- Offizieller Beitrag
Die aktuellen Temperaturen sind ja wie geschaffen, um sämtliche Schlafsäcke, Quilts und Isomatten zu testen. Halten sie wirklich so warm, wie die Hersteller versprechen? Für europäische Winterausrüstung kann man sogar fragen, halten sie den konkreten Benutzer so warm wie die genormte Testpuppe?
An diesem Wochenende war der Wooki XL dran. Die Temperaturangabe 20°F besagt, daß man bis etwa -7°C warmgehalten wird. Der Wetterbericht versprach etwa -10°C, so daß ich ideale Testbedingungen hatte. Zur Sicherheit hatte ich das Gartenhaus ordentlich beheizt, so daß ein Scheitern des Tests nicht weiter dramatisch wäre.
Gesagt - getan. Im Häuschen aufgewärmt und ordentlich gegessen, ein trockenes T-Shirt und einen Fleecepulli sowie lange Unterhosen und dicke, nicht zu enge Wollsocken angezogen, Mütze aufgesetzt und den 20°F Daunen-Topquilt geschnappt und ab in die Hängematte. Um noch ein bißchen den wundervollen Sternenhimmel genießen zu können und weil nur ein schwacher Wind wehte, hatte ich auf ein Tarp verzichtet und nur das Mückennetz geschlossen.
Es dauerte gar nicht lange und es breitete sich wohlige Wärme aus. Und bevor ich auch nur den Sternenhimmel betrachten konnte, war ich auch schon eingeschlafen.
Gegen 3 Uhr musste ich mal auf Toilette. Also Reißverschluß des Mückennetzes auf, um aussteigen zu können. Aber halt, was ist denn das? Er ließ sich nur bis zur Schulter öffnen. Licht an. Da sah ich die Bescherung. Mein Atem war am Reißverschluss kondensiert und hatte ihn auf etwa 5 cm Breite mit einer Eisschicht überzogen. Beim Auftauen durch Handauflegen wurden meine Finger unangenehm kalt. Brrr! Da werfen wir doch gleich mal einen Blick auf das am Gurtband der Aufhängung befestigte Thermometer.
Minus 9,9. Wetterbericht stimmt. Leider stimmt die angezeigte Zeit nicht, die werde ich (nicht jetzt in der Kälte, sondern später mal im Warmen) korrigieren müssen.
So, fertig. Schnell wieder rein in die Hängematte. Nach einer Weile wurde es wieder warm. Aber leider nur an der Oberseite. Der Rücken blieb kalt. Kontrolle, ob der Wooki richtig sitzt. Paßt. Es bleib trotzdem kalt. Irgendwann schlief ich dann doch wieder ein, aber der Schlaf wurde immer wieder durch Wachphasen unterbrochen. Gegen 5 hielt ich es nicht länger aus und flüchtete auf's Sofa im warmen Gartenhaus.
In der Nacht zum Sonntag wiederholte ich den Test, zog mir aber diesmal statt des Fleecepulis einen dicken Pullover an und legtein Höhe des Rückens eine zusammengefaltete Decke in die Hängematte. Gleiches Szenario, nur daß ich mich nicht mehr über das Einfrieren des Reißverschlusses wunderte, die Temperatur -9,6°C betrug und mich der Blasendruck gegen halb vier weckte. Ich konnte bis gegen 6 Uhr so halbwegs weiterschlafen, dann war mir die Sache zu dumm und ich wechselte abermals auf's Sofa.
Mein Fazit: Der Wooki hält in etwa das, was er verspricht. Es war kälter als 20°F und ich habe den Großteil der Nacht gut geschlafen. Was immer wieder festgestellt wird: Top- und Underquilt können beide die gleichen Temperaturangaben haben, der Topquilt hat aber wesentlich größere Reserven. Das hatte ich schon bei Top- und Underquilt von DD Hammocks festgestellt und hier hat es sich wieder bestätigt. Die in die Hängematte gelegte Decke und auch der Pullover brachten keine wesentliche Verbesserung der Isolation. Unter dem Gewicht des Schläfers zusammengedrückt, verlieren sie ihre wärmedämmenden Eigenschaften zu einem großen Teil.