Meine zweite Brücken-Hängematte

Aufgrund von Wartungsarbeiten an der Hardware des Forenservers ist es notwendig am Freitag, den 30.10. ab 05:30 Uhr das System vollständig herunter zu fahren. Die Wartung sollte spätestens gegen 7:30 Uhr abgeschlossen sein. In dieser Zeit werden Techniker des RZ-Betreibers das Netzteil des Servers ersetzen und eine Reinigung des Kühlsystems vornehmen.

Während der Wartung wird jeglicher Zugriff auf das Forum zu einem Timeout der Verbindung führen. Im Anschluss an die Wartung wird das System wieder in seiner gewohnten Stabilität zur Verfügung stehen.
  • Nachdem ich mir im Herbst vor zwei Jahren meine erste Brücken-Hängematte genäht hatte, war diesen Herbst mein zweites Exemplar an der Reihe.


    Anpassungen des Stoffschnittes

    Neben einem leichteren Stoff – ich habe dieses Mal das «1.6 oz HyperD Diamond Ripstop Nylon» von RBTR verwendet – habe ich die folgenden Parameter verändert:

    • Die Länge der Liegefläche habe ich von 220cm auf 210 cm verkürzt.
    • Die Tiefe der seitlichen Kettenlinien habe ich von 15cm auf 21 cm erhöht.
    • Die Breite an der schmalsten Stelle ist dadurch von rund 100cm auf etwa 85 cm geschrumpft.

    Davon habe ich mir versprochen, dass ich die Hängematte mit etwas mehr Durchhang würde aufhängen können, ohne etwas von der relativ flachen Liegeposition einzubüssen. Das hat geklappt. Allerdings würde ich mir wünschen, ich hätte einen etwas festeren Stoff verwendet. Der verwendete Stoff scheint in Querrichtung doch recht dehnbar zu sein. Und bei Brücken-Hängematten wird der Stoff in Querrichtung (Schussfäden) stärker belastet als in Längsrichtung (Kettfäden). Sicher hat das aber auch einiges mit Gewohnheit zu tun: Meine erste Brücken-Hängematte hatte ich ja aus dem doch recht festen Hexon 2.4 gefertigt.


    Zusätzlicher Support des Körpers

    Was ich bei der zweiten Brückenhängematte auch ausprobieren wollte:

    • Ich wollte den tiefsten Punkt der Kettenlinie ein wenig zum Kopfende hin unter den Körperschwerpunkt verschieben, um den Support unter dem Kreuz etwas zu optimieren.

    Aufgrund eines Blackouts bei der Herstellung ist der tiefste Punkt der Kettenlinie leider allzu weit in Richtung Kopfende gerutscht (im Bild rechts zu sehen). :(



    Ich habe aus der Not eine Tugend gemacht und nutze den entstandenen Hügel nun einfach als Support unter den Knien, was sehr gut funktioniert. :)


    Es funktioniert so gut, dass ich das bei einer allfälligen Brücken-Hängematte Nummer 3.0 sogar ganz gezielt wiederholen würde:

    • Ich finde es sehr angenehm, wenn die Knie nicht überstreckt werden, sondern vielmehr ganz leicht angewinkelt bleiben.
    • Zudem spüre ich in Rückenlage dank dem Support unter den Knien überhaupt keinen Druck auf den Fersen.

    Ein bisschen weniger Support unter den Knien wäre aber auch ausreichend. Ich würde diesen also sicher nicht noch verstärken.


    Bei Modell Nummer 3.0 würde ich vielleicht sogar die ursprüngliche Idee (Unterstützung des Kreuzes) mit dem «Zufallsprodukt» (Unterstützung der Knie) kombinieren:



    Beide Veränderungen der Kettenlinie würde ich aber nur sehr dezent ausführen:

    • Die Unterstützung des Kreuzes würde ich nur ganz leicht andeuten. Je näher an der schmalsten Stelle der Hängematte ich die Kurve anpasse, desto stärker wirkt sich eine Anpassung aus!
    • Die Unterstützung unter den Knien würde ich eine Spur stärker als beim Kreuz ausführen, da diese sich wirklich sehr angenehm auswirkt und der Stoff dort auch bereits ein ganzes Stück breiter ist, so dass eine Anpassung der Kurve sich nicht ganz so stark bemerkbar macht.

    Gepäckablagen

    Eine weitere Anpassung, die ich bei Version 2.0 gemacht habe, betrifft die Gepäckablagen:

    • Für den Übergang von der Hängematte zur eigentlichen Gepäckablage habe ich den Stoff verwendet, der von den seitlichen Kettenlinien übrig geblieben ist (Kurve zur Gepäckablage hin). Dadurch habe ich ein Gefälle von der Hängematte zur Gepäckablage hin geschaffen (siehe Bild unten). Es kann nichts mehr aus Versehen von der Ablage in die Hängematte rutschen.
    • Die Gepäckablage selbst habe ich aus einem wasserdichten Stoff gefertigt. Mit der Möglichkeit, den Stoff in der Mitte ein Stück zur Ridgeline hin hochzuziehen, entsteht ein sehr guter Wetterschutz vom Kopf- wie auch vom Fussende her. (Fotos folgen später)


    Fazit

    Insgesamt bin ich mit der Hängematte insofern sehr zufrieden, als der Hängewinkel sich tatsächlich etwas vergrössert hat: Die Hängematte hängt etwas mehr durch als Version 1.0, was die wirkenden Kräfte etwas reduziert. Beim verwendeten Stoff setze ich vorerst noch ein kleines Fragezeichen. Vielleicht gewöhne ich mich aber noch daran. Der ungeplante Support unter den Knien ist eine gute Idee, die sich bestimmt weiterzuverfolgen lohnt.


    Fotos

    Hier ein paar Fotos von den ersten Nutzungen:


    hier noch ohne die Gepäckablagen


  • Mal eine Frage zu den Kettenlinien (vorhanden oder geplant bei 3.0) - zwingt dich das nicht wieder in eine permanente Rückenlage, also ungünstig für Seitenschläfer ?

    Das habe ich mir auch überlegt. Ich denke, es würde nur in der Bauchlage stören, und die funktioniert ohnehin höchstens in einer Querhängematte richtig gut.


    Dort, wo sich das Kreuz befindet, liegt ja in Seitenlage in etwa die Taille, die – zumindest bei mir – noch etwas schmaler als das Becken ist. Ein erweiterter Support des Kreuzes müsste also auch für die Taille in Seitenlage in etwa am richtigen Ort liegen.


    In Bezug auf die Knie gibt es in der Seitenlage zwei Möglichkeiten:

    • Entweder ziehe ich die Beine etwas an. Dann kommen dort, wo sich in Rückenlage die Knie befanden, in etwa die Fussgelenke zu liegen. In diesem Fall besteht kein Problem.
    • Oder aber ich drehe mich einfach zum Rand der Hängematte hin auf die Seite. Wenn ich so gestreckt dem Rand der Hängematte entlang liege, relativieren sich die Kurven in den Seitenrändern ein Stück weit. Ich spüre an den Knien nichts Unangenehmes.

    Liege ich aber in der Mitte der Hängematte, so habe ich in Seitenlage aktuell etwas zu wenig Support unter der Taille. Diese fällt etwas zu sehr nach unten, was nicht optimal bequem ist. Auch deshalb würde ich bei Variante 3.0 den Support noch etwas in Richtung Taille / Kreuz ausdehnen und/oder einen etwas festeren Stoff verwenden.


    Klingt das nachvollziehbar?

  • Ich habe das letzte Licht vor dem frühen Sonnenuntergang genutzt und wie oben bereits angedeutet noch ein paar Bilder vom Zusammenspiel zwischen Gepäckablagen und Tarp gemacht.


    Zuerst aber ein Bild des Packbeutels:



    Die weite Öffnung hat zu einem relativ kurzen doppelseitigen Packbeutel geführt. Die weite Öffnung hat den Vorteil, dass sich Hängematte und Aufhänge-Dreieck aus AmSteel leichter im Beutel versorgen lassen. Dazu angeregt hat mich Furbrain mit dem Packbeutel seiner Coconut. Auch meine Brücken-Hängematte sieht nun verpackt ein wenig wie eine Kokosnuss aus, auch wenn es sich bei der Farbe um Dark Olive und nicht um Braun handelt.


    Gepäckablagen als Teil des Wetterschutzes


    Nun aber zur Möglichkeit, die Gepäckablagen mittels einer an der Ridgeline befestigten Schlaufe nach oben abzuspannen:


    In Richtung Kopfende sieht das nach oben abgespannt so aus:



    In Richtung Fussende so:



    Fussende von der Seite betrachtet:




    Blick vom Kopfende her über die ganze Hängematte:




    Und hier noch ein Foto davon, wie die Gepäckablagen im Zusammenspiel mit dem Tarp zusätzlich noch einen Teil der Funktion des Wetterschutzes übernehmen:


  • Noch eine Anmerkung dazu, wie es zum Fehler mit dem viel zu weit in Richtung Kopfende gerutschten tiefsten Punkt der Kettenlinie kommen konnte:


    Ich hatte mir das Vorgehen schon länger grob zurecht gelegt. In der Regel nehme ich mir dann bei der Umsetzung ausreichend Zeit fürs Aushecken des konkreten Vorgehens. Ich hatte mich dann im Herbst aber spontan dazu entschieden, mit meinem ganzen Material inklusive Nähmaschine an einem gemütlichen «gemeinsamen Nähen» ganz in der Nähe teilzunehmen. Dort entstanden an jenem Samstag zwei Wintermäntel, ein langärmliger Pullover und eine Skizze für einen Matratzenunterleger gefüllt mit Dinkelspreu. Insofern hat sich die Teilnahme auf jeden Fall gelohnt. Dumm nur, dass ich mir dann vor Ort nicht die Zeit gelassen habe, meine Gedanken aus dem Vorfeld in Ruhe zu sortieren; ich wollte unbedingt bis am Abend fertig werden. So kam es dazu, dass ich meinen Plan nicht korrekt umgesetzt habe. Dafür war die Hängematte um 17 Uhr (ohne Gepäckablagen und Dogbones für die Aufhängung) aber auch tatsächlich fertig.


    Mein ursprünglicher Plan:



    Ich hätte den Faden für die Kettenlinie am Fussende so weit höher befestigen wollen, bis der tiefste Punkt der Kettenlinie sich zum Kopfende hin unter den Körperschwerpunkt verschoben hätte (siehe Skizze oben).


    Dummerweise habe ich dann das Fussende so viel höher gehängt, bis die grösste Distanz der Kurve zur Geraden zwischen Kopf- und Fussende (grüne Linie) unter den Körperschwerpunkt zu liegen kam. Ich hatte mich noch gewundert, dass ich den Papierstreifen zum Aufzeichnen der Kurve dafür gut 45° zur Horizontalen neigen musste. Ich hatte mit nur einer leichten Neigung des Papierstreifens gerechnet (siehe Skizze). Eigentlich hätte ich da stutzig werden, unterbrechen und nochmals in Ruhe nachdenken müssen.


    Dafür hat mein Fehler dazu geführt, dass ich nun eine Hängematte mit Knie-Unterstützung habe. Auch nicht schlecht! :)

  • Kürzlich habe ich bei Dutch so genannte »Toggles (Large)« und »Closing Bones« mitbestellt. Die »Toggles« sind deutlich leichter, wobei beide Produkte eher Leichtgewichte sind. Beide Produkte sind mit einem Schlitz für ein 1/2"-Band (1,27cm) versehen.


    Die Toggles habe ich nun genutzt, um eine sichere Verbindung zwischen Firstleine und Gepäckablage zu schaffen. Die Verbindung hält sicher, kann aber bei Bedarf doch ganz leicht ausgehängt werden. Dass das Paracord Typ 1 im Schlitz ein wenig hin und her rutschen kann, stört mich nicht:



  • Heute ist mir aufgefallen, dass die Hängematte sich inzwischen anscheinend ganz gut an meine Körperform angepasst hat:




    Natürlich hängt die Hängematte mehr durch, wenn sie mit einer Person beladen ist, aber die Grundform wird mit Topquilt und Kissen drin schön sichtbar.

  • Inzwischen kann ich sagen, dass ich nicht mehr das Gefühl habe, dass das «HyperD Diamond Ripstop Nylon» zu dehnbar ist; ich liege sehr angenehm in der Hängematte, habe mich anscheinend an das andere Liegegefühl gewöhnt.


    Die Hängematte fügt sich sehr schön unters Tarp ein:


    (Beim Fussende links hatte ich das Tarp nicht abgespannt, weil ein Baum im Weg war...)


    Ich fühle mich darin sehr wohl:



    Trotzdem würde ich aber nach wie vor eher einen etwas weniger dehnbaren Stoff wählen. Heute morgen ist mir im Gegenlicht des Sonnenaufgangs aufgefallen, dass der Stoff sich an den Nähten dem Band entlang ein klein wenig «aufzieht»: Es werden ganz kleine Lichtpunkte sichtbar, nicht überall gleich stark und sie scheinen sich nach der Belastung auch wieder vollständig zu schliessen, es scheint also kein bleibender Schaden zu entstehen. Ich werde das aber auf alle Fälle im Auge behalten.


    Ein Freund, der meine Position kannte und am Morgen vorbei kam, meinte, dass man mich im Wald kaum wahrnehme, wenn man nicht wisse, wo ich hänge. Aber das ist ein anderes Thema:


  • Hallo Waldläufer70,

    erst mal meinen vollen Respekt: Tolles Projekt.

    Wenn ich das richtig sehe, suchtest du (und hast gefunden?) nach der optimal-bequemen Hängemattenform für dich. Auch die Gepäck-/Wetterschutzlösung war wohl ein wichtiger Gedanke (und finde ich super).


    Da ich mittlerweile auch infiziert bin und darüber nachdenke, meine erste Hängematte selber zu nähen (mit ebendem Ziel: ultimative Bequemlichkeit), denke ich auch darüber nach, ob es eine Brücken-HM sein könnte, und dein Projekt ist das erste, das mir dazu ins Auge springt. (Natürlich kommt momentan auch noch eine "lange" gathered-end in Frage. Oder eigentlich alles was bequem ist und eine gewisse Erfolgsgarantie >50% hat.)


    Ein paar Fragen (gern auch an Euch andere):

    Wenn du deine beste Brücken-Hängematte (Nr.3?) mit einer langen, guten Gathered-End-Hängematte vergleichst,

    - wo siehst du die Vor- und Nachteile?

    - ...auch in Hinsicht auf Isolierung/Underquilt...?

    - ...auch in Hinsicht auf Auf-der-Seite-Liegen (weil man sich des Nachts eben doch hin und wieder schlaflos wälzt)?

    - Nahtstabilität und Schwierigkeitsgrad beim Nähen?

    - Glaubst du (hast du dir schon mal überlegt oder gar schon getestet), ob man eine Brücken-HM so konstruieren könnte, dass man die lokale Breite (Durchhang), also zB. Kniebereich oder Becken vs Taille vs Schultern bei Seitenlage, mittels einzelnen Verstellzügen in der Probephase oder gar dauerhaft justieren kann (später dann ggf. durch feste Nähte ersetzt)?

    - Kann man (für das erste Projekt) auch einfachere Stoffe verwenden, die die (offenbar wichtige) Querstabilität bringen ggf. auf Kosten des Gewichts? Welche (gern mit Händler-Verweis)? Klappt das sogar mit einem alten Laken (Prototyp v0.1 sozusagen)?

    - Vor allem sorge ich mich, welche Nähte/Fäden ich verwenden muss. Ich habe bisher eigentlich nur mit Baumwolle oder noch gröberem Material+Fäden genäht. Naja, ich vermute gute Tipps zum Nähen finde ich hier am Ende sowieso - also evtl. unbegründete Sorge?


    Danke im Voraus!

    (Ich hoffe ich habe (k)eine Prinzipdiskussion Gathered-End vs Bridge entfacht!) =O

    LG Jörg

    Dieser Tag ein Leben!

  • Hallo Jörg


    Vielen Dank für dein Kompliment! :)


    Gerne werde ich versuchen, dir deine Fragen zu beantworten. Die Fragen zu meiner Brücken-Hängematte auf jeden Fall hier, die Fragen zu den Vor- und Nachteilen von Brücken-Hängematten im Vergleich zu Gathered-End-Hängematten allenfalls auch hier (wenn es einfach bei meiner kleinen Einschätzung bleiben sollte), sonst dann vielleicht besser in einem neuen Faden im Hängematten-Talk.


    Ich bin gerade von einer Runde auf dem Mountain-Bike zurückgekehrt und habe vorhin noch ein paar Fotos zu meiner Brücken-Hängematte gemacht. Die werde ich dann vielleicht noch hier einfügen, bevor ich konkret auf deine Fragen eingehe. Der heutige Abend ist ja auch schon fortgeschritten. Gib mir also bitte noch etwas Zeit... ;)


    Vielleicht schon mal so viel vorneweg: Ich fand das Nähen der Brücken-Hängematten nicht schwieriger als das Nähen einer Gathered-End-Hängematte. Aber das hängt wohl damit zusammen, dass ich mich mit diversen Projekten mit der Nähmaschine vertraut gemacht habe, bevor ich mich an die Brücken-Hängematte gewagt habe: Da waren mal mindestens vier Gathered-End-Hängematten entstanden, diverse Firstsleinen-Täschchen mit etwas komplexerem Aufbau, ein Tarp und anderer Kleinkram. Ich wusste also schon recht gut, wie meine Nähmaschine so tut und worauf ich achten muss.


    Ich würde dir also tendenziell schon einmal dazu raten, mit einer klassischen Hängematte anzufangen. Aber vielleicht bist du auch mutig und ärgerst dich weniger als ich über handwerkliche Unzulänglichkeiten, dann kannst du natürlich auch mit einer Brücken-Hängematte starten.


    Für beide Projekte dürfte das Hammock-Nylon von Extremtextil (70D) eine gute Wahl sein. Ich habe den Stoff zwar noch nicht für eine Brücken-Hängematte genutzt, sehe aber höchstens beim seitlichen Gurtband ein Problem (Querbelastung), nicht aber von der grundsätzlichen Stabilität her...


    So, jetzt wird aber erst Mal geduscht und gekocht... ;)


    Gruss, Michael

  • Heute habe ich mal ein paar Fotos von verschiedenen Liegepositionen gemacht.


    Eckdaten:

    • Die Hängematte ist an der schmalsten Stelle rund 85cm breit.
    • Wenn ich auf dem Rücken liege und die Oberschenkel senkrecht nach oben anwinkle, sind die Knie gut 65cm über Boden.

    Liegen auf dem Rücken

    Auf dem Rücken liegen, ist dank der Knieunterstützung sehr angenehm und zwar sowohl mit gestreckten Beinen als auch mit einem leicht angewinkelten Knie:


      

    Liegen auf der Seite

    Fürs Liegen auf der Seite kommen zwei Möglichkeiten in Frage:

    1. Rutschen mit dem Körper an den Rand und Beine anwinkeln
    2. mit gestrecktem Körper an den Rand der Hängematte drehen

    Variante 1

      



    Da die «Rinne» längs verläuft, spüre ich bei Variante 1 am Knie etwas Druck vom Stoff, nicht aber vom eingearbeiteten Gurtband.

    Variante 2


    Variante 2 ermöglicht ein recht flaches ausgestrecktes Liegen auf der Seite.

  • erst mal meinen vollen Respekt: Tolles Projekt.

    Wenn ich das richtig sehe, suchtest du (und hast gefunden?) nach der optimal-bequemen Hängemattenform für dich. Auch die Gepäck-/Wetterschutzlösung war wohl ein wichtiger Gedanke (und finde ich super).

    Nochmals vielen Dank für dein Kompliment. Ja, die Hängematte ist mir gut gelungen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass ich mich wegen des oben genannten Fehlers in der Eile des Gefechts um 180° anders in die Hängematte legen muss, als das eigentlich angedacht war. Insofern: Glück im Unglück gehabt. Ich bin sehr dankbar für die zufällig entstandene Unterstützung für die Knie: eine sehr angenehme Sache, um die Überstreckung der Knie zu verhindern.


    Die Gepäcklösung gefällt mir nach wie vor. Sie braucht aber relativ viel Platz, d.h. verlängert den Bereich der Hängematte, der vor dem Regen geschützt werden muss. Ich habe mir schon überlegt, ob sich das allenfalls anders gestalten liesse, ohne am Komfort, der mit dieser Lösung einhergeht, Abstriche machen zu müssen.

    Da ich mittlerweile auch infiziert bin und darüber nachdenke, meine erste Hängematte selber zu nähen (mit ebendem Ziel: ultimative Bequemlichkeit), denke ich auch darüber nach, ob es eine Brücken-HM sein könnte, und dein Projekt ist das erste, das mir dazu ins Auge springt. (Natürlich kommt momentan auch noch eine "lange" gathered-end in Frage. Oder eigentlich alles was bequem ist und eine gewisse Erfolgsgarantie >50% hat.)

    Das mit der «ultimativen Bequemlichkeit» ist so eine Sache. Sie war von Anfang an mein Ziel. Leider ist es nach wie vor so, dass ich in der Hängematte oft nicht so gut schlafe. Ich habe mich nie gezwungen, über längere Zeit in der Hängematte zu schlafen, so dass ich mich womöglich noch immer nicht an das andere Schlafgefühl gewöhnt habe. Auf der anderen Seite war stets mein Ziel, für Touren eine weitere Möglichkeit neben dem Schlafen am Boden (Zelt) zu haben. Ein grundsätzlicher Umstieg vom Bett auf die Hängematte war nie meine Absicht. Längere Touren mit der Hängematte (mehr als zwei Übernachtungen) haben sich bisher einfach nie ergeben.


    Manchmal dachte ich aber auch schon, dass gerade der Umstand, dass ich in Hängematten nicht immer gut schlafe, mich dazu angetrieben hat, mir viele Gedanken zu machen, Vieles auszuprobieren und am einen oder anderen Ort kreativ zu werden.


    Für den Moment mal so weit: Fortsetzung zu deinen eigentlichen Fragen folgt in weiteren Posts...

  • Danke schon mal!


    Ja, Rücken-Liegen ist sicher in jedem Fall besser (bei Bridge), da ja das Problem mit den straffen Falten an der Wade (bei einer Gathered-End) hier komplett wegfällt,

    und erst recht durch die Knieunterstützung bei deiner v2-Ausführung.

    Ich denke übrigens, dass war kein Unfall sondern die Verbesserung eines guten - da flexiblen - Planes unter Mitnahme zwischenzeitlicher Ergebnisse. Genau so sollte man das m.M. nach machen. Daher auch die Frage mit dem "Tuning" der Straffung einzelner Bereiche beim ersten Versuch. (Ich habe 3-fach gelegten Stoff, also um die äusseren Zuglinien gelegt, vor Augen, den man mittels kurzen Nähten grob fixiert, die Form aber durch die Last des Nutzers (und gegenseitige Reibung) erhalten bleiben müsste (Notliege aus meiner Rotkreuz-Grundausbildung von Annu-Dazemal). Dann nachbessern, neu Fixiereun usw. Und am Ende dauerhaft kürzen und nähen. Könnte das gehen?


    Noch zu deinen Bildern:

    Seiten-Position 1 erinnert mich an eine gern von mir gewähte in meiner Gathered-End, also mit Sicherheit akzeptabel.

    Die Seiten-Position 2 ist offenbar recht weit an der Unten-Rausfall-Grenze? Was macht in dem Falle der UQ?


    Dass man in der HM nicht immer gut schläft (also ultimative Bequemlichkeit relativ zu sehen ist): stimmt, dazu gibts ja den eigenen (sehr guten) Faden. Ich teile diese Ansicht.

    Ich meine allerdings mittlerweile erfahren zu haben: Je öfter am Stück man in der HM schläft (und je stärker die physische und zgl. je geringer die psychische Anspannung am Tage davor), desto höher sind die Chancen, dass man letzlich auch ein- und durchschläft. Das scheint (in Grenzen) unabhängig vom Modell zu sein, zumindest in dreien von mir getesteten, da man mit Hilfsmitteln wie Kissen letzlich auch in der schlechtesten HM immer irgendwie zur Ruhe kommen KANN. In der Natur ist je nach Saison und Wetter sowieso immer was los.


    Aber man kann zumindest feststellen, an welchen Stellen es drückt und je weniger, desto besser. (Stichwort: Wade).

    Das Tüfteln und die kleinen Erfolge machen ja auch Spass, oder? :)


    Ich warte gespannt auf deine (eure) weiteren Kommentare, insbesondere zum Thema Isolation und Vor/Nachteile im Vergleich.


    Im übrigen,

    FALLS ich mir eine Brücken-HM als erstes DIY-Projekt nähe, denke ich über solches Gestänge nach, dass ich ggf. (zur Gewichtsersparnis) durch im Wald geschnitzte Stöcke ersetzen kann. ZB Aufnahmeschlaufen, oder 3D-gedruckte Hülsen oder so. Haltbarkeit natürlich zu optimieren, aber das muss doch zu schaffen sein. Dass ich dafür teure Alu- oder gar Titanstäbe und Aufnahmen mitnehmen müsste, will ich zumindest umgehen können. Aber das sind alles erst mal nur Gedanken.

    ???


    Sorgen macht mir bei der "Brücke" etwas die Spannlänge, da meine Terasse als gelegentlicher Ort der Hängung dann zumindest rausfällt... Aber mal sehen, weo ich am Ende Kompromisse eingehe...


    LG Jörg

    Dieser Tag ein Leben!

  • durch im Wald geschnitzte Stöcke ersetzen kann

    Ich habe das in Videos schon gesehen, wäre damit aber sehr vorsichtig. Die Stangen können, je nach Modell und Bewegung, schon mal gegen 100kg Druck abbekommen, jedenfalls der längere am Kopfende. Und willst du wirklich jeden Abend neue Stangen schnitzen? Dann vielleicht besser Stangen aus Karbonrohr?

    Sorgen macht mir bei der "Brücke" etwas die Spannlänge, da meine Terasse als gelegentlicher Ort der Hängung dann zumindest rausfällt... Aber mal sehen, weo ich am Ende Kompromisse eingehe...

    Es gibt auch kürzere Varianten:

    • Ariel von Professor Hammock (YouTube)
    • Brücken-Hängematten von Town's End

    Bei beiden liegt man mit Kopf oder Beinen oder beiden unter einem Spreizstab.

  • Danke, hilfreiche Informationen!


    Wenn man die Bars nach innen verlegt, könnte es tatsächlich auch auf meiner Terrasse klappen, aber wäre noch genauer zu prüfen.


    Holzstangen oder nicht: Danke für den Tip, ich lass es mir sicher noch durch den Kopf gehen.


    Die maximal mögliche Spannlänge wäre auf meiner Terrasse ungefähr 340cm. Also kein Raum für extra Aufhängungen ausserhalb der Zusammenführungen, wenn auf der Terrasse genutzt.


    Auch eine 11' Gathered end wäre dann wohl schon am absoluten Limit (auch zu prüfen), und ob die an die Bequemlichkeit einer gut geschnittenen Brücke rankommt?


    Hattest du mit deinen Gathered-end Matten auch mit der straffen Wadenfalte zu kämpfen? (Halve ridge oder wie heißt das auf hängemattisch?) Wie lang waren/sind deine GE-HMen? Bleibst du jetzt bei den Brücken oder kann man das nicht verallgemeinern?


    LG Jörg

  • Die maximal mögliche Spannlänge wäre auf meiner Terrasse ungefähr 340cm. Also kein Raum für extra Aufhängungen ausserhalb der Zusammenführungen, wenn auf der Terrasse genutzt.

    Da könntest du unter Umständen vier Aufhängepunkte installieren. Dann hättest du mehr Stabilität, dafür wäre das «Dreieck» (d.h. Rechteck) natürlich länger. Wenn du das Dreieck komplett abnehmbar konstruierst, kämst du bei vier Aufhängepunkten natürlich mit sehr wenig Platz aus (Länge der eigentlichen Hängematte plus vier Dogbones in der passenden Länge). Auch könntest du zuhause den Druck auf die Stangen stark reduzieren (eventuell auf unter 50%).

    Auch eine 11' Gathered end wäre dann wohl schon am absoluten Limit (auch zu prüfen), und ob die an die Bequemlichkeit einer gut geschnittenen Brücke rankommt?

    Eine 335cm lange Hängematte hat eine Ridgeline von allerhöchstens 300cm Länge, eher etwas im Bereich von 285cm. Da kommen dann noch zwei Schlaufen dazu. So viel Platzbedarf kommt da nicht mehr dazu.


    Ansonsten: Je mehr neue Fragen du stellst, desto weniger komme ich dazu, deine ursprünglichen Fragen zu beantworten. ;) Und bleibe thematisch bitte möglichst nahe bei dieser konkreten Brücken-Hängematte.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!