Tarp für Hängematte und Schlafen am Boden

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  • Die Rechteckform war bezüglich des Wetterschutzes eine gute Idee. Da spürt man einen deutlichen Unterschied!

    Hier die losen Enden, die um etwa 56cm versetzt sind:

    Das Tarp ist auf den Bildern für Kopf links / Füsse rechts aufgebaut, der Kopf liegt also unter der kürzeren Seite des Rechtecks.

    Wenn ich senkrecht nach oben blicke, sehe ich deutlich weniger Himmel / Bäume, wenn ich auch tatsächlich so in der Hängematte liege. Zum Vergleich – jeweils rechts im Bild – der Ausblick nach oben, wenn ich Kopf rechts / Füsse links (lefty) in der Hängematte liege:

    Wenn ich das Tarp etwas näher an die Hängematte heranbringe, sieht die Situation wie folgt aus:

    Der Wetterschutz ist dann einiges besser! – Es lohnt sich also, das Tarp möglichst nahe an die Hängematte heranzubringen!

    Anmerkung: Ich vermute, dass ich bei der zweiten Fotoserie etwas Zoom drin hatte. Aber der Wetterschutz ist auf jeden Fall deutlich besser, wenn man das Tarp möglichst tief hängt.

    Bei der Planung war genau das eine offene Frage: Wähle ich kleinere Maße, so komme ich näher an die Hängematte heran, habe aber weniger Fläche. Wähle ich die Maße grösser, so muss ich das Tarp weiter oben aufhängen, wodurch ich zumindest einen Teil des Vorteils wieder verliere.

  • Wie wird das Tarp an der Hängematten-Aufhängung eingehängt?

    Ich habe festgestellt, dass die kleinen Kordelspanner von Dutch sich sehr gut zum Einhängen in einen kleinen Evo-Loop eignen. Deshalb habe ich den Aufbau auch so gewählt: Öse am Tarp, daran Gummiseil mit Kordelspanner:

    Das hält wirklich sehr gut und ist sehr leicht und schnell eingehängt. Allerdings hängt das Tarp dadurch etwas höher als nötig: Zwischen Baumgurt und Kordelspanner ist eine Lücke!

    Um das Tarp näher an die Hängematte heranzubringen, habe ich dann die folgende Möglichkeit gefunden, die sich praktisch genau so leicht ein- und aushängen lässt:

    Daraus ergibt sich der oben gezeigte Vorteil bei der Abdeckung! Ein paar Zentimeter machen den Unterschied.

  • Für die Gummiseile habe ich mich an den «Tarp Worms» von Dutch orientiert. Ich hätte auf meine Intuition hören und stärkeres Gummiseil nehmen sollen. Eigentlich ist es logisch: Die «Tarp Worms» kommen zu viert und sind auf ein klassisches Hex-Tarp mit vier Abspannpunkten ausgelegt. Ich habe aber nur zwei Abspannpunkte nach unten: Die müssen einiges an Zug aufnehmen. Noch schlimmer ist es beim First: Der bekommt noch mehr Zug ab und so sind die Gummiseile leider zu schwach. Schade. Da muss ich noch ein «Upgrade» auf 3mm-Gummiseil machen!

    Meldet euch, wenn ihr noch Detailaufnahmen wünscht.

  • Ach so, ein paar Detailaufnahmen wollte ich ohnehin noch zeigen!

    Das war der Plan:

    So sah es dann leider bei zwei, drei Befestigungspunkten aus:

    Zur Erinnerung an mich: Man darf bei einem Tarp durchaus Stecknadeln verwenden, wenn man ohnehin drüber näht und die Stelle so nahe am Rand ist! – Wieder etwas gelernt!

  • Noch etwas:

    Als Abspannleine habe ich Paracord Typ 1 ins Auge gefasst. Mit einer Bruchlast von rund 45kg dürfte das reichen, wenn es nicht gerade stürmt. Aber dann würde der Wetterschutz des Tarps (Hängemattennutzung) ohnehin nicht reichen. Beim Aufbau am Boden kann ich es bei heftigem Wind auch direkt im Boden verankern. Ein weiterer Grund, weshalb ich direkt am Tarp Ösen und nicht Leinenspanner angebracht habe!

    Mein Punkt:

    • In den Lineloc 3 hält Paracord Typ 1 nicht!
    • In den «Line Lock Light»* hingegen sehr gut! (Die Nut im Klemmmechanismus ist hier deutlich enger!)

    * Ich kann leider nicht mehr eruieren, ob ich damals die 10mm- oder die 15mm-Version bestellt hatte. Jedenfalls sind die von mir verwendeten für 1,25mm (½ Inch) breites Band gedacht.

    Vielleicht ist mal wer froh um die Information...

  • Aber dehnt sich Paracord nicht, wenn es nass wird? Zusätzlich die Dehnung des nassen Nylontarps und schon hängt der Wetterschutz schlaff herum.

    Schau mal hier und hier. Ich habe das Paracord zwar nicht entseelt, möchte diese Paracord-Version aber auf jeden Fall gerne mal ausprobieren. Es geht mir auch um den Schutz des Tarps, weshalb ich keine extrem reissfeste Leine verwenden wollte.

    PS: Ich habe zudem ja auch noch Leinenspanner aus Gummischnur eingebaut. Das dürfte auch noch helfen.

  • Was ich noch interessant finde: Wenn man in der Hängematte schaukelt, bleibt das Tarp weitgehend an Ort und Stelle, obwohl es relativ nahe an der Hängematte am Baumgurt befestigt ist. Die seitliche Abspannung scheint es recht gut zu stabilisieren. Das Schaukeln der Hängematte wird dadurch aber kaum abgebremst.

  • Hammock Goofy und Burritojoe

    Noch die Details dazu, wie ich die doppelte Kappnaht gemacht habe:


    Bündig mit dem Rand habe ich ein 1/2"-Grosgrain Ribbon (Einfassband) aufgenäht. (Diese Naht ist am Schluss nicht mehr sichtbar.) Das Einfassband soll so breit gewählt sein, wie man die Naht gerne haben möchte.

    Wiederum bündig zu diesem habe ich die zweite Stoffbahn aufgenäht: links auf links, also die eine Stoffbahn umgedreht (spielt nur eine Rolle, wenn die beiden Oberflächen unterschiedlich sind). (Diese Naht ist am Schluss auf einer Seite als dritte Naht in der Mitte sichtbar.)

    Siehe hierzu auch hier.

    Am Anfang und Ende habe ich für den Einschlag-Umschlag etwas Platz gelassen.


    Nun habe ich den Stoff geöffnet, der Naht entlang zusammengerafft und die eine Hälfte unter dem Arm der Maschine durch nach hinten rechts gebracht. Der linke Teil des Stoffes kam links auf den Tisch zu liegen. Damit habe ich verhindert, irgendwie Zug auf dem Stoff zu haben. Er sollte sich ganz frei bewegen können.

    Den Stoff habe ich nun gegen den Uhrzeigersinn zweimal um das Einfassband aufgewickelt und darauf geachtet, dass er dann ganz flach und gestreckt auf dem Nähtisch aufliegt (auf das Ripstopmuster achten). Dann habe ich nahe am Rand Stoff und Einfassband flach nach unten genäht. (Rechts von der neuen Naht bleibt die zweite Naht, die oben gemacht wurde, sichtbar.)

    Hier sieht man noch etwas besser, wie der Stoff um das Einfassband gewickelt wird. (Die erste Naht verschwindet hier im Inneren der Kappnaht.)

    Nun habe ich den Stoff umgedreht und neben der dritten Naht von vorhin – wiederum schön dem Rand entlang – die vierte und letzte Naht gesetzt. Auch hier habe ich darauf geachtet, dass der Stoff schön flach und gestreckt auf dem Nähtisch aufliegt und nirgends aus Versehen ein Stück Stoff festgenäht wird, das nicht festgenäht werden soll.

    Hier sieht man den Prozess der letzten Naht aus einer anderen Perspektive.

    Die fertige Naht sieht nun nicht auf beiden Seiten gleich aus:

    Auf einer Seite sind wie gewohnt zwei Nähte zu sehen:

    Auf der anderen Seite sieht man zwischen den beiden tragenden Nähten noch die Naht Nummer zwei, was mich aber nicht weiter stört:

  • Zu allererst einmal vielen Dank für die ausführliche Dokumentation!

    Die Nähte sehen echt zum eifersüchtig werden gut aus :). Naja der Weg ist das Ziel.

    Aber:

    Zitat

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    Wiederum bündig zu diesem habe ich die zweite Stoffbahn aufgenäht: links auf links, also die eine Stoffbahn umgedreht (spielt nur eine Rolle, wenn die beiden Oberflächen unterschiedlich sind). (Diese Naht ist am Schluss auf einer Seite als dritte Naht in der Mitte sichtbar.)

    Hat man bei diesem Schritt nicht die gleiche Gefahr des Verschiebens, die man auch ohne das Grosgrain hätte oder übersehe ich etwas?

  • Gewissermassen schon. Ich fand es aber einfacher, den Stoff schön dem Einfassband entlang zu führen, als die zwei Schichten exakt aufeinander zu halten. Ich denke, es liegt am farblichen Kontrast. Man hat im wörtlichen Sinn einen Anhaltspunkt und kann das Ripstopmuster am Einfassband ausrichten.

    Weiter – so denke ich – hat das, was ich oben schon erwähnt habe, mir viel geholfen:

    Ein weiterer Trick ist: Vertraue dem Stoff und dem Transport der Maschine und entspanne dich... Führe so wenig wie möglich und so viel wie nötig.

    Ein weiterer Trick, den ich erstmals konsequent umgesetzt habe und der das vorher Gesagte stark unterstützt, ist:

    Ich habe die beiden Stoffbahnen umgekehrt links von mir auf den Tisch gelegt und zwar so, dass der rechte Rand (an dem ich nähen wollte) exakt auf der Höhe des Nähfusses lag. Ich habe ihn dann gegen mich unter dem Freiarm der Maschine durchgeführt und dann weg von mir zum Nähfuss hin gehen lassen. So konnte ich fast alle Spannung vom Nähgut wegbekommen. Gelegentlich musste ich den Stoff auf dem Tisch dann wieder neu ausrichten, weil sich nach einigen Dezimetern wieder Spannungen aufgebaut haben.

    Ergänzung: Ich habe den Stoff jeweils unter meinen beiden ausgebreiteten Händen auf dem Nähtisch in Form gehalten, ohne aber Kraft auf ihn auszuüben. Die Zeigefinger lagen dabei links und rechts vom Nähfuss, die Daumen davor, der rechte Daumen auf dem zu nähenden Saum. Den Transport hat die Maschine übernommen, ich habe meine Hände nur mitbewegt. Etwa alle 5cm bis 10cm habe ich meine Hände entsprechend verschoben und den Stoff wieder faltenfrei, aber ohne Spannung unter den ausgebreiteten Händen vorbereitet, bis ich nirgends mehr eine Welle im Stoff sehen oder spüren konnte. So habe ich auch recht leicht gespürt, wenn es Zeit wurde, die Stoffbahnen auf dem Tisch neu auszurichten, weil ich dann unter meinen Händen eine leichte Spannung gespürt habe.

    Bei meinem ersten Tarp hatte ich die Stoffbahnen am Boden und musste die dann immer gegen die Schwerkraft nach oben, an mir vorbei und dann unter den Nähfuss führen. Kein Wunder, dass der Stoff da nicht dort durch wollte, wo ich ihn haben wollte. Später habe ich dann versucht, ihn auf meinem Schoss zwischenzulagern. Aber dort wollten die Stoffbahnen nicht bleiben, da zu rutschig.

    Du könntest sonst auch die zweite Stofflage mit ein paar Klebepunkten verdünntem SilNet vorfixieren und das Silikon vor dem Nähen etwas abbinden lassen. Wichtig ist aber, das Silikon relativ flüssig zu haben (Speichelkonsistenz), da es sonst unschöne Verdickungen in der Naht gibt. Das war mein oben beschriebener Fehler, weshalb ich die Naht dann weggeschnitten hatte. Natürlich könntest du auch einen ganzen Streifen auftragen statt nur Punkte. Das würde ich aber zuerst an einem Stoffmuster ausprobieren.

  • Nachdem ich mein neues Tarp in Wort und Bild bereits ausführlich vorgestellt habe (siehe weiter oben), nun noch ein paar Eindrücke von der ersten Übernachtung im Wald. Mir scheint, dass ich im Falle von Regen ausreichend geschützt wäre, solange der Regen nicht mit heftigem Wind kombiniert daher kommt.

    Es ergibt einen schöneren Aufbau, wenn ich das Zentrum des Tarps mit einer weiteren Schnur noch etwas anhebe. Da ich beim Wandern eigentlich immer eine oder zwei ausreichend lange Leinen dabei habe, steht dem auch nichts im Weg.

    Ich habe keine Kettenlinien in die Seitenränder geschnitten, aber unter Spannung könnte man das fast meinen:

    Es ist erstaunlich, wie dehnbar dieses Silnylon verglichen mit meinem Hex-Tarp aus Silpolyester ist. Ob das ein Vor- oder eher ein Nachteil ist, wird sich zeigen.

    Und nochmals der schöne Ausblick vom Waldrand:

    Das Paracord Typ 1 scheint sich bei Nässe doch ziemlich zu dehnen. Ich habe mein schwerstes Buch an einem 50cm langen Stück Schnur aufgehängt. Nach einer Stunde hatte sich die Leine um 3mm gedehnt. Dann habe ich es eine Stunde lang immer wieder mit einem nassen Lappen benetzt: Es hat sich um weitere 11mm gedehnt. Beim Trocknen über Nacht – immer noch unter Last – ist es um etwa 2mm geschrumpft. Ich denke, dass ein Teil der 11mm Dehnung im nassen Zustand auch noch auf eine feuchtigkeitsunabhängige Materialdehnung (da vorher unbenutzt) zurückgeführt werden muss. Wahrscheinlich war die Anfangsdehnung nach nur einer Stunde noch nicht abgeschlossen. Wie viel die Feuchtigkeit wirklich ausmacht, weiss ich deshalb nicht.

    Was mir am Paracord Typ 1 allerdings nicht so gefällt:

    • Es ist extrem weich / beweglich und deshalb ausgesprochen anfällig für ungewollte Verwicklungen / Verknotungen.
    • Die feine Flechtstruktur macht es sehr «klebrig»: Es bleiben die ganze Zeit Zweige an der Schnur hängen.

    Die negativen Punkte haben aber auch positive Aspekte:

    • Die Schnur lässt sich sehr gut knoten: Die Knoten halten gut und auch im Leinenspanner rutschen sie nicht.
    • Weil die Schnur sehr fein geflochten ist, verrutschen die Knoten an Zweigen kaum und halten auch dort sehr gut.

    Ich glaube, ich habe noch ein Set Abspannschnüre aus Zing-It, die damals in den «Lineloc 3» nicht gehalten haben. Beim neuen Tarp habe ich ja die «Line Lock Light» verwendet; da könnten die halten. Mal schauen, ob ich die Schnüre noch irgendwo finde...

  • Habe soeben noch das Zing-It / Lash-It (1.75mm) in den «Line Lock Light» ausprobiert. Hält nicht! Es beginnt zuerst langsam zu rutschen und dann tauschen die belastete Schnur und das lose Ende den Platz und die Schnur rutscht ganz schnell durch. Das gleiche, das auch mit den Lineloc 3 passiert.

    Also doch Paracord Typ 1 oder sonst eine ummantelte Dyneema-Schnur. Mal schauen, was ich noch zuhause rumliegen habe...

  • Vielen Dank für den Tipp!

    Wichtig ist mir vor allem auch, dass die Leinen in den Leinenspannern nicht rutschen. Ich habe jetzt von einem anderen Tarp eine schwarze Schnur mit reflektierenden Fäden «ausgeliehen». Ich fahre morgen für ein paar Tage weg und muss für den Moment nehmen, was ich noch habe.

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