Befestigung des Unterquilts unter klassischen Tuchhängematten

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  • Im Moment herrscht gerade eine Hitzewelle und tatsächlich kann man auch mal ein paar Stunden ohne Isolation von unten in der Hängematte liegen... Dennoch ist eine solche sonst fast immer nötig.

    Ich nutze seit dem Winter 2016/17 einen klassischen Daunen-Unterquilt und bin im Grossen und Ganzen sehr zufrieden damit. Nicht immer ist es ganz einfach, eine gute Einstellung für einen klassischen Unterquilt zu finden (einige raten deshalb zu einem Wooki-Unterquilt). Ich teile hier mal meine Erfahrungen mit einem klassischen Unterquilt. Mögen andere ihre ergänzen:

    Schritt 1

    Wer nicht ganz mittig in der Hängematte liegt (einige hängen das Fussende etwas höher), wird schnell einmal feststellen, dass der Unterquilt eher zu weit in Richtung Füsse als zu weit in Richtung Kopfende hängt. Deshalb empfiehlt es sich, den Quilt mithilfe der sekundären Aufhängung (Spanngummis in Längsrichtung) etwas in Richtung Kopfende zu ziehen. Bei mir passt es in der Regel wunderbar, wenn ich die Spanngummis in Richtung Fussende vollständig löse und den Quilt mit den Spanngummis oder auch nur einem Spanngummi (siehe unten bei Schritt 2) ein wenig zum Kopfende hin ziehe.

    Schritt 2

    Wer diagonal in der Hängematte liegt (empfohlen), kann den Unterquilt durch ein (weiteres) Festziehen der sekundären Aufhängung auf der kopfabgewandten Seite ein Stück weit in die gewünschte Richtung bringen. Der Quilt hat dann die stärkste Spannung über eine seiner Diagonalen und wird sich deshalb leicht in eine Richtung drehen.

    Ich habe versucht, das in einem Schaubild zu verdeutlichen:

    Ansicht von oben

    Wenn man die im Bild orange eingefärbte sekundäre Aufhängung etwas stärker festzurrt, dreht sich der Unterquilt etwas in die gewünschte Liegerichtung, weil die Spannung über die eine Diagonale grösser wird als über die andere.

    EasternMountainHiker wundert sich in einem seiner Videos (gleich am Anfang), weshalb seine Füsse stets aus dem Unterquilt gerutscht sind. Zum einen ist sein Unterquilt aus meiner Sicht viel zu lose: Er wird gar nicht von unten an die Hängematte gedrückt; so kann er nicht gut isolieren. Dann (vielleicht ist es ein Versehen) korrigiert er aus meiner Sicht die Liegerichtung genau falsch: Der Druck auf die Füsse nimmt dann zu und der Quilt rutscht viel leichter von den Füssen.

    (Ich verwende das Video zur Illustration und möchte in keiner Weise EasternMountainHiker zu nahe treten. Ich habe zu meinen Anfangszeiten den einen oder anderen Tipp von ihm mitnehmen können.)

    Schritt 3

    Ich raffe die Enden des Unterquilts in Querrichtung mittels tertiärer Unterquilt-Aufhängung etwas zusammen. Hier ist es ratsam, den Unterquilt nicht maximal zusammenzuraffen, sondern nur gerade so stark, dass die Enden des Quilts sauber am Hängemattenstoff anliegen, so dass möglichst keine warme Luft entweichen kann. Zieht man den Quilt zu stark zusammen, so können sich hinter dem Abschluss Blasen bilden, der Quilt liegt dort dann nicht schön am Hängemattenstoff an und man muss diese Hohlräume mit der Körperwärme zusätzlich aufheizen.

    Schritt 4

    Ich selber nutze ja eher längere Hängematten (über dem Standard von 335cm / 11 Fuss). Da kann die Spannung des Unterquilts zu gross werden. Ist das der Fall, so empfiehlt es sich, die Aufhängung des Unterquilts in Richtung Fussende zu verlängern. Ich finde es sinnvoll, die Verlängerung nicht aus Gummischnur zu machen. Ich verlängere die Aufhängung mit einer gut knotbaren Schnur, die – je nach Methode – gleich oder doppelt so lang ist wie die Differenz zwischen meiner Hängemattenlänge und 335cm, wofür viele Unterquilts hergestellt sind.

    Methode 1

    Ich nehme ein Stück Schnur, das gleich lang ist wie die Differenz zwischen der Länge meiner Hängematte und der Länge, für die der Quilt vorgesehen ist. Das eine Ende der Schnur hänge ich bei der Hängematten-Aufhängung ein, das andere Ende am Fussende des Unterquilts. (siehe Skizze oben)

    Methode 2

    Ich schneide die umlaufende primäre Aufhängung des Quilts exakt in der Mitte am Fussende auf und befestige dort auf jeder Seite einen Minikarabiner. In diesem Fall nutze ich zur Verlängerung eine Schnur, die doppelt so lang ist wie die Differenz zwischen der Länge meiner Hängematte und der Länge, für die der Quilt vorgesehen ist. Ich hänge das eine Ende der Schnur beim einen Minikarabiner ein, führe die Schnur ums Fussende der Hängematte oder besser durch die Öffnung von Continuous Loop oder Dogbone und hänge sie dann beim zweiten Minikarabiner ein. Bei dieser Methode sehe ich den Vorteil, dass der Unterquilt mehr Raum hat, um sich der Liegerichtung anzupassen: Der seitliche Druck auf die Beine und Füsse fällt etwas geringer aus.

    PS: Ich verwende hier (wie auch sonst meistens) den Begriff «Unterquilt» (eingedeutscht). Ich kenne das Wort «Quilt» seit meiner Kindheit auch in der deutschen Sprache als Bezeichnung für eine mit Mustern schön gestaltete Decke (siehe unter «Quilten»). Deshalb bin ich der Meinung, dass man durchaus die deutsche Version des Wortes verwenden darf.

  • Wenn andere in diesem Faden etwas zum Thema «Isomatten» in der Hängematten und zum «Wooki» ergänzen, allenfalls auch zur Isolation bei anderen Hängematten-Typen, und vielleicht auch gleich zur Isolation von oben, so könnte man/ich einen Artikel zum Thema «Isolation» daraus machen. Ich schwankte zwischen einem Faden unter «Isolation» und «Talk».

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