst also immer einen gewissen Durchhang haben. Ein völlig flaches Liegen ist aus meiner Sicht auch mit einer Brücken-Hängematte nicht zu haben.

  • Diese leichten Hügel unter den Stangen könnte man bei verkürzter Ausführung ggf in den Nacken und an die Fersen (oder gar Kniekehlen) legen. Aber dann wird das ganze schon sehr personifiziert. Kommt definitiv auf die Test-Anforderungsliste. Guter Hinweis auch das von dir.

    Dieser Tag ein Leben!

  • Diese leichten Hügel unter den Stangen könnte man bei verkürzter Ausführung ggf in den Nacken und an die Fersen (oder gar Kniekehlen) legen. Aber dann wird das ganze schon sehr personifiziert. Kommt definitiv auf die Test-Anforderungsliste. Guter Hinweis auch das von dir.

    Hier kannst du noch sehen, was ich mit diesem «Hügel» unter der Spreizstange meinte. Ich bin mal auf den Bericht von TreeGirl über ihre Brücken-Hängematten von »Town's End« gespannt...

  • Nachteil: Fussende höher lässt sich so sicher nur sehr eingeschränkt testen. Das müsste man dann einfach gedanklich simulieren.

    Bei einer Brücken-Hängematte wäre ich damit sehr vorsichtig, das Fussende (deutlich) höher zu hängen als das Kopfende. Natürlich sollst du nicht zum Fussende rutschen. Diese Gefahr ist aber durch den «Hügel» der Knieunterstützung ohnehin schon ein Stück weit reduziert (wenn du eine solche einbaust). Wenn die Stange am Fussende kürzer ist als diejenige am Kopfende, dann hängen die Füsse bei gleich breitem Stoff dort zwar weiter unterhalb vom dortigen Spreizstab als das beim Kopfende der Fall ist. Das müsstest du ausgleichen. Wenn du aber am Fussende ebenfalls ein gleichseitiges Aufhänge-Dreieck nutzt, wird das Fussende durch das kleinere Dreieck bereits ein Stück weit angehoben und du kannst davon ausgehen, dass die Firstleine bei idealem Aufbau in etwa waagerecht zu liegen kommt.


    Anders als bei Gathered-End-Hängematten, wo du das Fussende nur schwer zu hoch hängen kannst, kommt bei einer Brücken-Hängematte aus meiner Erfahrung der Punkt, wo du in Richtung Kopfende rutschst und dann quasi mit dem Kopf / Nacken an die Steigung des Hügels, der sich unter dem Spreizstab am Kopfende bildet, gequetscht wirst. Ich fand das bei den wenigen Malen, wo mir das passiert ist, jeweils sehr unangenehm und spürte nach kurzer Zeit eine Stauchung der Halswirbelsäule, die bald in eine Art Nackenstarre überging. Allenfalls wird es wieder bequemer, wenn der Kopf mal über den Hügel drüber ist (siehe Diskussion weiter oben). Ich persönlich würde aber den Kopf wohl eher nicht unter dem Spreizstab haben wollen.

  • Aktuell ist es immer noch ordentlich warm, also Zeit für meinen eher spärlich mit Daune gefüllten Topquilt. Da ist mir neulich eine Idee gekommen, die vier Fliegen auf einen Streich zu erwischen scheint. :)


    Ich ziehe auf jeder Seite eine Gummischnur durch die Ösen am Topquilt und hänge diese am Kopf- und am Fussende bei der Halterung der Spreizstäbe ein.


    Die folgenden Vorteile sehe ich darin:

    • Der Quilt kann nicht aus der Hängematte fallen (bei Brücken-Hängematten ohnehin keine grosse Gefahr).
    • Der Quilt lässt sich zum Fussende schieben und dann den Gummischnüren entlang soweit nach oben ziehen, wie man ihn haben möchte, um sich zuzudecken.
    • Er bleibt immer schön auf einem liegen.
    • Die Daune rutscht tendenziell schön zur Mitte hin, wo man sie auch braucht.


    Quilt bereit zum Einsteigen:



    Und nun kann er den Schnüren entlang nach oben gezogen werden:


  • Die Staufächer in den aufhänge/Dreiecken

    hatte ich auch gemacht.

    So hat alles Platz , und ist vom Boden weg.

    Das war auch meine Überlegung. Zudem behindere ich den Stoff nicht an der freien Anpassung an meinen Körper.


    Falls du ein Moskitonetz verwendest: Wie hast du den Abschluss bei den Gepäckablagen gestaltet? Ich lasse meines dort einfach reinhängen, so dass es auf dem Stoff bloss aufliegt.

  • Witzig... Ähnliches hatte/habe ich auch noch vor. Ich schlafe aufgrund von Beklemmnis-Gefühlen seit Jahren nur mit einer Dauen-Decke (Cumulus Comforter), welche mit Stretch-Schnüren um die Iso-Matte ziehe.


    (Abgesehen davon, dass die untere, plattgepresste Seite eine Schlafsackes ja keine Isolations-Fähigkeit hat und daher unnützes Gewicht ist.)


    Deine Umetzungs-Art finde ich gut! Mal schauen, ob ich es ähnlich angehe. Danke.

  • Hier sieht man schön den aktuellen Durchhang meiner Brücken-Hängematte (Winkel mit Firstleine fixiert)

    kannst du grob sagen wie lang die Firstleine im Vergleich zur Hängematte ist? Ich muss die Brücken-Hängematte meiner Freundin glaube ich auch Mal um eine Firstleine erweitern, das spart viel Zeit beim aufhängen, nehme ich an, da man ein Mindestmaß an Spannung auf die Gurte geben muss um sie zu spannen?

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