Vorstellung und Fazit meiner Brückenhängematte - "Ariel" - Nachbau

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  • Hallo zusammen,

    nach viel zu langer Zeit möchte ich mich auch mal wieder melden mit einer neuen (naja mittlerweile ein halbes Jahr alten) Brückenhängematte. Nach dem Hängemattentreffen habe ich meiner Freundin eine Brückenhängematte genäht die der Koma nachempfunden ist (hierzu gibt es keinen Bericht, weil ich mir selbst nochmal eine optimiertere Version davon nähen und das dann wohl hier im Forum mit euch teilen möchte).
    Als wir dann den Harzer Hexenstieg zusammen gelaufen sind und ich auch einmal eine Nacht in der Brücke schlafen durfte, beschloss ich sofort für mich, dass ich mir auch noch eine nähen werde.
    Ich wollte aber ungern gleich wieder das gleiche Modell nachnähen, sodass ich mir diesmal das Schnittmuster von der Ariel (von Professor Hammock) als Vorlage hernahm.


    Bei der Ariel hat mich vorallem interessiert, wie sehr sie sich im Vergleich zu der Hängematte meiner Freundin unterscheidet (Gewicht, Komfort, Mindestabstand der Bäume).


    Zum Herstellungsprozess:
    Hier lässt sich schonmal festhalten, dass mich die Fertigung dieser Hängematte mehr Nerven gekostet hat als die Brücke meiner Freundin.
    Zum einen ist das Abnähen der "Dyneema-Tunnel" sehr viel aufwändiger, als das Einnähen von Gurtband in die Kettenlinien der Hängematte, zum anderen war das Spleißen der Dyneemaschnur, welche hier das Gurtband ersetzt, für mich eine große Herausforderung (sollte aber vermutlich für viele anderen hier kein Problem sein).

    Infos zur Hängematte:

    Die Brücke ist in etwa 200cm lang, die Stangen sind 92cm lang.
    Durch die Stangen innerhalb der Hängematte hat man den Vorteil, dass diese näher an der Schultern sind und somit weniger lang sein müssen als bei anderen Brückenhängematten.
    Das hat zur Folge, dass das Aufhängedreieck wesentlich kürzer ist, da es schon innerhalb der Hängematte beginnt, und die Dyneema nur 92cm lang sein muss (wenn man sich an ein Seitenverhältnis von 1:1:1 im Aufhängedreieck hält).

    Die Hängematte besteht aus Hexon 1.6 und wiegt mit Aufhängung aber ohne Stangen 420 gramm. Das geht vermutlich noch etwas leichter aber ich nehms nicht so genau mit dem Grammzählen, weshalb ich auch kein Gewicht mit Stangen parat habe.

    Vorteile der Hängematte sind definitiv der geringere minimale Baumabstand, der hier (mit Baumgurten und Karabiner) bei ca. 360cm liegt.

    Und hier nochmal ein Bild um die Zeichnung etwas zu verdeutlichen:

    Edit (06.01.2019): Ein weiterer Vorteil den ich bis gerade eben völlig vergessen habe, obwohl er nicht zu vernachlässigen ist: Die Stangen der Bridge stoßen nicht so einfach gegen das Tarp und zusammen mit der geringeren Länge der Bridge, kann man wohl auch ein kleineres Tarp verwenden.
    Das macht die Ariel wohl zum idealen Ultralight begleiter, da man ja nicht nur Gewicht an der Hängematte sondern auch noch beim Tarp sparen kann.

    Außerdem ist die Hängematte im Vergleich zu weniger tiefen Brücken weniger kipplig (wer hätte es gedacht).

    Nachteile der Ariel und wieso meine nächste Brückenhängematte wieder der Koma nachempfunden wird:

    Mir persönlich gefällt es besser in die Umgebung schauen zu können, was hier einfach nicht funktioniert. In den meisten Fällen hat man statt Natur einfach eine schwarze Stange vorm Kopf.
    Damit sind wir auch schon beim zweiten und letzten Punkt: Ich rechne selbstverständlich nicht damit, dass die Stange bricht, aber für den Fall, dass sie es tut, habe ich sie im Gesicht hängen, was mich schon ziemlich beunruhigt.

    Anfangs habe ich noch eine selbstaufblasende Isomatte in der Brücke verwendet, später jedoch habe ich eine Therm-A-Rest NeoAir verwendet, wodurch die Stangen wirklich unangenehm nah am Gesicht waren.

    Ich habe vermutlich viele Infos vergessen, die euch interessieren, scheut euch nicht zu fragen.

    3 Mal editiert, zuletzt von Burritojoe (6. Januar 2019 um 10:23)

  • Auch wenn dein Fazit eher zurückhaltend ausfällt: Die Hängematte ist doch echt schön geworden!

    Den Spreizstab direkt über dem Gesicht zu haben, finde ich auch nicht so toll. Da habe ich schon bei meiner relativ gewöhnlichen Brückenhängematte bisweilen gedacht: Wenn da mal der Stab brechen sollte, dann habe ich den – wenn es dumm läuft – direkt im Schädel. Bei meiner sind da wohl gegen 100kg Druck auf dem langen Spreizstab am Kopfende, wenn ich noch das Gepäck mit in die Hängematte nehme.

    Ich vermute, du hast zwei kurze Stangen von DutchWare kombiniert? Zumindest würde das zu den 92cm passen.

  • Vielen Dank für das Lob!

    In der Tat sind das zwei kurze Stangen von Dutchware, zufällig waren in Alissas Shop noch genau 2 mit einer vernünftigen Rohrdicke vorhanden, da musste ich gleich zuschlagen.

    Für die nächste Brücke würde ich aber trotzdem gerne eine Stange haben, die man in drei Teile stückeln kann, einfach wegen der Stabilität und weil ich bei kleinen Stücken flexibler beim Rucksackpacken bin.
    Bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich eine stabile Steckverbindung herstellen soll, aber wenn ich hier auf keine Lösung stoße, werde ich wohl meine Lösung zusammen mit dem Bericht ins Forum stellen.

    • Offizieller Beitrag

    Ich meine, Christian hätte mir mal erzählt, dass die Stangenlänge der Koma sehr nahe an der der Ridgerunner liegt. Warbonnet verkauft die Stangen auch separat, und ein Set habe ich sogar auf Lager. Die Packlänge ist ca. 43cm. Die Stange am Kopfende ist dreiteilig. Die Stange am Fußende zweiteilig.

    Ich hoffe, du kommst zum nächsten Treffen und bringst alle Hängematten mit. Ein Brückenhängemattenvergleich wäre spannend!

  • Ich habe auf jeden Fall vor, auf das nächste Treffen zu kommen und auch wieder Rührei zu machen. Gerne nehm ich dann auch alles mit, was ich bis dahin genäht habe.

    Zu den Stangen für die Ridgerunner habe ich dir gleich mal eine Mail geschrieben :saint:.

    • Offizieller Beitrag

    Für die nächste Brücke würde ich aber trotzdem gerne eine Stange haben, die man in drei Teile stückeln kann, einfach wegen der Stabilität und weil ich bei kleinen Stücken flexibler beim Rucksackpacken bin.

    Das hier sind die bei der KOMA verwendeten Stangen. Recht teuer, aber schön kompakt verpackbar (passt alles in das größte Rohr rein).

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